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Disney Micky Epic: Die Macht der 2 (Wii) // User-Reviews (1)

Disney Micky Epic: Die Macht der 2
Release:
Publisher:
Entwickler:
Genre:
Spieler:
Altersfreigabe:
Online-Multiplayer:
Freundescodes:
17.11.12
Disney
Junction Point
Jump'n'Run
2
Ab 6 Jahren USK-Siegel
Nicht verfügbar
Keine verfügbar
5

User-Review von basilhater


Vorweg sei gesagt, dass ich es ausschließlich zu zweit gespielt habe, sodass ich der inzwischen schon berüchtigten KI des Sidekicks Oscar entkommen bin und mir ein Kommentar dazu erspart bleibt. Dennoch gibt es noch einige weitere Argumente, die dafür sprechen, das Spiel nur mit einem Mitspieler anzugehen, weil durch die Konzentration aufeinander einige heftige Mängel überdeckt werden.

Zum einen wäre das Storytelling zu nennen, welches nur anfangs qualitativ an den Vorgänger heran reicht. So ist die erste Gesangseinlage des Mad Doctors sicherlich das Beste, was einem über das gesamte Spiel hinweg erwartet, anschließend verliert sich die Geschichte jedoch in einer ständigen Verfolgungsjagd nach den vermeintlichen Bösewichten, ohne dabei dramaturgische Elemente einzusetzen, um das Interesse des Spielers aufrecht zuhalten. Deren Fernbleiben ist wirklich zutiefst erstaunlich, schafft es doch für gewöhnlich jedes mit noch so einem kleinen Etat produzierte Spiel zumindest ein, zwei Wendungen oder Überraschungen einzubauen, selbst wenn diese allzu vorhersehbar sind. Aber hier gibt es einfach nichts, man durchquert ein Gebiet nach dem anderen und sieht schließlich völlig überraschend den Abspann über seinen Fernseher laufen. Den vorherigen Bosskampf hat man bestenfalls als gewöhnlichen Zwischengegner angesehen, wurde im Vorfeld doch keinerlei Spannung aufgebaut bzw. das eingesetzte Mittel, direkt vor der Auseinandersetzung wurden ein paar gefangene Bewohner von Wasteland gezeigt, wirkte so einfach und unbedeutend, dass es einem finalen Gefecht schlicht unangemessen ist. Immerhin kann man nach Abschluss der rund sieben Stunden erfordernden Mainstory weiter das Wasteland erkunden und startet nicht vom letzten Speicherpunkt vor dem Endgegner aus, wie es leider nach wie vor bei vielen Spielen der Fall ist. Dadurch wird die Motivation noch nicht abgeschlossene Nebenaufgaben zu erfüllen, deutlich erhöht, zumal ein paar Aufträge erst jetzt zur Verfügung stehen. In dem Zusammenhang ist die Möglichkeit, sich jederzeit über den Status aller entdeckten Sidequests per Menü zu informieren, erfreulich, sodass stets eine gewisse Übersichtlichkeit gewahrt bleibt, obwohl die Informationen teils sehr kurz gefasst sind, was in manch unklarer Aufgabenstellung resultiert. Trotzdem treibt das Erfüllen dieser Aufgaben aufgrund ihrer Vielzahl sowie der gelungenen Einbindung in eine kleine Geschichte einen an, die Gebiete bei Bedarf auch mehrmals zu bereisen.

Diese präsentieren sich etwas gradliniger als im ersten Teil. So sind nicht nur die einzelnen Abschnitte etwas kleiner geworden, sondern auch die zum Weiterkommen nötigen Aufgaben konzentrieren sich meistens auf einen einzigen Ort, sodass man nicht mehr über das Level verteilte Punkte finden muss, wobei das in Anbetracht der ausschweifenden Erklärungen am Anfang jedes Abschnitts vermutlich auch keine große Herausforderung mehr dargestellt hätte. Statt der Suche nach bestimmten Stellen stehen hier also Rätsel im Vordergrund, wodurch das Leveldesign insgesamt aber an Abwechslung verliert, weil die Rätsel und ihre stets vorhandenen zwei Lösungswege allzu sehr im Vordergrund stehen, während die restliche Umgebung kaum Besonderheiten bietet und sich so trotz unterschiedlichen optischen Aufmachungen immer wieder stark ähnelt. Man hat oft das Gefühl, dass die Level um die Idee des Rätsels herum gebaut wurden und nicht andersherum diese in ein stimmiges Level integriert wurden. Auf diese Weise funktionieren zwar die Rätsel gut, aber die Welten verlieren viel an Stimmung. Dazu passt die sehr kleine Anzahl an durch Farbe und Verdünner beeinflussbaren Objekten.
Zusammen mit teils soliden, teils wirren Sprungpassagen resultiert daraus ein spielerisch ordentlicher, atmosphärisch aber schwacher Eindruck der Abschnitte, was gerade unter Berücksichtigung des Vorgängers enttäuschend ist, in dem jeder Abschnitt eine gewisse, einzigartige Ausstrahlung besaß.
Fehlende Ausstrahlung, damit lässt sich der Stil des Spiels wohl wirklich am besten beschreiben, wobei sich stellvertretend für die Situation des Spiels ein kleines Detail anführen lässt: Im Erstling sonderte Micky durchgehend Tinte von seinem Ohr ab, sodass sich der Spieler immer bewusst war, dass die Maus ein Eindringling in eine fremde Welt ist und sich von allen anderen dort lebenden Individuen unterscheidet, er, kurz gesagt, etwas Besonderes darstellt. Im Nachfolger fehlt dieses Detail nun. Die Maus ist nur eine Figur unter vielen, sie hat ihren Status verloren. Genauso geht es auch dem Spiel. Wo der Vorgänger noch mit einer düsteren, stellenweise bizarren Atmosphäre aus der Masse an Jump'n'Runs hervor stach, präsentiert sich der Nachfolger deutlich gewöhnlicher. Natürlich gibt es immer noch ein paar wirklich gelungene Gebiete, wie die Verdünnerfälle oder der Canyon, und die klasse Sprachausgabe ist sogar ein Fortschritt, aber im Gesamtbild gehen diese Lichtblicke in der Vielzahl an unspektakulären Levels unter. Vermutlich stellt dies das Resultat dar, den Titel einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Ironischerweise ist der Aspekt, der den Titel letztlich vor der totalen Bedeutungslosigkeit rettet, ebenfalls jenem Bemühen geschuldet, womit wir zum Koop-Modus kommen. Spätestens seit Super Mario Bros. Wii besitzt jedes 2D-Jump'n'Run einen Mehrspielermodus und auch in den 3D-Hüpfern hat es sich in den letzten Jahren eingebürgert, das Abenteuer mit einem Mitspieler zu bestreiten. In Micky Epic 2 wurde gleich das gesamte Gameplay darauf ausgelegt. Jedes Rätsel erfordert die verschiedenen Fähigkeiten der beiden Protagonisten. Hierbei ist es den Entwicklern gut gelungen, die an sich größere spielerische Bedeutung von Mickys Pinselfähigkeiten im Vergleich zu Oscars Elektroschocks durch dessen bessere Sprungeigenschaften sowie der Möglichkeit, über Abgründe zu schweben, auszugleichen, sodass sich beide Spieler gleichberechtigt fühlen. Mit einem Mitspieler rücken außerdem die bisher genannten Kritikpunkte in den Hintergrund. Welche Bedeutung hat schon die aktuelle Stimmung im Spiel, wenn man sich ehe andauernd austauscht und das Geschehen kommentiert, sodass man sie bestenfalls im Rande wahrnimmt. Das Gleiche trifft auf die Story zu und auch Fehler im Gameplay erheitern eher, wenn der Mitspieler beispielsweise ohne Abwehrchance fortlaufend angegriffen wird, als dass sie frustrieren. Somit ist ein zweiter Spieler praktisch unverzichtbar, will man mit dem Spiel Spaß haben.
Ein Problem lässt sich aber nicht einmal durch den Koop-Modus überdecken, nämlich den unfertigen Eindruck, den das Spiel hinterlässt. So verzeichneten wir während der gut 25-stündigen Spielzeit ein breites Spektrum an Bugs, das von Stürzen ins Bodenlose über nicht auftauchende Objekte, bis zu sich nicht aktivierenden Triggern reicht, eine Handvoll von Spielabstürzen und ein paar Nebenquests, die sich nach bestimmten Handlungen nicht mehr erfüllen lassen. Weiterhin deuten in dem Zusammenhang die vorher in Bezug auf Storytelling und Leveldesign erwähnten Kritikpunkte ebenfalls darauf hin, dass das oberste Ziel bei der Entwicklung die Veröffentlichung vor Weihnachten, wahrscheinlich sogar vor dem Erscheinen der Wii U war.

Somit bleibt zum Abschluss nur noch einmal darauf hinzuweisen, dass man das Spiel ausschließlich zu zweit spielen sollte, da solo durch die fehlende Atmosphäre und das auf zwei Spieler ausgerichtete Gameplay nur wenig Spielspaß aufkommt. In Verbindung mit der technischen Unausgereiftheit, die für regelmäßige Frustmomente sorgt, ist eine höhere Wertung als drei von zehn Punkten nicht zu rechtfertigen. Im Gegensatz zum Singlplayermodus stellt sich glücklicherweise mit einem Mitspieler ein angenehmer Spielfluss ein, wofür zum einen das nun gut funktionierende Gameplay, zum anderen der Bedeutungsverlust der Präsentation betreffenden Mängel verantwortlich ist, sodass sich der Titel gerade noch so ins Mittelmaß retten kann.

5/10
Geschrieben am 20.01.13
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