Little Inferno
Little Inferno gehört zu den Starttiteln der Wii U und ist
im
eshop erhältlich. Und es ist nicht irgendein Spiel, sondern ein ganz
besonderes! So besonders, dass es für mich praktisch schon gekauft war, als ich
einen ersten
Trailer dazu sah. Normalerweise bin ich nicht so einfach zum Kauf
zu verführen, aber in diesem Fall hat mich die
einzigartige Atmosphäre gepackt.
Zusammen mit der Information, dass es sich um ein Spiel von den „
World of
Goo “-Machern handelt, war ich direkt „
Feuer und Flamme“. Aber haben sich meine
Erwartungen erfüllt?
Vorweg muss ich sagen, dass dieses Spiel eigentlich
ziemlich
ungeeignet für einen Test ist! Einerseits könnte man das
Gameplay bemängeln,
das allgemein für ein Videospiel zentral ist, hier aber zur
Nebensache wird. Es
würde mich nicht wundern, wenn es Menschen gibt, die von diesem Spiel nicht nur
weniger begeistert sind, sondern es am liebsten direkt
verbrennen wollten.
Andererseits muss ich dem Spiel bescheinigen, dass es auf gewisse Weise süchtig
macht. Ich habe schon von mehreren Spielern gelesen, dass
Little Inferno bei
ihnen die meiste Spielzeit auf Wii U bisher hatte. Bei mir ist es auch so!
Anstatt wie üblich am Ende des Reviews eine (bzw. keine)
Kaufempfehlung auszusprechen, gibt es von mir an dieser Stelle eine
Warnung:
Verlasst euch nicht auf Testergebnisse! Die können bei diesem Spiel nur rein
subjektiv sein (meine Wertung ist es auch!). Es ist definitiv kein Spiel für
Jedermann aber hat auch definitiv schon viele Spieler begeistert.
Was spielt man eigentlich?
Das war auch für mich die zentrale Frage, bevor ich das
Spiel gekauft habe. Das Gameplay ist sehr simpel, geradezu
unspektakulär. Wer
das Spiel nicht mag wird sagen:
langweilig. Man kauft in einem
virtuellen Shop
verschiedene Gegenstände und
verbrennt sie danach in einem Kamin. Für das
Verbrennen bekommt man wiederum
Geld, für das man weitere Gegenstände kaufen
und die dann wieder verbrennen kann. Werden bestimmte Gegenstände gleichzeitig
verbrannt, schaltet man damit eine „
Kombo“ frei. Hat man genügend Kombos
entdeckt, erweitert sich das Sortiment im Shop, sodass man mehr Gegenstände
für’s
Feuer kaufen kann. Der Reiz des Gameplays liegt also darin, die
Kombinationen zu entdecken und mehr Gegenstände freizuschalten. Für sich
genommen klingt das jetzt erstmal denkbar
überflüssig, oder? Da kann man auch
im Grunde nichts gegen sagen, außer dass es in der Praxis doch süchtig machen
kann und man ohne Pause immer weiter
kauft, verbrennt, kauft, verbrennt, kauft,
verbrennt… Die Freude daran hängt sicher auch mit der außergewöhnlichen
Präsentation zusammen.
Die Atmosphäre
Der Stil des Spiels ist ein sehr
künstlerischer,
einzigartiger. Er erinnert eindeutig an das geniale „
World of Goo“. Von der
Grafik, über die Musik bis zum
schrägen Humor ist die Präsentation des Ganzen
der Punkt, der bei den Fans Begeisterung auslösen kann. Dazu gehört auch die ebenso
schräge
Story, die nicht von Bedeutung ist, aber zum Gesamterlebnis beiträgt.
Hin und wieder bekommt ihr nämlich Briefe, in denen die Nachbarin mal mehr, mal
weniger Verrücktes Zeug schreibt. Nach dem Lesen werden diese Briefe – wie alle
Gegenstände –
natürlich verbrannt.
Das „Feuerholz“
Ein weiterer Aspekt, der Freude ins Spiel bringt, ist das
Brennmaterial. Natürlich reden wir hier nicht von Holz und Kohle, sondern z. B.
von
Magneten,
Fotos, einem
Partybus, einem
Mond, „
Magic Mushrooms“,
Sushi,
winzigen Galaxien,
Feuerlöschern… Es ist also
eine Mischung aus den verrücktesten Dingen, die einem überhaupt einfallen
können und banal einfachen Gegenständen wie
Luftballons. Dabei ist es schon ein
Erlebnis, diese Dinge überhaupt
brennen zu sehen, denn zu nicht wenigen
Gegenständen haben sich die Entwickler auch
etwas einfallen lassen, das beim
Brennen passiert und für Schmunzeln sorgt.
Das kann am Anfang schon genug motivieren, um einfach alles
Mögliche ins
Feuer zu schmeißen und dabei zufällig einige der zahlreichen Kombos
zu entdecken. Man kann allerdings auch gezielter vorgehen, um die
Kombos
freizuschalten: In einer Liste könnt ihr schon vorher sehen, wie die die Kombos
heißen, aber noch nicht, welche Gegenstände ihr dafür benötigt. Dann seht ihr
z.B., dass es eine „
Schreckliche Zähne Kombo“ gibt und sucht dann im Shop
gezielt nach Puppen, Stofftieren etc., die danach aussehen, als könnten sie
dazu passen. Das ganze wird
verbrannt und mit etwas Glück habt ihr die Kombo
freigeschaltet. Das funktioniert oft wirklich gut und bringt zusätzliche
Motivation ins Spiel.
Fazit
Little Inferno ist ein Spiel wie kein zweites. Und allein
das ist schon respektabel, wenn man bedenkt, dass es ansonsten Alles irgendwie
schonmal gegeben hat. Aber ist das Spiel auch die
15 Euro wert, die man
momentan im eshop dafür hinlegen muss? Wie oben erwähnt,
kann ich euch die
Entscheidung auf keinen Fall abnehmen! Auf der einen Seite steht ein Gameplay,
das völlig eintönig und nebensächlich ist – auf der anderen Seite eine
einzigartige Präsentation und die Tatsache, dass es Spieler gibt, die
tatsächlich Stunde um Stunde
vor den virtuellen Kamin gefesselt werden (mich
eingeschlossen). Ich empfehle euch also nichts, kann aber eindeutig sagen, dass
ich den Kauf auf gar keinen Fall bereue! Es kann aber mit Sicherheit Menschen
geben, für die das nicht gilt – da hilft nur eines:
Probieren geht über
studieren! Vielleicht macht ihr ja auch bei der passenden
Umfrage mit, bei der
wir sehen können, wie viele Spieler zu welcher Gruppe gehören. Ich habe jetzt
jedenfalls genug geschrieben – und werde diesen Test jetzt veröffentlichen
(oder doch
verbrennen?)…
Ich gebe 9 von 10 Punkten!
Geschrieben am 07.12.12