Junichi Masuda spricht über seine Komponistenarbeit hinter der Pokémon-Reihe

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    • Junichi Masuda spricht über seine Komponistenarbeit hinter der Pokémon-Reihe

      Ein großer Teil des Wiedererkennungswerts vieler allseits bekannter Spielereihen entsteht unter anderem durch einen charakteristischen, immer wiederkehrenden Soundtrack. Gerade bei Nintendo gibt es wohl keine Spielereihe, die nicht mit einem ikonischen Soundtrack daher kommt. Paradebeispiele hierfür wären wohl Mario oder Zelda, aber etablierte Spielereihen seitens Nintendo ohne ikonischen Soundtrack gibt es wohl nicht. So haben sich auch über die zahlreichen verschiedenen Pokémon-Spiele, die bisher erschienen sind, etliche Melodien in unser Gedächtnis eingebrannt. Immer wieder gesellen sich natürlich auch neue Melodien dazu, die dem “Pokémon-Stil“ treu bleiben – zumindest meistens.

      So spricht Junichi Masuda, der für die Pokémon-Spiele unter anderem als Komponist tätig ist, in einem Interview mit dem US-amerikanischen Magazin Game Informer über den Prozess einer neuen Komposition, sowie über seine Erfahrungen und Intentionen als Komponist hinter der Pokémon-Reihe.

      Da er neben seiner Tätigkeit als Komponist schon seit den Ablegern Rubin und Saphir (Game Boy Advance, 2003) noch zusätzlich als Projektleiter hinter den Pokémon-Spielen fungiert, ist er natürlich auch für das angestrebte Gameplay eines jeden Pokémon-Titels verantwortlich. Diese beiden Dinge, also Gameplay und Soundtrack, müsse er in seinem Kopf klar voneinander trennen, so sagt er. Jeden Tag würde er sich für eines der beiden grundverschiedenen Dinge entscheiden – die nötige Inspiration käme im Laufe des Tages dann von ganz alleine. Es sei dabei nur wichtig, dass er sich auf eines von beidem fokussiere.

      Wenn es um das Komponieren eines neuen Musikstückes geht, sei es für ihn allen voran wichtig, alleine zu sein, um nicht dem Gespräch mit anderen zu verfallen und seine Ideen innerlich, sowie vor sich her summen zu können. Bei ihm würde stets alles im Kopf beginnen – er könne sich beispielsweise nicht an ein Instrument setzen und einfach losspielen. Er würde sich zuerst die Melodie denken, bevor er nach und nach mehrere Komponenten in seinem Kopf hinzufüge. So würde es durchaus ab und zu vorkommen, dass er sich nur noch an seinen Computer setzen und alles aus seinem Gedächtnis eingeben müsse.

      Wie zuvor erwähnt, bleibt die Musik der Pokémon-Reihe ihrem Stil meist treu. Begeisterte Fans und Freunde von einem guten Videospiel-Soundtrack dürften allerdings wissen, dass es dabei durchaus die eine oder andere Ausnahme gibt – so nennt Masuda zum Beispiel das Battle Theme gegen einen der Arenaleiter aus den Ablegern X und Y (Nintendo 3DS, 2013), das in eine völlig andere Stilrichtung geht. Das rühre daher, so Masuda, dass es keine strikten Richtlinien für das Komponisten-Team geben würde. Man würde zwar versuchen, dem klassischen Stil weitgehend treu zu bleiben, doch wolle Masuda sein Team durch eine solche Vorgabe nicht einschränken. Die einzige wirkliche Richtline, die es gibt, sei die Vorgabe, die verschiedenen Musikstücke immer einfach zu halten, um deutliche Melodien mit einem großen Wiedererkennungswert zu erzeugen.

      Das originale Interview könnt ihr auf der Website von Game Informer nachlesen.

      Quelle: Nintendo Life
    • Sowas finde ich unheimlich interessant. Mir geht's ganz ähnlich, wenn ich mich einfach ans Klavier setze, kommt am Ende nichts raus. Wenn ich aber alleine und ruhig bin, sprudeln die Ideen. Mir fällt meistens etwas ein, wenn ich mich dusche oder schlafe xD

      Wusste auch nicht, dass die Komponistens solche Einschränkungen haben. Natürlich darf sich Pokemon nicht nach Dark Souls anhören, aber dass das auch vorgegeben ist, überrascht mich. Die können ruhig öfter etwas Außergewönliches machen, wie bei X/Y :)
    • eatfrishkirby schrieb:

      Sowas finde ich unheimlich interessant. Mir geht's ganz ähnlich, wenn ich mich einfach ans Klavier setze, kommt am Ende nichts raus. Wenn ich aber alleine und ruhig bin, sprudeln die Ideen. Mir fällt meistens etwas ein, wenn ich mich dusche oder schlafe xD

      Wusste auch nicht, dass die Komponistens solche Einschränkungen haben. Natürlich darf sich Pokemon nicht nach Dark Souls anhören, aber dass das auch vorgegeben ist, überrascht mich. Die können ruhig öfter etwas Außergewönliches machen, wie bei X/Y :)
      Ist zwar nicht meine Fachrichtung, aber ich finde dieses Interview unheimlich interessant. War richtig fasziniert, als ich das gelesen habe.
      Und ich habe mich wohl ein wenig unsauber ausgedrückt: Im Bezug auf den Stil haben die Künstler eben ziemliche Freiheiten, weshalb die wenigen ungewöhnlichen Tracks überhaupt erst entstanden sind. Im Kern sollte es natürlich trotzdem zum Großteil noch nach dem klingen, wie man sich Pokémon vorstellt, aber es hört sich für mich schon so an, als hätten dort alle ziemliche Freiheiten.
      Das einzige, worauf Masuda besteht, sind eben klare und simple Melodien bei prägnanten Orten, als Beispiel nennt er dabei die Pokemon Center. Das hat einen großen Wiedererkennungswert, was bei komplexeren Musikstücken oft nichtmehr ganz so leicht der Fall ist.