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Batman: The Brave and the Bold (DS) // Test // Review

Batman: The Brave and the Bold
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
10.09.10
Warner Bros
WayForward
Action
1
Ab 6 Jahren USK-Siegel
Nicht verfügbar
Keine verfügbar

Review zu Batman: The Brave and the Bold

„Das Leben ist ein Becher voller Überraschungen. Bis zum letzten Tropfen.“ Batman-Fans erster Stunde haben diese Weisheit aus der 1966er Fernsehserie zum Dunklen Ritter noch stets in den Ohren. 2008 erschien die Batman-Umsetzung der The Brave and the Bold-Reihe vom Comicverlag DC rund um Batman, Robin, dem Bat Mite und Co. In dieser Reihe geht es weniger um die Titelfigur, sondern vor allem um den gemeinsamen Kampf gegen das Böse. Welche Rolle dieser spielt, warum sich die Videospielumsetzung vom Entwicklerstudio WayForward auf keinen Fall alleine an Fans erster Stunde richtet und ob es sich vielleicht auch nur um eine Lizenzversoftung handeln könnte (oder auch nicht), erfahrt ihr in unserem Review.



Kaum habt ihr eine der sechs Sprachen ausgewählt, gelangt ihr über den Hauptbildschirm auch schon direkt ins Spiel, genauer gesagt in die Bathöhle, welche sich als interaktives Hauptmenü entpuppt. Mit dem Batmobil geht es auch gleich in eines der auswählbaren Level: Neben dem futuristischen Space Lab wartet Batman: The Brave and the Bold mit der Saurierinsel, dem düsteren London, der Wissenschaftsinsel, der Unterwasserwelt Atlantis, Batmans altbekannter Wirkungsstätte Gotham City und Cape Carmine mit insgesamt sieben Levels auf. Kaum ausgewählt, blickt ihr auch in des Feindes Antlitz: Im Gotham-Abschnitt ist nichts anderes als „Catwoman wartet“ zu lesen, daneben die ansehnliche Comic-Variante der diebischen Katzenfrau. Habt ihr Muffensausen bekommen, besteht die Möglichkeit, zurück zur Auswahl zu gehen. Falls nicht, offenbart sich unmittelbar vor Levelbeginn zum ersten Mal, welches Herzblut in die künstlerische Gestaltung des Spiels gesteckt worden ist: „Nachts sind alle Katzen grau!“, heißt es und man bekommt den Eindruck, gleich beginne eine Folge der TV-Serie.

„Es mögen vielleicht Trinker sein, aber dennoch sind sie menschliche Wesen.“ Zugegeben, dass es bei Batman darum geht, Gegnern in den Hintern zu treten, ist klar. Aber wie gestaltet sich dies im Detail? Als Batman trefft ihr je nach Level zu Beginn oder auch etwas später auf einen seiner Kumpane. Im Fall von Gotham City ist dies der elastische, Sonnenbrillen tragende Plastic Man. Nachdem ihr einer Straßenbahn dank eures Wurfhakens ausgewichen seid und ein paar Anzugträger in die Flucht geschlagen habt (sei es per Nahkampfcombo (Y), starkem Schlag (X), Rolle (R) oder Gadget (A)), kommt er euch zur Hilfe. In einem kurzen Dialog mit austauschbarem Inhalt wird sich kurz begrüßt, Comic-Flair tritt aber dank der satten Charakterbilder trotzdem zu Genüge auf. Fortan könnt ihr per Touchscreen den Charakter wechseln. In jedem Level steht euch ein anderer Held zur Verfügung, der seine individuellen Qualitäten hat und ohne den der Level natürlich nicht zu absolvieren wäre. Sind es plötzlich die zu hohen Hindernisse, die Batman trotz Wurfhakens nicht überwinden kann, wählt ihr eben Plastic Man aus, der ohne Verzögerung den Platz mit Batman tauscht und dank seines gummiartigen Körpers jede Hürde nimmt. Auch seine Nahkampfcombo entpuppt sich als wirkvolle Maßnahme gegen etwas weiter entfernte, mit Schusswaffen ausgerüstete Gegner. Sollten die Hinweise an allen interaktiven Levelobjekten noch nicht genügend gezeigt haben, dass sich das Spiel vor allem wie eingangs angedeutet auch an Einsteiger richtet, wird dieser Anspruch in der einfach zu erlernenden Kampfsteuerung deutlich: Mehrmaliges Drücken des Knopfes lässt euren Helden automatisch seine Nahkampfcombo ausführen, bzw. seine zweite individuelle stärkere Attacke, wie beim Plastic Man das Zuschlagen mit zwei Plastikhämmern. Endet die ganze Sache dann nicht in endlosen Wellen von generischen Gegnern, denen alleine mit Button-Mashing alter Schule entgegengetreten werden kann? Auf keinen Fall! Nicht nur die Kombinierbarkeit von Sprung, Schlagarten, Spezialattacken, dem Block und Gadgets (hier herrscht freie Belegbarkeit der Taste, wie unter anderem mit dem bekannten Batarang) sorgen dafür, dass das Ganze am Ende nicht in stupides Rumkloppen endet, sondern auch die überraschend ausgeklügelte künstliche Intelligenz der Gegner: Versucht ihr die Projektile eurer Gegner durch Blocken abzuwehren, mag das das zwar ein bis zwei Mal gelingen, doch dann kommen sie eurer Taktik auf die Schliche, bewegen sich schnurstracks auf die andere Seite und beginnen von vorn. Eines von vielen Beispielen, die das Spielgeschehen stets überraschend, unberechenbar und vor allem nie langweilig werden lassen. Zwar kann man das Gameplay trotzdem nicht als vollwertige Beat’em Up-Schlacht bezeichnen, doch wird durch den Hybrid aus Jump’n’Run und intuitivem Prügelspiel ein spektakuläres und nie zu einfach werdendes Spielgeschehen erzeugt. Wem das dann doch wieder etwas zu schnell geht, dem sei gesagt, dass über das Pausenmenü der Bat Mite Boost-Modus aktivierbar ist. Mit unendlicher Energie ausgerüstet steht euch Batmans größter Fan aus der fünften Dimension (richtig gelesen!) auch bei kniffligeren Sprungpassagen zur Seite. So ist Frust bei hartnäckigen Endgegnern ausgeschlossen. Aber Vorsicht: Vergesst nicht, den Modus frühzeitig wieder abzuschalten, sonst gewöhnt ihr euch daran und macht euch keinen Kopf mehr um eure Verteidigung, wodurch fast der ganze Reiz der Missetäterjagd verloren geht.

Batman: The Brave and the Bold fesselt euch weniger durch viel zu anspruchsvolle und frustrierende Prügelschlachten, sondern durch eine lustige Inszenierung (Batman: „Polaris?“ – Dr. Polaris: „Doktor Polaris. Ich habe nicht umsonst Medizin studiert!“) und die regelmäßige Einführung neuer Gameplayelemente. Ihr glaubt, ihr kennt alle Fähigkeiten von Plastic Man und ehe ihr euch verseht, segelt ihr schon als Batman, den Gummitypen als Fallschirm nutzend, durch eine enge Luftpassage in Gotham City. Oder ihr benutzt mit Green Arrow Pümpel als Pfeile und schießt diese an Wände: So ist jede Mauer plötzlich überwindbar. Sei es ein Level, das mittendrin eine neue Herausforderung offenbart oder direkt zu Beginn so richtig loslegt; wie etwa die Szene, in der ihr euch als Aquaman auf den Weg Richtung Atlantis macht und erst einmal gefährlichen Quallen ausweichen müsst. „Erfahrung lehrt langsam, Robin, und auf Kosten vieler Fehler.“ (Jetzt ist Schluss mit den Sprüchen, versprochen). Wie viele Fehler werden auf der Hatz nach dem Bösen vergeben? Auch hier zeigt sich, dass die Entwickler dem Spieler nichts lieber ersparen wollten als Frust. Gütigerweise wurde auf einen Lebenszähler samt Game Over-Bildschirm verzichtet und die Checkpoints innerhalb der Level wurden an kluge Stellen gesetzt. Auch die Endgegner sind unendlich oft herauszufordern; bis es klappt. Diese Kämpfe gestalten sich fast ausnahmslos als großes Actionspektakel. Zum Beispiel, wenn das Level (hier: die Wissenschaftsinsel) direkt auf dem fliegenden Batwing beginnt – großes Kino! Auch hier lohnt es sich, nicht auf den Dunklen Ritter zu beharren und zum Alternativhelden zu greifen, um zum Beispiel als Green Lantern „digitale 3D-Blöcke“ zu generieren, dank derer ihr den Gegner überhaupt erst einmal erreichen und angreifen könnt.

Stellt sich nur die Frage, wie lange es das Spiel durchhält, euch mit neuen Features zu überraschen. Je nach Geschwindigkeit und Können benötigt ihr für jedes der sieben Level geschätzt zwischen 20 und 45 Minuten. Und dann habt ihr das Wesentliche (leider) schon gesehen. Ein Wiederspielwert ist aber nicht nur durch den Charakterwechsel gegeben, sondern auch durch das Sammeln von Charakterhologrammen. 43 davon gibt es, die dann in der Bathöhle betrachtet werden können. Es ist immer wieder ein Genuss, sich den zornigen Baby Face anzusehen! Wer alle gefunden, vom Hauptspiel alles gesehen und auch schon alle im Shop erworbenen Zusatzgadgets und –fähigkeiten (wie den Reflektorumhang, der Kugeln abprallen lässt oder diverse Batarang-Erweiterungen) ausprobiert hat, kann sich dann noch an 21 zusätzlichen Herausforderungen austoben. Hier werden den „Hardcore-Spielern“ unter euch unter der Bedingung, niemals bei Bat Mite um Hilfe zu flehen, beispielsweise spezielle Charakterlevel geboten. Etwa für Plastic Man, bei dem die Sprungspassagen dann gar nicht mehr so leicht von der Hand gehen. Größter Kritikpunkt in Hinsicht auf die Langzeitmotivation dürfte das Fehlen eines Drahtlosmodus sein. Wenn nicht bei einem kooperativen Batman-Spiel, wann würde sich ein Multiplayer-Modus mit zwei DS-Systemen denn mehr anbieten?



Wenn es noch kein Nonplusultra in Sachen technischer Umsetzung von Comicvorlagen unter Berücksichtigung der Atmosphäre und Abwechslungsreichtum auf dem DS geben sollte: Hier ist es. Die Bewegungsanimationen und Gestaltung der Charaktere und anderer Objekte weisen zwar keine Knalleffekte auf, lassen euch dann aber die ehrlich gesagt doch technisch unsauberen 3D Comic-Umsetzungen auf dem DS vergessen. Keine Kontur erscheint unsauber, kein Sprite schlecht koloriert und durchgehend hat man den Eindruck, man könnte jederzeit ein Bildschirmfoto machen und es zum Comicstrip verwandeln; könnte der DS mit etwas höherer Grafikauflösung glänzen, würde das Endergebnis sicherlich noch beeindruckender und die Idee würde noch umsetzbarer erscheinen. Ob nun in den Tiefen von Atlantis oder im Gras der Dinosaurierinsel: was mit Parallax-Scrolling und Farbwahl erreicht worden ist, ist beachtenswert. Einen witzigen Höhepunkt erreicht die Animationsvielfalt, wenn ihr als Green Lantern die Nahkampfcombo ausübt und der Held dem Gegner zuerst eine Art Plasma-Baseballschläger und dann einen Plasma-Hammer entgegensetzt.

Und wenn ihr glaubt, alles gesehen zu haben, findet ihr euch selbst in Form einer schwarzen Silhouette in der Londoner Unterwelt wieder und beobachtet, wie Batman seine Kampf-Moves gegen schwarze Gegner-Silhouetten ausübt. Mit solchen Überraschungsmomenten schafft es das Spiel immer wieder, aus rein kunstästhetischer Sicht zu beeindrucken. Mal ganz abgesehen von den Inszenierungen: Der Gigantenkampf zwischen Aquaman & Batman-Gorilla und Gorilla Grodd ist da nicht das einzige beeindruckende Beispiel.

Auch dieser Part reiht sich in die technisch absolut saubere und atmosphärische, aber dennoch verspielte Umsetzung der Comicserie ein. Zwar nicht spektakulär, aber dafür originell und immer an die jeweilige Location angepasst. Ohrwürmer entstehen zwar eher selten, höchstens bei der Eingangsmelodie eines jeden Levels, aber als nervig kann kein Theme bezeichnet werden. Überraschenderweise enthält die DS-Karte sogar kleine Sprachsamples („Fertig machen – Los!“) sowie individuelle Treffer-Sounds der einzelnen Helden.

Fazit (7):
Warner Bros. liefert mit Batman: The Brave and the Bold eine kurzweilige, aber sehr unterhaltsame und technisch einwandfreie Comic-Umsetzung ab. Sie hat das Potenzial, einer der Geheimtipps des Spieleherbstes bzw. –winters zu werden. Ob nun Einsteiger oder eingefleischter Batman-Fan: Einmal angespielt, verfliegt die Zeit wie im Flug. Und leider auch die Levelauswahl. Die Präsentation und das Aufkommen neuer Gameplayelemente und Überraschungsmomente lassen umso mehr schmerzen, dass das Spiel so kurz ist. Trotzdem sollte es nicht beim Anspielen bleiben. Denn gerade die clevere Verteilung der neu einsetzenden Features und Figuren ist es, was das Spiel so beachtenswert macht. Also: Lasst euch nicht vom Untertitel abschrecken, falls ihr die TV-Serie nicht kennt und greift zu, wenn ihr auf witzige DC-Figuren und Sidescroll-Action steht, die so einsteigerfreundlich wie abwechslungsreich ist.


Autor: Henry Robbert

Vielen Dank an Warner Bros. für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!


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