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Test zu Etrian Odyssey II Untold: The Fafnir Knight - Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Etrian Odyssey II Untold: The Fafnir Knight
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
12.02.2016
Vertrieb
Atlus, NIS America
Entwickler
Atlus
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Unser Test zum Spiel: Etrian Odyssey II Untold: The Fafnir Knight

Von Pascal Hartmann ()

Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight überzeugte mich immer wieder. Da war der Moment, als ich zum ersten Mal die Kampfmusik hörte (und sie erstmal mehrere Minuten lang laufen ließ, ohne auch nur einen Kampfbefehl zu geben). Oder das Glücksgefühl, das mich ergriff, als ich meinen ersten FOE ganz knapp besiegte, in den ich nur aufgrund eigener Schusseligkeit gelaufen war und bei dem ich glaubte, keine Chance zu haben. Die Ungewissheit, was mich im nächsten Dungeon-Stockwerk erwartet. Die Gewissheit, dass ich nur mal kurz durch die Tür gehen und einen Blick auf den Endgegner werfen kann, nur um dann direkt im Kampf zu landen und nicht fliehen zu können. Und es doch irgendwie zu schaffen. Die Vorfreude, endlich nach Hause zu kommen und weiterspielen zu können, weil ich wissen möchte, wie es weitergeht und mir die Charaktere so sympathisch sind. Ich könnte noch lange und ewig so weitermachen, aber kommen wir doch direkt mal auf den Punkt: Das Remake des zweiten Etrian Odyssey ist ein fantastisches Spiel, das Dungeon-Crawler-Freunde nicht verpassen dürfen.


Im Story-Modus begleitet ihr die junge Arianna in einen alten Tempel, um eine Zeremonie durchzuführen.

Dabei habt ihr die Wahl, ob ihr das Standard-Abenteuer erleben wollt, in dem ihr eure eigene Party zusammenstellt, oder in den Story-Modus springt, der euch vorgefertigte Charaktere mit Persönlichkeit zur Seite stellt. Mir persönlich macht der Story-Modus mehr Spaß, da die Figuren, wie oben schon erwähnt, so sympathisch sind, dass mir die Niemande aus dem Klassik-Modus einfach zu öde sind. Ich möchte es nicht mehr missen, die Gespräche zwischen ihnen zu verfolgen. Da hätten wir den Hauptcharakter, dem ihr selbst einen Namen gebt und der mysteriöse Kräfte in sich beherbergt, Arianna, die naive Prinzessin, Flavio, den besten Kumpel, die langsam auftauende Chloe und Bertrand, der gerne dem Müßiggang nachgehen würde.

Ständig melden sie sich zu Wort (allerdings fast ausschließlich über Textboxen, Sprachausgabe gibt es abseits weniger wiederkehrender Worte nur selten) und spielen ihre Charakterzüge aus. Dazu kommt ein Erzähler, der beispielsweise das Treffen mit einem Eichhörnchen und dessen Aktionen beschreibt. Diesen gibt es auch im klassischen Modus. Da die Texte ausschließlich auf Englisch vorliegen, wird ein gutes bis sehr gutes Verständnis der Sprache vorausgesetzt.

Im klassischen Modus könnt ihr eure Truppe aus diversen Klassen zusammenstellen. Ihr könnt Pistolenschützen rekrutieren, Kampfmagier in den Dungeon schicken, traditionelle Heiler mitnehmen, Tänzer dazu einsetzen, die Angriffs- und Verteidigungswerte eurer Kämpfer zu erhöhen oder auch eine Art Säbelzahntiger in die Formation aufnehmen. Dabei gibt es keine perfekte Party, ihr müsst vielmehr dafür sorgen, dass die verschiedenen Fähigkeiten aufeinander abgestimmt sind und ihr die unterschiedlichsten Situationen meistern könnt. Da ihr im Classic Mode mehr als die fünf für eine Party benötigten Charaktere erstellen dürft, seid ihr darin auch sehr flexibel.

Im Story-Modus von Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight hingegen spielt ihr immer nur die vorgegebenen Figuren, könnt deren Klasse allerdings wechseln, wenn ihr das wollt. Ich komme mit den Standard-Klassen allerdings hervorragend zurecht, da diese gut miteinander harmonieren. Ich hätte mir höchstens gewünscht, dass es einen richtigen Magier mit Feuerzaubern etc. gibt. Dies kann zwar über verschiedene Wege ausgeglichen werden, beispielsweise über die Spezialattacken des Hauptcharakters, aber wunschlos glücklich ist man wohl nie.


Auf dem Touchscreen wird jederzeit die Karte eingeblendet. Diese zeichnet ihr selbst.

Gleich bleibt bei beiden Modi, dass ihr den Yggdrasil-Dungeon erforscht, im Story-Modus kommt hingegen noch ein alter Tempel hinzu. Das Erforschen erfolgt in der Ego-Perspektive. Die Stockwerke sind dabei aus Kacheln aufgebaut und jede Bewegung eurerseits in eine Richtung entspricht quasi einer Runde. Das ist wichtig, da ihr nach einer bestimmten Anzahl an Bewegungen/Runden aus dem Nichts von Monstern angegriffen werdet und somit ein Kampf startet. Im Grunde handelt es sich also um Zufallskämpfe, nur dass ihr anhand einer Anzeige erkennt, wann ungefähr die nächste Auseinandersetzung ansteht. Im Dungeon laufen aber auch noch die sogenannten FOEs herum. Diese sind jederzeit sichtbar und besonders stark.

In der Regel solltet ihr sie umgehen, wenn ihr ihnen zum ersten Mal begegnet. Eine Chance habt ihr eigentlich nur, wenn ihr später wiederkommt und die Level eurer Party-Mitglieder ordentlich gestiegen sind. Immer wieder werdet ihr FOEs begegnen, die Jagd auf euch machen, bestimmte Wege abschreiten, Feuer speien und vieles mehr. Dann heißt es, diese zu umgehen. Da sie sich nur bewegen, wenn ihr euch bewegt, solltet ihr eure Laufwege also gut vorausplanen. Und hier ist das Bewegungs-/Runden-System von Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight so wichtig.

Die Begegnungen mit den FOE sorgten dann bei mir auch immer wieder für Herzklopfen. Recht früh trefft ihr zum Beispiel auf eine Art T-Rex, der euch beim Betreten eines Raums sofort entdeckt. Nun müsst ihr herumliegende Trümmer und später auch Bodenfallen dazu nutzen, den FOE auszutricksen und unbehelligt zur nächsten Tür zu kommen. Spannend wird es, wenn zwei Spezies von FOE aufeinandertreffen. So könnte es euch eine Sorte schwierig machen, durch den Raum zu kommen. Aber da gibt es ja noch den Feuerspucker, in dessen Flammen ihr den anderen FOE locken könnt. Nur wer sich in solchen Situationen einen Plan zurechtlegt und Kacheln auszählt, um den richtigen Weg zum richtigen Zeitpunkt zu gehen, kann weiter in den Dungeon vordringen. Dabei hilft vor allem die Karte auf dem Touchscreen.

Diese wird je nach Einstellung in den Optionen mehr oder weniger automatisch erstellt. Auf der niedrigsten Stufe müsst ihr die Karte komplett selbst zeichnen, also jeden Kachel Boden einfärben. Doch auch auf der höchsten Automatik-Stufe müsst ihr immer noch einiges selbst tun. Dafür gibt es verschiedene Symbole, die ihr auf der Karte platziert. So markiert ihr beispielsweise Truhen und Orte, an denen es Sammelgegenstände zu finden gibt. Aber auch Abkürzungen sollten bei Entdeckung sofort eingetragen werden. Toll: Die Sammelpunkte zeigen euch dann an, ob ihr wieder etwas einsacken könnt. So erspart man sich teils lange Laufwege und vor allem Zeit. Auch die Truhensymbole machen deutlich, ob ihr sie schon geöffnet habt.

Die Kämpfe in Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight laufen dann im Rundenschema ab. Ihr gebt also euren Kämpfern Anweisungen, die anschließend nacheinander ausgeführt werden. Eure Gegner sind allerdings nicht immer erst nach euch dran, sondern aufgrund ihres Schnelligkeitswerts auch gerne mal mittendrin. So kann es vorkommen, dass eure ausgewählte Spezialattacke nicht mehr trifft, weil euer Charakter kurz zuvor geblendet wurde. Dies macht die Kämpfe spannend, da eure Taktik auch mal durchbrochen werden kann. Und was die Taktik angeht, habt ihr fast unendliche Möglichkeiten.


In den Kämpfen habt ihr alle Zeit der Welt, um eure Aktionen auszuwählen. Das Spiel ist komplett auf Englisch.

Anhand der Story-Gruppe möchte ich euch meine Standard-Taktik erklären, die vor allem bei FOEs und Endgegnern zum Einsatz kommt. Als Tank meiner Truppe (hohe Verteidigung, viele Lebenspunkte) zieht Bertrand mit der entsprechenden Fähigkeit möglichst viele Angriffe der Feinde auf sich. Der Hauptcharakter ist für den Schaden verantwortlich und haut ordentlich rein, meistens mit Spezialangriffen. Arianna wiederum kümmert sich darum, dass Verteidigung und Angriff erhöht werden, außerdem kann sie heilen. Flavio ist für Statusänderungen der Feinde zuständig, also macht sie beispielsweise blind oder paralysiert sie. Chloe darf dann Abwehr und Angriffswert der bösen Monster verringern, konzentriert sich aber hauptsächlich auf die Heilung.

Anhand der Spezialfähigkeiten und Klassen könnt ihr den Charakteren aber auch ganz andere Rollen zuweisen. So entwickle ich den Hauptcharakter zum Beispiel in der Force-Abteilung nicht weiter, während ich bei Bertrand auf Angriffsfähigkeiten verzichten kann. Dazu erhaltet ihr mit jedem Level-UP einen Punkt, um ihn in Fertigkeiten zu investieren. Die Force-Kräfte machen eure Kämpfer kurzzeitig stärker und ihre Fähigkeiten effektiver. Für den Einsatz muss aber erst einmal die Force-Leiste aufgefüllt werden, sie stehen also nicht immer zur Verfügung. Außerdem könnt ihr Fähigkeiten weiter verstärken oder euren Kämpfern ganz neue geben, indem ihr die sogenannten Grimoires einsetzt. Dadurch kann Chloe bei mir einen Feuerspruch benutzen, während ich bei Flavio die Wahrscheinlichkeit erhöhe, Statuseffekte hervorzurufen. Die Grimoires erhaltet ihr in Kämpfen oder ertauscht sie euch später mit Nicht-Spieler-Charakteren in der Stadt.

Die Stadt ist dabei Dreh- und Angelpunkt eurer Abenteuer. Von hier brecht ihr nicht nur in den Dungeon auf, sondern nehmt auch Hauptmissionen und Nebenquests an, verkauft erbeutete Gegenstände und kauft neue Ausrüstung oder stattet dem Restaurant einen Besuch ab und verdient mit diesem sogar nebenbei Geld, indem ihr Werbekampagnen schaltet. Die Möglichkeiten sind wirklich vielzählig und ich halte mich wahrscheinlich mindestens so lange in der Stadt auf, wie im Dungeon. Dabei macht mir vor allem das Restaurant Spaß: Anhand gefundener und über Nebenquests verdienter Rezepte kocht ihr hier mit Materialien aus dem Dungeon (beispielsweise von Gegnern zurückgelassene Federn oder deren Fleisch nebst diverser Pflanzen) leckeres Essen, das euch dann eine zusätzliche Fähigkeit verleiht. Dann heilt ihr nach ein paar Schritten im Dungeon Lebenspunkte, habt eine erhöhte Giftresistenz oder startet in der ersten Runde mit zusätzlichem Feuerschaden.

Neue Ausrüstung wie Waffen und Rüstungen, Schilde oder auch Helme werden freigeschaltet, wenn ihr die passende Anzahl an Materialien im Shop verkauft habt. Da ihr selten wisst, wann es eine neue Waffe gibt und was die dann kann, ist zumindest bei mir die Aufregung immer groß, wenn ich neues Zeug loswerden kann. Kann ich dann einen neuen, coolen Schild kaufen? Oder gibt es einen neuen Zauberstab? Was wohl das nächste Paar Schuhe für Werte hat? So ist der Überraschungseffekt immer gegeben. Zumindest im Story-Modus sollte das Geld auch meistens ausreichen, um sich die neuesten Sachen leisten zu können. Im Klassik-Modus hingegen werdet ihr, solltet ihr mehr als sechs Leute erstellt haben, ständig mit Geldproblemen zu kämpfen haben. Aber so kommt auch ein gewisser Aspekt des Micromanagements hinzu, denn ihr müsst entscheiden, wer vom sauer verdienten Geld neue Ausrüstung benötigt und wer noch ein wenig länger mit der alten herumlaufen kann.


Das A und O im Abenteurerbusiness ist die richtige Ausrüstung. Abigail verkauft sie euch.

Redaktionswertung

9

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So werten wir

Unser Fazit zu Etrian Odyssey II Untold: The Fafnir Knight

Meinung von Pascal Hartmann
Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight ist ein fantastischer Dungeon-Crawler mit taktischem Tiefgang in den Kämpfen und im Dungeon selbst, der mir gerade aufgrund seines Story-Modus und dessen Figuren so gut gefällt. Puristen kommen dank des Classic Modes aber immer noch in den Genuss eines herkömmlichen Etrian Odyssey. Spielerisch ganz oben im Genre anzusiedeln, kann das Spiel aber auch auf audiovisueller Ebene überzeugen. Der Tiefeneffekt ist klasse, der Dungeon sieht toll und farbenfroh aus. Nur die schwachen Effekte der Spezialfähigkeiten und Zauber könnte man hier ankreiden. Es könnte auch dem einen oder anderen sauer aufstoßen, dass die Stadt nicht frei erkundet werden kann, sondern lediglich aus einem Menü besteht, durch das man auf die verschiedenen Möglichkeiten Zugriff hat. Doch das sehe ich persönlich sogar positiv, denn man verbringt an sich schon sehr viel Zeit dort, und wenn man dann noch hin und her rennen müsste… Ich bin mit dieser Designentscheidung also einverstanden, ihr dürft das natürlich gerne anders sehen. Es steht außer Frage: Wer das Genre mag, kommt um Etrian Odyssey 2 Untold: The Fafnir Knight nicht herum. Es ist nur schade, dass wohl so einige potenzielle Spieler von der Sprachbarriere abgeschreckt sein werden, denn man sollte schon gute bis sehr gute Englischkenntnisse mitbringen.

Kommentare 5

  • Icewulf - 17.02.2016 - 18:22

    Das Spiel scheint ja recht gut zu sein. Schade, dass ich mit Rollenspielen aus der Egoperspektive nichts anfangen kann. Vielleicht werde ichs mal bei nem Kumpel antesten.
  • DarkStar6687 - 17.02.2016 - 18:45

    Das Spiel ist wirklich super. Auf Atlus kann man sich (fast) immer verlassen, wenn es um JRPG's geht, ganz im Gegensatz zu Square. Die Serie würde nur leider über die letzten Jahre stark gemolken, so dass jetzt gerne mal eine kleine Pause kommen darf.^^
  • blither - 17.02.2016 - 19:16

    Die Demo hat mir auch sehr gut gefallen. Wie im Test erwähnt, dürfte einige die englische Sprache abschrecken, die in der Tat nicht ganz einfach ist, aber mit einem guten Basiswissen inhaltlich verständlich ist.

    Toll ist wirklich das old-school Gameplay, das stark an The Bard's Tale erinnert. Der neue Story-Modus ist wirklich eine sehr gute Ergänzung!
  • Splatterwolf - 17.02.2016 - 19:37

    Ich habe die Demo gespielt, hat mich jetzt absolut nicht begeistert. Die Wertung hier ist aber schon krass. Geht komplett an mir vorbei, auch wenn mich die Sprachbarriere nicht stört und ich JRPGs gerne spiele.

    Ich beschwer mich aber nicht, momentan kommt einfach zu viel gutes Zeug raus, was ich zocken will. :D
  • Oblomov - 18.02.2016 - 13:38

    Tolles Spiel, wird definitiv gekauft! Danke für den interessanten Test