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Faxanadu (VirtualConsole) // User-Reviews (1)

Faxanadu
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
System:
Nintendo-Points:
Altersfreigabe:
26.11.10
Hudson Soft
Nihon Falcom
Action-RPG
1
NES
500
Ab 6 Jahren USK-Siegel
10

User-Review von FALcoN




Wissenswertes zum Spiel:

Faxanadu ist ein 2D-Action-Rollenspiel dessen Held und Spielewelt aus der Seitenperspektive präsentiert wird. Faxanadu wurde in den 80ern von Hudson Soft unter der Federführung der Nihon Falcom Corporation für das NES entwickelt. Schließlich ist Faxanadu ein Ableger der in Japan sehr beliebten Xanadu bzw. Dragon Slayer-Videospielereihe, welche von Nihon Falcom stammt. Dabei wurde der Titel Faxanadu bewusst ausgewählt. Dieser wurde aus dem Wort Famicom (japanischer Name des NES) und Xanadu gebildet. Das Spiel wurde 1987 fertiggestellt und im November des Jahres in Japan veröffentlicht. Nintendo selbst übernahm die Lokalisation und den Vertrieb für den Verkauf in Nordamerika und Europa. Der Titel erreichte pünktlich zum Weihnachtsgeschäft des Jahres 1990 die europäischen Läden. Nintendo entfernte, wie bei einigen anderen NES-Spielen, religiöse Symbole aus den westlichen Versionen. Auch die Möglichkeit den Held zu benennen, wurde aus unerfindlichen Gründen von Nintendo für den westlichen Markt entfernt. Am 26. November 2010 erschien das Spiel in Europa für die Virtual Console. Diese Version ist, wie schon die Originalversion für das NES, nur mit englischem Bildschirmtext erhältlich.

Now begins a mystery-packed journey of adventure:

Ein namenloser Held kehrt nach jahrelanger Wanderschaft in seine Heimatstadt Eolis, welche am Fuße des Weltenbaumes liegt, zurück. Doch anstatt von Fanfarenklängen, Alkohol und scharfen Bräuten begrüßt zu werden, erwarten ihn nur Chaos und Verzweiflung. Denn während seiner Abwesenheit erwachte die "eine böse Macht" und begann das Elfenvolk mit Meteoritenschauern und vergiftetem Trinkwasser zu terrorisieren und die prachtvolle Stadt zu belagern. Außerdem wurden die Zwerge, die bisher in friedvoller Harmonie mit den Elfen lebten, von der bösen Macht verführt und in willenlose Monster verwandelt. So wird der Held vom König gebeten dem dunklen Treiben ein Ende zu setzen. Natürlich macht der Held sich daraufhin auf den Weltenbaum zu erklimmen, um seine Heimatstadt zu retten. Wohl in der Hoffnung, dass er bei seiner Rückkehr endlich von Fanfarenklängen, Alkohol und scharfen Bräuten empfangen wird.
Die Handlung wird im Laufe des Spieles nur durch Gespräche mit den NPC´s übermittelt.



Zum Spielgeschehen:

Der Spieler übernimmt selbstredend die Geschicke des namenlosen Helden. Die Steuerung des Helden erfolgt, wie in jedem 2D-Sidescroller der NES-Geschichte, mit dem Steuerkreuz. Zusätzlich kann der Held auf Knopfdruck Hindernisse und Gräben mit einem Sprung überwinden. Natürlich darf in so einem fantastischem Abenteuer auch der Einsatz von Waffen und Magie nicht fehlen, um sich den zahlreichen Schergen des Bösen entgegenzustellen. Auch Gegenstände wie z.B. Heiltränke und Schlüssel werden im Laufe des Abenteuers von Nutzen sein.

Die Reise durch den Weltenbaum verläuft die gesamte Spielzeit hindurch ähnlich ab. Der Spieler erreicht eine Siedlung. Dort redet man zunächst mit allen Einwohnern, um der Handlung zu folgen. Dann erkundet man den nächsten Abschnitt des Baumes. Denn häufig trifft man auf Hinweise oder benötigt Gegenstände, was einen zweiten Besuch der letzten Siedlung nötig macht. Oft gilt es auch kleinere aber meist knifflige Rätsel zu lösen, um im Spiel voranzukommen, wozu es häufig wichtig ist den Unterhaltungen mit den NPC´s größte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Lösung der meisten Rätsel ist letztendlich aber nur ein bestimmter Zauber oder Gegenstand, der am richtigen Ort eingesetzt werden muss. Nach diversen Jump&Run-Einlagen, simplen Kämpfen und Rätseln folgt dann ein Dungeon. In diesen wird meist das gesamte Können des Spielers abverlangt. Nach zahlreichen und anspruchsvollen Kämpfen, wartet in den Dungeons meist ein Zwischengegner auf den Spieler. Ist dieser besiegt, erhält man einen wichtigen Gegenstand oder erreicht einen neuen Durchgang. So gelangt man zur nächsten Siedlung.

Bis man die Brutstätte des Bösen erreicht hat, wird man sich zahlreichen Monstern stellen müssen. Diese hinterlassen meist Heilobjekte oder Gold. Um den immer größeren Gefahren im Verlauf des Abenteuers trotzen zu können, benötigt man nämlich stets die bestmöglichen Waffen, Rüstungen und Zaubersprüche. Und für diese und andere Dinge muss man gut bezahlen. Außerdem bekommt man für jeden besiegten Gegner Erfahrungspunkte. Das Erfahrungspunktesystem funktioniert aber nicht ganz so wie man es von anderen RPG´s gewohnt ist. Hat der Held einen gewissen Punktestand erreicht, besucht man einen "Guru" und lässt dort seinen Rang anheben. Doch das Aufsteigen in den nächsten Rang bedeutet in Faxanadu nicht, dass der Held mehr Schaden austeilt oder mehr Lebensenergie erhält. Dies wird in Faxanadu nur durch den Besitz stärkerer Ausrüstung erlangt. Der Rang bedeutet lediglich, dass wenn die Spielfigur sterben sollte, sie mit einem bestimmten Geldbetrag, bei dem zuletzt besuchten "Guru" wieder ins Leben gerufen wird.
Hier ein Beispiel: Der Spieler hat 4800 Erfahrungspunkte gesammelt und besucht einen "Guru". Dieser befördert den Helden zum "Adepten", dem 5. Rang. Nun macht sich der Spieler auf den Weltenbaum weiter zu erforschen. Dabei stirbt sein Held. Der Held wird nun mit einem Erfahrungspunktestand von 4800 und einem Goldvorrat von 1600 bei dem "Guru" wieder ins Leben gerufen. Dabei ist es egal ob die Spielfigur schon den Erfahrungspunktestand für einen höheren Rang erlangt hatte, oder ob er mehr oder weniger als 1600 Gold bei seinem Ableben besaß.
So bestimmt der Rang immer nur den Erfahrungspunktestand und die Goldmenge womit der Held wieder zum Leben erweckt wird. Einzig das Inventar (also alle Waffen, Rüstungen Gegenstände und Zaubersprüche), die der Held zum Zeitpunkt des Todes besaß, bleiben erhalten.
Was gerade bei den Erfahrungspunkten für Frust sorgen kann, weil man alle bis dahin mühsam gesammelte Punkte wieder verliert, sorgt beim Goldvorrat hingegen für einen Vorteil. So kann der Spieler nach einer Shoppingtour seinen Helden einfach von der Klippe springen lassen und schon ist der Geldbeutel wieder gefüllt - und die neu erworbenen Waren bleiben im Inventar.



Das Inventar hingegen bleibt dem RPG-Genre treu. Das Inventar in Faxanadu ist unterteilt in 6 Kategorien: Waffen, Rüstungen, Schilde, Zaubersprüche, Gegenstände und Spielfigur. Hier kann man nach belieben die Ausrüstung seines Helden überprüfen und ändern. Allerdings hält sich das Spiel hier etwas zurück. So gibt es im gesamten Spielverlauf jeweils lediglich 4 Waffen, Rüstungen und Schilde und nur 5 verschiedene Zaubersprüche.
Unter dem Spielfigur-Register lässt sich jederzeit der aktuelle Rang anzeigen und welche Punktzahl für den nächsten Rang benötigt wird.

Die Spielfigur in Faxanadu besitzt eine Lebensenergie-Anzeige und eine Anzeige für den Magievorrat. Diese Anzeigen werden zusammen mit dem gesamten Erfahrungspunktestand, dem Goldvorrat und dem aktuellen ausgewählten Gegenstand - inklusive dem dazugehörigem Zeitzähler für zeitbegrenzte Gegenstände - am oberen Bildschirmrand dargestellt.

Ein sehr gelungener Aspekt des Spieles ist, dass sich je nach angelegter Ausrüstung, auch die Optik des Helden verändert. So erkennt man sehr gut, ob der Held eine schlichte Lederrüstung trägt oder eine glänzende perlmuttfarbene Stahlrüstung. Auch die verschiedenen Waffen und Schilde unterscheiden sich optisch deutlich voneinander.
Außerdem wird der Held im Laufe seines Abenteuers von vielen verschiedenen und meist hilfreichen Gegenständen Gebrauch machen. So gibt es z.B. neben den üblichen Tränken auch Flügelschuhe, mit denen der Held für kurze Zeit fliegen kann, oder den Handschuh, der kurzfristig für einen höheren Waffenschaden sorgt.
Ein Gegenstand besitzt im Spielverlauf eine besondere "Schlüsselrolle": der Schlüssel.
Denn immer wieder wird man auf verschlossene Dungeons stoßen, die jeweils eine andere Inschrift haben. Die dazu passenden Schlüssel werden meist in den Städten erworben oder man erhält sie von bestimmten NPC´s.

Das Spiel besitzt übrigens kein eigenes Speichersystem, sondern setzt noch auf ein Passwortspeichersystem. Dieses wird aber auf Grund der automatischen Wii-Speicherfunktion eigentlich nicht benötigt.



Der Weltenbaum:

Die Spielewelt selbst besteht eigentlich nur aus einem einzigen riesigen Baum: dem Weltenbaum. Dieser beherbergt das gesamte Elfenreich, bestehend aus Städten, Siedlungen, Festungen und Dungeons. Die Reise verläuft dabei vom Fuße des Baumes bis in die Baumkrone. Dies wird auch optisch sehr gut vermittelt. So überwiegen am Anfang des Abenteuers - dem Baumstamm - noch dunkle und braune Farbtöne. Sobald man aber das Geäst des Baumes erreicht, wechseln die Farbtöne immer mehr ins Grüne und der blaue Himmel zeigt sich vereinzelt. Doch wird der Titel dadurch grafisch nicht eintönig. Denn die Dungeons in Faxanadu, die sich im Inneren des Weltenbaumes befinden, sind optisch kreativ und abwechslungsreich gestaltet.
Auf einer langen und beschwerlichen Reise muss sich ein Held von Welt ausruhen und neu stärken können. Dies geschieht in den Städten und Dörfern der Elfen. Hier findet der Held alles was er benötigt. Einen Arzt, der seine Wunden heilt; Ein "Guru", der ihn gemäß seiner geleisteten Kämpfe befördert; Eine Kneipe, in der er die neuesten Ereignisse und Gerüchte erfährt oder verschiedene Läden in denen sich der Held für die kommenden Herausforderungen ausrüsten kann. In Eolis, dem Anfang des Abenteuers, kann sich der Held gegen Bares im Umgang mit Waffen und Magie unterrichten lassen.

Der Weltenbaum in Faxanadu wird nicht, wie z.B. in Castlevania, durch eine weichscrollende Grafik präsentiert sondern besteht aus vielen einzelnen Bildschirmen. Berührt die Heldenfigur den Bildschirmrand wird zum nächsten Bildschirm weitergeblättert. Dieses Weiterblättern bewirkt aber gleichzeitig, dass die Gegner stets neu geladen werden. Die Spielwelt bleibt insgesamt, bis auf einige Ausnahmen, frei erkundbar, so dass man fast jederzeit in die bereits erkundeten Gegenden zurückgehen kann.
Von Nachteil ist das Fehlen einer Übersichtskarte. Denn der Weltenbaum wird mit fortschreitendem Spielverlauf immer komplexer. So wird man des öfteren in Sackgassen geraten oder einen ganzen Abschnitt zurückgehen müssen, weil man etwas übersehen hat. Metroid lässt grüßen.

Die Diener der "einen bösen Macht":

Gegner sind in Faxanadu sehr vielfältig und zahlreich vorhanden. So gibt es im gesamten Spiel fast 40 verschiedene Monster. Alle Monster sind fast durchweg sehr unterschiedlich und kreativ gestaltet. Zum Beispiel ist eine Kreatur, die der Urahn der grünen Aliens aus der Simpsons-Serie sein könnte, im Spiel vorhanden. Aber auch Standardkost, wie Ghoule, Riesenbienen oder Schlangen sind mit von der Partie. Die meisten Monster besitzen ihre eigenen Angriffsmuster, was die Kämpfe, gerade zum Anfang des Spieles, abwechlungsreicher und taktischer gestaltet.



TECHNIK:

Die Grafik von Faxanadu war auf dem NES ein Highlight. Sehr detailreiche und vielfältige 2D-Hintergründe zieren die Spielewelt. Die Spielstage wurde perfekt mit den Hintergründen kombiniert, sind allerdings nicht immer deutlich zu unterscheiden. Im gesamte Spiel überwiegen naturbezogene Farbtöne wie braun, grün und blau. Die Sprites der Figuren und Monster sind durchweg gelungen und detailreich und auch die Animationen gehen in Ordnung. Sogar ein - wenn auch leider sehr sehr kurzes - Intro hat es ins Spiel geschafft. Zu bedauern ist lediglich, dass Faxanadu keine weichscrollende Grafik bietet, wie dies bei Super Mario Bros. oder Castlevania der Fall ist, sondern auf ein leicht ruckeliges Umblättern der einzelnen Bildschirme setzt.

Die Hintergrundmusik in Faxanadu bietet einige herausragende Kompositionen, die sich gegenüber den Metroid- oder Castlevaniamelodien nicht verstecken müssen. Dabei wurden die zahlreichen Musikstücke sehr gut und passend zu den verschiedenen Örtlichkeiten (z.B. Königspalast, Tempel des Guru, Zwergenreich) ausgewählt. Dennoch bleiben es Midi-Töne, die heute einfach nicht mehr zeitgemäß sind und einem, nach einer längeren Spielzeit, auf die Nerven gehen können. Die Soundeffekte sind insgesamt relativ unauffällig.

Der namenlose Held lässt sich durchweg gut und direkt durch den Weltenbaum führen. Die Knopfbelegung der verschiedenen Aktionen ist schnell erlernt und bereitet keinerlei Schwierigkeiten.

Meine persönliche Meinung - und damit die einzig wahre Meinung:

Faxanadu verzauberte mich persönlich vom ersten Moment an. Das Spiel erreichte bereits 1987, trotz der geringen technischen Möglichkeiten des NES, eine atmosphärische und düstere Fantasywelt zu erschaffen, die auch grafisch und musikalisch überzeugen kann. Zwar fällt der Einstieg in das Abenteuer, trotz eines kleinen optionalen Trainings sehr schwer aus. Wenn man sich aber durch die erste halbe Stunde des Spieles "gequält" hat, entfaltet das Spiel sein gesamtes Potential. So kann der gelungene Mix aus Action-Adventure und Rollenspiel vor allem durch seine gute Handlung überzeugen. Man will wirklich mit jedem Bewohner reden, um alle Geheimnisse und Handlungsdetails aufzudecken. Das Zusammenführen verschiedener Spieleelemente (z.B. Jump&Run-Einlagen; Taktische Kämpfe; Lösen von Rätseln; Ausrüstung verwalten) der beiden Genres wurde gut umgesetzt. Einzig das eigenartige Erfahrungspunktesystem gibt einem manchmal zu denken, ob dieses so gewollt war oder nicht. Kleinere Gameplaymängel, wie zum Beispiel das Zurückwerfen der Spielfigur bei Feindberührung, was meistens in einem Gräben oder am Bildschirmrand endet, sind teilweise nervig. Doch mein größter Kritikpunkt in Faxanadu ist das Fehlen einer Übersichtskarte. Wie schon in Metroid, kann es so häufiger vorkommen, dass man Minutenlang durch die Spielewelt irrt, ohne zu wissen wo das nächste Ziel liegt. Die Spielzeit liegt, je nach Häufigkeit der Verirrungen und je nach Können des Spielers, bei ordentlichen 6-10 Stunden.

Ich kann dieses Spiel jedem uneingeschränkt empfehlen, dem NES-Spiele wie Zelda 2 und Castlevania 2 gefallen haben. Allen anderen Fans von 2D-Action-Adventures und Rollenspielen, denen ein hoher Schwierigkeitsgrad und ein etwas angestaubtes Gameplay nichts ausmachen, können für 5€ ebenfalls nicht viel falsch machen. Man sollte aber auf jeden Fall über gute
"Schul"-Englischkenntnisse und über einen guten virtuellen Orientierungssinn verfügen.


Geschrieben am 02.06.11
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