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WWE '13 (Wii) // Test // Review

WWE '13
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
30.10.12
THQ
Yukes
Sport
4
Ab 16 Jahren USK-Siegel
Nicht verfügbar
Keine verfügbar

Review zu WWE '13

Wrestling (engl. Ringen) ist eine populäre Schaukampf-Sportart, die besonders in Japan, den USA und Mexiko eine große Fangemeinde hat. Im europäischen Raum gab es in den 80igern auch in Deutschland einen gewaltigen Trend, der Fans allen Alters an den Fernseher bannte. Der erste Boom verflachte Anfang der 90er Jahre, unter anderem durch den Steroidenkandal, der fast das Ende der Showkämpfe bedeutete. Ende der Neunziger erschuf man einen zweiten Aufstieg mit der Attitude-Ära. Doch im Mai 2002 verlor die WWF ihr Namenskürzel an den World Wide Fund For Nature (WWF) und so wurde aus der World Wrestling Federation die WWE. Mittlerweile ist in der deutschen Medienlandschaft nur noch wenig von Hulk Hogan und The Undertaker zu sehen. Trotzdem gibt es immer noch eine große Fangemeinde, die sich die Showkämpfe ansieht und mitfiebert. Daher verkaufen sich die Wrestling-Spiele immer noch relativ gut.



Mit der WWE SmackDown vs. Raw-Reihe veröffentlichte THQ bis zur 2011er Version insgesamt vier Teile auf der Nintendo-Konsole. Danach folgten WWE´12 und nun der vermutlich letzte Wii-Teil für die 2013er Saison. Danach dürfte es auf der neuen Heimkonsole Wii U weitergehen. Seit 2007 bekam man also in jedem Jahr ein neue WWE-Simulation. Bereits nach dem ersten Einlegen der muskelbepackten Wii-Disc erkennt man sofort, dass es sich auch dieses Mal nur um ein Update der vergangenen Jahre handelt. Das 2013er WWE sieht optisch identisch aus wie 2012 und das 2012er wie die ganzen anderen SmackDown vs. Raw-Spiele.

Damals wurde die Engine von der Playstation 2 übernommen und auf der Wii zumindest ein bisschen aufpoliert. Seitdem hat sich aber nur wenig getan. Hier und da ein bisschen Feintuning und das wars. Das Resultat ist eine extrem veraltete Physik in den Kampfabläufen, die teilweise viel zu mechanisch wirkt und streckenweise katastrophal verpixelte Hintergrundtexturen. Nur die Protagonisten sind relativ gut dargestellt und steigen ziemlich authentisch in den Ring. Der veraltete Anblick zieht sich auch durch den Soundbereich. Bekommt man in den Auswahlmenüs noch coole Tracks auf die Ohren gehauen, hört man in den Ringkämpfen nur eine monotone Zuschauerkulisse. Das gleiche gilt für den etwas nervenden Kommentator. Nur die originalen Melodien beim Eintreten in die Manege können hier überzeugen.

Bei der Steuerung hat sich auch wenig getan. Fans der letzten Jahre werden sich sofort wohlfühlen, ich dagegen finde das Gameplay zwar tiefgängig, aber nicht wirklich eingängig. Gerade anfangs verdrückt man sich gerne mal und muss dann fast schon drei bis vier Sekunden warten, bis der Move vollzogen wurde. Ich weiß, dass ein Wrestling-Spiel kein Tekken oder Street Fighter ist und sich auf meinem Bildschirm tonnenschwere Fleischmonster die Muskelberge einhauen, aber ein klein wenig mehr Dynamik und Schnelligkeit hätte ich mir trotzdem gewünscht. Doch die Show-Prügelei kann auch wirklich Spaß machen. Einmal mit dem Stuhl über die Birne, ein Schlag auf den Kopf, links und rechts, rechts und links, BAM! in die Fresse! BAM!

*hust* Habe ich etwa versteckte Aggressionen in mir? Ähm... Naja, das bleibt euch überlassen. Geprügelt wird jedenfalls im klassischen Wii-Bruce-Lee-Stil mit Nunchuk und der handelsüblichen Wii-Fernbedienung. Auch wenn ich den Nunchuk nicht als echten Schlagstock benutzen darf, funktioniert das Ganze nach einer längeren Eingewöhnungsphase dann doch irgendwann ganz gut. Nur das extrem enge Zeitfenster beim Blocken wird euch wahnsinnig machen. So schnell kann doch kein Mensch reagieren. Da verzweifel ich gerne im Button-Mashing, um den kommenden Angriff irgendwie geblockt zu bekommen.

Beim kämpferischen Line-up versinkt jedoch jedes andere Kampfspiel im Boden. Ich glaube, kaum ein anderes Beat'em Up könnte in diesem Punkt mit WWE wirklich mithalten. Insgesamt über 87 Kontrahenten steigen in den Ring. Mit dabei sind Größen wie CM Punk, The Undertaker, The Rock oder "Stone Cold" Steve Austin. Und die machen dieses Spektakel zu einer realistischen Simulation mit hohem Anspruch an Authenzität. Sehr cool sind Überraschungsgäste wie Mike Tyson, auch wenn ich es mit ihm noch nicht geschafft habe, einem Gegner das Ohr abzubeißen. Laut THQ ist das Roster das größte in der Wrestling-Videospielgeschichte und dem kann ich zustimmen. Allein die gewaltige Anzahl an Wrestlern erzeugt eine große Langzeitmotivation.

Wer jetzt beim Anblick des Line-ups ein "WOW" im Kopf hat, wird sich bei den Modi noch mehr freuen, insofern man bisher noch kein Wrestling-Spiel von THQ auf dem weißen Kästchen gespielt hat. Denn ähnlich wie beim Roster ist die Anzahl der Modi extrem. Man wird fast schon von den Möglichkeiten erschlagen. Von üblichen 1 zu 1-Kämpfen bis zum gewaltigen 4-Kampf im Käfig ist hier wirklich alles vertreten, was das Wrestling-Herz begehrt. Wer da mosert, hat vermutlich im Ring schon zu oft eins auf die Rübe bekommen. Hinzu kommt auch der brandneue und wirklich spannende Attitude Era-Modus. Die Attitude Era war eine Zeit, in der “Stone Cold” Steve Austin mit seinem wahnsinnigen Boss Mr. McMahon um die Vorherrschaft rang. Eine Ära, in der The Rock den Gegnern sagte: "Know your role, and shut your mouth!", als der Undertaker Mankind bei Hell in a Cell von ganz oben herunterwarf und D-Generation X alle Regeln brach. Diese für Wrestling-Fans einmalige Ära kann man nun erstmalig in einem völlig neuen Einzelspieler-Kampagnenmodus wiederaufleben lassen und die Monday Night Wars 1 zu 1 nacherleben und natürlich nachspielen.

Und wenn es Menschen gibt, die das alles wirklich nach Monaten durchgezockt haben und keine Lust mehr auf festgelegte Kämpfe und vorhanden Fighter haben, greifen diese einfach zum sehr umfangreichen Editor. In dem Editiermodus kann man komplett neue Kämpfer erstellen, die von der Haarwurzel bis zum Zehnagel veränderbar sind. Hier ist wirklich alles möglich. Sogar Arenen, Einzüge, Finisher, Szenarien usw. können erstellt werden. Da aber die Wii-Fassung keine Online-Funktionen besitzt, dürfen die erstellten Inhalte im Gegensatz zu den HD-Konsolen nicht über die Welt verteilt werden. Was ich wirklich schade finde, da es ja schon Teile der langjährigen Reihe gab, die auch auf der Nintendo Wii gewisse Onlinefunktionen beinhalteten. Und da sind wir bei einem weiteren Punkt, der mich enttäuscht hat. Denn WWE´13 besitzt auf der Nintendo Wii auch keinen Online-Multiplayer, was in der heutigen Zeit einfach ein MUSS bei solch einem Spiel sein sollte.



Fazit (7):
WWE´13 ist wie ein in Tage gekommener Mickey Rourke (Filmempfehlung: The Wrestler), der mit Mühe und Not versucht, sich in den Ring zu quälen, um schweißtreibend an alte Tage anzuknüpfen. Auf den HD-Konsolen mag das eventuell noch gelingen, aber auf der ebenso altgewordenen Wii reißt die träge Muskelklopperei keine Beine mehr raus. Die Engine und die gesamte Optik wurden in den letzten Jahren nur mäßig weiterentwickelt und die Physik wirkt oftmals nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Dem verstaubten Allgemeineindruck steht ein monströser Umfang entgegen, der eine ewig wirkende Langzeitmotivation erzeugt. Ich glaube, kaum ein Kampfspiel auf dieser Welt besitzt so viele authentische Modi, so ein gewaltiges Roster und einen einmaligen Editor, mit dem man fast sein eigenes Spiel aufbauen könnte. Wer eine HD-Konsole besitzt, greift in das entsprechende Kaufregal, um eine wesentlich bessere Optik, noch mehr Umfang und einen Online-Multiplayer zu erhalten. WWE´13 ist für Wii-Only-Besitzer kein schlechtes Spiel, aber ihr solltet eine Portion Wrestlingfanatismus mitbringen und wirklich treue Fans der Spielereihe sein, damit ihr aus Frust nicht den nächsten Stuhl über den Fernseher haut.

Autor: Holger Wettstein

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung von WWE 13!


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