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Unser Test zum Spiel: Pokémon Rumble World

Von Kevin Maßmann ()
Das Kalenderjahr 2016 dürfte, wenn man in ein paar Jahren darauf zurückblickt, im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag als DAS Pokémon-Jahr in Erinnerung bleiben. Das erste Videospiel, welches die Ereignisse des Jubiläumsjahres einläuten darf, ist dabei die Retailversion von Pokémon Rumble World für den Nintendo 3DS. Während der Titel bereits seit 2015 als Free-to-Play-Variante im Nintendo eShop angeboten wird, können Fans seit kurzer Zeit nun auch eine Retail-Version im Einzelhandel erwerben, die komplett ohne bezahlbare Mikrotransaktionen daherkommt. Ich durfte mich in den vergangenen Tagen intensiv mit der Retail-Version von Pokémon Rumble World befassen und stütze mich in diesem Test deshalb auch vornehmlich auf diese Fassung. 


Hier beschützt ihr als Pikachu ein befreundetes Mii. Dusselgurr beobachtet aus der Ferne.
 
Alte Hasen der Pokémon Rumble-Reihe werden sich in Pokémon Rumble World schnell zurecht finden und auch Neulinge dürften keine großen Probleme beim Einstieg in das Spiel bekommen. Auch in Pokémon Rumble World trefft ihr – im Gegensatz zu den herkömmlichen Pokémon-RPGs oder anderen Spin-Offs – nicht auf lebende Pokémon, sondern auf Spielzeugfiguren von Pikachu, Froxy und mehr als 700 anderen Pokémon. Dabei werdet ihr gleich zu Beginn eures Abenteuers vom König des Spielfigurenlandes aufgefordert, möglichst viele Pokémon-Figuren zu sammeln. Dafür reist ihr mit einem Heißluftballon an nahe und weitentfernte Areale, in denen sich die verschiedensten Pokémon tümmeln. Von A wie Absol bis Z wie Zubat!
 
Jede Pokémon-Spielzeugfigur, die sich in eurem Besitz befindet, kann in den verschiedenen Gebieten von euch gesteuert werden. Habt ihr bereits eine frühere Pokémon Rumble-Episode, vor allem Super Pokémon Rumble für Nintendo 3DS, gespielt, so werdet ihr im grundlegenden Gameplay so gut wie keine spürbare Veränderung feststellen. Ihr lauft mit eurem Pokémon also weiterhin in Echtzeit durch die linear aufgebauten Umgebungen, indem ihr das Schiebepad (oder wahlweise auch Steuerkreuz oder C-Stick) in die gewünschte Richtung drückt. Jedes Pokémon verfügt dabei über maximal zwei Attacken, die ihr in beliebiger Häufigkeit durch Drücken der A- bzw. B-Taste auslöst. Ganz genau: Anders als in klassischen Pokémon-Editionen kämpft ihr in Pokémon Rumble keinesfalls rundenbasiert. Stattdessen prügelt ihr auf eure Widersacher ein, indem ihr eure jeweiligen Angriffe vollzieht. Natürlich wehren sich eure Gegner auch, weshalb ihr die gegnerischen Bewegungsmuster ständig im Blick halten müsst, um durch Ausweichmanöver möglichst geringen Schaden zu nehmen. 
 
Ein weiterer Unterschied im Vergleich zu den Pokémon-Editionen: Ihr könnt gegnerische Pokémon, die euch meist übrigens in ganzen Herden erwarten, schon aus der Ferne erhaschen. Das hat den Vorteil, dass ihr ein geeignetes Pokémon aus eurem Inventar in den Kampf schicken könnt, bevor ihr euch ins nächste Gruppengefecht wagt. Natürlich verfügt jedes Pokémon über einen eigenen Typ, welcher gegen andere Typen effektiv oder besonders anfällig ist. Eine Herde Karpadors sollte also beispielsweise mit einem Pikachu oder ähnlichen Blitz- oder Pflanzen-Pokémon bekämpft werden. Wobei in diesem Fall wohl auch jedes andere Pokémon ausreicht. Oder ein Kieselstein... 
 
Da wir gerade von Disparitäten zu klassischen Pokémon-Editionen sprechen: Spielzeug- Pokémon können im Gegensatz zu realen Pokémon nicht trainiert werden, etwa um ihre Stärken zu verfeinern. Jedes Spielzeug-Pokémon verfügt stattdessen über eine individuelle Stärke (zum Beispiel 77 oder 256), die nicht weiter ansteigen kann. Damit geht einher, dass Pokémon, die ihr zu Beginn eures Abenteuers erhalten habt, schnell sinnlos werden. Wollt ihr dennoch ein bestimmtes Pokémon mit einer hohen Stärkeausprägung ins Team holen, so müsst ihr wohl oder übel danach suchen.
 
Am Ende eines jeden Levels, welches für gewöhnlich aus etwa fünf linearen Abschnitten besteht, erwartet euch ein Boss-Pokémon. Dieses verfügt über eine besonders lange Energieleiste und dürfte euch am ehesten vor Probleme stellen. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass der Schwierigkeitsgrad von Pokémon Rumble World alles andere als anspruchsvoll ist und erst zum Ende hin anzieht. Erstmals in einem Pokémon Rumble-Spiel dabei sind übrigens auch die Mega-Entwicklungen, die euch noch stärker machen.
 
Zwischen euren einzelnen Erkundungstouren findet ihr euch auf einer (sehr überschaubaren) Oberwelt wieder. Hier könnt ihr im Laden neue Ballonflüge oder Items und Ausrüstung erwerben, dem König des Spielfigurenlandes einen Besuch abstatten oder in einen Heißluftballon steigen. Jeder erworbene Heißluftballon fliegt an einen festgelegten Zielpunkt, etwa ins Silber-Archipel oder zum Rubin-Vulkan. An jedem Zielpunkt gibt es jedoch drei oder sogar mehrere Landepunkte, wobei diese bei jedem Ausflug per Zufall angeflogen werden. Das kann manchmal ganz schön nervig sein, wenn ihr einen bestimmten Landepunkt besuchen wollt, weil ihr beispielsweise auf der Suche nach einem konkreten Pokémon seid.
 

In der Oberwelt könnt ihr neue Routen kaufen oder den König des Spielfigurenlandes besuchen.
 
Auch nach 20 Jahren verliert der Ausruf „Schnapp´ sie dir alle!“ noch kein bisschen an seiner Bedeutung. Natürlich ist es auch in Pokémon Rumble World euer oberstes Ziel, alle verfügbaren Pokémon zu erhalten. Besiegt ihr ein Pokémon, so bleibt sein Plastikkörper mit einer (unbekannten und bei jedem Pokémon anderen) Wahrscheinlichkeit liegen, um von euch aufgenommen zu werden. Wollt ihr also unbedingt ein Hariyama in euer Team aufnehmen, so müsst ihr einfach so viele Hariyamas finden und besiegen, bis sich euch eines anschließt. Da die Pokémon allerdings nicht ihren Aufenthaltsort wechseln und sich immer in ihren gleichen Umgebungen aufhalten, dürfte die Suche nach euren favorisierten Pokémon noch das geringste Problem sein. Übrigens: Die Ballonflüge, die ihr euch im Laden erwerben könnt, wurden nach den Pokémon-Editionen sortiert. Im Saphir-Meer werdet ihr demnach in erster Linie Pokémon aus der (Alpha) Saphir-Edition auftreffen!
 
Die Besuche beim König sind übrigens nicht nur kosmetischer Natur, schließlich hat der kraft Erbfolge legitimierte Kronenträger in regelmäßigen Abständen Aufträge für euch am Start. Diese bringen zumindest etwas Variation ins ansonsten äußerst monotone Spielgeschehen, da ihr hier etwa Miis eskortieren oder im Battle Royale möglichst schnell verkloppen müsst. Da auch vor jedem Auftrag eine Richtstärke angegeben wird, wisst ihr schon im Vorfeld, ob ihr für die bevorstehende Herausforderung gewappnet seid. Durch erfolgreiches Bewältigen der Aufträge macht ihr nicht nur den König und sein Volk glücklich, sondern erhaltet obendrein auch noch PokéDiamanten.
 
PokéDiamanten sind übrigens ein äußerst kontroverses Thema: In der Retail-Version werdet ihr gleich zu Beginn mit 3.000 PokéDiamanten vom König höchstpersönlich beschenkt und erhaltet anschließend an jedem Kalendertag weitere 40 Edelsteine. Beides fehlt offensichtlich in der Free-to-Play-Variante, da ihr euch die PokéDiamanten in der ansonsten kostenfreien Download-Version gegen echtes Geld erwerben könnt. PokéDiamanten sind unentbehrlich, um im Spielverlauf voranzuschreiten, da ihr neue Routen für Heißluftballons (und bestimmte Items) ausschließlich mit den Diamanten finanzieren könnt. Natürlich spielt es sich oftmals wesentlich angenehmer, wenn man nicht ständig auf seinen PokéDiamanten-Kontostand schauen muss, wie es in der Retail-Version der Fall ist.

Tatsächlich hatte ich hin und wieder jedoch den Eindruck, dass Pokémon Rumble World als Retail-Version mit der Tatsache, unbegrenzte PokéDiamanten zu besitzen, ungewollt einfacher wird. Ein Beispiel: Ist die Energieleiste eures Spielzeug-Pokémon leer, so habt ihr verloren und müsst das gesamte Level von vorn starten. Alternativ könnt ihr jedoch auch zwei PokéDiamanten zahlen, um das Spiel von der Stelle aus fortzusetzen, an der ihr gescheitert seid. Während ihr in der Free-to-Play-Version, in der unter Umständen echtes Geld auf dem Spiel steht, vermutlich zwei Mal über den Einsatz der PokéDiamanten nachdenken werdet, schaden euch die (absolut) gleichen Kosten in der Retail-Version nur marginal. 


Käufer der Retail-Version erhalten 3.000 PokéDiamanten geschenkt. Nie wieder Geldsorgen!

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Pokémon Rumble World

Meinung von Kevin Maßmann
Pokémon Rumble World konnte mich für kurzweilige Runden in der Welt der Spielzeug-Pokémon durchaus fesseln. Das Spielprinzip wurde zwar nur in kleinen Zügen erweitert, bietet euch im Vergleich zur jüngsten Episode Pokémon Rumble U dennoch wieder deutlich mehr Freiheiten. Pokémon-Fans, die vielleicht mal etwas Abwechslung von taktisch geprägten Rundenkämpfen und textlastigen Rollenspielen in Kalos und Co. brauchen, dürfen ohne Zweifel einen Blick riskieren. Erwartet allerdings kein hinreichend anspruchsvolles Abenteuer, was Pokémon Rumble World sicherlich auch gar nicht sein will. In jedem Falle empfehle ich allerdings zunächst die kostenlose Free-to-Play-Version, die euch einen transparenten Einblick in die Vollversion ermöglicht.

Kommentare 6

  • -Florian- - 07.02.2016 - 16:11

    Das heißt, man kann sich in der Retail-Version im Gründe immer alles, was im Läden zu finden ist, sofort kaufen, wie? Irgendwie geht da der Sinn des "Kaufens" verloren...

    Ich komme in der kostenlosen Version bestens klar. Ich Spiele ziemlich selten, treffe trotzdem jeden Tag (dauert ja nicht lang) die "Gratis-Miis", um die Klunker zu sammeln. Und ab und zu gebe ich dann was aus.
  • G4M3R - 07.02.2016 - 16:31

    So wirklich Bock auf die Retail Version von Pokémon Rumble World habe ich jetzt auch nicht.
    Die Diamanten sind auf dem Modul gespeichert und wenn ich das Spiel lustig oft neu starte bekomme ich jedes mal 3.000? Kein dummer Code für 3.000 Diamanten der in der Verpackung liegt?!

    Ich nehme es vllt. mal für'n 20er als #Sammlerbedarf mit, aber wirklich wichtig ist es mir nicht, die Free2Play Variante habe ich ziemlich weit gespielt, bis zu einem Punkt wo man überlegt ob man nicht etwas Geld investiert oder es sein lässt...

    Mal gucken, kommt Angebot, kommt Rat.
  • Klack3er - 07.02.2016 - 19:41

    Sehe ich ähnlich. Ist für mich einfach kein Vollpreistitel. Wenn das Spiel mal günstiger wird, hole ich es mir für die Sammlung. Vorher lohnt es sich aber für mich nicht
  • Alex15 - 07.02.2016 - 20:54

    free2play Variante ist für mich die bessere Lösung. 3.000 Diamanten sind ganz nett aber wirklich ein vollpreis Titel ist es deshalb nicht.
  • RPGKING.FOREVER - 07.02.2016 - 21:05

    Ich habe damals die Free-To-Play Version von dem Spiel gespielt und fande die sehr gut es könnte mich für sehr viele Stunden beschäftigen doch jetzt nochmal das Spiel als Retail Version zu holen und alles nochmal von Anfang an zu machen nein danke kein Interesse .
  • SkorpMaster - 08.02.2016 - 18:10

    Alex15 schrieb:

    free2play Variante ist für mich die bessere Lösung. 3.000 Diamanten sind ganz nett aber wirklich ein vollpreis Titel ist es deshalb nicht.

    Du musst bedenken.

    Ab dem "Kauf" von 3000 Diamanten kannst du keine mehr kaufen. Bekommst im Spiel dann sowas wie ne Mine wo man dann täglich 40/50 Diamanten besorgen. Ergo ist es automatisch ein "Vollpreis" Titel nach dem Starten :)