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Unser Test zum Spiel: Pokémon Picross

Von Pascal Hartmann ()

Ich gestehe: Ich bin Picross-süchtig. Darum finde ich es auch schrecklich, wenn ich Pokémon Picross nach wenigen Puzzles schon wieder beiseitelegen muss. Ich würde so gerne weiterspielen, aber bisher habe ich mich dagegen gesträubt, Geld in den Free-to-Play-Titel zu stecken. Allerdings schwindet mein Widerstand Tag für Tag. Das liegt nicht nur an der Sucht nach allem, was mit dem Picross-Spielprinzip zu tun hat, sondern auch daran, dass Pokémon Picross ein verdammt gutes Spiel mit großem Umfang ist.


Ein Pikachu konnte gefangen werden, indem ein Picross-Rätsel gelöst wurde.

Doch kommen wir erst einmal zu den Grundlagen. Viele Male schon habe ich in Spieletests beschrieben, wie Picross funktioniert. Im Grunde handelt es sich dabei um Zahlenrätsel, da ihr links und oberhalb eines rechteckigen Kastens verschiedene Zahlenwerte angezeigt bekommt. Der Kasten selbst ist in diverse Felder unterteilt, so gibt es 10x10-, 15x15- und 20x15-Kästen. Die Zahlenwerte geben nun vor, welche dieser Felder eingefärbt werden müssen. Steht bei einem kleinem Puzzle (also 10x10) eine 10 in der ersten Spalte, müssen alle zehn Felder ausgefüllt werden. Handelt es sich um eine 6, müsst ihr durch logisches Denken und das Ausfüllen anderer Spalten und Reihen herausfinden, welche sechs untereinanderliegenden Felder gemeint sind.

Komplizierter wird es bei Zahlenreihen, beispielsweise 3 2 2. Wir wissen hier erst einmal nur, dass es einmal drei aneinandergrenzende Felder gibt und zweimal jeweils zwei Felder direkt miteinander verbunden sind. Dazwischen liegen Leerfelder, die zur besseren Übersicht mit einem X markiert werden sollten. Auch hier muss wieder über Logik und mithilfe der anderen Reihen und Spalten ermittelt werden, was ausgefüllt gehört. Das mag sich beim Lesen kompliziert anhören, aber Pokémon Picross enthält ein ausführliches Tutorial in mehreren Stufen, nach dem wirklich jeder das Spielprinzip von Picross-Rätseln verstanden haben sollte. Als Kenner und Fan hätte ich die Tutorials allerdings gerne abgebrochen. Nun ja, ich biss mich durch und stand gleich wieder vor der nächsten Entscheidung: Stylus oder Knöpfe?

Dabei kann ich als Steuerungsmethode uneingeschränkt die Knöpfe empfehlen. Es spielt sich mit ihnen und dem Steuerkreuz einfach deutlich genauer. Zudem muss beim Einsatz des Stylus trotzdem das Steuerkreuz verwendet werden, um zwischen dem Ausfüllen von Feldern um dem Setzen von X-Markierungen zu wechseln. Das ist ganz schön umständlich. Leider ist die Wahl der Bedienung nicht konsequent umgesetzt, da die Menüs lediglich über den Touchscreen funktionieren. Also heißt es auch bei Knöpfchensteuerung umgreifen. Es sei denn, ihr wollt auf die P-Leiste zugreifen (dazu kommen wir gleich genauer), denn dann müsst ihr den Y-Knopf drücken. X braucht ihr auch. Dieser Mischmasch an Touchscreen- und Knopfbedienung reißt mich immer wieder aus dem Spiel, da man ständig hin und her greift. Das hätte deutlich besser gelöst werden können.

Was Pokémon Picross von den anderen Picross-Ablegern aus dem 3DS eShop abhebt, ist natürlich die Einbindung des Pokémon-Franchises. Statt Gegenstände wie Dosen, Windmühlen, Schuhe oder sonstiges zu erpuzzeln, fangt ihr hier nach jedem gelösten Picross ein Pokémon. Dabei sind über 300 Taschenmonster enthalten. Die Auswahl fiel durch alle Generationen hinweg, aber Fan-Lieblinge wie Pikachu und Glumanda sind selbstverständlich enthalten. Dazu kommen Legendäre und Mysteriöse Pokémon, sogar Mega-Entwicklungen könnt ihr euch schnappen. Um dem Ganzen einen Abenteuer-Touch zu verpassen, puzzelt ihr euch durch verschiedene Welten, die beispielsweise typische Pokémon-Routen, -Höhlen oder -Berge darstellen. Diese optische Auseinanderhaltung findet allerdings nur auf der Karte statt, innerhalb einer Welt erwartet euch lediglich eine immerhin immer wieder andere Anordnung der Picross-Puzzles. Kreuzungen und teilweise zwei Levelausgänge in einer Welt helfen dabei, dass sich der Fortschritt nicht zu linear anfühlt.

Wie es sich für einen Pokémon-Trainer gehört, nehmt ihr eure geschnappten Taschenmonster mit auf die Reise. Bis zu fünf Pokémon könnt ihr mit in ein Puzzle hineinnehmen. Sie unterstützen euch dann mit besonderen Kräften. Die verschiedenen Bomben decken einen Teil des Spielfelds auf und helfen euch dabei, einen Anfang im Picross zu finden. Per Hyperscan lasst ihr euch anzeigen, ob ihr etwas falsch ausgefüllt habt, die Autokorrektur korrigiert automatisch Fehler und per Zeitbremse lasst ihr die Zeit langsamer laufen. Die Blaukraft wiederum gibt euch Hinweise darauf, in welcher Spalte bzw. Reihe ihr etwas ausfüllen könnt (mich verwirrt das jedoch mehr, als dass es mir hilft) und besonders praktisch ist der Zeitstopper, denn damit haltet ihr die Zeitanzeige kurzzeitig komplett an.


Ihr könnt euch aus eurer Sammlung an Pokémon ein Team zusammenstellen.

Diese Fähigkeiten könnt ihr zum einen einsetzen, um euch schwierige Puzzles leichter zu machen. Zum anderen gibt es pro Puzzle bis zu vier zusätzliche Missionen zu erfüllen. Diese verlangen zum Beispiel von euch, dass ihr ein bestimmtes Pokémon dabei habt, das Picross in einer gewissen Zeitspanne schafft (Zeitstopper!) oder eine bestimmte Fähigkeit verwendet. Außerdem besteht immer eine der Missionen darin, dass ihr alle geforderten Punkte in einem Durchgang abhakt. Das ist aber nicht immer möglich, da ihr beispielsweise das gewünschte Pokémon noch gar nicht besitzt. In diesem Fall könnt ihr das Picross zwar weiterhin lösen, aber müsst später dahin zurückkehren, um die Missionen zu erfüllen. Für erledigte Aufgaben erhaltet ihr Mosaikstücke, mit denen ihr besonders große Picross nach und nach erpuzzelt, und die sogenannten Picroit.

Und mit den Picroit kommt leider die große Krux ins Spiel. In Pokémon Picross müsst ihr nämlich überall mit dieser Währung bezahlen. Der Zugang in neue Welten muss mit ihnen erkauft werden, die Anzahl der Pokémon-Plätze kann mit ihnen erhöht werden (damit ihr bis zu fünf Taschenmonster gleichzeitig in ein Rätsel mitnehmen könnt) und auch die P-Leiste wird mit Picroit erweitert bzw. aufgefüllt. Die P-Leiste beschränkt die Anzahl der Felder, die ihr insgesamt einfärben könnt. Bei einem Wert von 2.000 könnt ihr lediglich 2.000 Felder ausfüllen und müsst dann warten, bis sie sich wieder gefüllt hat. Immerhin lädt sie sich auch auf, wenn ihr noch P-Punkte übrig habt. Doch es dauert eine Minute für einen Punkt! Es ist schon ärgerlich, wenn ein Picross die Minimalzahl von P-Punkten mit 124 angibt (solltet ihr keine Fehler machen), ihr habt aber nur 100. Dann heißt es entweder 24 Minuten warten oder 10 Picroit ausgeben, um die P-Leiste wieder komplett aufzufüllen...

Um an neue Picroit zu kommen, müsst ihr die Missionen erfüllen. Außerdem erhaltet ihr neue Picroit, wenn ihr einen der Erfolge erreicht (beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Pokémon gefangen, so und so viele Welten freigeschaltet etc.) oder durch das tägliche Training. Hier empfiehlt es sich, so schnell wie möglich das zehnte Trainingslevel zu erreichen, denn dann erhaltet ihr bei Abschluss unter 2 Minuten zwei weitere Picroit. Doch wie auch immer ihr an das Zahlungsmittel kommen wollt, eines bleibt gleich: Ihr erhaltet sie nur kleckerweise. So kostet der Zugang zu Welt 22 ganze 210 Picroit. Wer diese auf die herkömmliche Weise sammeln will, hat im Normalfall den Großteil der vorhandenen Missionen erfüllt und ist auf das Training angewiesen. Dann muss man nur noch 1 1/2 Wochen lang jeden Tag das Training spielen und darf dann weiter (wenn man es immer schafft). Das kann die Motivation ganz schön in den Keller sacken lassen.

Doch wie gut, dass es da die Möglichkeit gibt, Picroit für echtes Geld zu kaufen! An sich bin ich Free-to-Play-Spielen ja neutral gegenüber eingestellt, denn solange man auch ohne Echtgeldeinsatz seinen Spaß haben und zumindest im Grundsatz und mit akzeptablem zeitlichem Aufwand alles erreichen kann, ist meiner Ansicht nach alles okay. Doch Pokémon Picross treibt es mit der lächerlich geringen Verteilung der Picroit schon fast zu weit. Für diesen Test bekam ich von Nintendo 10 Euro spendiert, damit ich mehr vom Spiel zu sehen bekomme, als es ohne gekaufte Picroit in diesem Zeitraum möglich gewesen wäre. So hatte ich den Luxus, ohne groß darüber nachzudenken Welten freischalten und die P-Leiste auffüllen zu können. Doch nachdem die Picroit aufgebraucht waren, hatte ich immer noch elf Welten übrig, die freigeschaltet werden wollen. Und dann wären da noch den Mega-Stift, den ihr braucht, um die Picross mit den Mega-Entwicklungen spielen zu können. Dafür braucht ihr nochmal 500 Picroit.

Immerhin ist Nintendo so kulant und hat eine Grenze gezogen. Habt ihr 5.000 Picroit käuflich erworben (das entspricht ungefähr 28 Euro), gibt es alle weiteren Picroit im Shop für umsonst. Und habt ihr Stufe 5 der P-Leiste erreicht, ist auch diese unbegrenzt verfügbar. Für weitere Picroit könnt ihr übrigens auch den alternativen Modus freikaufen, in dem euch die sogenannten Mega-Picross erwarten. Dabei handelt es sich um eine weitere, schwierigere Form der Picross, die ihr bereits im normalen Modus gespielt habt. Im alternativen Modus gibt es keine Picroit zu verdienen und keine Pokémon zu fangen. Missionen könnt ihr weiterhin bestehen und Erfolge gibt es ebenfalls zu holen. Mir persönlich machen die normalen Picross aber mehr Spaß.


Auch größere Picross warten auf euch. Hier kommt wohl ein Quajutsu heraus.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Pokémon Picross

Meinung von Pascal Hartmann
Pokémon Picross ist Free-to-Play, also kostenlos herunterladbar und im Grunde auch ohne weitere Kosten spielbar. Allerdings müsst ihr euch dann darauf gefasst machen, immer wieder vor Hürden zu landen und tagelang nichts anderes zu tun, als das tägliche Training zu absolvieren, um Picroit zu erhalten, mit denen ihr Welten freischaltet und mehr. Das zehrt zumindest an meiner Motivation, gerade als Picross-Fan, der einfach nur rätseln möchte. Für Echtgeld könnt ihr euch die Picroit aber auch kaufen. Verschiedene Mengen stehen im Shop zum Kauf bereit, sodass ihr auch für den kleineren Geldeinsatz vorankommt. Habt ihr insgesamt 5.000 Picroit gekauft, was ca. 28 Euro entspricht, könnt ihr euren Picroit-Kontostand jederzeit und kostenlos wieder auffüllen. Dann habt ihr quasi ein Vollpreisspiel vor euch. 28 Euro mögen für einen Free-to-Play-Titel viel sein, aber dafür gibt es auch massig Inhalt und Spielspaß. Im Kern hat Pokémon Picross nämlich jede Menge zu bieten mit den über 300 Puzzles (plus dieselbe Anzahl im alternativen Modus) und den Missionen inklusive Fähigkeiten der Taschenmonster. Das Spielprinzip an sich ist sowieso über alle Zweifel erhaben und kann fesseln wie eh und je. Wie viel Geld und/oder Zeit euch Pokémon Picross wert ist, müsst ihr selbst entscheiden. In der Wertung gibt es jedoch Abzug aufgrund der zu geringen Picroit-Verteilung ohne Echtgeldeinsatz. So wurde der ntower-Spielehit leider verspielt. Persönlich werde ich aber wohl zumindest noch einen eigenen Zehner investieren, da es mir das Spiel wert ist. Ich muss mehr Picross lösen!!!

Kommentare 11

  • Masked-R - 15.12.2015 - 17:25

    Wurden eigentlich schon einige Codes für das Spiel veröffentlicht? Ich bin jetzt schon an 3 Stellen gelandet, wo ich so einen Code bräuchte. Außerdem, WO werden sie überhaupt veröffentlicht (Twitter?)? Im Spiel gibt es gar keine Hinweise.
  • Gamecube-Boy98 - 15.12.2015 - 17:38

    die gibt's schon alle musst nur mal schnell googeln :D
  • Pika-San - 15.12.2015 - 17:51

    Fand das Spiel an sich auch ganz gut, für mich war es aber eher eine Testversion für die anderen Picross Titel und ein Anreiz diese zu kaufen, da ich vorher noch keine Ahnung von dem Spielprinzip hatte.
  • Akira - 15.12.2015 - 19:06

    Gemessen daran, dass ich derzeit ziemlich ausschließlich negative Äußerungen von Spielern höre, wie es mit dem F2P-Kram genau umgeht, ist die Wertung noch verdammt gnädig ausgefallen.

    Ich weiß jedenfalls, dass ich tunlichst die Finger davon lassen werde.
  • Gella - 15.12.2015 - 19:18

    Guter Test! 7er-Wertung geht voll in Ordnung. Habs solange gespielt, bis ich an der Pay-Wall war. Jetzt starte ich es jeden Tag ein mal, um das Gratis-Spiel zu absolvieren. Genau wie bei Badge Arcade. Ich bezahle lieber mit Geduld als mit Geld...
  • SmashSister89 - 15.12.2015 - 19:36

    Probiert es mal mit den folgenden Codes

    18587211
    89907383
    74326715
    77742314
  • iXoDeZz - 15.12.2015 - 20:43

    Die Wertung find ich persönlich viel zu hoch. Ich hätte das Spiel lieber als normalen Picross Titel gehabt. vielleicht für 8-10€ oder so, aber diese F2P-Schiene, die Nintendo fährt, unterstütze ich nicht.
  • SmashSister89 - 15.12.2015 - 22:25

    Habe das Spiel auch ergiebig gespielt und bin mittlerweile bei Gebiet 12. Habe dafür die ersten beiden Angebotspacks gekauft (zusammen 4,98 Euro) und werde es jetzt sein lassen. Nachdem ich den alternativen Modus freigeschaltet habe, hab ich mich doch etwas verarscht gefühlt, da man hier gar keine Würfelchen freispielen kann.

    Kleiner Tipp: Gebt die 5 Euro lieber für Picross E6 im eShop aus. Das sind ähnlich viele Rätsel, leider ohne Pokemon-Flair, aber dafür alles sofort frei spielbar.
  • Mr_Ananas - 15.12.2015 - 22:42

    Als alter Picross-Freak habe ich mir die unbegrenzte Version für 5000 Picroit geleistet und es nicht bereut. Das Spiel suchtet wie die Hölle!

    Eine kleine Korrektur für den Test:

    Der Mega-Stift muss nur einmal gekauft werden und nicht für jede Mega-Entwicklung extra.
  • Lunarbaw - 16.12.2015 - 00:12

    Ich finde das Spiel zwar auch spaßig, aber als nicht zahlender Spieler ist es viel zu öde. Selbst mit allen Missionen und Tagesaufgaben habe ich es in einer Woche gerade mal in den dritten Bereich geschafft.
  • Pascal Hartmann - 18.12.2015 - 12:25

    Mr_Ananas schrieb:

    Der Mega-Stift muss nur einmal gekauft werden und nicht für jede Mega-Entwicklung extra.

    Jup, du hast recht, da habe ich dem Spiel Unrecht getan. Ist angepasst, danke für den Hinweis.