Review zu Ice Age 4: Voll Verschoben - Die arktischen Spiele
Was haben Men in Black 3, The Amazing Spider-Man und Ice Age 4 gemeinsam? Richtig, alle drei Kinohits aus dem diesjährigen Sommer erhielten passende Videospielumsetzungen, damit Fans die Abenteuer zu Hause auf dem Bildschirm nacherleben können. Auch wenn Videospielumsetzungen aus Kinofilmen oftmals nicht einmal annähernd die Qualität des Films erreichen, versuchen uns die Entwickler immer wieder vom Gegenteil zu überzeugen. Ich durfte nun mitten im (vermeintlichen) Hochsommer in die Arktis und die Nintendo 3DS-Version von Ice Age 4: Voll verschoben – Die arktischen Spiele unter die Lupe nehmen. Erfahrt nun, wie mir der Kurztrip in die Welt von Sid und seinen Freunden gefallen hat. (Die Screenshots stammen aus der Wii-Version)
41 Minuten! So lange brauchte ich, um den Story-Modus von Ice Age 4 für den Nintendo 3DS erstmals durchzuspielen! Ich war wahrscheinlich nicht weniger überrascht als ihr, schließlich kommt es ja eher doch selten vor, dass man ein Spiel in einem Rutsch durchspielt. Doch was erwartet euch überhaupt in der 3DS-Version von Ice Age 4? Wie es der Untertitel „Die arktischen Spiele“ auf der Verpackung schon vermuten lässt, müsst ihr in dem Spiel eine Reihe unterschiedlicher Disziplinen bestreiten. Es beginnt dabei mit einer ansehnlichen Filmsequenz, in der euch die Charaktere kurz vorgestellt werden. Dabei entdeckt Sid, der bekannte Hauptcharakter der Filmserie, einen Schatz voller Früchte. Zufällig kommt aber eine Piratenbande um die Ecke und behauptet, dass der vitaminreiche Schatz bereits ihnen gehören würde. Wie der wahre Besitzer des Schatzes nun ermittelt wird? Genau, der Sieger der arktischen Spiele erhält den Schatz!
Nun folgen insgesamt zehn verschiedene Disziplinen, in denen ihr in der Rolle von Sid und seinen Freunden gegen die Piratenbande antreten müsst. Dabei fällt übrigens schon früh auf, dass das Spiel aus technischer Sicht eher zweckmäßig gestaltet wurde. Die einzelnen Filmsequenzen, die euch nach jedem Minispiel erwarten und euch auch das eine oder andere Mal zum Schmunzeln bringen dürften, überzeugen durch Detailreichtum und Schärfe. Einziges Manko: Die Filme lassen sich nur in 2D betrachten. Die Grafik in den Minispielen hingegen macht keinen wirklich hübschen Eindruck. Alles wirkt pixelig, verwaschen und lässt nicht unbedingt den Wert eines Vollpreisspiels rechtfertigen. Auch der 3D-Effekt fällt zwar auf, ist aber keine weitere Erwähnung wert. Aus akustischer Sicht kann das Spiel vor allem durch seine deutsche Synchronisation mit allen Synchronsprechern (inklusive Otto Waalkes als Sid!) überzeugen.
Kommen wir zu den Minispielen. Im Laufe der arktischen Spiele werdet ihr mit Disziplinen wie Gletscherhüpfen, Berg-Driften, Scratkanone und Schlitterpartie konfrontiert. Die Spiele werden allesamt mit Tasten, Schiebepad oder Touchpen gesteuert und versprechen kurzweiligen Spaß, auch wenn die Qualität der einzelnen Spiele schwankt. So müsst ihr in der Disziplin „Gletscherhüpfen“ beispielsweise schnellstmöglich einen 2D-Parcours meistern, dabei über Abgründe springen und Erdnüsse einsammeln. Dazu müsst ihr lediglich mit dem Schiebepad nach links und rechts laufen und mit der A-Taste über Eisschollen springen. In der Disziplin „Panzerspiele“ hingegen müsst ihr einen Panzer mit dem Touchpen anschieben, um diesen über eine Eisbahn rollen und im Zielbereich stoppen zu lassen. Wenn ihr dabei dann auch noch die verstreuten Erdnüsse einsammelt, kann euch niemand mehr den Sieg nehmen. In „Schlitterpartie“ rutscht ihr auf dem Bauch eine Bobbahn-artige Schneestrecke entlang und versucht dabei, möglichst schnell ins Ziel zu schlittern. Dabei kann ich euch nur empfehlen, alle Tempospuren mitzunehmen und Erdnüsse einzusammeln, wodurch euch am Ende wertvolle Sekunden angerechnet werden. Hier beschränkt sich die Steuerung nur auf das Schiebepad.
Die zehn Minispiele machen also anfangs allesamt Spaß und konnten mich beim ersten Durchspielen auch ganz ordentlich unterhalten. Doch was kommt dann? Ihr könntet die Minispiele noch einmal bestreiten, um eure Bestzeiten zu verbessern, doch aufgrund fehlender Anreize konnte ich mich dafür nicht motivieren. Warum kann ich meine Bestzeiten nicht über StreetPass oder Weltranglisten mit anderen Spielern vergleichen? Warum kann ich für Disziplinen wie Schlitterpartie und Gletscherhüpfen nicht noch zusätzliche Kurse und Level freischalten, um noch etwas mehr Tiefe ins Spiel zu bringen? Und warum kann ich Spiele wie Schlitterpartie nicht optional auch mit den Bewegungssensoren des Nintendo 3DS steuern? Und warum überhaupt verlangen die Entwickler für läppische zehn Disziplinen und 40 Minuten Spielspaß rund 40 Euro? Selbst ein vollwertiger Mehrspielermodus über die Drahtlosfunktion hat es nicht in das Spiel geschafft. Ihr könnt die Disziplinen lediglich abwechselnd auf einem Nintendo 3DS-System spielen.
Fazit (4):
Erinnert ihr euch noch an meine Einleitung, in der ich von mangelnder Qualität in den meisten Videospielumsetzungen zu Filmen sprach? Ice Age 4: Voll verschoben – Die arktischen Spiele für den Nintendo 3DS ist ein Paradebeispiel dafür. Klar, die Kurzweiligkeit der einzelnen Disziplinen und die originalen Synchronstimmen aus dem Kino zeigen den guten Willen der Entwickler. Doch ein Einzelspielermodus mit 40 Minuten Umfang, unterdurchschnittlicher Grafik, unkreativer Spielsteuerung und fehlenden Mehrspielermöglichkeiten rechtfertigen noch nicht einmal für die eingefleischtesten Ice Age-Fans den Kauf dieses Spiels. Für das Geld könnt ihr lieber ins Kino gehen!
Autor: Kevin Maßmann
Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung von Ice Age 4: Voll verschoben – Die arktischen Spiele für den Nintendo 3DS!