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Test zu Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 - Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
08.04.2016
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
SEGA
Genre
Sport, Party
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 1
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Unser Test zum Spiel: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

Von Roman Dichter ()

Die Olympischen Spiele in Rio nähern sich unaufhaltsam! Schon in wenigen Monaten ist der Kampf um die Medaillen eröffnet. Und so sicher wie die Spiele kommen, bescheren uns auch Mario und Sonic wieder ein begleitendes Videospiel, das euch auf den Nintendo-Konsolen verschiedene Sportarten in Form von Minispielen selbst erleben lässt. Werfen wir also einen Blick auf die 3DS-Version von Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016.


Bei jeder Disziplin dürft ihr verschiedene Charaktere oder euer Mii wählen.

Die Disziplinen
Wenn ihr es wollt, könnt ihr ohne großen Schnickschnack ganz direkt eine von 14 Sportarten auswählen und loslegen. Bei der Charakterauswahl wird euch aus dem recht großen Feld von Figuren aus dem Mario- bzw. Sonic-Universum in jeder Sportart eine Auswahl von sechs Charakteren präsentiert, von denen ihr einen (oder euer Mii) antreten lassen könnt. Nach einer kurzen Einführung geht der Spaß los. Zu jeder dieser Olympischen Disziplinen (die ohnehin nicht zu 100% auf Realismus setzen, sich aber doch im Wesentlichen an die realen Vorbilder anlehnen) gibt es eine sogenannte Plus-Disziplin, in der es noch etwas spektakulärer zugeht. Sehen wir uns die Sportarten genauer an:

Fußball
Das Kicken gehört zu den umfangreichsten Disziplinen und dauert ca. vier Minuten. Ihr könnt die Zeit aber im Voraus zwischen zwei und zehn Minuten einstellen. Wie alle Sportarten wird uns Fußball in einer auf das Wesentliche reduzierten Variante präsentiert – ihr müsst also keine umfangreiche Simulation inklusive gelber Karten für das Ausziehen des Trikots beim Torjubel erwarten. Es gibt sechs Spieler pro Team und ihr dürft lang und kurz passen, schießen, sprinten und foulen. Manchmal ist ein Superschuss möglich (das erinnert mich an Nintendo World Cup, eines meiner ersten Game Boy-Spiele), dieser landet oft im Tor oder setzt zumindest vorübergehend den Torhüter außer Gefecht, sodass ein Nachschuss wahrscheinlich drin ist. In der Plus-Variante gibt es zudem eine Bonusanzeige, die euch, wenn sie gefüllt ist, ein Item beschert. Wundert euch also nicht, wenn plötzlich ein Schildkrötenpanzer über das Spielfeld saust. Insgesamt weiß Fußball als Minispiel durchaus zu unterhalten und hat mir schon spannende Duelle gegen Sonic geliefert.

Golf
Neben Fußball ist Golf sicher die Vorzeige-Disziplin des Spiels. Gespielt werden neun Löcher, wobei ihr wahlweise bei Loch 1 oder bei Loch 10 starten dürft. Ihr findet viele Elemente, die aus anderen Golf-Simulationen bekannt sind: Verschiedene Schläger lassen den Ball unterschiedliche Distanzen zurücklegen, die grobe Richtung legt ihr vor dem Schlag fest und variierende Windverhältnisse beeinflussen den Flug. Auf dem Grün könnt ihr die meist unebenen Bodenverhältnisse analysieren und müsst somit genau auf Richtung und Stärke eures Schlages achten, um erfolgreich einzulochen. Auch wenn sich das alles nicht neu anhört: Golf kommt schon sehr nah an ein vollwertiges Spiel heran und wirkt somit nicht wie ein kleines Minispiel unter vielen. Was bei Wii Sports die Bewegungssteuerung ist, ist bei Mario & Sonic der Touchscreen: Beim Schlag führt ihr den darauf zu sehenden Schläger zunächst beliebig weit zurück und bestimmt damit die Kraft des Schlags, dann zieht ihr ihn wieder vor zum Ball. Ob ihr diesen mittig trefft, beeinflusst auch den Flug. Das Steuerungs-Konzept wurde insgesamt gut und durchdacht umgesetzt. Die Plus-Disziplin beschert dem Teilnehmer mit den wenigsten Schlägen eine Sternenmünze, deren Anzahl am Ende über den Sieg entscheidet. Außerdem peppen besondere Hindernisse das Erlebnis weiter auf.

100 m
Kommen wir nun zu weniger umfangreichen Disziplinen, die eher als klassische Minispiele bezeichnet werden können. Der Sprint über 100 Meter ist schnell erklärt: Zu Beginn drückt ihr den B-Knopf und lasst ihr zum Start rechtzeitig los. Dann wird – ganz typisch – so oft wie möglich der A-Knopf gedrückt, um Geschwindigkeit aufzubauen. Unter Umständen ist auch ein Supersprint möglich. 100 m Plus bietet zudem ein Item-Roulette vor dem Start, das euch verschiedene Gegenstände generieren kann, mit denen ihr schneller zum Ziel gelangt. Der Sprint ist unterm Strich altbekanntes Knopfhämmern, bis der Finger qualmt – als Minispiel zwischendurch unterhaltsam, aber nichts Besonderes.

110 m Hürdenlauf
Beim Hürdenlauf kommt zum oben beschriebenen 100 m-Konzept noch eine zusätzliche Aktion hinzu: Per Knopfdruck überspringt euer Sportler eine Hürde. Hier kommt es besonders aufs Timing an, denn präzise Sprünge geben euch einen Schub. Die Abwechslung zwischen dem wilden Gasgeben und dem präzisen Springen macht diese Disziplin schon schwieriger und interessanter als den hindernislosen Sprint. Die Plus-Variante sorgt zudem dafür, dass sich die Hürden nach oben und unten bewegen, weshalb ihr euch zwischen einem hohen und einem flachen Sprung entscheiden müsst. Das macht die Sache natürlich noch etwas anspruchsvoller.


Kurz vor dem Start: Macht euch bereit für den 110 m Hürdenlauf!

Weitsprung
Der Weitsprung besteht aus drei Phasen: Zunächst müsst ihr Geschwindigkeit aufbauen – wie beim Sprint durch schnelles Knopfdrücken. Ein weiterer Knopfdruck löst den Absprung aus. Hier kommt es besonders darauf an, den richtigen Moment zu erwischen. Wer zu früh springt, verschenkt wertvolle Zentimeter, ein zu später Absprung ist ungültig. In der Luft gibt euch ein gut getimter weiterer Knopfdruck zusätzlichen Schub. Verrückter ist wie immer die Plus-Variante. Hier springt ihr auf eine große Sprungfeder, die sich langsam biegt und versucht, in einem günstigen Winkel abzuspringen. Beide Varianten wissen zu unterhalten und motivieren dazu, die eigenen Rekordweiten zu verbessern.

Speerwerfen
Wie beim Weitsprung gibt es hier eine Mischung aus Geschwindigkeit und Timing, hinzu kommt aber die Präzision. Der Anlauf wird hier nicht durch die Knöpfe bestimmt, sondern durch den Touchpen. Bewegt ihn schnell auf dem Touchscreen hin und her, um Tempo aufzubauen. Entscheidend ist, wann ihr damit aufhört, denn der Athlet kommt nicht sofort zum Stillstand und eine nahende Bodenmarkierung darf nicht übertreten werden. Damit der Wurf gut wird, müsst ihr nun einen Strich zeichnen, der den Abwurfwinkel bestimmt. Der ideale Winkel variiert abhängig von den jeweiligen Windverhältnissen, sodass ihr euch bei jedem Wurf neu orientieren müsst. Beim Speerwerfen Plus verlangsamt sich während des Abwurfes die Zeit und ihr dürft mehrere Striche zeichnen, werft also viele Speere zugleich, die unterschiedliche Weiten erreichen. Die verschiedenen Werte werden zu einer Gesamtdistanz addiert – eine coole Idee für ein unterhaltsames Minispiel!

Schwimmen
Das 100 m Freistil-Schwimmen wird mit dem Touchpen gespielt. Zieht Kreise, um zu schwimmen. Dabei dürft ihr es aber nicht übertreiben, sonst werdet ihr wegen der begrenzten Ausdauer eher langsamer. Ein präzise getimtes Antippen ist für eine gelungene Wende notwendig und auf dem Rückweg ändert sich die Richtung eurer gezogenen Kreise. Natürlich gibt es auch hier eine Plus-Disziplin. Dabei erzeugt ein Steinblock große Wellen. Eure Aufgabe ist es dann, durch rechtzeitiges Antippen des Screens auf der Welle zu surfen oder unter ihr hinweg zu tauchen – je nachdem, ob sie von vorn oder hinten kommt. Wird der ideale Zeitpunkt verpasst, kostet das Zeit. Richtig begeistern konnte mich das Schwimmen nicht, kommen wir also zu einer interessanteren Disziplin.

Bogenschießen
Hier kommt die Bewegungssteuerung zum Einsatz – allerdings nicht in Form von wildem Fuchteln, vielmehr ist Präzision gefragt. Wenn ihr euch zum Schuss bereit macht, habt ihr wenige Sekunden Zeit, um das Ziel durch Bewegen des Handhelds anzuvisieren. Dabei wackelt das Sichtfeld zunächst stark, dann abnehmend. Zudem müsst ihr den Wind und die Distanz zur Zielscheibe mit einkalkulieren und im richtigen Moment den Pfeil auf die Reise schicken. Das macht auch wirklich Spaß, weil man durch Übung besser werden kann, aber dennoch durch die Rahmenbedingungen und die geforderte Präzision beim Halten des 3DS immer wieder neu gefordert wird. Bogenschießen Plus verzichtet auf Zielscheiben und präsentiert euch stattdessen bewegliche Buu Huus, von denen ihr mit Geschick sogar mehrere zugleich treffen könnt – auch eine spaßige Herausforderung!

Reitsport
Ihr steuert euren vierbeinigen Freund mit dem Schiebepad und überspringt durch gut getimte Knopfdrücke Hindernisse. Misslingt dies, gibt es eine Zeitstrafe. Auch ein Supersprint gibt euch bei Bedarf zusätzlichen Schub. Trotzdem ist diese Disziplin eher eintönig. Immerhin peppt die Plus-Variante das Ganze auf und stellt euch Hindernisse in den Weg, denen ihr ausweichen müsst. Pferdeliebhaber werden vielleicht mehr Spaß daran haben, ich ziehe aber lieber weiter zur nächsten Sportart.


Wer sagt eigentlich, dass Jockeys immer klein und zierlich sein müssen?

Tischtennis
Das Spiel mit dem kleinen Ball ist schon deutlich unterhaltsamer als Reitsport, wenngleich es einfach gestrickt ist. Ein gerader Schlag, ein Backspin und hin und wieder ein Superschlag lassen sich ausführen, während ihr euch mit dem Schiebepad bewegt und die Schlagrichtung festlegt. Ansonsten kommt es einfach auf eure Reaktionsschnelligkeit und präzises Timing an – und genau das motiviert daran und macht einfach Spaß. Tischtennis Plus verändert die bekannten Regeln: Die Tischtennisplatte ist breiter und auf jeder Seite in drei Felder unterteilt. Berührt der Ball ein Feld, wird eine darauf sichtbare Zahl um 1 erhöht. Kann euer Gegner den Ball nicht zurückspielen, erhaltet ihr die Punktzahl des zuletzt berührten Feldes. Diese wird wieder auf null gesetzt, die anderen Punkte bleiben erhalten. So kann es passieren, dass ihr zwar regelmäßig Punkte einsammelt, sich die Punktwerte auf eurer Seite aber immer weiter erhöhen. Dann kann der Gegner schon mit einem Schlag gewaltig aufholen – und das macht den besonderen Reiz dieser (sicher nicht ganz fairen) Variante aus.

Beachvolleyball
Böse Zungen behaupten, dass dieser Sport nicht wegen der athletischen Leistungen geliebt wird, sondern aus rein optischen Gründen. Das Gegenteil beweisen Mario und Sonic – zumindest glaube ich nicht, dass jemand von Donkey Kongs Allerwertestem abgelenkt wird… Jedenfalls ist auch diese Disziplin vom Gameplay her einfach gehalten: Euch reicht im Grunde ein Knopf, den ihr im richtigen Moment betätigen solltet, um einen Ball anzunehmen, eurem Partner aufzulegen oder ins gegnerische Feld zu schmettern. Zusätzlich müsst ihr auf Felder auf dem Boden achten, die euch anzeigen, wo der nächste Ball landen wird. Seid also rechtzeitig dort, um ihn zu erwischen. Auch beim Beachvolleyball ist gelegentlich ein Superangriff möglich, der vom Gegner nur mit viel Glück und perfektem Timing erreicht werden kann. Das Spiel ist recht unterhaltsam, allerdings auf Dauer dann doch zu einfach gestrickt, um wirklich zu begeistern. In der Plus-Disziplin gibt es Bingo-Felder auf dem Spielfeld, die aktiviert werden, wenn dort ein Ball aufkommt. Drei aktivierte Felder in einer Reihe sorgen für reichlich Bonuspunkte. Diese Variante ist ein ganz netter Zusatz, mehr aber nicht.

BMX
Schwingt euch aufs Rad und hämmert auf die A-Taste, um eure Gegner zu überholen! Auf dem hügeligen Kurs lenkt ihr mit dem Schiebepad und gewinnt wertvolle Sekunden durch gut getimte Sprünge und den passend eingesetzten Supersprint. Das Ganze ist nicht sehr komplex und motiviert nicht langfristig, als Minispiel für zwischendurch ist BMX aber durchaus gelungen und kann reichlich Laune machen. BMX Plus macht den Kurs noch interessanter, weil ihr Gegnern ausweichen müsst und Goldringe einsammeln könnt.

Boxen
Beim Kampfsport dürft ihr im Vorfeld wählen, ob ihr mit automatischer Deckung (bei der ihr euch langsamer bewegt) oder mit manueller Deckung (bei der ihr diese stets per Knopfdruck aktivieren müsst) antretet. Ich empfehle klar die manuelle Deckung, weil der Geschwindigkeitsvorteil entscheidend sein kann und die Steuerung nicht so komplex ist, dass man durch das zusätzliche Beachten der Deckung überfordert werden könnte. Zwei Schlagvarianten und einen bei gefüllter Anzeige einsetzbaren Superschlag könnt ihr ausführen, während ihr euch im Ring nach links und rechts bewegt. Bei geleerter Energieanzeige geht ein Kämpfer zu Boden, rappelt sich beim ersten Mal aber wahrscheinlich wieder auf, was durch schnelles Drücken der A-Taste forciert werden kann. Boxen bietet viel Bekanntes und gute Ansätze, aber geht nicht genügend in die Tiefe, um längerfristig zu unterhalten. Zu groß ist der Abstand zu vollwertigen Prügelspielen – darum war ich wenig motiviert, öfter in den Ring zu steigen. Daran ändert auch die Plus-Disziplin nichts, in der gelegentlich Itemboxen erscheinen, die euch einen Vorteil verschaffen können.

Gymnastik
Nichts begeistert harte Kerle wie mich so sehr, wie heimlich Rhythmische Sportgymnastik zu praktizieren! Zumindest bei Mario & Sonic mache ich das wirklich gern, weil hier vom Gameplay her eine weitere Variante ins Spiel kommt, die bei den anderen Disziplinen noch nicht vorhanden war und das Spiel somit zu einem insgesamt sehr breit aufgestellten und abwechslungsreichen Titel macht. Im Grunde handelt es sich um ein Rhythmusspiel wie Hatsune Miku: Project Mirai DX, bei dem ihr zur rechten Zeit die richtigen Knöpfe betätigen müsst. Passend zu einem von drei Musikstücken müsst ihr die angezeigten Buttons mal drücken, mal halten und vor allem eure Aktionen genau timen. Zwei Schwierigkeitsstufen stehen euch dabei zur Verfügung. Das Ganze wurde ausgezeichnet umgesetzt! Nur der geringe Umfang der wählbaren Herausforderungen trennt dieses Minispiel von der Qualität eines vollwertigen Rhythmusspiels. Die Plus-Variante liefert noch kleine Überraschungen wie eine Gold-Anzeige und über den Bildschirm fliegende Kugelwillis, das eigentliche Gameplay bleibt aber gleich.


Im Story-Modus findet ihr viele Trainingsmöglichkeiten mit neuen Minispielen.

Die Story
Wer nicht einfach nur die verschiedenen Sportarten abgrasen will, kann sich mit dem Menüpunkt „Auf nach Rio“ in einen kleinen Story-Modus begeben. Die Geschichte selbst ist nicht besonders umfangreich, sondern liefert eher einen ganz netten Rahmen: Euer Mii-Charakter tritt bei den Olympischen Spielen an und muss dafür natürlich trainieren. Zu Beginn entschiedet ihr euch für ein Team: Marios oder Sonics Studio stehen zur Auswahl. Charaktere aus dem jeweils anderen Team stellen an jedem Tag eure Gegner dar, die es zu bezwingen gilt. Wart ihr dabei erfolgreich, bricht ein neuer Tag an. Jeweils eine der oben vorgestellten Disziplinen muss zunächst in einer Vorrunde überstanden werden, damit ihr euch für das Finale gegen euren Widersacher qualifiziert.

Das Besondere am Storymodus sind aber nicht die bekannten Disziplinen, die einfach nur etwas anders präsentiert werden. Viel interessanter sind die verschiedenen Trainingsmöglichkeiten. An jedem Tag könnt ihr in Fitnessstudios andere Disziplinen trainieren, die teilweise ganz andere Sportarten beinhalten als die oben schon vorgestellten! Damit erweitert sich der Umfang der Minispiele nochmal deutlich. Hier werde ich nicht erneut jedes Minispiel vorstellen – das würde wohl den Rahmen sprengen. Natürlich sind auch diese von unterschiedlicher Qualität und teilweise so einfach gehalten, dass man sie eher als Microspiel bezeichnen könnte. Trotzdem ist durchaus Kreativität und Abwechslung in den verschiedenen Herausforderungen zu erkennen.

Beispielsweise gibt es das Brustschwimmen, das vom Gameplay her nichts mit der oben beschriebenen Schwimm-Variante zu tun hat. Ihr müsst lediglich immer dann ins Mikrofon pusten, wenn euer Mii zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommt. Das ist also nicht spektakulär und sehr einfach, aber ziemlich witzig und einfallsreich. Andere Trainings-Spiele sind schon komplexer und hätten durchaus einen Platz zwischen den Hauptdisziplinen finden können. Zumeist sind es aber nur kurze, verknappte Varianten verschiedener Sportarten, wie das Abwehren von Bällen als Handball-Torwart. Wiederum andere Spiele sind praktisch Abwandlungen bekannter Disziplinen. Beim Tontaubenschießen könnt ihr beispielsweise zeigen, was ihr beim Bogenschießen gelernt habt.

Abseits der Minispiele lauft ihr durch kleine Bereiche von Rio und plaudert mit verschiedenen Charakteren. Findet ihr bestimmte Charaktere, wie z.B. Rosalina, fordern diese euch zu einem Duell in einer Plus-Disziplin heraus (bei Rosalina wäre es Gymnastik). Seid ihr erfolgreich, ist der Charakter anschließend für das Hauptspiel freigeschaltet. Für fleißiges Trainieren erhaltet ihr Belohnungen wie Äpfel, die ihr bei Yoshi gegen verschiedene Kleidungsstücke tauschen könnt. Diese sehen nicht nur totschick aus, sondern verändern auch die Werte bzgl. eures Tempos, der Kraft, des Talents und der Ausdauer. Alles in allem ist der Story-Modus eher ganz nett als sensationell, gerade wegen der zahlreichen Trainings-Spiele aber doch eine motivierende Ergänzung zu den Hauptdisziplinen.


Trainingsspiel Hockey: Passt euch den Ball zu und versenkt ihn im Netz!

Multiplayer, Marathon und mehr
Was gibt es neben der Story und den Disziplinen noch zu berichten? Beginnen wir mit dem Multiplayer-Modus. Obwohl viele Minispiele allein wirklich Spaß machen können, braucht es (eigentlich bei jeder Minispielesammlung) das Duell gegen menschliche Konkurrenten, um langfristig zu begeistern. Und das bietet euch Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 auch! Wer die Möglichkeit hat, sollte sich mit bis zu drei (möglichst gleichwertigen) Freunden in den Olympischen Disziplinen oder Plus-Disziplinen messen – das ist immer ein Spaßgarant!

Positiv zu erwähnen ist, dass sowohl Lokales Spiel als auch Download-Spiel angeboten werden. Mit anderen Worten: Ihr braucht zumindest einen Freund mit einem zweiten 3DS, aber nicht zwangsläufig eine zweite Version des Spiels. Schade ist aber, dass keine explizite Mehrspieler-Variante mit nur einem Handheld angeboten wird. Viele Disziplinen ließen sich auch absolvieren, indem ihr einfach nacheinander spielt und den 3DS weiterreicht. Indirekt ist das natürlich möglich, indem ihr das Spiel einfach wiederholt, aber es werden dann nicht beispielsweise eure beiden Miis im Vergleich angezeigt. Auch auf Online-Duelle müsst ihr verzichten, was besonders schade ist, weil dies sicherlich noch viel mehr Potenzial des Titels ausgeschöpft hätte. Lediglich Online-Ranglisten könnt ihr betrachten.

Wer sich bei diesem Sportspiel auch tatsächlich bewegen möchte, kann den sogenannten Taschenmarathon absolvieren. Das geht ganz einfach: 3DS zuklappen, im Standby-Modus behalten, in die Tasche stecken und laufen! Ähnlich wie bei Wii Fit U werden eure Schritte gezählt und hinterher in eine Strecke umgerechnet, bei der euch anschaulich präsentiert wird, wie viel ihr gelaufen seid. Als Belohnungen für zurückgelegte Strecken erhaltet ihr Kostüme oder Melonen, mit denen ihr im Story-Modus bei Yoshi shoppen könnt. Wer StreetPass aktiviert hat, kann so andere Charaktere treffen, die euch beim Marathon anfeuern oder gegen euch antreten.

Wie oben angedeutet, verleihen verschiedene Outfits euren Mii-Charakteren unterschiedliche Talente. Die Mario- und Sonic-Outfits können sogar mit Superkräften verstärkt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ihr einen Mario- oder Sonic-amiibo besitzt. Wie so oft ist dieses amiibo-Feature ein netter Zusatz, der aber keinen dazu verleiten muss, sich extra dafür eine amiibo-Figur zu kaufen. Zudem sollte erwähnt werden, dass ihr zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen und den Grad der Herausforderung (bzw. die Stärke eurer Gegner) somit auf eure Bedürfnisse anpassen könnt. Solltet ihr dabei Olympische Rekorde oder Weltrekorde brechen, könnt ihr stolz auf euch sein, denn die angezeigten Werte entsprechen den echten Rekorden!

Grafisch präsentiert sich Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 sauber und ansprechend, aber nicht spektakulär. Das eine oder andere Detail hätte sicherlich liebevoller gestaltet werden können und der 3D-Effekt ist eher dezent eingesetzt, aber das Spiel hat auch definitiv keinen Fokus auf einer spektakulären Präsentation. Beim Sound ist es ähnlich. Zumeist ist er eher zurückhaltend im Hintergrund angesiedelt, heraus sticht eher der Sprecher, der im bekannten SEGA-Stil ausdrucksstark zentrale Wörter einwirft (wie etwa den Namen der gewählten Disziplin). Wo die Musik im Vordergrund steht – namentlich bei der Disziplin Gymnastik – da ist sie sehr gelungen ausgewählt und macht Freude beim Zuhören!


Wer hat den Gaul besser im Griff als Dennis? Brecht den Rekord und holt Gold!

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

Meinung von Roman Dichter
Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 liefert euch das, was man im Vorfeld erwarten konnte: eine breite Auswahl unterschiedlicher Minispiele, die von variierender Qualität sind, aber nicht besonders in die Tiefe gehen. Einzelne Spiele können wohl nicht langfristig unterhalten, dafür ist die Auswahl aber sehr breit und vielfältig getroffen, sodass wohl jeder seine persönlichen Favoriten finden und mit diesen viel Spaß haben kann. Im lokalen Spiel – weitere 3DS-Handhelds vorausgesetzt – kann das Duell gegen Freunde schon länger unterhalten. Leider gibt es keinen Online-Modus. Dafür motiviert der Story-Modus, der zwar nicht durch eine wirklich spektakuläre Geschichte, dafür aber durch die zahlreichen Trainings-Spiele überzeugen kann. Diese sorgen somit für insgesamt noch mehr Umfang und Vielfalt. Umfang und Vielfalt sind auch die großen Stärken des Spiels. Zwar hat man das ganze Knopfhämmern, das gut getimte Tippen und das präzise Zielen alles irgendwo schon erlebt, aber alles zusammen in einem Paket serviert zu bekommen, ist schon eine gute Sache. Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 bietet euch kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung! Wer nicht zu viel erwartet und nach ein paar unterhaltsamen Minispielen für Zwischendurch sucht, macht mit Mario & Sonic sicher nichts falsch!

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