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Unser Test zum Spiel: FAST Racing Neo

Von Kevin Maßmann ()

Tatsächlich ist es mittlerweile schon zwölf Jahre her, dass Nintendo mit F-Zero GX den letzten F-Zero-Ableger für eine Heimkonsole herausbrachte. Seither üben sich Nintendo-Fans vornehmlich in Geduld und warten gespannt darauf, ob Captain Falcon in Zukunft doch noch einmal über den Asphalt rasen wird. Glücklicherweise gibt es jedoch das Münchener Entwicklerstudio Shin'en, das mit der FAST-Reihe eine durchaus beachtenswerte Serie auf der Wii einführte. Mit FAST Racing Neo erscheint nun eine eigenständige Wii U-Episode im eShop, die ohne Zweifel nicht nur mit ihrer flüssigen Grafik punkten kann. Das dürfte selbst Captain Falcon beeindrucken!


In Höchsgeschwindigkeit flitzt ihr in futuristischen Gleitern über anspruchsvolle Strecken und vorbei an harten Gegnern.

Bei FAST Racing Neo handelt es sich, wie auch schon beim Vorgänger für WiiWare, um einen futuristischen Sci-Fi-Racer, in dem ihr mit eurem schwebenden Renngleiter durch 16 kurvige und teilweise ordentlich anspruchsvolle Rennstrecken heizt. Dabei fällt gleich im Hauptmenü des Download-Titels auf, dass die deutschen Entwickler dieses Mal eine gute Balance zwischen Einzel- und Mehrspielermodi gefunden haben, um euch auch über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen.

Zum Spielstart empfehle ich euch deshalb zunächst die Meisterschaft für Einzelspieler, um ein erstes Gefühl für das Gameplay zu bekommen. Leider gibt es in FAST Racing Neo keinerlei Tutorial oder Einführung, um euch die grundlegende Steuerung und die verschiedenen Streckenelemente zu erläutern. Ihr steuert euren Renngleiter ganz klassisch, indem ihr mit der A-Taste beschleunigt und mit dem Control-Stick nach links und rechts lenkt. Die Bremse, die gerade in höheren Rennklassen unentbehrlich ist, kann mit B betätigt werden. Sammelt ihr während der Rennen sogenannte Turbo-Kugeln, füllt sich euer Turbo-Balken. Dadurch könnt ihr mit der R-Schultertaste den Turbo zünden, um euch entscheidende Geschwindigkeitsvorteile zu verschaffen. Mit den ZL- und ZR-Tasten lehnt ihr euren Gleiter zudem nach links und rechts, um Kurven noch effizienter anzufahren.

Ein weiterer Aspekt, den ihr während der Renn-Action im Auge behalten müsst, sind die Turbo-Felder. Diese kommen in den Farben Orange und Blau daher und beschleunigen euch ebenfalls, wenn sich denn euer Vehikel in der richtigen Phase befindet. Die Phase könnt ihr beliebig oft zwischen Orange und Blau wechseln. Gerade auf späteren Rennstrecken kommen diese Felder ziemlich häufig vor und verlangen ein gutes Reaktionsvermögen von euch ab. Dabei wird zudem eine gewisse Lernkurve ersichtlich.

Während ihr beim ersten Versuch offensichtlich noch keinen Plan davon habt, welche Turbo-Felder an welchen Stellen auf euch warten, merkt ihr euch nach und nach immer mehr Standorte. Bedenkt dabei aber natürlich auch, dass ihr einiges an Geschwindigkeit verliert, wenn ihr in der falschen Phase durch so einen Boost-Streifen donnert. Meiner Meinung nach fügen sich die Turbo-Felder wirklich gut ins Spielgeschehen ein und bieten eine weitere Möglichkeit, um gute Spieler von sehr talentierten Piloten zu unterscheiden.

In der Meisterschaft erwarten euch vier Turniere, die in ihrem Ablauf an die Cups aus Mario Kart erinnern. Jeder Cup, etwa der Cobalt Cup oder der Titanium Cup, besteht aus vier Rennstrecken, wobei ihr euch in jedem Rennen gegen neun computergesteuerte Gegner durchsetzen müsst. Habt ihr am Ende eines Cups die meisten Punkte eingeheimst, werdet ihr mit einem Goldpokal und gegebenenfalls sogar einem neuen Vehikel belohnt. Apropos Vehikel: FAST Racing Neo bietet euch insgesamt zehn verschiedene Fahrzeuge, von denen ihr die Mehrheit durch die besagten Cups freischaltet.

Das Gameplay von FAST Racing Neo ist wirklich verdammt schnell. Selbst in der Subsonic Liga, die für Anfänger geeignet ist, fahrt ihr mit einem Affenzahn über die verschiedenen Rennstrecken und werdet zu Beginn mit ziemlicher Sicherheit eher die hinteren Plätze belegen. Die computergesteuerten Gegner verlangen euch einiges ab und sind in ihrem Niveau in keinster Weise mit euren Kontrahenten in 50 ccm aus Mario Kart zu vergleichen. In der schwierigsten und schnellsten Hypersonic Liga werden sogar nur die Rennpiloten bestehen, die den Verlauf der Rennstrecken bestmöglich auswendig gelernt haben, um sich möglichst jedes Tempo-Feld zunutze zu machen. Ich hatte dabei aber nie wirklich das Gefühl, dass es unfair wurde.


Auch in den kalten Bergen geht es heiß zu. Weiter vorne auf der Strecke erkennt ihr die Turbo-Streifen, die euch beschleunigen.

Das liegt übrigens auch daran, dass ihr mit wirkungsvolleren Turbo-Kugeln beschenkt werdet, wenn ihr auf den hinteren Plätzen fahrt. Mit etwas Übung werdet ihr auch die schwierigen Ligen bestehen! Vermisst habe ich allerdings eine Rennkarte der jeweiligen Strecke, da es teilweise schon nützlich sein kann, den Abstand zum nächsten Gegner einschätzen zu können. Nach Abschluss der Meisterschaften könnt ihr eure Skills noch im Hero-Modus auf die ultimative Probe stellen oder die Bestzeiten der Entwickler im Zeitfahren schlagen!

Was wäre ein Rennspiel ohne Multiplayer? Richtig, ziemlich unbefriedigend. Glücklicherweise bietet FAST Racing Neo in dieser Hinsicht ein mehr als befriedigendes Gefühl, schließlich könnt ihr jede Rennstrecke lokal (mit vier Spielern gleichzeitig) und online (mit acht Spielern gleichzeitig) befahren. Dabei stehen euch im lokalen Mehrspielermodus nahezu alle denkbaren Controller-Konfigurationen zur Verfügung. Ihr könnt also neben dem Wii U GamePad auch den Wii U Pro Controller, die Wii-Fernbedienung (+ Nunchuk) und den Classic Controller verwenden. Darüber hinaus unterstützt das Spiel übrigens auch die Bewegungssteuerung, auch wenn ich diese aufgrund der hohen Spielgeschwindigkeit eher nicht empfehlen kann.

Wirklich cool hingegen ist die Tatsache, dass FAST Racing Neo auch über das Internet mit bis zu sieben anderen Fahrern gespielt werden kann. Dabei könnt ihr sowohl gegen Freunde als auch fremde Piloten antreten, auch wenn ich während meiner Testzeit leider nur letzteres ausprobieren konnte. Grundsätzlich wirkt der Online-Modus wirklich ordentlich. Über gewohnt intuitives Matchmaking werdet ihr bis zu sieben anderen Spielern zugeteilt, wobei ihr euch vor jedem Rennen für eine von drei zufälligen Strecken entscheidet.

Gewinnt ihr, werdet ihr mit Punkten für euer Online-Profil (mit Flagge eures Heimatlandes) belohnt. Ich kann, gemessen an meiner Online-Erfahrung mit anderen Medienvertretern vor dem offiziellen Release, nur positiv über den Online-Modus berichten, wenn es etwa um Lags oder Verbindungsabbrüche geht. Es bleibt abzuwarten, ob das auch der Fall sein wird, wenn Rennpiloten aus aller Welt die Server des Spiels stürmen. Aber ich bin da guter Dinge!

FAST Racing Neo macht aus technischer Sicht einen sehr guten, fertigen und flüssigen Eindruck. Die Rennen werden (bis auf den lokalen Multiplayer mit drei oder vier Fahrern im Splitscreen) eigentlich immer in konstanten 60 fps dargestellt, was angesichts der hohen Spielgeschwindigkeit alles andere als selbstverständlich sein dürfte. Die Entwickler haben sichtlich einige Tools eingesetzt, durch die eure Umgebung bei hohem Tempo etwas verschwommen aussieht. Grundsätzlich bin ich mit der Grafik aber echt zufrieden, schließlich bekommt man so ein grafisches Niveau nur selten von einem Indie-Titel für Wii U zu sehen.

Aus akustischer Sicht macht FAST Racing Neo ebenfalls einen guten, wenn auch nicht perfekten Eindruck. Das liegt an der nicht immer überzeugenden Qualität der elektronischen Hintergrundmelodien, die euch bei hunderten Km/h einheizen. Besonders cool wiederum ist die Tatsache, dass mit Jack Merluzzi der originale Synchronsprecher aus F-Zero GX eure Performance kommentiert. Macht euch schon mal auf coole Sprüche wie „You failed like a Pro!“ gefasst!

Abschließend möchte ich noch konkret auf die 16 enthaltenen Rennstrecken zu sprechen kommen. Schon im Gespräch mit Entwickler Martin Sauter auf der gamescom 2015 wurde mir bewusst, dass die Entwickler großen Wert auf Vielfalt legen. Die Strecken sind zwar in einiger Hinsicht nicht mit denen aus F-Zero auf eine Stufe zu stellen. Dennoch stellen sie meiner Meinung nach eines der Highlights von FAST Racing Neo dar, da sie sowohl spielerisch als auch optisch abwechslungsreich und fordernd sind und keine der anderen gleicht. Das trifft gerade auf die letzten vier Rennstrecken zu. Mein Highlight: Sendai Outpost. Diese Strecke ist wegen ihrer Passagen ohne Seitenbegrenzung nicht nur anspruchsvoll, sondern bietet auch eine versteckte Abzweigung, die euch mit dem richtigen Timing einige Sekunden Vorsprung ermöglichen kann.


Auch im Multiplayer geht FAST ab. Im lokalen Spiel könnt ihr zu viert an einer Konsole rasen, online sind es bis zu acht Mitspieler.

Redaktionswertung

9

Kauf mich!

So werten wir

Unser Fazit zu FAST Racing Neo

Meinung von Kevin Maßmann
Bei FAST Racing Neo handelt es sich in der Tat um ein unterhaltsames, anspruchsvolles, ansehnliches und vielseitiges Rennspiel, das in keiner Wii U-Sammlung fehlen sollte, sofern ihr auch nur ansatzweise etwas für dieses Genre übrig habt. Das liegt vor allem an den 16 abwechslungsreichen Rennstrecken und den intuitiven und zweckmäßigen Mehrspielermodi, die das Download-Spiel inhaltlich ohne Übertreibung mit einigen Retail-Spielen auf eine Stufe stellen. Ich kann euch jedenfalls nur zum Kauf ermutigen, da es einen Titel dieser Art bis heute nicht für Wii U gibt und er als netter Nebeneffekt sogar Made in Germany ist. Da würde sogar Captain Falcon auf seiner sonnigen Urlaubsinsel, auf der er sich vermutlich derzeit aufhält, große Augen machen!

Kommentare 18

  • felix - 08.12.2015 - 16:28

    Wow, der Test klingt ja echt fantastisch.
    "Gewinnt ihr, werdet ihr mit Punkten für euer Online-Profil (mit Flagge eures Heimatlandes) belohnt" Das klingt ebenfalls toll, also scheint es eine Art Ranking-System zu geben, sodass gute Leistungen auch mit Punkten belohnt werden - sehr gut!
    Auch dass man online nicht nur gegen Fremde, sondern auch gegen Freunde spielen kann, ist sehr löblich *hust Mario Tennis*
    Für nur 15€ scheint das Spiel echt viel zu bieten und da werde ich auch nicht lange Zögern und freue mich schon sehr darauf!
  • Torben22 - 08.12.2015 - 16:38

    Nintendo beauftragt die Firma doch ein f-zero zu machen. Ihr spart an Ressourcen und die Fans danken es euch.
  • Pit93 - 08.12.2015 - 16:45

    Torben22 schrieb:

    Nintendo beauftragt die Firma doch ein f-zero zu machen. Ihr spart an Ressourcen und die Fans danken es euch.

    Nein tun sie nicht unbedingt, da FAST, abgesehen vom Genre, nichts mit F-Zero gemein hat...
    Das ist als würdest du sagen, dass Sega von nun an MarioKart programmieren soll, weil sie auch schon mal einen Fun-Racer gemacht haben (der sich aber halt ganz anders spielt). ;)

    @Topic: Ich freue mich drauf das Spiel zu testen und hoffe, dass die Mängel (vor allem am Gameplay) aus dem Vorgänger behoben wurden. Werd's mir irgendwann demnächst dann auch kaufen. :)
  • Dark Conflict - 08.12.2015 - 16:45

    Wird gekauft ^^ Freue mich sehr darauf =)
  • rongar - 08.12.2015 - 16:54

    Schnell noch mein Guthaben Konto aufladen und dann könnte wegen mir schon Donnerstag sein....
  • otakon - 08.12.2015 - 16:58

    Hab eigentlich Lust auf das Spiel aber ich glaub es wird mir zu schwer sein... auf stumpfes auswendig lernen der Strecken hab ich keine Lust.. wenn es mal ne Demo gibt probier ich es aus ansonsten lass ich es wohl lieber ;(
  • RoxaCore - 08.12.2015 - 17:33

    naja eine 9 für so ein kleines spiel? ein wenig zu hoch bewertet finde ich. da wäre noch die gummiband ki zu bemängeln. die streckenthemen mal außen vor gelassen ähneln sich die strecken auch alle. kann mir vorstellen, dass das spiel schnell monoton wird. der preis geht in ordnung. würde dem spiele eine 6 oder 7 geben.
  • saurunu - 08.12.2015 - 17:59

    Pit93 schrieb:

    Das ist als würdest du sagen, dass Sega von nun an MarioKart programmieren soll, weil sie auch schon mal einen Fun-Racer gemacht haben (der sich aber halt ganz anders spielt).

    Nein, denn FAST ist näher an F-Zero dran, als Sonic All Star Racer an Mario Kart.
  • Pit93 - 08.12.2015 - 18:03

    saurunu schrieb:


    Nein, denn FAST ist näher an F-Zero dran, als Sonic All Star Racer an Mario Kart.

    Inwiefern? Das ist 'ne komplett leere Aussage, die du einfach in den Raum stellst.

    F-Zero und FAST (zumindest der Wii-Teil) spielen sich mindestens so unterschiedlich wie MarioKart und Sonic All Star Racer. Ich würde sogar fast behaupten, dass sich Sonic und MarioKart ähnlicher sind als F-Zero und FAST. ;) (was nichts gegen FAST heißen soll)
  • WII-KINGer - 08.12.2015 - 18:25

    Endlich kriegt der Titel mal die Anerkennung die er verdient hat. Die WII Version ist ja leider etwas unter gegangen.
  • Alex15 - 08.12.2015 - 18:41

    saurunu schrieb:

    Pit93 schrieb:

    Das ist als würdest du sagen, dass Sega von nun an MarioKart programmieren soll, weil sie auch schon mal einen Fun-Racer gemacht haben (der sich aber halt ganz anders spielt).

    Nein, denn FAST ist näher an F-Zero dran, als Sonic All Star Racer an Mario Kart.

    Da muss ich @Pit93 recht geben. Man kann nicht einfach willkürlich so etwas behaupten.

    Es ist auch nicht so einfach den Entwickler F zero zulassen produzieren. Klingt für das gewöhnliche Volk einfach, ist es aber nicht...
  • Lele29 - 08.12.2015 - 18:50

    DAS nenn ich "German Engineering"!
    Take that, Volkswagen! :D
    Super Test, ermutigt mich noch mehr, das Spiel runterzuladen.
  • GC-Typ - 08.12.2015 - 19:23

    Torben22 schrieb:

    Nintendo beauftragt die Firma doch ein f-zero zu machen. Ihr spart an Ressourcen und die Fans danken es euch.


    Genau, beauftragt ein Studio, was unabhängig sein will und aus maximal fünf Leuten besteht mit einem abhängigen Titel wie F-Zero.

    Shin'en steht für Qualität, keine Frage, allerdings haben sie alleine schon etliche Jahre an FAST gewerkelt, da sie wie gesagt sehr dünn bestückt sind und öfter gesagt haben, dass sie die Unabhängigkeit sehr geniessen (Müssen sich nicht an Deadlines oder Vorgaben vom Publisher halten etc.).

    Für ein F-Zero oder generell ein Spiel eines größeren Publishers wäre das Studio absolut ungeeignet.
  • Torben22 - 08.12.2015 - 19:28

    Was F-Zero betrifft wird es von Nintendo erst mal nix geben weil Miyamoto laut eigenen Aussagen keine neue Ideen hat und somit kein Spiel zu erwarten ist. Ich dachte nur dass dieses Team vielleicht neue Ideen hat. Dass sie nicht gleich nen Auftrag bekommen ist klar aber von Nintendo wird die Serie so schnell auch nicht fortgesetzt. Zum Spiel: es sieht qualitativ und spaßig aus. Ich hoffe auf Erfolg.
  • Tomte - 08.12.2015 - 20:09

    So weit ich weiß, wurde das letzte F-Zero für den Gamecube übrigens von SEGA entwickelt ;)

    Was FRN angeht: Wird für 15€ definitiv geholt!
  • Pit93 - 08.12.2015 - 20:15

    Tomte schrieb:

    So weit ich weiß, wurde das letzte F-Zero für den Gamecube übrigens von SEGA entwickelt ;)

    Um genau zu sein von Amusement Vision, welche damals SEGA gehört haben. Das Studio wurde allerdings mittlerweile aufgelöst. :waluigifu:
  • Trockenlink - 08.12.2015 - 20:16

    Selbst ohne den Test zu lesen,weiß ich,dass das Spiel epic wird ;)
    Ich werde mir es auch noch dieses Jahr kaufen^^
  • StMaster3000 - 08.12.2015 - 22:25

    Ich werde es irgendwann nach Xenoblade X kaufen ^^