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Test zu Ziggurat - Wii U

Germany Deutschland: Ziggurat
Plattform
Wii U
Erscheinungsdatum
30.06.2016
Vertrieb
Milkstone Studios
Entwickler
Milkstone Studios
Genre
Shooter, First-Person
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 1
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Der Tod ist nicht das Ende, sondern ein Neuanfang

Von Pascal Hartmann ()
Die Zauberer von Grauhorn sind mächtige Wesen. Wer in ihren Kreis aufgenommen werden möchte, muss sich einem besonderen Initiationsritus stellen. Anwärter werden in den Ziggurat geschafft, einen fünfstöckigen Dungeon, der seine Raumanordnung mit jedem Besuch abändert. Um die einem innewohnenden Kräfte zu beweisen, müssen Horden von Monstern ausgeschaltet werden, um sich am Ende des fünften Stockwerks der letzten Prüfung zu stellen. Doch lasst euch gesagt sein, das Ende ist nur der Anfang. Immer wieder. Denn bei Ziggurat handelt es sich um einen Dungeon-Crawler mit Rogue-like-Elementen. Ihr erkundet also einen Dungeon und geht ihr dabei drauf, müsst ihr wieder von vorne anfangen.

Es gibt nicht allzu viele unterschiedliche Monster, aber die vorhandenen sind teilweise sehr abgefahren. Tod den Karotten!

Jede eurer Reinkarnationen beginnt im Ziggurat. Im ersten Raum dieses seltsamen Ortes wird euch eine zufällig ausgewählte Waffe neben eurem treuen Zauberstab bereitgestellt, auf jedem Stockwerk kommt eine hinzu bzw. ersetzt eine bereits vorhandene. Wie auch alle anderen magischen Künste, die ihr einsammelt, gehört sie einer von drei Mana-Arten an. Deren Munition ist nur begrenzt, kann aber wieder mit Items von besiegten Gegnern aufgefüllt werden. Der Zauberstab hingegen füllt sich automatisch wieder mit magischer Kraft. So seid ihr zwar niemals wehrlos, aber so richtig mächtig sind eben nur die anderen Zauber und Waffen. Bei meinen bisherigen Versuchen, das Ziggurat zu meistern, warf ich giftige Stachelbomben, fror Gegner ein, setzte halbwegs zielsuchende Magie-Ringe ein, schoss mit einer coolen Armbrust (die allerdings nur eine geringe Reichweite hat) oder feuerte magische Geschosse mithilfe eines Stabes ab, als würde ich mit einer Maschinenpistole ballern.

Neben den verschiedenen Zaubern, Stäben und sonstigen Waffen gibt es Amulette, die euch beispielsweise für eine gewisse Zeit nach Aktivierung schneller machen, euch Lebensenergie zurückgeben oder auch dafür sorgen, dass ihr pro erledigtem Monster mehr Erfahrungspunkte erhaltet. Das ist wichtig, denn pro erreichtem Level müsst ihr euch für eine von zwei zufällig ausgewählten Eigenschaften entscheiden. Diese erlauben es euch dann unter anderem, durch das Zerstören von Gegenständen wie Fässern Lebenspunkte zurückzuerhalten, Items wie Goldkelche (für mehr Punkte auf der Highscore-Liste) und magische Munition in einem größeren Radius um euch herum aufzusammeln bzw. deren Menge zu erhöhen oder auch eine kurzfristige Unverwundbarkeit nach jedem Treffer zu erhalten.

Die roten Schnabel-Viecher gehen ja noch, es gibt sie aber auch als ätzende Giftspucker.

Doch ihr seid nicht nur auf Level-Aufstiege angewiesen, denn ab und zu findet ihr in geheimen Räumen, die hinter brüchigen Wänden verborgen sind, weitere Fähigkeiten und Waffen. Deren Menge ist übrigens beachtlich, ca. 170 verschiedene schaltet ihr nach und nach frei. Mit der Zeit wird es dann natürlich auch schwieriger, genau die Kräfte zu bekommen, die ihr gerne hättet. Doch auch wenn ihr Favoriten habt, solltet ihr euch nicht zu sehr auf sie einschwören. Der Ziggurat kann nämlich ganz schön fies sein, was in der Natur des Dungeons liegt, da er komplett zufällig erschaffen wird. So freute ich mich in meinem zweiten Versuch, den Skill „Abrissbirne“ auf mehrere Level hochgepowert zu haben. Dies ist die erwähnte Fähigkeit, mit der es Lebenspunkte für zerstörte Gegenstände zurückgibt. Leider entschied sich das Spiel dann dazu, mir im vierten Stockwerk jegliche Fässer, Bücherhaufen, Grabsteine und andere zerstörbare Objekte vorzuenthalten. Der Tod kam schneller als gedacht.

Die ersten Gehversuche im Ziggurat sind eh dafür gedacht, dass ihr euch an das Spielprinzip herantastet, die verschiedenen Stockwerks-Endgegner und ihre Angriffe kennenlernt und mit jedem Scheitern neue Fähigkeiten etc. freischaltet. Auf dem Game Over-Screen seht ihr dann nämlich, welche Skills, Waffen oder Amulette hinzugekommen sind. Auf euren nächsten Streifzügen könnten diese euch dann begegnen. Dies macht zum einen den Reiz aus, da jeder Dungeon-Besuch unter anderen Voraussetzungen stattfindet und ihr nie wisst, mit welchen Kräften ihr schlussendlich dem letzten Boss gegenübersteht. Zum anderen kann es aber auch frustrieren, wenn ihr nur zwischen Fähigkeiten auswählen könnt, die gerade eher nicht zu gebrauchen sind. Es macht auch viel aus, welche Waffen ihr findet, denn selbstverständlich gibt es stärkere und schwächere. Mithilfe verschiedener Voraussetzungen schaltet ihr weitere Charaktere frei, die dann zum Beispiel besser mit dem normalen Zauberstab umgehen können oder schneller im Level aufsteigen.

Den schweren Schwierigkeitsgrad solltet ihr erst angehen, wenn ihr gute Waffen und Fähigkeiten freigeschaltet habt.


Da es sich bei Ziggurat um einen Ego-Shooter-Dungeon-Crawler handelt, trägt auch euer Spieler-Können zum Erfolg bei; wer nur danebenschießt, sollte seinen Zauberstab vielleicht lieber wieder wegpacken. Die automatische Zielerfassung steht euch jedoch hilfreich zur Seite. Sie lässt sich aber auch abschalten. Dass das nicht immer eine gute Idee ist, zeigt sich bei großen Feindesaufkommen in großen Räumen. Dann nämlich geht das Spiel auf der Wii U in die Knie. Teilweise steht das Bild für ein, zwei Sekunden, bis es weitergeht. Slowdowns und Ruckler sind eure ständigen Begleiter, mal mehr, mal weniger heftig. Dabei werden schon einige Objekte und Effekte wie Türknäufe, das Schimmern von Kristallen und anderes recht spät eingeblendet.

Als größten Pluspunkt der technischen Seite von Ziggurat kann man wohl die Texturen ausmachen, denn diese sind knackig und sehr hübsch anzusehen. Aufgrund der Performance des Titels hätte deren Qualität aber wohl reduziert werden sollen, wenn dies zu einem flüssigeren Spielablauf geführt hätte. Auch wenn es mir leidtut, aber die Anpassung an die Nintendo-Konsole ist tierisch in die Hose gegangen. Der Sound wiederum gibt keinerlei Anlass zur Kritik, denn ihr bekommt mysteriöse Melodien auf die Ohren, die Monster kreischen und ihre sowie eure Angriffe zischen mit Pfeifen durch die Luft und treffen mit Wumms auf Widerstand.

Auf dem Bild seht ihr einen meiner Lieblingszauber. Die Ringe sind eine Art Schrotflinte und suchen ihr Ziel automatisch.

Neben den normalen Dungeon-Räumen voll mit Monstern, die ihr erst verlassen könnt, wenn ihr alles darin getötet habt, betretet ihr auch Geschicklichkeitsabschnitte. Diese müssen nicht zwingend absolviert werden, am Ende erwartet euch jedoch eine Truhe mit einer Fähigkeit, einem Amulett oder sonstigem. In diesen Räumen gilt es dann, über schwebende Plattformen zu springen oder einen Hindernisparcours zu bewältigen. Mit der Zeit kennt ihr sie jedoch alle und wisst genau, wie ihr unbeschadet hindurch gelangt. Andere Räume konfrontieren euch mit Fallen. Dann schießen Feuerbälle an den Wänden entlang, sich selbst entzündende Flecken Erde müssen im richtigen Moment überquert werden oder es gilt, über magische Angriffe hinwegzuspringen. Manchmal müssen Obelisken zerstört oder Objekte eingesammelt werden. Währenddessen erscheinen die ganze Zeit über neue Monster, was erst endet, wenn ihr die jeweilige Aufgabe erfüllt habt.

Große Augen bekam ich, als ich einen Raum betrat und plötzlich alles in groben Pixeln dargestellt wurde. Ab und zu kann es nämlich passieren, dass es euch Zusatzeffekte erschweren (in seltenen Fällen auch erleichtern), einen Raum von Monstern zu befreien. Doppelter Schaden für euch als auch für die Gegner beispielsweise ist eher ein Vorteil, wenn ihr in Bewegung bleibt. Nervig wurde es, als ich bei einer Konfrontation mit dem Malus belegt wurde, dass mich jeder Treffer gegen mich automatisch springen ließ. Bei einem weiteren Versuch musste ich sogar mehrere Stockwerke mit dieser „Fähigkeit“ spielen, denn ich erhielt sie permanent an einem der Opferbrunnen (permanent im Sinne von diesem Durchgang). Diese Brunnen können euch auch positive Effekte bescheren, aber ich halte mich normalerweise von ihnen fern. Es sei denn, ich habe die Fähigkeit „Orakel“, dann gibt es keine Bestrafungen mehr.

Redaktionswertung

6

Grabbeltisch

So werten wir

Unser Fazit zu Ziggurat

Meinung von Pascal Hartmann
Es gibt viel zu bedenken und zu beachten, wenn ihr Ziggurat spielt. Und da das meiste davon vom schieren Zufall abhängt, liegt es schlussendlich an euch, ob ihr auch dann Spaß an einem Spiel habt, wenn es euch (fast) ausschließlich mit schwachen Waffen und Zaubern, unnützen Fähigkeiten und Amuletten und nervigen Räumen bombardiert. Dann heißt es, mit der Herausforderung zu wachsen. Persönlich macht es mir jedoch mehr Freude, wenn ich coole Magie bekomme, mir einen starken Charakter bauen kann und das Glück allgemein auf meiner Seite ist. Ich mag es dann doch lieber einfacher denn schwieriger. Der größte Schwachpunkt der Wii U-Umsetzung von Ziggurat sind jedoch die regelmäßigen Ruckler, Slowdowns und sogar kurzzeitigen Stillstände. Hier sollte dringend per Patch nachgebessert werden, so gibt es einen Abzug in der Wertung. Ein paar mehr Stockwerke hätte ich mir auch gewünscht, denn an den vorhandenen fünf - immerhin unterschiedlich aussehenden - hat man sich doch recht schnell satt gesehen.
Mein persönliches Highlight: Jede neue Waffe, Fähigkeit etc. weckt das Verlangen in mir, sie sofort ausprobieren zu müssen!

Kommentare 2

  • Tisteg80 - 04.08.2016 - 09:13

    Danke für den Test! Ich finde das Spiel ganz interessant. Schade, dass es für den Kaufpreis so eine kurze Spielzeit bietet und mit heftigen Rucklern nervt. Aber mal sehen, vielleicht kaufe ich es mir doch noch. Ich hätte nämlich mal wieder Lust auf einen Shooter, das Genre ist ja auf der Wii U nicht allzu sehr vertreten.

    Allerdings muss ich sagen, dass ich mir ein ähnliches Spiel, aber mit gemächlicherem Erkunden und mehr Rollenspielaspekten gewünscht hätte. Vielleicht nicht ganz so dröge wie der Klassiker Dungeon Master, aber halt etwas langsamer vom Spielablauf her, dafür mit einem gewissen Survival-Aspekt oder diablo-mäßigem Ausrüsten von besseren Items.
  • Skerpla - 04.08.2016 - 12:27

    Danke für den Test, der hat mich endlich überzeugt es mir zu kaufen wenn ich mal gerade genug Geld auf meinem eShop Konto übrig habe und mir nichts anderes kaufen will!
    Und ich mag Grabbeltisch-Ware :ugly:
    Da findet man ja manchmal richtige Schätze.