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  • Roman Dichter

    Special-Redakteur

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Ich bin eine Minispiel-Sammlung – bitte nicht schlagen!

Bewertung:

Von Roman Dichter, Dienstag, 2. Oktober 2012, 13:29

Hallo, liebe Gamer-Gemeinde!

Ich bin „FunFun Family Gamefun“, die neueste Minispiel-Sammlung
für deine Konsole! Gerade wurde ich programmiert und werde bald in die Welt
herausgeschickt, um ganz viel Spaß mit euch zu haben! Allerdings … habe ich ein
bisschen Angst….


Gestern habe ich eine anonyme Nachricht erhalten. Ein
mysteriöser Kerl mit langem Mantel und Hut wollte mich in einer Tiefgarage
treffen. :peppy: Dort erzählte er mir ziemlich beängstigende Dinge. Er sagte, draußen
in der weiten Welt gäbe es Menschen, die mich nicht mögen würden, manche sogar abgrundtief
hassen! Obwohl sie mich gar nicht kennen. Sie beurteilen mich nur aufgrund
meiner Abstammung als Minispiel-Sammlung. Darum sprechen sie mir sämtliche
inneren Qualitäten ab! Das ist doch nicht fair! Ich meine – ich beurteile die
Menschen doch auch nicht danach, ob sie in meinen Augen aussehen wie „Casual-“
oder „Hardcore“-Gamer. Zugegeben, bisher hatte ich schon die eine oder andere
etwas fragwürdige Begegnung mit zwielichtigen Core-Leuten, aber alle in einen
Topf zu werfen wäre nicht fair.
Schließlich soll es unter ihnen auch einige
sehr aufgeschlossene Exemplare geben, die ein Spiel nicht verurteilen, ohne es
kennen gelernt zu haben!

Leider habe ich gehört, dass die Zahl dieser sympathischen
Menschen sinkt. Darum habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die verlorenen
Gamer-Seelen dieses Planeten zu resozialisieren!
Keine Gewalt gegen
Minispiel-Sammlungen! Freiheit für die Vielfalt! :mariov:

Um erfolgreich zu sein, muss ich in die Köpfe und Herzen der
Gamer eindringen. Ich muss begeistern und informieren! Schließlich gibt es
einige gute Gründe, warum man uns Minispiel-Sammlungen eine Chance geben
sollte
:


1. PolyGAMEie statt Monotonie


Man kann mir viel vorwerfen – aber langweilig zu sein?
Sicher nicht. Im Gegenteil: Wenn ein Minispiel mal zu leicht, zu schwer, zu
eintönig oder zu sonstirgendetwas ist, muss das für mich noch kein Todesurteil
sein! Ich habe schließlich noch einige andere Eisen im Feuer, bei denen der
Funke überspringen kann. Im Grunde liegt es ja zum großen Teil am persönlichen
Geschmack
der Spieler, was ihnen gefällt. Ich und meine Freunde haben oft für
jeden etwas dabei. Da kann ich nur lachen über meine entfernten Verwandten, die
aus nur einem Spiel bestehen. Wenn die ihre Besitzer nicht überzeugen können,
werden sie gleich als Fehlkauf beschimpft. Die haben keine Ausgleichsmöglichkeiten
wie ich. Eigentlich tun sie mir etwas leid deswegen.


2. Ist mehr weniger oder mehr?


Das macht mich etwas nachdenklich. Bieten meine entfernten
Verwandten ihren Besitzern eigentlich mehr oder weniger als ich? Immerhin
präsentieren sie ihre „Nur-ein Spiel-Erfahrung“ sehr ausführlich, bieten eine
gewisse Tiefe im Gameplay und viele Stunden Unterhaltung. Aber – können wir das
nicht auch?
Mal ehrlich – mein Kumpel Wii Sports hat mir erzählt, dass einige
Spieler mehr Zeit mit Bowling verbracht haben als mit sämtlichen anderen
Wii-Spielen zusammen. Das Verstehe ich auch gut: Die Steuerung ist brillant,
das reale Spiel wurde sehr gut nachempfunden, es gibt besondere
Herausforderungen, bei denen man z.B. Hindernisse umspielen muss und im
Multiplayer-Modus hört der Spaß wohl nie auf. Der wird wohl auch nach
Jahrzehnten noch regelmäßig gespielt. Und das Ganze ist nur eines von mehreren
Spielen bei Wii Sports. Was ist dagegen schon so manches Jump ‚n‘ Run oder ein
Shooter, der in wenigen Tagen oder Stunden durchgespielt ist und danach
praktisch gar nicht mehr motiviert? Natürlich gibt es auf beiden Seiten gute
und schlechte Beispiele. Aber das ist ja gerade mein Punkt: Nur weil ein Spiel
mehrere „kleinere“ Spiele beinhaltet, muss es noch lange nicht schlechter sein
als andere. Die Würde der Games ist unantastbar!


3. Meine coolen Freunde

Von meinem Kumpel Wii Sports habe ich ja schon erzählt, aber
der ist nicht das einzige Beispiel für coole Spiele, die zu begeistern wissen.
Ich denke z.B. an Rayman, der irgendwann mal auf Hasenjagd gegangen ist und
dabei für Millionen grinsender Mäuler gesorgt hat. :rayman: Oder Super Mario, der sich
mit seinen Freunden zu einem Brettspielabenteuer getroffen hat. :mltanz: Und diese
Spiele haben offensichtlich nicht wenigen Spielern gefallen, warum sonst haben
sie alle erfolgreiche Nachfolger? Ist es vielleicht sogar dieser Erfolg, der bei
manchen griesgrämigen Zeitgenossen Neid hervorruft? Sollte das einzige Argument
gegen meine Freunde sein, dass es zu viele davon gibt? Das wäre aber ein
schlechtes – Auswahl an unterschiedlichen Spielen gibt es schließlich genug.
Als wäre man genötigt, jedes Spiel zu kaufen und zu spielen, dass einem nicht
gefällt… Und hassen Menschen auch andere Menschen, weil es in deren Gruppen Viele gibt?


Darum kann ich nur noch einmal an eure Herzen appellieren:
Vertreibt Zorn, Hass und Neid aus euren Gedanken und akzeptiert mich so wie ich
bin! Ich bin mir sicher: Wir können in Zukunft friedlich nebeneinander
existieren. Vielleicht wollt ihr mich sogar kennen lernen und feststellen, dass
ich gar nicht der Langweiler bin, für den ihr mich haltet! Mit mir kann man
viel Spaß haben, man muss es nur zulassen! So, jetzt gehe ich wieder in meine
Hülle und träume von einer Welt, in der die Spiele nicht nach ihrer Herkunft,
ihrem Aussehen oder ihrem Genre beurteilt werden
, sondern nach ihren inneren
Werten.

Und wenn ihr auch meiner Meinung seid: Kauft mich!
:thankyou:

Dieser Artikel wurde bereits 318 mal gelesen.

Tags: hass, innere Werte, Minispiel-Sammlung

Kategorien: Die Welt aus der Sicht eines Spieles

Artikel bewerten

Kommentare (6)

  • 6

    Von Naphal (Freitag, 30. November 2012, 19:24)

    Man kann das ganze auch einfach übertragen: Ich (Beispiel-Person ohne Bezug auf die Realität) habe mit dunkelhäutige Menschen schlechte Erfahrungen gemacht und verurteile sie jetzt auf ihre "Genre/Rasse" ohne wirklich jeden Menschen objektiv zu kennen.
    Also ein Genre-Rassismus, eine ganz interessante These wie ich finde und auch sehr überzeugend dargestellt.

    Allerdings sollte man immer bedenken das sämtliche Shooter, Splatter-Gemetzel-Spiele ect. auch, gerade hier in Deutschland, eine sehr große Hass-Gemeinde haben ;) - das sieht man dann wieder wenn irgendwo jemand Amok läuft und die Killer-Spiel-Debatte wieder von vorne los geht.

  • 5

    Von Roman (Donnerstag, 11. Oktober 2012, 14:58)

    @ metallschleim: Ich danke mit Knix :D

    @ Kamina!: Wie gesagt, ich behaupte nicht, dass es keine weniger gelungenen Genre-Vertreter gäbe (wie viel Prozent das sind, sei mal dahingestellt). Aber Wenn mir auf Anhieb mehrere sehr gute Beispiele einfallen (wie z.B. die WarioWare-Reihe, die ich bisher noch gar nicht erwähnt habe), dann verstehe ich nicht, warum eine verallgemeinernde, negative Meinung über das gesamte Genre aufkommen kann.

    Minispiel-Sammlungen gehören für mich zu den positivsten Erfahrungen der Wii-Ära.

  • 4

    Von metallschleim (Mittwoch, 3. Oktober 2012, 19:14)

    Schöner Blog-Eintrag von dir. Du zeigst, dass du deinen Award verdient hast.
    Ich sehe das Ganze ähnlich wie du, kann aber auch Kamina! durchaus verstehen.
    Was mir an deinem Text besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass du dich nicht nur eingeschränkt auf die Spiele-Branche beziehst, sondern auch auf die Gesellschaft im Allgemeinen.

  • 3

    Von Kamina! (Mittwoch, 3. Oktober 2012, 15:17)

    Ja am Beispiel "Nintendo Land" kann ich dich sehr gut verstehen, ich freu mich auch sehr auf das Spiel, wie auch einst Wii Party wo ebenfalls bereits im Vorfeld viel zu viel und unnötigerweise kritisiert wurde.

    Das Problem welches ich mit der 08/15 Minispiel Sammlung hab, ist dass sie Abzocke sind. Zehnjährige kennen kein ntower und co, sehen die tollen Bildchen und letzten Endes ist das Spiel der letzte Schund. Man muss auch sagen dass ich selten so viel Unkreativität und Repetition in einem Genre gesehen hab - Selbst Shooter sind deutlich abwechslungsreicher.

    Spiele wie "Wii Sports Resort" (Eines der beste Spiele ever) "Wii Party" und "Nintendo Land" zu verteidigen ist gerechtfertigt und legitim, der Rest des Genres ist jedoch zu 90% der absolute Obermist, und das übersiehst du meiner Meinung nach. Es ist halt so dass 90% der heutigen Minispiel-Sammlungen Schund sind, und da gibt es auch gar nichts zu liebäugeln ;)

  • 2

    Von Roman (Dienstag, 2. Oktober 2012, 17:28)

    Hab ich mir schon gedacht, dass bei dem Thema "Gegenwind" kommt. :D

    Ein Hauptgedanke war dabei aber, dass ich ein Statement gegen Vorurteile setzen wollte. Also nicht gegen Urteile, die begründet sind und negativ ausfallen, sondern gegen reflexartige Verteufelung eines neuen Spieles, nur weil es eine Minispiel-Sammlung ist.
    Bestes Beispiel: Nintendo Land! Das Spiel musste schon extrem viel Kritik einstecken, die zu knapp 100% von Leuten kommt, die es noch nicht einmal probegespielt haben. Da hat man den Eindruck, dass es eigentlich für das kritisiert wird, was es NICHT ist. Dass es für eine Minispiel-Sammlung richtig gut werden könnte, wird dabei überhaupt nicht berücksichtigt.

    Das heißt natürlich nicht, dass alle Genrevertreter toll sind - habe ich aber auch nicht behauptet ("rosarote Brille").
    Und wozu sich über "Spam" aufregen, wenn man durch ntower & Co. gute Infos darüber bekommt, welche Spiele man mögen könnte? Schlechte Spiele gab es schon immer, aber Genre-übergreifend.

  • 1

    Von Kamina! (Dienstag, 2. Oktober 2012, 17:06)

    "Minispiel-Sammlungen! Freiheit für die Vielfalt!"

    Genau da liegt das Problem: Es gibt keine Vielfalt mehr, gerade bei den Minispiel-Sammlungen wird viel zu viel auf Quantität über Qualität gesetzt, was das Genre getötet hat.

    Schön geschriebener Beitrag, allerdings auch sehr durch eine rosarote Brille hindurch. Ist eben nicht so dass alle Minispiel-Sammlungen viel richtig machen, und nicht den Markt unnötig "zuspammen".

    Drei Sterne :)

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