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Planet Crashers (3DSDownload) // Test // Review

Planet Crashers
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Preis:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
26.07.12
Ignition Entertainment
Renegade Kid
RPG
1
4,99 Euro
Ab 6 Jahren USK-Siegel
ja
Keine verfügbar

Review zu Planet Crashers

Der eShop des Nintendo 3DS füllt sich langsam aber sicher mit Spielen, die extra für ihn entwickelt wurden. Die Qualität schwankt natürlich, aber ein wirklicher Rohrkrepierer war bisher nicht dabei (na gut, erst einmal Dennis' Review zu Sweet Memories Blackjack abwarten). Es sind auch so einige Genres vertreten, RPGs fand man aber bisher nicht unter den 3DS Download-Spielen. Das änderte sich mit dem Erscheinen von Planet Crashers. Doch finden Rollenspiel-Fans in diesem Spiel ihre Erfüllung oder hätte der eShop lieber verschont bleiben sollen? Und hätte ich vielleicht lieber mit Dennis tauschen sollen?


 
In Planet Crashers gibt es nur einen einzigen Spielstand, der von eurer Figur repräsentiert wird. Diese könnt ihr mit Klamotten und Frisuren individualisieren. Den Look eures Charakters könnt ihr dabei jederzeit aus dem Hauptmenü heraus ändern. Das lohnt sich dann, wenn ihr neue Oberteile oder Hosen habt, die ihr eurem Kämpfer des Guten überziehen wollt. Anfangs ist die Auswahl übrigens noch sehr eingeschränkt. Aber moment Mal, Kämpfer des Guten? Jup, eure Figur ist natürlich nicht einfach ein Niemand, sondern die einzige, welche das Universum retten kann. Ein namenloses Böses will dieses nämlich zerstören. Wie ihr euch denken könnt, müsst ihr das Böse davon abhalten. Dazu müsst ihr epische Quests erfüllen, spannende Kämpfe bestreiten, riesige Planeten bereisen und verwinkelte Dungeons erkunden. Dachte ich zumindest.
 
Gehen wir die eben genannten Punkte doch im Folgenden Stück für Stück durch. Wir fangen dabei am besten mit den riesigen Planeten an. Die gibt es nämlich gar nicht. Die Planeten sind so klein, dass ich sie eigentlich eher als Asteroiden bezeichnen müsste. Es befinden sich auch niemals mehr als zwei Handvoll Personen auf jedem der Himmelskörper. Sie wirken damit ziemlich leer, da einfach nichts passiert. Doch um das Spiel zu beenden, müsst ihr alle Planeten in der vorgegebenen Reihenfolge besuchen. Auf den nächsten kommt ihr dabei erst, wenn euer Kämpfer den vorausgesetzten Level erfüllt hat. Um aufzusteigen, erfüllt ihr epische Missionen und bekämpft reihenweise Gegner.
 
Aber gut, ich habe euch nun genug angeschwindelt. Die Missionen bzw. Quests sind nämlich alles andere als episch. Ihr müsst immer und immer wieder einen verloren gegangenen Gegenstand oder eine vermisste Person in einem der Dungeons suchen. Abwechslung habt ihr dann, wenn ihr einen bestimmten Gegner verprügeln sollt. Im Endeffekt kommt aber alles aufs Selbe hinaus: Ihr geht in den Dungeon, rennt zum X auf der Karte, erfüllt euren Auftrag und rennt zurück zum Auftraggeber (falls ihr nicht sowieso automatisch zurückgebeamt werdet). Da die Ziele anscheinend zufällig in den Dungeons verteilt werden, kann es durchaus sein, dass ihr den gesuchten Apfel schon direkt im ersten Raum findet. Dann geht euch ganz schön die Pumpe bei so viel Aufregung! Besonders nervig, dass ihr Quests erst auswählen und aktivieren müsst. Vergesst ihr das, könnt ihr stundenlang durch den Dungeon rennen, es passiert einfach nichts. Innerhalb eines Dungeons könnt ihr das auch nicht ändern, also müsst ihr erst wieder hinaus, die Quest aktivieren und dann wieder hinein. Nervig.
 
Aber hey, die Dungeons sind doch bestimmt toll, irgendwas muss das Spiel doch bieten. Tja, leider habe ich auch hier nichts Gutes zu vermelden. Die Höhlen, mit denen jeder der Planeten durchzogen ist, bestehen aus ein paar Räumen und Gängen, die alle gleich aussehen. Dank der Karte auf dem Touchscreen kann man wenigstens die Übersicht bewahren. Zusätzliche Stockwerke vergrößern dann die Dungeons. Aufregender werden sie aber trotzdem nicht. Fehlen nur noch die spannenden Kämpfe... die sucht ihr aber lieber in einem anderen Spiel.
 
Es gibt so gut wie keine Taktik in den Auseinandersetzungen. Ihr wählt eine von vier Attacken aus und könnt zusätzlich zu festgelegten Zeitpunkten auf den A-Knopf drücken, um stärker auszuteilen. Dann schlägt euer Gegner zu und ihr habt gerne mal direkt ein Drittel eurer gesamten Lebensenergie verloren. Suuuuuuper. Das Problem von Planet Crashers ist, dass ihr zwar regelmäßig neue Waffen bekommt, indem ihr bestimmte Missionen erfüllt, es jedoch keine Rüstungen oder ähnliches gibt. Ihr werdet also zwar stärker, an eurer Abwehr ändert sich jedoch so gut wie nichts. Ihr könnt sie nur nach jedem Levelaufstieg ganz geringfügig steigern. Das reicht aber lange nicht aus, um die immer stärker werdenden Gegner zu kompensieren, die in jedem neuen Dungeon bzw. Stockwerk ebenfalls mit besseren Waffen kämpfen (und gerne auch mit noch stärkeren als ihr sie habt).
 
Umgehen könntet ihr das theoretisch mit Items, die eure Abwehr während der Dauer eines Kampfes erhöhen. Diese könnt ihr entweder kaufen oder in den Dungeons finden. Blöd nur, dass auch diese Strategie am Ende quasi dasselbe Ergebnis bringt wie das einfach Draufkloppen. Ob ihr nun euren Gegner mit zwei Angriffen niederstreckt und einen Treffer ohne verstärkte Abwehr akzeptiert oder drei Runden mit Stärkungsitem (und damit zwei Angriffe des Gegners) wählt, macht kaum einen Unterschied. Natürlich könntet ihr mehrere Items benutzen, aber der Kampf dauert dementsprechend länger und ihr werdet öfter getroffen, was auch diese Taktik nutzlos macht. Mehr als drei Kämpfe übersteht ihr sowieso nicht, dann muss ein teurer Heiltrank eingeworfen werden. Verteidigen, Zauber oder ähnliches gibt es übrigens erst gar nicht.


 
Wie man es dreht und wendet, die beste Strategie ist es, erst gar nicht zu kämpfen. Ihr werdet euch jetzt sicherlich wundern, aber ja, ich empfehle Spielern von Planet Crashers tatsächlich, jeden unnötigen Kampf zu vermeiden. Das ist doch mal ein tolles RPG, nicht wahr? Die Erfahrungspunkte aus den erfüllten Missionen reichen nämlich locker aus, um Level aufzusteigen. Was ihr durch Kämpfe erhaltet, ist eh ein Witz. Aber zum selben Ergebnis sind wohl auch die Entwickler gekommen, weswegen eure Spielfigur immer ein bisschen schneller ist als die Gegner, die ihr jederzeit sehen und damit umgehen könnt. Wegrennen ist also meistens überhaupt kein Problem.
 
Wir haben also Planeten von der Größe eines Asteroiden, langweilige Missionen, öde Dungeons und nervige Kämpfe, die man sowieso besser meiden sollte. Irgendetwas muss das Spiel doch zu bieten haben?!? Die Musik ist es schon einmal nicht. Klar, betretet ihr einen neuen Planeten, klingt sie erst einmal wirklich sehr nett. Dabei unterscheiden sich die Stücke von Planeten zu Planeten sehr angenehm. Nur leider merkt ihr dann schon nach fünf Minuten, dass sie in Dauerschleife läuft. Und das ging zumindest mir sehr schnell auf den Sack. Die Mucke während der Kämpfe ist übrigens nicht der Rede wert. Nein, wirklich, ich hätte sie nicht einmal erwähnen sollen. Gähn.
 
Aaaaaaaaber. Wie ihr anhand der Screenshots sicherlich schon selbst beurteilen konntet, sieht Planet Crashers immerhin recht hübsch aus. Der Stil orientiert sich an Animal Crossing und ist sehr knuffig. Leider hält sich der Tiefeneffekt sehr zurück. Zwar hat man schon ein bisschen das Gefühl, quasi in eine Box zu schauen, aber der Effekt ist deutlich schwächer als in anderen Spielen. Doch das Spiel hat noch einen Trumpf im Ärmel: Es ist ziemlich witzig. So kämpft ihr nicht mit Schwertern oder ähnlichem, sondern mit riesigen Bleistiften, Karotten, Eiern ohne Speck (euer Charakter hält dann eine Pfanne mit einem Spiegelei darin) und ähnlichem. Auch die Missionsbeschreibungen sind oftmals lustig, wiederholen sich aber sehr schnell. Kein Auge bleibt trocken, wenn man zum Beispiel gegen Figuren kämpft, die aussehen wie der Weihnachtsmann.
 
Aber hach, was soll ich sagen. All das wird wieder kaputtgemacht durch das schreckliche Menü. Man muss zum Beispiel viel zu oft klicken, um eine Waffe auszurüsten. Da hilft es auch nicht, dass der Touchscreen überhaupt nicht genutzt wird. Ihr müsst alles mit den Buttons, dem Schiebepad und dem Steuerkreuz steuern. Und das, obwohl sich das Menü auf dem Touchscreen befindet. Dieses wirkt übrigens, als wäre es aus einem Handyspiel entnommen, so klein ist alles. Da ist es vielleicht sogar besser, dass man den Touchscreen nicht benutzen kann. Ich würde mich eh ständig vertippen.
 
Kann es denn wenigstens der Online-Modus rausreißen? Nein, leider nicht. In diesem könnt ihr lediglich gegen einen anderen Spieler kämpfen, mehr nicht. Ausprobieren konnte ich das aber nicht. Ich habe nun seit knapp einer Woche immer wieder versucht, einen Gegner zu finden, doch kein Erfolg. Eigentlich ein gutes Zeichen, heißt es doch, dass niemand dieses Spiel gekauft hat...


 
Fazit (3):
Ich hatte mich wirklich gefreut über das erste RPG des eShops. Der Trailer versprach immerhin ein nettes Rollenspiel, doch das Ergebnis ist fast schon katastrophal. Im Grunde tut ihr in Planet Crashers nichts anderes, als den Laufburschen für alle anderen zu spielen und durch Dungeons zu hetzen, immer auf der Hut vor den Gegnern, um bloß nicht kämpfen zu müssen. Dabei schreien die witzigen Waffen geradezu danach, eingesetzt zu werden. Rückblickend wäre es am sinnvollsten, einfach auf dem ersten Planeten zu hocken und darauf zu warten, dass das böse Böse das Universum zerstört. Dann müsste man sich den Rest des Spiels nicht antun. Leider tut es einem diesen Gefallen nicht.

Autor: Pascal Hartmann

Vielen Dank an Nintendo für das Bereitstellen des Guthabens für Planet Crashers!

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