Dragon Quest-Produzent Miyake über die Popularität der Reihe im Westen im Vergleich zu Final Fantasy

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    • Dragon Quest-Produzent Miyake über die Popularität der Reihe im Westen im Vergleich zu Final Fantasy

      Dragon Quest und Final Fantasy zählen wohl nicht nur zu den größten Rollenspiel-Franchises überhaupt, sie sind wohl auch mit die wichtigsten Aushängeschilder für den japanischen Publisher “Square Enix“, der schon etliche Ableger beider Franchises veröffentlicht hat. Im Westen stand das Dragon Quest-Franchise dabei allerdings immer im großen Schatten von Final Fantasy, den es spätestens seit dem siebten Teil der Hauptreihe, der erstmals 1997 auf der originalen PlayStation erschien, wirft. Der Frage, weshalb das der Fall ist, geht Yu Miyake, der als Produzent der Dragon Quest-Spiele fungiert, nun in einem Interview der EDGE nach.
      Das ist ein Thema, über das wir intern schon viel nachgedacht haben – die Frage, weshalb Final Fantasy im Westen so viel populärer als Dragon Quest ist. Eine Schlussfolgerung, die wir ziehen konnten, ist dass es eine Frage des damaligen Timings ist. Als der Famicom veröffentlicht wurde, war Dragon Quest einer der begehrtesten Titel, den jeder spielte. Als wiederum die PlayStation erschien, spielte jeder Final Fantasy VII. Der Ursprung der Nostalgie ist also bei beiden Gruppen anders: Während er in Japan bei Dragon Quest liegt, liegt er in Übersee bei Final Fantasy. Die Wahrheit ist, dass wenn wir in der damaligen Zeit eine Menge Aufwand in die Lokalisation von Dragon Quest investiert hätten, wir heute mit keinem solchen Problem konfrontiert wären. Wahrscheinlich sollte ich das nicht sagen, doch diesbezüglich haben wir es wohl ziemlich vermasselt.

      Wir haben einiges an Mühe in Dragon Quest VIII gesteckt. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir außerhalb Japans wirken könnten. So haben wir beispielsweise eine viel regionalere Synchronisation eingesetzt. Wir haben uns viele Gedanken über das Design des Menüs gemacht. Wir wollten allerdings nicht das Kernelement aufgeben, das das Spiel zu Dragon Quest macht. Zwar konnte sich das Spiel in Übersee moderat verkaufen, doch waren die Verkaufszahlen noch nicht einmal in der Nähe zu denen, eines Final Fantasy.

      Eine Sache, die hervorsticht: In Japan ist die Zielgruppe für Dragon Quest riesig. Sie reicht von Grundschülern bis hin zu Personen in ihren Fünfzigern. Hinzu kommt nun, dass Akira Toriyamas Artstyle cartoon-lastig ist, was in Japan auf niemanden befremdlich wirkt; es wird nicht als kindisch angesehen. Außerhalb von Japan gilt diese Art der Ästhetik jedoch oftmals als Makel. Sollte ein Erwachsener das Spiel allerdings ausprobieren, so wird er feststellen, dass die Thematik durchaus erwachsener Natur ist. Dennoch bleiben die Spieler mit der fehlenden Verbindung zwischen der Optik und dem Gameplay des Spiels zurück. Das ist eine Problematik, die in Japan schlicht nicht existiert. Aktuell sehen wir, wie sich das durchschnittliche Alter der Spieler erhöht. Ebenso steigt das Interesse. Wir versuchen, unsere aktuellen Spin-Off-Teile – Dragon Quest Builders und Dragon Quest Heroes – in Übersee stark zu bewerben, um den Weg für Dragon Quest XI zu ebenen.
      Auf diese Erklärung hin brachte die EDGE ein, dass sich das Design der Final Fantasy-Spiele unter dem Risiko, das Spiel befremdlich für die eigenen Fans werden zu lassen, ändere. Dragon Quest würde dagegen an seiner traditionellen Spieleerfahrung festhalten und das Risiko dabei liege mehr dort, dass man typische Dragon Quest-Formel frisch halten müsse. Daraufhin erwiderte Miyake folgendes:
      Anstatt das Spiel selbst zu verändern, konzentrieren wir uns darauf, die Art und Weise zu verändern, wie es in der Welt gespielt wird. Mit Dragon Quest IX entwickelten wir beispielsweise ein Handheld-Spiel, weil das die Art und Weise war, wie die Leute zu dieser Zeit überwiegend gespielt haben. Dragon Quest X veröffentlichten wir als Onlinespiel. Auf diese Weise versuchen wir, die Reihe frisch zu halten. Genau genommen nahmen wir Risiko mit der Einführung der 3D-Optik in Dragon Quest VIII in Kauf, die Fans für unsere Spielereihe zu entfremden. Als wir wiederum den zehnten Teil entwickelten, warfen und viele Spieler vor, dass Dragon Quest niemals ein Onlinespiel sein sollte. Nun stellt sich allerdings in jedem dieser Fälle heraus, dass die Spiele immer noch das typische Feeling haben, sobald man beginnt, sie zu spielen. Es ist immernoch Dragon Quest durch und durch.
      Quelle: Nintendo Everything
    • Leider Gottes ist die Reihe (noch) nicht so beliebt wie Final Fantasy. Aber es gibt Hoffnung: Dragon Quest Builders und Heroes haben sich auch im Westen gut verkauft. Wenn die jetzt am Ball bleiben, wird das noch was. Ich liebe DQ, daher werde ich auch den 8. Teil fuer den 3DS kaufen, obwohl ich das PS2 Original noch hier im Regal habe. Ich moechte diese Reihe unbedingt unterstuetzen.
    • Ich habe erst vor kurzem DQ VII nach 80h Spielzeit beendet, mein allererstes DQ.

      Das Spiel hat mir schon gefallen, aber ich kann verstehen, warum DQ im Westen so unbeliebt ist. Der riesige Umfang schreckt ab, das Gameplay ist sehr altbacken/langsam und der von Miyake erwähnte Comic-Look ist nicht jedermanns Sache. Diese Aspekte stören mich persönlich nicht, aber der Mainstream stört sich halt an diesen :( Oder ist das bei anderen DQs anders?