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Test zu Typoman - Wii U

Germany Deutschland: Typoman
Plattform
Wii U
Erscheinungsdatum
19.11.2015
Vertrieb
Headup Games
Entwickler
Brainseed Factory
Genre
Platformer, Puzzle
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Unser Test zum Spiel: Typoman

Von Roman Dichter ()

NTOWER spielt mit WORTEN

Sind Scrabble-Freunde unter euch? Ich finde das Spiel super: Jeder Spieler erhält Buchstaben und muss daraus Wörter zusammensetzen. Dieses Grundprinzip wurde jetzt in ein Videospiel verfrachtet, mit Jump’n’Run-Elementen gewürzt und einer dichten Atmosphäre präsentiert. Das Ergebnis nennt sich Typoman und ist einer der kreativsten Indie-Titel in Nintendos eShop.


Typoman setzt aus MORE und VOTE ein neues Wort zusammen und entfernt so ein Hindernis. Welches Wort ist wohl gesucht?

STORY? SORRY!
Ein Haufen Buchstaben wird abgeladen. Ihr beginnt als ein „o“, das durch die Gegend rollt, bis es sich aus weiteren Buchstabenteilen einen Körper bastelt. Von nun an schreitet Typoman voran durch eine Welt voller Buchstabenrätsel, die allerdings nicht ungefährlich ist. Immer wieder trifft er auf grausame Dämonen, die ihn buchstäblich ausradieren wollen wie einen Rechtschreibfehler. Warum das alles geschieht, wird allerdings nicht erklärt. Aus den zu beobachtenden Geschehnissen und den zahlreichen Wörtern, die ihr im Verlauf des Spiels zusammensetzt, lässt sich eine diffuse Thematik erahnen. Es gibt also keine wirkliche Story, aber für einen solchen Titel ist das auch nicht unbedingt nötig. Wirklich vermisst habe ich sie nicht, eine richtig gute Geschichte hätte das Ganze aber sicherlich noch aufgewertet.

SCHAUT hin und findet den TAUSCH
Konzentrieren wir uns also ganz auf das Gameplay. Im Wesentlichen handelt es sich bei Typoman um ein Rätselspiel mit kleinen Jump’n’Run-Einlagen. Die Besonderheit liegt in der Art der Rätsel: Es dreht sich alles um Buchstaben, die ihr auf bestimmte Art und Weise anordnen müsst, um die richtigen Wörter zu erhalten. Seid ihr erfolgreich, hat dies einen Effekt auf die Umgebung. Beispielsweise bewegt sich eine Plattform durch das Wort „MOVE“, während „STOP“ natürlich das Gegenteil bewirkt. Wie ihr seht, ist das eigentliche Spiel komplett in englischer Sprache gehalten, obwohl die Menüs auf Deutsch zu lesen sind. Englisch sollte also möglichst gut beherrscht werden, um auf die passenden Lösungen zu kommen. Bedenkt dabei, dass ihr nicht nur auftauchende Wörter verstehen solltet, was natürlich auch durch einfaches Nachschlagen möglich ist, sondern auch auf Ideen kommen müsst, welche anderen Wörter sich daraus zusammensetzen lassen.

NÄCHSTER Tipp: LÖSE SCHÖNE RÄTSEL ohne Hilfe!
Das Gameplay-Prinzip ist genial, hat aber seine Macken. Manche Rätsel lassen sich nur zufällig lösen, wenn man halt gerade auf die richtige Idee kommt. Bleibt man dagegen länger auf dem Schlauch stehen, lassen sich auf dem GamePad Tipps anzeigen. Diese sind poetisch und rätselhaft formuliert, sodass sich dahinter so etwas wie Puzzeln auf einer zweiten Ebene verbirgt. Zumeist gibt ein unscheinbar in den Hilfstext eingebautes Wort die richtige Lösung preis. Dann müsst ihr dieses Wort praktisch nur noch „abschreiben“ und habt es geschafft. Kommt ihr so immer noch nicht auf die richtige Idee, wird das entsprechende Wort in einem zweiten Hilfsverfahren extra markiert, sodass das Rätsel wirklich kein Problem mehr darstellt. Derartige Hilfestellungen werden bei den meisten, aber nicht bei allen Puzzles angeboten.


Das GamePad zeigt Tipps an. Achtung, Spoiler: REMOVE ist die Lösung des Rätsels aus dem ersten Screenshot oben.

Droht FRUST, bleib STUR!
Diese Hilfen sind einerseits sehr gut, weil man so wahrscheinlich nicht an einer Aufgabe frustriert scheitert. Andererseits untergraben sie schon etwas das eigenständige Rätseln. Wer sich zu schnell dazu hinreißen lässt, die Hilfen zu nutzen, wird nur wenig selbst entdecken und deshalb auch weniger Freude an Typoman haben. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie intensiv er die Hilfen nutzt, aber manchmal ist es regelrecht nötig, dies zu tun. Besonders bei längeren gesuchten Wörtern oder wenn man mehr Buchstaben zur Auswahl hat als das gesuchte Wort benötigt, dann probiert man (ohne Hilfe) nur planlos Buchstabenkombinationen aus. Da besteht schnell die Gefahr, dass die Hilfsfunktion nicht als letzter Ausweg, sondern als reguläres Gameplay-Element verstanden wird. Dem hätten die Entwickler vielleicht entgegenwirken sollen, indem sie den Verzicht auf Tipps in irgendeiner Form belohnen.

Das WORT schmückt jeden ORT
Buchstaben sind nicht nur die wesentlichen Gameplay-Elemente, sondern fügen sich auch geschmeidig in die umgebenden Landschaften ein. Manche sind Hinweise, andere einfach nur Dekoration. Eine Ansammlung von mehreren Exemplaren des Buchstaben „A“ in einer Schlucht ist zudem nicht ungefährlich, da das A bekanntlich von seiner Form her nach oben spitz zuläuft – ihr solltet also nicht daraufstürzen, wenn ihr unbeschadet vorankommen möchtet. Also hüpft ihr geschickt von einer Plattform auf die nächste. Zu Beginn sind kleine Sprungpassagen für erfahrene Spieler aber meistens kein Problem, insbesondere weil der Absturz in eine Schlucht kein Buchstabenbruch ist, da der aktuelle Abschnitt dann einfach wiederholt werden kann. Es handelt sich dabei auch nicht um größere Abschnitte und eine Lebensanzeige gibt es ebenfalls nicht, die den Plattform-Elementen echte Brisanz hätte verleihen können.

Nicht nur WORTSPIELE, auch eine WEILE SPORT
Gerade als ich die Jump’n’Run-Passagen als nettes, aber wenig bedeutendes Nebenelement abhaken wollte, überraschte mich Typoman mit einer rasanten Flucht-Szene, in der ich einer gewaltigen Feuerwalze entkommen musste. Bei dieser sportlichen Herausforderung muss wirklich jeder Sprung das perfekte Timing aufweisen, sonst verkohlt das Buchstabenmännchen gnadenlos! Entsprechend häufig musste ich diesen Teil wiederholen, was mich dann schon an Herausforderungen im Donkey Kong-Stil erinnerte. In erster Linie bleibt Typoman zwar weiterhin ein Rätselspiel, aber dieses Beispiel verdeutlicht die Action und die Abwechslung, die in diesem Titel steckt. Dabei bieten der Prolog und die drei Kapitel jeweils zahlreiche kleine Aufgaben, die kurzweilig unterhalten, aber bereits nach wenigen Stunden vollständig absolviert worden sind. Die genaue Spielzeit hängt natürlich von eurem Geschick und eurer Wortgewandtheit ab.


Typoman bietet mehr als nur Worträtsel: Auf der Flucht vor diesen Flammen muss jeder Sprung perfekt sitzen!

AUF dem TOUCHSCREEN TAUSCHEN
Für so ziemlich jeden Bereich kann ich Typoman viel Lob aussprechen – und muss dennoch etwas Kritik hinzufügen. Das gilt auch für die Einbindung des GamePads. Grundsätzlich ist der Titel eines der (wenn wir ehrlich sind) wenigen Beispiele dafür, wie das Markenzeichen der Wii U sinnvoll integriert wird. Da es für das kleine Buchstabenmännchen ziemlich umständlich wäre, die ganzen Buchstaben zu tauschen, indem es sie schiebt, anhebt und wirft, könnt ihr die Anordnung ganz einfach mit dem Touchscreen ändern, indem ihr die Buchstaben an die gewünschte Stelle zieht. Leider wurden damit die Rollen der beiden Bildschirme starr definiert – das Spiel ohne Fernseher wird nicht angeboten. Möglich wäre es sicherlich gewesen, wenn man in den Buchstabentausch-Phasen einfach die Bildschirme gewechselt hätte.

SOUND UND SO

Lob und Kritik gibt es auch für die technische Seite: Optisch sehen wir eine schön gezeichnete Hintergrundgrafik in mehreren Ebenen, die von atmosphärisch dichten Hintergrundklängen ergänzt wird und so für eine spannende Atmosphäre sorgt. Der Grafik-Stil setzt auf Schatten und Feuer – Typoman und seine Gegner werden als düstere Silhouetten dargestellt und erinnern damit an Spiele wie Badland oder entsprechende Stages in Donkey Kong Country Returns. Die Musik ist teils verstörend, atmosphärisch dicht und an einigen Stellen actionreich. Während die Präsentation grundsätzlich voll überzeugt, wird sie manchmal durch ein paar kleine Bugs gestört. An einer Stelle machten sich Buchstaben selbstständig und wanderten langsam aus dem Bild heraus. Ich vermutete zunächst einen coolen Effekt, aber wie sich herausstellte, war das so nicht gewollt. Auch einen Absturz der Konsole musste ich erleben.


Dieser gewaltige Dämon hat es auf Typoman abgesehen. Der Held bleibt dabei stets ein Vorbild und wehrt sich mit Worten!

Redaktionswertung

8

Cooles Spiel

So werten wir

Unser Fazit zu Typoman

Meinung von Roman Dichter
Typoman ist ein tolles Spiel für Rätsel-Fans mit Affinität zu Jump’n’Runs! Es gibt zahlreiche Wortspielereien in englischer Sprache, welche die Scrabble-Freunde unter euch ansprechen werden. Gewürzt wird das Ganze mit etwas Nervenkitzel, wenn aus dem harmlosen „HEAT“ das Wort „HATE“ wird und sich aus diesen Buchstaben ein skrupelloses Monster zusammensetzt. Einige Kleinigkeiten halten mich dennoch von einer noch höheren Gesamtwertung ab: ein paar Bugs sind mir begegnet und das Spielen ohne Fernseher ist nicht möglich. Zudem geht das prinzipiell geniale Buchstaben-Puzzle-Prinzip nicht auf, wenn man in einer Vielzahl von Buchstaben die richtige Lösung nur zufällig herausfindet oder dafür die angebotenen Hilfen einsetzen muss, die aber eigentlich nur Abkürzungen darstellen, durch die man selbst wenig leistet. Trotzdem kann ich Typoman unterm Strich sehr empfehlen: Die Gameplay-Idee ist kreativ, die Präsentation packend und rückblickend hatte ich schlicht und einfach viel Spaß beim Spielen!

Kommentare 3

  • David Pettau - 24.11.2015 - 19:13

    War es sagtmal auch Absicht, dass Roman dieses Spiel getestet hat? :D

    Alleine die Idee hinter dem Spiel ist schon einmal großartig. Mal sehen, was ihr so zu dem Spiel sagt... Musste jetzt nur schnell das mit Roman loswerden. Fand ich gerade ganz amüsant, weil ich "Unser Buchstabenjongleur Roman" wirklich zwei mal lesen musste, um zu checken, dass nicht etwa von einem Roman die Rede ist.
  • Otter123 - 24.11.2015 - 20:00

    Bin im 2. Kapitel und der Test entspricht auch fast meiner Meinung über das Spiel.

    Hoffe in einem (möglichen) zweiten Teil wird weiter am Spielprinzip geschleift
  • Roman Dichter - 24.11.2015 - 21:35

    eXpanda schrieb:

    War es sagtmal auch Absicht, dass Roman dieses Spiel getestet hat?

    Da war ich wohl prädestiniert! :D Aber mein Name war nicht der entscheidende Faktor dafür, wer das Spiel testen durfte. ;)