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Rayman Origins (3DS) // Test // Review

Rayman Origins
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
08.06.12
Ubisoft
Ubisoft
Jump'n'Run
1
Ab 6 Jahren USK-Siegel
Nicht verfügbar
Keine verfügbar

Review zu Rayman Origins

Mit Rayman Origins legte Ubisoft im letzten Jahr ein wirklichen Kracher hin. Egal ob auf den HD-Konsolen oder Nintendo Wii, es machte unheimlichen Spaß, dem kleinem Ubisoft-Maskottchen und dem fantastischen Design zuzusehen. Auch wenn das Auge bekanntlich einen großen Einfluss hat, überzeugte Origins nicht nur im Look, sondern in fast allen Punkten: geniales Charakterdesign, detaillierte Settings, schönes Leveldesign und ein sehr geiler französischer Humor. Das machte Rayman zu einem echten Hit und polierte das angekratzte Ubicrap-Image enorm auf. Nach mehreren Verschiebungen warteten wir darauf, wie denn die Portierung auf einem kleinen Handheld wie dem Nintendo 3DS aussehen wird. Kann man wirklich das geniale Design und das gesamte Feeling von einem großen Bildschirm auf ein kleines 3D-Display transportieren? 


 
Nein, man kann es leider nicht. Das klingt jetzt sehr hart für die mit Vorfreude geschwängerten Rayman-Fans, doch auf dem kleinen Bildschirm und den schwächeren Lautsprechern verliert das Spiel ein wenig Flair. Das liegt auch daran, dass die auf maximale Übersicht eingestellte Kamera den Hauptcharakter und seine Umgebung winzig klein machen. Er ist so winzig, dass man einige Minuten benötigt, bis man sich daran gewöhnt hat. Gerade kleinere Sammelobjekte gehen ziemlich oft unter. Da wünscht man sich jetzt schon einen 3DS XL. Danach geht es aber und man hat wie auf den großen Fassungen jede Menge Spaß. Und darum geht es ja letztendlich.
 
Alle Levels sind identisch mit dem „großen“ Spiel, daher werden Besitzer der Wii-Version eventuell enttäuscht sein. Die Hoffnung auf neue Inhalte enttäuscht Ubisoft trotz der längeren Wartezeit. Auch wenn Rayman Origins das Genre nicht neu erfindet, machen das tolle Leveldesign und die skurrilen Charaktere einfach einen riesigen Spaß. Rayman spielt sich wie eine Mischung aus Sonic und Donkey Kong Country. Schnellere Gameplay-Szenen hatten sicherlich den blauen Igel als Vorbild und viele innovative Elemente stammen vom großen Affenonkel. Beispielsweise der Sprung in die tiefere Ebene innerhalb eines Levels dürfte vielen bekannt vorkommen. Rayman Origins spielt sich auch nach einigen Monaten immer noch sehr frisch und besitzt für ein Non-Nintendo-Jump´n´Run ein relativ hohes Gameplay-Niveau mit netten Ideen. Auch wenn für meinen Geschmack die Gegnerschaft etwas gefährlicher sein könnte. Oftmals stehen die Haudegen nur in der Gegend herum und warten, bis sie die Faust von euch ins Gesicht bekommen.
 
Steuern kann man den Helden auch auf dem 3DS perfekt. Mit dem Slider flutscht alles wie es soll und man benötigt für die wichtigsten Aktionen im Prinzip nur zwei Tasten. Einfacher kann man ein Jump´n´Run nicht steuern, mehr braucht man aber auch nicht. Apropos flutschen, an Geschwindigkeit hat das Spiel auf dem 3DS aber ein bisschen verloren. Zwar jetzt nicht gravierend, allerdings wirkt es etwas träger im Gesamtablauf. Das tut dem Spiel aber keinen Abbruch. Schlimmer sind da eher die gelegentlich auftauchenden Slowdowns, die während eines Sprungs sehr irritierend sein können. Die Musik ist immer noch grandios, doch wirkt sie auf den kleinen Lautsprechern eher bemüht als leichtfüßig. Leider merkt man auch, dass Rayman Origins nicht für den 3D-Effekt des Nintendo 3DS gemacht wurde. Herumschwirrende Insekten oder plötzlich sehr nah auftauchende Objekte wirken oftmals relativ aufgesetzt. Zudem hatte ich persönlich etwas Probleme mit der Kombination von schnellem Sidescrolling und 3D. Aber das kann auch etwas an meinen geschundenen Augen liegen.
 
Leider hat man auch eine weitere Fähigkeit des 3DS komplett außen vor gelassen. Denn wozu hat man einen Touchscreen auf der Unterseite? Kleinere Rätsel oder Spezial-Attacken über das Touchfeld wären sicherlich kein Problem gewesen. Im Endeffekt dient er nur als Übersichtskarte um zu schauen, an welcher Stelle man sich im Level befindet und wo man etwas gefunden hat. Das ist zwar nett, aber reizt nicht gerade das Potenzial des Handhelds aus. All die technischen Makel kratzen an der doch so hohen Ursprungswertung.
 
Abzüge gibt es auch für den fehlenden Kooperationsmodus. Mir ist klar, dass man das nicht 1:1 auf den 3DS übertragen kann. Doch wären zum Beispiel wie auf der Playstation Vita die herunterladbaren Geist-Daten für Wettrennen gegen andere Gegner aus dem Internet auch auf dem 3DS möglich gewesen. Stattdessen hat man sich auf den Austausch von Rekorden über StreetPass beschränkt.
 
 
Fazit (7):
Warum man auf die 3DS-Version von Rayman Origins so lange hat warten müssen, bleibt mir ein Rätsel. Da kommt es ein halbes Jahr später auf den Markt und bietet trotzdem weniger als die großen Versionen für Wii & Co. Fehlende Multiplayermodi und Downloadmöglichkeiten sind ja noch zu verschmerzen. Doch technische Makel wie gelegentliche Slowdowns und ein insgesamt langsameres Tempo schwächen diesen enorm coolen Spiele-Hit. Rayman Origins 3D ist im Vergleich zu all die anderen Versionen, inklusive der Vita-Fassung, die schwächste Variante. Es ist aber immer noch ein geniales Jump´n´Run mit coolen Ideen, geiler Mucke und einem sehr lustigen Humor. Man hätte nur mehr in die Integration der 3DS-Fähigkeiten investieren müssen, dann hätte Rayman auf dem Nintendo 3DS auch nach einem halben Jahr einen erneuten Coup gelandet.
 
Autor: Holger Wettstein
 

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung von Rayman Origins 3D! 


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