Tsunekazu Ishihara im Interview über den Spielemarkt und Pokémon GO

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    • Tsunekazu Ishihara im Interview über den Spielemarkt und Pokémon GO

      Erinnert ihr euch noch an den Sommer 2016, wo Pokémon GO für viele Meldungen, nicht nur bei den Videospielmagazinen, sondern auch in den normalen Tagesnachrichten gesorgt hat? Seitdem sind schon einige Monate vergangen und der Trubel um diese App schon größtenteils verflogen. Über 10 Millionen Leute hatten sich damals die App heruntergeladen und mal ausprobiert oder spielen diese immer noch. Auch auf den Nintendo 3DS und den dafür erhältlichen Pokémon-Spielen wirkte sich die Anwendung für Mobilgeräte positiv aus.

      Aber es gab auch einige Negativmeldungen über Unfälle und Unachtsamkeiten und sofort wurde die App als Schuldgeber hinzugezogen. Selbst Benachrichtigungen für einen sicheren Umgang mit dem Spiel konnten manche Menschen nicht vor ihrem Schicksal bewahren. The Nikkei hat sich am Anfang der Woche mit Tsunekazu Ishihara, CEO der The Pokémon Company, zusammengesetzt und ein bisschen über Pokémon GO und den Spielemarkt geredet. Wir haben für euch das Interview übersetzt:

      Frage: Pokémon und Nintendo sind mit den Konsolenspielen gewachsen. Aber der Markt für Spielekonsolen und ähnlichen Produkten ist nun um 300 Milliärden Yen (2,64 Milliarden USD[, ca. 2,439 Milliarden €]) geschrumpft. halb soviel wie das Level von 2007. Wie reagieren Sie darauf?

      Ishihara: In der Spieleindustrie werden die Smartphones zunehmend zu einem Schlüsselfaktor – als Spielgerät und für Werbezwecke. [Um die Pokémon-Charaktere bekannter zu machen,] haben wir eine Pokémon-Anime-Serie in 95 Ländern und Regionen laufen. Dies ist kostspielig und frisst Zeit, sodass wir mit allen Sendern kommunizieren müssen.

      Die Anzahl der Smartphone-Nutzer auf der Welt hat die eine Milliarde-Marke überschritten. Dies ist enorm, wenn man es mit den Zahlen der Konsolenspieler vergleicht. Das überzeugt uns davon, Informationen über Smartphones zu teilen. Pokémon GO wurde so populär, dass es ungefähr 600 Millionen Nutzer anzog, weil es eine Smartphone-App ist.

      Frage: Der japanische Markt für Videospiele hat sich auf eine Billion Yen [(ca. 8,13 Milliarden €)] erweitert. Glauben Sie, dass der Konsolenmarkt weiter schrumpfen wird?

      Ishihara: Das Smartphone ist grundsätzlich ein Gerät für Menschen, die 13 Jahre oder älter sind. Sogar kleine Kinder spielen mit Konsolenspielen. Pokémon Go half den Pokémon-Fans in ihren Zwanzigern und Dreißigern, die Pokémon hinter sich ließen und nun den Charm der Spieleserie und Charaktere wieder entdeckt haben.

      Wir haben Pokémon Sonne und Pokémon Mond für den Nintendo 3DS im November veröffentlicht. Die Auslieferungen haben die 10 Millionen übertroffen, was ein Rekord für ein Nintendo 3DS-Spiel ist.

      Interessanterweise hilft auch Pokémon GO den Älteren, Menschen in ihren Fünfzigern und Sechzigern, den Spaß an Smartphone-Spielen zu entdecken. Vor allem in den westlichen Märkten wechseln Pokémon GO-Spieler gerade zu dem Spielen mit einer Konsole. Zusammengefasst nimmt die Zahl der Spieler zu.

      Frage: Wie wird sich das Geschäft weiterentwickeln und wie werden sich die Verkäufe der Videospiele über die Zeit verändern?

      Ishihara: Heute ist es für die Spieleentwickler ein Muss, ihre Spiele auf allen Märkten zur selben Zeit zu veröffentlichen. Die Informationen können sich schnell online verbreiten. Falls nicht könnte die Freude der in einer Region lebenden Menschen, wo der Titel noch nicht erschienen ist, zu der Zeit verschwinden, wenn sie die Chance zum Kaufen und Spielen des Spieles hätten. Wir waren daran gewöhnt, die Titel erst in Japan zu veröffentlichen und dann diese in anderen Sprachen erst nach sechs Monaten zu veröffentlichen.

      Frage: Es sind einige Unfälle passiert, während Pokémon GO gespielt wurde. Sogar einige Kritische. Was ist Ihre Reaktion darauf?

      Ishihara: Wir wollten ein Spiel für die Leute machen, um draußen und nicht drinnen zu spielen. Das Potential, dass Spieler zu sehr in das Spiel vertieft sein würden [und sich so in Gefahr begeben], wurde schon als Problem in einer frühen Phase erkannt.

      Um dies zu vermeiden, haben wir Pokémon GO Plus veröffentlicht, eine tragbares Gerät, welches man mit seinem Smartphone verbinden kann, damit Pokémon GO-Spieler nicht immer auf ihre Smartphones schauen müssen. Zusammen mit Nintendo überlegen wir gerade, ein neues Gerät zu entwickeln, um noch sicherer zu spielen.



      Spielt ihr überhaupt noch Pokémon GO?

      Quelle: Nikkei Asia Review

      Super Mario Maker: Hyrule in Ruins: 5895-0000-02EA-2B14
    • Zusammen mit Nintendo überlegen wir gerade, ein neues Gerät zu entwickeln, um noch sicherer zu spielen.
      Das liest sich interessant. Solang es etwas praktisches ist und das Spielen vereinfacht (in der Form, dass man unterwegs nicht immer das Smartphone in der Hand haben muss) und nicht der Nintendo Schutzhelm mit Abstandssensor für den nächsten Laternenpfahl...