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"Suicide Forest" - Einschnitt in die japanische Gesellschaft

Bewertung:

Von Frau Holle, Mittwoch, 5. Oktober 2011, 22:10

Ich hatte das Video bereits in einem Thread gepostet, wollte jedoch noch einmal ausführlich, mit eigenen Worten und Gedanken die Thematik bzw. das Video beschreiben. Der Aokigahara Wald ist die "populärste" (verzeiht den unglücklichen Zynismus) Suizidstelle, die in Japan existiert. Nachdem ein Bestseller vor einigen Jahrzenten mit der besagten Stelle erschienen ist, in der sich ein junger, unglücklich verliebter Mensch umbringt, ist der "Suicide Forest" zu einer Art Pilgerstätte für hilfe- und identitätssuchender Japaner geworden, die durch den gesellschaftlichen Druck keine eigenständige Position für ihr Leben und ihr Dasein innerhalb einer leistungsorientierten Gemeinschaft gefunden haben. Dass die Suizidrate ohnehin schon im Durschnitt höher ist als in anderen Ländern, ist der Mehrheit warscheinlich bekannt und trotzdem sollte man sich das Video zumindest einmal oberflächlich ansehen, weil es einen zum Nachdenken nicht nur über grundlegende, gesellschaftliche Systeme und Werte, sowie das eigene Verhalten bringt, sondern weil es die "andere" Seite von Japan zeigt. Eine Seite, in der zahlreiche Individuuen hoffnungslos verloren scheinen und in der die lachenden Fratzen irrealer Figuren keinen langfristigen Flucht aus der Realität bieten, sondern lediglich als betäubende, kurzfristige Alternativen denjenigen aus dem Alltag entführen. Japan hat so viele Gesichter und so viele Extreme, die unseren Verstand verdrehen und manchmal leider auch unser Mitgefühl wecken.

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Kommentare (3)

  • 3

    Von Super Mario (Donnerstag, 6. Oktober 2011, 20:24)

    Habs mir gestern Abend auch noch angeschaut und beim Skelett hab ich dann meine Hand übern Bildschirm gehalten, damit ich nur die untertitel sehe...
    Ich finds echt bewunderswert wie er den Menschen hilft die sich hier umbringen wollen, wie z.b. der Mann im Zelt.

  • 2

    Von Frau Holle (Donnerstag, 6. Oktober 2011, 19:32)

    Ja es stimmt, wie "abgedroschen" der Waldhüter schon mit der Situation umgeht, als ob es etwas Alltägliches wäre und in seinem Fall ja auch leider ist.

  • 1

    Von Pascal (Donnerstag, 6. Oktober 2011, 18:14)

    Habe mir die beiden Teile schon wegen deines Postings im Youtube-Thread angeschaut und fand es erschütternd, wie alltäglich es für den Waldhüter schon ist, dass er auf die Suche nach Suizidgefährdeten geht. Dieses Beispiel zeigt aber sehr gut, wie es einer Gesellschaft ergeht, die noch mehr auf Leistung gedrillt ist wie unsere...

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