Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Slender: The Arrival - Wii U

Germany Deutschland: Slender: The Arrival
Plattform
Wii U
Erscheinungsdatum
29.10.2015
Vertrieb
Blue Isle Studios
Entwickler
Blue Isle Studios
Genre
Adventure, Horror
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Unser Test zum Spiel: Slender: The Arrival

Von Dirk Apitz ()

Jeder, der sich auch nur ein wenig mit dem Horrorgenre befasst und sich im Internet bewegt, wird von dem kostenlosen Spiel Slender: The Eight Pages wenigstens etwas gehört haben. Dieses Spiel erlangte sehr schnell einen Kultstatus und verbreitete sich immer mehr auf Facebook. Dies lag wohl auch an den Youtube-Videos, wo Spieler sich selbst dabei abfilmten, wie sie sich gruseln. Selbst habe ich mir keines dieser Videos angeguckt und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass das Spiel wirklich so gruselig ist. Nun gibt es für die Wii U Slender: The Arrival mit noch mehr Episoden und Dennis fragte mich, ob ich nicht Lust hätte das Spiel zu testen. Hätte ich nur gewusst, worauf ich mich da einlasse...


Aus der Perspektive einer alles filmenden Kamera durchsucht ihr in Slender: The Arrival gruselige Schauplätze.

Lauren besucht das Haus ihrer Freundin Kate, die vermisst wird. Als sie am Haus angelangt, steht die Tür offen und das Fenster im Kinderzimmer von Kate ist zerbrochen. Dazu sind im Haus Zeichnungen zu finden, die auf den Slender Man hindeuten. Laurens Blut gefriert (nicht nur ihres...) als sie einen schrillen Schrei aus dem Wald hört. Also macht sich Lauren auf in den Wald und versucht alles mit der Kamera aufzunehmen und Kate zu finden. Der Beginn eines Höllentrips für Lauren und Spieler.

Ein wenig skeptisch war ich ja schon. Ein kostenloses Spiel erreicht sehr schnell einen Hype und ein wenig später programmiert man ein umfangreicheres Spiel, poliert etwas die Grafik und fertig ist ein neuer Titel. Das klingt doch alles nach schnellem Geld. Und kann das Spiel für ein paar Minuten mehr wirklich überzeugen oder ist vielleicht irgendwann die Luft raus? Immerhin spendierte Hadley, der Schreiberling des Slender-Mythos, uns eine komplette Geschichte. Dies ist auch gleichzeitig die größte Neuerung in diesem Spiel. Das Besondere dabei ist, dass man selbst bestimmt, wie viel man wirklich von der Geschichte mitbekommt. Denn diese wird überwiegend über die Zettel, Briefe und Zeitungsartikel erzählt, die im kompletten Spiel enthalten sind. Sammelt bzw. findet man nicht alle, so bleibt nur die Suche nach Kate ohne jegliche Hintergrundinformationen. Es macht dabei auch keinen Sinn, sich zu merken, wo die Briefe sind. Denn bei einem Neustart einer Welt, sind diese oft an anderen Stellen und die Umgebung selbst, verändert sich ebenfalls manchmal.

Diese Welten könnten nicht grusliger sein. Fängt man nach an einem Tag im Wald an und untersucht ein Haus, so ist der nächste Levelabschnitt ein düsterer Wald, wo man auch immer wieder die dunkle Gestalt des Slender Mans sieht. Als ob das nicht gruselig genug ist, muss man später in einer alten Miene 8 Generatoren anwerfen, um einen Fahrstuhl zu aktivieren. Da es für die Entwickler dabei noch nicht gruselig genug war, den Slender Man auch hier immer wieder auftauchen zu lassen, mussten sie auch noch eine creepy Version von Kate auf den Spieler loslassen. Wer hier noch nicht an einem Herzinfarkt gestorben ist, der darf sich dafür auf ein Kellergewölbe freuen, wo immer wieder das Licht ausgeht und man im flackernden Licht eine andere, düstere Gestalt sieht. Die Atmosphäre ist dabei immer extrem dicht. Das Spiel schafft es mit einfachen Mitteln, dafür aber mit wenig Jump-Scare, das Blut in den Adern gefrieren zu lassen und den Adrenalin-Spiegel auf ein enormes Level zu bringen. Nach einer halben Stunde Spielzeit kostete es wirklich sehr viel Überwindung, in diese besagte Miene zu treten.

Dies hat mich am meisten positiv überrascht. Ich hatte wirklich ständig Angst. Die Gefahr ist allgegenwärtig. Sobald man eine helle Welt betritt, ist man richtig erleichtert, doch auch hier sollte man sich nicht zu sicher fühlen. Spätestens wenn man durch das Feld gejagt wird (ihr seht schon: dieses Spiel lässt keinen klassischen Schauplatz aus), ist es mit dem sicheren Tag aus. Dazu immer ein flackern in der Kamera, ein Schrei oder auf einem Berg eine schwarze Gestalt. Ich bin wirklich nicht schreckhaft und egal ob Spiel oder Film, ich dachte, mich kann nichts mehr gruseln. In Slender: The Arrival wurde ich eines Besseren belehrt und erlebte einen wahren Höllentrip. Immer wieder musste ich das Spiel unterbrechen, um wieder runter zu kommen. Ständig musste ich losschreien und in keinem Spiel hatte ich einen so hohen Adrenalin-Spiegel. Meine Freundin, die mir zugucken wollte, hat nach einer Stunde den Raum verlassen. Ich selbst will dieses Spiel auch nie wieder anfassen. Dies ist für so ein Spiel aber positiv gemeint und es hat mich schwer beeindruckt, wie einfach es eigentlich, ist jemanden zum Gruseln zu bringen.

Einfach ist auch die Steuerung. Mit dem linken Stick lenkt ihr eure Figur, mit dem rechten schaut ihr euch um. Mit dem A-Button nehmt ihr Gegenstände auf oder öffnet/schließt Türen und Fenster und mit ZR könnt ihr rennen. Später sollte man aber diesen Button nicht zu oft drücken, da man tatsächlich darauf vorbereitet sein sollte, wegzurennen. Mit B könnt ihr zudem zoomen und mit Y schaltet ihr eure Taschenlampe an (die Taschenlampe wird im Übrigen dein bester Freund...). Ihr seht alles durch eine Kamera, was der Atmosphäre gut tut. Was aber sehr schade ist, ist die fehlende Einbindung des Gamepads. In so einem Spiel hätte es wirklich viele Möglichkeiten gegeben, das Display zu nutzen. So nutzt ihr das Display aber nur als zweiten Bildschirm mit einer stark heruntergeschraubten Grafik.

Das Spielprinzip ist ebenfalls ganz einfach gehalten: erkunden, sammeln oder aktivieren. Mehr braucht das Spiel nicht – ein sehr minimalistisch gehaltenes Adventure also. Da es nur 9 kurze Abschnitte gibt, wird es nicht zu eintönig, aber dafür eben sehr kurz. Dabei muss man immer drauf achten, nicht vom Slender Man gefasst zu werden. Je größer die Angst, desto stärker wird er. Wenn ihr ihn also seht und die Kamera anfängt zu flackern, dann solltet ihr lieber rennen und ihn nicht ewig anstarren. Leider ist das Spiel dabei nie wirklich herausfordernd. Selbst im höheren Schwierigkeitsgrad (ich war wirklich so mutig und habe die letzten 3 Welten im höchsten Schwierigkeitsgrad versucht) schafft man alles recht schnell. Oft kommt das Versuch und Irrtum-Prinzip dabei zum Vorschein. Der zweite Versuch klappt oft und der Spieler verspürt keine spielerische Herausforderung. Ein höherer Schwierigkeitsgrad hätte dem Ganzen die Krone aufgesetzt und der ultimative Horror wäre perfekt. Theoretisch kann man das Spiel in unter 2 Stunden knacken, wenn man nicht alles erkundet. Auch für den kleinen Preis kann man etwas mehr Spielzeit erwarten.

Die Grafik wurde zum Vergleich zum Original deutlich verbessert und für den Preis kann man sich diesbezüglich auch nicht beschweren. Viele Texturen sehen nicht wirklich gut aus und manche Objekte könnten etwas aufwendiger designt sein. In der Totalen sieht es dafür sehr gut aus. Worüber man sich aber beschweren kann, sind die Ruckler. An manchen Stellen kommt es tatsächlich zu kleineren Rucklern. Da das Spiel die Konsole bei Weitem nicht ausreizt, ist das ein wirklich unnötiges Manko. Dafür glänzen Soundtrack und Soundeffekte, wenn man einmal vom Gamepad absieht. Denn die Toneffekte aus den Gamepad-Lautsprechern sind oft asynchron oder klingen gänzlich falsch. Das verwirrt und wirkt ebenfalls nicht rund.


Der Umfang des Spiels ist eher gering, aber eine Gruselstimmung verbreitet das Abenteuer auf eindrucksvolle Weise.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Slender: The Arrival

Meinung von Dirk Apitz
Wenn der Dennis euch fragt, ob ihr nicht einen Test schreiben wollt, dann lehnt dieses Angebot sofort ab! Ich glaube, ich habe jetzt noch mehr Haare verloren und bin um 10 Jahre gealtert. Der tägliche Abendspaziergang durch den Park fällt nun auch flach. Slender: The Arrival zeigt eindrucksvoll, dass es keine Grafikexplosion braucht, um eine dichte und gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Menschen, die sich schon bei anderen Spielen oder Filmen am liebsten unter der Bettdecke vergraben, sollten dieses Spiel wirklich meiden. Der Adrenalin-Spiegel steigt wirklich extrem hoch. Aber wer Spaß dran hat, der verdunkelt sein Zimmer und erlebt einen spaßigen, dafür aber auch einen sehr kurzen Horrortrip. Für Horrorfans ist dieses Spiel so oder so ein Pflichtkauf, gerade bei diesem Preis.

Kommentare 8

  • TorbenHochfeld - 01.11.2015 - 20:10

    Gut geschriebenes Review! Was ich mich frage ist, wie man es ab 12 freigeben kann, wenn es so verdammt gruselig ist?
  • Alex15 - 01.11.2015 - 20:12

    Super geschrieben, der liebe Dirk tut mir fast schon leid :P
    Das mit den sound beim gamepad klingt aber nicht so toll, ansonsten ist es halt slender. Habe schon bei project zero Angst, ich glaube Mal dass slender nichts für mich ist ;)
  • Dirk Apitz - 01.11.2015 - 20:44

    @braunschweiger

    Das Spiel ist kaum blutig dennoch hätte eine Wertung ab 16 auch nicht so falsch ausgesehen
  • ( ͡° ͜ʖ ͡°) - 01.11.2015 - 22:03

    Slender ist extrem überbewertet. Falls ihr es unbedingt spielen wollt, dann holts die gratis Version. Das Video sagt eigentlich alles über Slender:
    m.youtube.com/watch?v=OUkPVGOhd8s
  • Alex15 - 01.11.2015 - 22:39

    ( ͡° ͜ʖ ͡°) schrieb:

    Slender ist extrem überbewertet. Falls ihr es unbedingt spielen wollt, dann holts die gratis Version. Das Video sagt eigentlich alles über Slender:
    m.youtube.com/watch?v=OUkPVGOhd8s

    Mir fällt erst jetzt auf das du der EA und Wii u fan boy warst.....erklärt einiges......

    Es ist nicht wirklich überbewertet, es macht Spaß und das ist wichtig. Weiß jetzt nicht ob diese "kostenlose" Version offiziell ist und auch dieselbe wie bei der Konsolen Variante aber man kann schon die eshop Version holen, dadurch unterstützt man die Entwickler die sich Mühe machen um diese spiele zu kreieren.
  • Dirk Apitz - 01.11.2015 - 23:26

    Im Test wurde ja erklärt, dass die kostenlose Version deutlich abgespeckt ist und es nur ein kleines aber feines Browsergame war. Wer es überbewertet findet, muss es ja nicht kaufen. Alles ok.
  • ChromXsome - 01.11.2015 - 23:43

    Hab es früher mal gespielt, die gratis Browser Version da.
    Und verdammt scheisse, dort habe ich gemerkt was für eine pussy ich doch eigentlich bin xDD
  • Nebura - 02.11.2015 - 12:38

    Also wenn es echt SO gruselig sein soll geb ich dem Spiel ne Chance, denn die meisten Horrorspiele heutzutage sind zum Gähnen langweilig.