Aonuma und Miyamoto über die Zusammenarbeit mit jüngeren Generationen und was sie versuchen zu vermitteln

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    • Aonuma und Miyamoto über die Zusammenarbeit mit jüngeren Generationen und was sie versuchen zu vermitteln

      Wer den Verlauf Nintendos schon seit Jahren verfolgt, der kennt natürlich die Größen Shigeru Miyamoto, Takashi Tezuka und Eiji Aonuma. Doch diese sind schon lange dabei und damit das Unternehmen nicht die Gefahr einer Überalterung hat, werden jährlich frische Absolventen von Hochschulen oder Universitäten eingestellt. Dabei ist diese junge Generation noch recht unerfahren und ungeschliffen.

      In einem weiteren Video-Interview mit Shigeru Miyamoto und Eiji Aonuma von Game Informer haben beide über die neue Generation an Nintendo-Mitarbeitern gesprochen. Dabei ging es um die Zusammenarbeit der Jungen mit den Älteren und darum, wie man versucht, die doch recht ernsten Neuen so zu formen, dass sie der Philosophie Nintendos entsprächen. Wir haben für euch wieder eine Übersetzung parat:

      Game Informer: Mit Splatoon hat man ein jüngeres Entwicklerteam gehabt und ich glaube mich zu erinnern, dass Sie mal erwähnten, die Nintendo Switch hätten junge Köpfe zu verantworten. Was macht Ihnen über die nächste Generation von Nintendos leitenden Mitarbeitern Hoffnung?

      Miyamoto: Es gibt zwei Aspekte des Game Designs: Einmal das Formen der Kernmechaniken oder das Bauen eines Gerüstes, um das Gameplay zu ermöglichen. Dann gibt es noch das Decorative Exterior Design, welches bestimmt, wie die Charaktere und das Spiel dargestellt werden. Mit Letzterem können wir nicht mithalten. Deswegen ist es besser, es den Jüngeren zu verantworten und sie einfach machen lässt. Aber wenn die jüngeren Generationen alles übernehmen würden, dann wären wir der Gefahr ausgesetzt, den aktuelln Trends hinterherzueifern und das zu machen, was Andere machen. Ich finde es gut, wenn beide Generationen zusammenarbeiten.

      Die ältere Generation bestimmt das Grundgerüst, welches prima funktioniert und die Jüngeren kümmern sich darum, dass es aktuell aussieht. Wissen Sie, es gibt da diese jungen Entwickler, welche zu mir kommen und fragen: "Wie wäre das? Wie wäre dies?" Da ich offen für alles bin sage ich: "Yeah, machen wir das!" Aktuell fühle ich einen großartigen Austausch von Ideen und Talenten zwischen den beiden Generationen.

      Aonuma: Die Jungen sind in Wirklichkeit etwas ernster, in vielerlei Hinsicht. Und deswegen gehen sie verloren. Die Ältern haben diesen Instinkt, also lehren wir sie, nach ihrem Bauchgefühl zu arbeiten und mit dem Flow zu gehen. Und wenn dies nicht funktioniert, entschuldigen wir uns später bei ihnen.

      Game Informer: Ich kann mir vorstellen, dass er für die jungen Leute schwer ist, mit diesem Flow zu arbeiten, wenn es diese legendären Spieleschöpfer über ihnen gibt und wie viel Freiraum in der Entwicklung haben sie unter dieser Beobachtung?

      Miyamoto: Wie flexibel sind sie?
      Aonuma: Sie besitzen jedenfalls Flexibilität.
      Miyamoto: In Wahrheit ist es die nächste Generation von jüngeren Leuten, die stur sind und nicht loslassen!
      Aonuma: Ja, sie sind in der Tat sturer. Sie mögen vielleicht denken: "Weißt du was? Du hattest dort einen flexiblen Gedanken."

      Game Informer: Also ist die Lektion, die sie ihnen geben wollen die, dass man sich diesem Gerüst, mit welchem ihr seit mehr als 30 Jahren arbeitet, annähert und dieses intakt hält?

      Miyamoto: Eigentlich wollen wir diese Tradition nicht fortsetzen, wenn wir über Tradition sprechen. Nintendos Philosophie war es schon immer, einzigartig und anders zu sein. Und wir versuchen nicht irgendwelchen Trends gerecht zu werden oder nachzueifern. Also was ich versuche zu sagen, ist, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, wie man das macht, was man machen möchte. Das versuchen wir zu vermitteln.

      Aonuma: Ich möchte, dass die neuen Generationen auch unsere Sichtweise als Referenz verwenden. Immer wenn ich ein Spiel beispielsweise fertiggestellt und es Miyamoto gezeigt habe, bekam ich immer diese unerwarteten Kommentare, die ich mir nie vorstellen konnte. Und diese erzeugen in Wahrheit neue Ideen. Wenn ich Miyamotos Aussagen zurück zu den Entwicklern bringe, dann führen diese dazu, dass unser Projekt mehr "Nintendo" wird. Also das Einbinden dieser unerwarteten Kommentare und das Nutzen zur Erschaffung neuer Ideen ist das Wichtige, meiner Meinung nach. Ich möchte, dass die Jüngeren uns Ältere in einer ähnlichen Weise nutzen.

      Game Informer: Also wenn sie abtreten, hinterlassen Sie dann eine Liste von unerwarteten Kommentaren?
      (Beide lachen.)
      Aonuma: Ja, das ist richtig.

      Quelle: Game Informer

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