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Project Zero 2: Wii Edition (Wii) // Test // Review

Project Zero 2: Wii Edition
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
29.06.12
Nintendo
TECMO KOEI
Adventure
2
Ab 16 Jahren USK-Siegel
Nicht verfügbar
Keine verfügbar

Review zu Project Zero 2: Wii Edition

Man kann sagen, dass mich nur wenige Spiele und Filme so richtig zum Gruseln bringen. Tatsächlich hat es bisher nur eine Videospiel-Reihe geschafft, dass ich nachts nicht mehr richtig schlafen konnte: Project Zero. Die Serie erschien anfänglich auf der PS2 und Xbox360, während der vierte Ableger auf Wii erschien, es aber nie zu uns schaffte. Deswegen war ich ein wenig verwundert, als Nintendo eine Lokalisierung vom Remake des zweiten Project Zero-Ablegers ankündigte, aber natürlich gleichzeitig auch froh darüber. Mittlerweile ist das Spiel in der Redaktion eingetroffen und ich habe mich in meiner Wohnung eingeschlossen, alles abgedunkelt und mich in die gruselige Welt von Project Zero 2: Wii Edition begeben...



Die Story von Project Zero 2 behandelt das Schicksal der beiden Zwillinge Mayu und Mio, welche ein enges Band verbindet. Leider ist Mio als kleines Kind einmal aufgrund der Unachtsamkeit von Mayu einen Hang hinabgestürzt und hat seitdem ein Problem mit ihrem Bein, weswegen sie eines immer ein wenig hinterherzieht. Viele Jahre nach dem Unfall besuchen sie ihre alte Spielstätte und denken über die gute alte Zeit nach, als Mio plötzlich verschwindet und in den Wald läuft. Nach einem kurzen Marsch, bei welchem auf einmal die Nacht hereinbricht, landen beide in einem alten, verlassenen Dorf. Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass etwas grausames mit diesem Plätzchen passiert sein muss, denn es wimmelt regelrecht vor bösen Seelen, welche die beiden Zwillinge für ihr grausames Ritual gebrauchen wollen. Nun müsst ihr natürlich den Zwillingen helfen, den Klauen des Übernatürlichen zu entkommen und habt dafür nur eine Waffe: Die Kamera Obscura.

Also begleiten wir die beiden Mädels durch das Dorf und Kenner des PS2-Originals merken direkt eine Neuerung: Anders als in der alten Version gibt es nun eine Schulter-Ansicht anstatt von statischen Kameraansichten. Auch die Steuerung ist natürlich anders, denn die Taschenlampe wird beispielsweise nun mit der Wiimote gesteuert. Dabei ist es allerdings nicht möglich, frei durch die Gegend zu leuchten, denn ihr könnt lediglich nach oben und unten leuchten. Dies ist schon ein wenig einschränkend, denn man hätte ja beispielsweise mit Wiimotion+ arbeiten und somit eine genauere Taschenlampensteuerung ermöglichen können. So muss man sich immer ein wenig unnötig drehen, damit man eine gewünschte Stelle anleuchten kann. Auch eine schnelle Drehung von Mayu ist möglich, nur funktioniert dies über ein Schütteln der Wiimote. Warum man das nicht auf eine andere Art und Weise, beispielsweise in einer Verbindung mit dem Rennen-Button, gelöst hat, verschließt sich mir.

Anders als in anderen Horror-Spielen bekämpft man das Übernatürliche nicht mit einer dicken Wumme oder magischen Zaubersprüchen, sondern muss mit einer besonderen Kamera den Geistern ihre spirituelle Kraft rauben. Das klingt erst einmal ein wenig bekloppt, wenn man quasi die Feinde „wegfotografieren“ muss, aber dahinter versteckt sich ein durchdachtes System. Durch diese recht ungewöhnliche „Waffe“ und ihren Nutzen kommt ihr euch immer unterlegen vor und seid somit natürlich leichter zu schocken. Auf Knopfdruck zückt ihr die Kamera und steuert diese dann mit einer Kombination aus Wiimote und Nunchuk. Und genau da liegt direkt der erste und brutalste Kritikpunkt: Die Steuerung ist so gewöhnungsbedürftig und ungenau, dass sie euch nicht nur einmal im Spiel nerven wird. Wie auch bei der Taschenlampe müsst ihr nämlich für eine etwas größere Drehung auf den Analogstick zurückgreifen, anstatt euch einfach mit der Wiimote wenden zu können. Zwar hat man es irgendwann raus und kann die Kamera halbwegs richtig handhaben, aber was Tecmo Koei da gebastelt hat, ist ein wenig komisch. Zum Glück ist es möglich, mit Z die feindlichen Geister anzuvisieren, doch auch dann funktioniert nicht alles perfekt. 

Damit ihr dennoch immer wisst, aus welcher Richtung euch ein Feind als nächstes angreifen wird, habt ihr am oberen Bildschirmrand eine Anzeige, welche euch zeigt, von welcher Seite der Geist kommt und wie weit er noch entfernt ist. Blöd ist dann bloß, wenn sich der Feind hinter euch befindet und ihr euch erst mühselig umdrehen müsst... Die schnelle Umdrehung kann man durch das Wiimote-Geschüttel total vergessen. Damit ihr nicht nur sinnlos durch die Gegend fotoknipst, habt ihr eine begrenzte Anzahl an Filmen; zumindest vom guten Film. Es gibt verschiedene Filmarten, welche eine unterschiedliche Stärke besitzen. Vom Standard-Film bekommt ihr jedoch im Grunde genug und müsst nie auf den total schlechten, dafür unbegrenzten Film zurückgreifen. Außer ihr knipst wie wild durch die Gegend oder versucht ein Pantyshot von Mios Höschen zu machen. Ob das funktioniert, weiß ich natürlich nicht, ich würde sowas ja nie versuchen. Ich doch nicht.

Des Weiteren sammelt ihr mit jedem geglückten Geisterfoto sogenannte Geisterpunkte. Die Anzahl der erhaltenen Punkte variiert je nach der Art des Fotos, welches ihr gerade geschossen habt. So könnt ihr die Kraft der Kamera kurz aufladen, wofür ihr den Geist länger anvisieren müsst und dann mit voller Power „attackieren“ könnt. Erwischt ihr dabei noch einen zweiten Geist und seid zudem noch nah dran, dann hagelt es Punkte und ihr fügt dem Feind gleichzeitig ordentlich Schaden zu. Die beste Möglichkeit jedoch, um Punkte und Schaden zu ergattern, ist das sogenannte „tödliche Foto“ (Fatal Frame = japanischer Name der Serie). Um damit einen Treffer zu landen, habt ihr immer nur einen kurzen Zeitrahmen und es funktioniert auch nur bei bestimmten Bewegungen der Feinde.



Die gesammelten Punkte könnt ihr dann nutzen, um die Kamera zu verbessern. Eine kürzere Wartezeit zwischen den einzelnen Fotos oder mehr Schaden machen mehr aus, als man vielleicht denkt. Andererseits könnt ihr die Punkte auch für die verschiedenen Objektive nutzen, die ihr im Laufe des Spiels finden werdet. Diese bringen euch noch einmal besondere Fähigkeiten, beispielsweise einen größeren Zeitrahmen für ein tödliches Foto, Verlangsamung oder Rückstoßen der Feinde und stärkere Angriffe. Je höher der Level des jeweiligen Objektives, desto stärker die Wirkung. Diese können und werden euch des Öfteren Mal das virtuelle Leben retten. Übrigens findet ihr immer mal wieder Geistersteine, welche euch eine Menge Geisterpunkte geben. Also immer die Augen offen halten!

Generell muss man sich in Project Zero 2: Wii Edition sehr gut umschauen, sonst versteht man den Titel größtenteils nicht. Die Rituale, die Geschichten des Dorfes und der Personen, denen man begegnet, werden größtenteils durch Tagebücher, Notizen und ähnliches erzählt. Diese liegen manchmal sehr knifflig versteckt und wollen natürlich eingesammelt werden. Die Items selbst leuchten immer blau auf und ihr könnt sie mit der A-Taste aufheben. Doch anders als im Original hebt Mayu das Item nicht einfach auf und packt es ins Inventar, sondern ihr müsst die Taste gedrückt halten und greift somit langsam danach. Anfänglich fragte man sich: „Wozu der Quatsch?“, bis dann das erste Mal die Geisterhand aus dem Nichts erschien und nach Mayu grabschte. Somit dient dieses langsame Greifen nach Items nur einem Zweck: Ihr sollt euch ja nicht sicher fühlen. Denn nicht ihr spielt Project Zero, der Titel spielt mit euch (Soviet Russia-Joke bitte selbst einfügen).

Die Atmosphäre ist der größte Pluspunkt von Project Zero 2: Wii Edition, welche nicht zuletzt durch die komplett erneuerte Grafik abgerundet wird. Der Sound, die Grafik und geschickt platzierte Schockmomente scheinen wie aus einem Guss und bringen euch regelmäßig zum Fürchten. Durch die komplette Überarbeitung der Engine sieht der Titel einfach großartig aus, die Animationen der Charaktere sind äußerst fein gelungen und die Personen sehen sehr detailiert aus. Die Geister sehen fürchterlich gruselig aus und können selbst bei einer Nahaufnahme noch überzeugen. Hier hat man wirklich großartige Arbeit geleistet. Und die beiden Mädels sind an besonderen Stellen sehr gut animiert. Wenn ihr wisst, was ich damit meine... Aber zurück zum Thema.

Ihr könnt euch zu keiner Sekunde wirklich sicher fühlen. So untersucht man beispielsweise manchmal Orte, linst in ein Fenster oder ähnliches und erwartet dort ein Schockmoment. Dann kommt aber keiner und während ihr euch gerade entspannen wollt, steht auf einmal ein Geist neben euch und trachtet nach Mayus Leben. Wenn ihr aber nicht gerade von einem Geist angegriffen werdet, dann sorgt die Geräuschkulisse dafür, dass ihr euch dennoch fürchtet. Seien es die gruselige Musik, Geräusche, welche aus dem Nichts erscheinen oder nicht-feindliche Geister, welche plötzlich auftauchen. Letztere können dann übrigens von euch für weitere Punkte fotografiert werden. Auch sind überall im Spiel Geister-Gesichter versteckt, welche euch nur über das Radar angezeigt werden und sich nur nach einem Foto zeigen. Die Sprachausgabe an sich ist gut gelungen und vor allem Nachrichten, welche euch über den Lautsprecher der Wiimote übermittelt werden klingen schaurig gruselig. Doch eine Sache stört mich ganz gewaltig: Ich mag britisches Englisch, aber in einem Spiel wie Project Zero mit offensichtlich japanischen Akteuren passt es einfach absolut nicht. Größtenteils bekommt man dies allerdings wenig mit, nur bei Mayu und Mio fällt es schon stark auf und wirkt einfach total falsch.

Ordentlich gruselig ist auch der Geisterhaus-Modus, welcher nun komplett neu ist. In diesem bewegt ihr euch in Ego-Perspektive über einen festgelegten Weg und lauft dabei nur auf Knopfdruck. Ziel des Spiels ist es, das jeweilige Geisterhaus zu durchqueren und dabei möglichst wenig Angst zu haben. Dabei gilt allerdings Angst = Bewegen des Controllers. Hier hat man allerdings auch ein wenig geschlampt, denn schon die kleinste Bewegung gilt als Akt der Angst. Dabei muss man sich ja mit dem Analog-Stick umschauen oder die Wiimote schütteln, um sich einmal zu drehen und nach hinten zu schauen. Dadurch entstehen natürlich geringe Bewegungen, welche dann als Angst angesehen werden. Wenn man darüber allerdings hinwegsieht und sich auf den Modus einlässt, dann kann man sich auch hier ordentlich gruseln.

So gibt es verschiedene Modi in den verschiedenen Geisterhäusern: entweder läuft man einfach nur durch das Haus, sucht nach Puppen oder macht Fotos von bestimmten Geistern. Besonders der zweitgenannte Modus hat meinen Abend ruiniert, da dieser so unfassbar viel Druck auf den Spieler aufbaut, gleichzeitig die Suche nach den Puppen fordert und man dann auch noch irgendwie vor den Geistern fliehen muss. Also quasi: Man ist absolut hilflos. Durch die immer dramatischer und gruseliger werdende Musik und die zufallsbedingten Geister und Schockeffekte wird man auch nie zweimal hintereinander dasselbe Erlebnis haben. Wenn man dann noch so richtig gemein ist, lässt man diesen Modus einen Freund spielen und schnappt sich selbst eine zweite Wiimote. Denn damit ist es dann möglich, Geister auftauchen, die Wiimote des anderen vibrieren oder Geräusche aus dem Controller ertönen zu lassen. Auch im normalen Spiel kann ein zweiter Spieler eingreifen, allerdings nur beim Fotos knipsen. Drückt man gleichzeitig auf den Auslöser, hat man einen Synchro-Schuss, welcher mehr Schaden austeilt und zudem weitere Geisterpunkte bringt.



Fazit (8):
Project Zero 2: Wii Edition ist ein wirklich großartiges Spiel, das den verwöhnten Zockern von heute mal wieder so richtig heftig Angst einjagt. Auch wenn es sich dabei nicht unbedingt um das längste Spiel aller Zeiten handelt und die hakelige Steuerung eine höhere Wertung verhindert, hat man beispielsweise durch mehrere freischaltbare Dinge (beispielsweise neue Kostüme) den Anreiz, die Geschichte mehrmals durchzuspielen. Außerdem entscheiden so manche Aktionen über das Ende, welches ihr nach dem Endboss zu sehen bekommt. Es lohnt sich also auch ein mehrfaches Durchspielen. Wer darüber meckert, dass Resident Evil und Co. alle nicht mal mehr ein 6-jähriges Kind erschrecken können, der sollte sich definitiv dieses Wiimake anschauen. Ich bin froh darüber, dass Nintendo sich einen Teil der Lizenz geschnappt hat und bete für einen Wii U-Ableger. Stellt euch da nur mal die Möglichkeiten mit dem GamePad vor...



Autor: Eric Sohr

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung von Project Zero 2: Wii Edition!


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