Erstmals dürfen Paper Mario Fans und welche, die es werden wollen, den wirklich zweidimensionalen Mario auf einem Handheld bei seinem Abenteuer unter die Arme greifen. Doch kann ein Handheldableger mit seinen Pendants auf der Heimkonsole konkurrieren oder sogar übertrumpfen?
Diese Frage stellte ich mir immer wieder während des Spielens. Um die etwas ernüchternde Wertung nachvollziehen zu können, sollte man das Spiel auseinandernehmen und einzeln bewerten.
Story
Die Geschichte beginnt mit dem sogenannten Stickerfest. Im Pilzkönigreich dreht sich an diesem Tag alles um Sticker, denn nur dieser besonderen Nacht fällt der Stickerkomet vom Himmel herab.
Dieser lässt dem ersten Bewohner, der ihn berührt, einen Wunsch in Erfüllung gehen.
Doch was wäre ein Mario Spiel ohne unseren geliebten Bowser. Dieser macht dem Fest einen Strich durch die Rechnung und will den Sticker Kometen für sich gewinnen. Dabei zerstört er ihn unzählige Teile. Natürlich wurde auch Peach entführt, das sollte aber selbsterklärend sein.
Nun liegt es an Mario, das von Bowser zerstörte Königreich in Takt zu setzen und alle Teile des Stickerkometen einzusammeln. Man ist es schon gewohnt, etwas zu sammeln. Seien es Sterne, Juwelen oder auch Herzen. Diesmal sind es die Teile des Kometen und die mächtigen Royalsticker. Sticker, die dem Besitzer eine unvorstellbare Macht verleihen.
Auf Marios Reise wird man von Kersti begleitet, der Stickerfee. Wer auf Partner hoffte, muss sich wohl mit einem leicht reizbaren Sticker in Form einer Krone zufrieden geben.
Die Story verläuft also wie man sieht recht mariotypisch. An sich kein Problem, denn es funktioniert in den 2D Jump'n'Runs, doch leider soll Paper Mario ein RPG sein.
In früheren Paper Mario Teilen gab es immer zu der Oberstory kleine Geschichten, die im Zusammenhang mit den Gegenständen standen, die man suchte. Bei Paper Mario Sticker Star ist das nicht der Fall. Man hat zwar durchaus kleinere Ansätze wie z.B. den Wiggler und den vergifteten Wald, aber im Großen und Ganzen belässt man es bei der „Bowser entführt Peach“- Nummer. Dies ist für Paper Mario Verhältnisse einfach nicht ausreichend.
3/10
Grafik
Paper Mario Sticker Star weiß mit seinem einzigartigen Stil zu überzeugen. Das Thema Papier wurde mehr als je zuvor mit eingebunden. Der 3D Effekt ist im Vergleich zu vielen anderen 3DS Spiele auch sehr gut. Hierzu muss man nicht viel sagen.
10/10
Musik
Seit dem New Super Mario Bros. Einheitsbrei endlich wieder erfrischende Musik. Die neuen Soundtracks sind toll und auch Remixes von alten Tracks sind richtig klasse geworden. Nur ist für mich persönlich kein Ohrwurm dabei oder irgendein Soundtrack, den ich unbedingt auf dem Handy haben muss.
9/10
Kampfsystem:
Mit Paper Mario: Sticker Star wurde das Kampfsystem noch einmal komplett verändert. Die rundenbasierten Kämpfe aus Teil 1&2 sind zurückgekehrt und das auch erfolgreich.
Im Mittelpunkt des Kampfes stehen aber nicht mehr Aktionen, Items oder Orden, sondern Sticker.
Richtig gehört, nur Sticker. Es hört sich schlimmer an als es eigentlich ist. Man findet Sticker zu genüge und kleinere Kämpfe stellen meist nie ein Problem da. Dennoch will man sich unterbewusst immer aufbewahren, besonders für die Bosskämpfe. Die Bosskämpfe können ohne einen vernünftigen Plan den Spieler sehr fordern. Es gilt wie schon bei Lohgard, die Schwachstellen der Gegner zu finden. Dabei helfen euch die „Dingse“. Alltägliche, noch dreidimensionale Gegenstände, die ihr Sticker verwandeln müsst, um sie zu benutzen.
Das Kampfsystem weiß nach einer Zeit zu gefallen. Leider fehlen mir persönlich dennoch Standardangriffe. Man hätte ruhig den abgenutzten Sprung und Hammer als permanenten Sticker durchgehen lassen können. So etwas verstehe ich unter abgenutzt.
Es stört einen einfach, einen guten Sticker für die letzten zwei Kraftpunkte benutzen zu müssen.
Noch eine große Veränderung ist das fehlende Levelsystem. Um seine KP Anzeige dauerhaft zu erhöhen, muss der Spieler den Bewohnern des Pilz Königreiches helfen und die Geheimnisse der Level ergründen. Anschließend wird man dann mit einem KP+5 Upgrade belohnt.
Was macht man denn nun eigentlich mit dem ganzen Geld, wenn man keine Orden mehr kaufen kann?
Das Spiel bietet euch die Möglichkeit, Sticker und Dingse in Stickershoven zu kaufen. So spart man sich einiges an Laufweg. Doch man kann auch sein Geld im Kampf sinnvoll ausgeben. Durch einlösen von Münzen, kann man am Stickerrad drehen. Mit etwas Glück (oder Geld in der Tasche) kann Mario mehrere Sticker in einer Runde nutzen. Gerade in Bosskämpfen ist das Stickerrad essentiell. Also sollte man immer einen Notgroschen parat haben und nicht alle Gegner überspringen.
8/10
Rätsel:
Neben dem Papierlook war die Serie auch schon immer für ihre tollen Rätsel bekannt. Mit dem 3DS Ableger wird man in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Das Spiel bietet einem vielfältige Rätsel mit den witzigsten Lösungen. Oft spielen die Entwickler mit dem Papierdesign und es ist auch nicht selten der Fall, dass ein Dingse benötigt wird. Allgemein wird dem Spieler viel Backtracking abverlangt. Eigentlich bin ich ein Freund davon, aber bei Paper Mario ist es ein wenig zu viel für meinen Geschmack. Es bestärkt nur den Eindruck von einer kleinen Welt und weist dem Spieler ihre Grenzen auf. Alles in allem braucht sich aber das Spiel in diesem Punkt nicht zu verstecken, denn die Rätsel sind teilweise richtig schwer. Manchmal ist die Lösung aber so naheliegend, dass man nicht auf sie kommen will. Ärgerlich ist es auch, die Dinsge immer wieder aufsuchen zu müssen, um dann vielleicht festzustellen, dass es der falsche Ideenansatz war. Insgesamt jedoch sehr souverän.
9/10
Fazit:
Ihr fragt euch, wieso die Gesamtwertung so schlecht ausgefallen ist, obwohl die Teilwertungen gut sind?
Ganz einfach: Paper Mario: Sticker Star ist ein tolles Spiel, hat aber völlig das Thema verfehlt. Es ist kein RPG mehr, sondern gleicht mehr einem interaktiven und gutaussehenden Knobelspiel für zwischendurch. Ob es nun an der Handheldveröffentlichung, lässt sich nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass man das Spiel nicht mehr mit seinen Vorgängern vergleichen kann. Dazu hat es einfach zu viele Abstriche.
Kann ich zum Kauf empfehlen?
Ja, unbedingt! Wie gesagt, man bekommt ein richtig tolles Knobelspiel für zwischendurch. Also im Prinzip ideal für Leute, die stets mit ihrem 3DS an ihrer Seite viel unterwegs sind. Das Spiel bietet trotz der überschaubaren Story einen großen Inhalt und es macht richtig Spaß, es zu spielen.
Geschrieben am 30.12.12