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Test zu Severed - Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Severed
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
22.09.2016
Vertrieb
DrinkBox Studios
Entwickler
Drinkbox Studios
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Severed: Lieber Arm ab, als Arm dran?

Von Max Kluge () In Severed spielt ihr die junge Frau Sasha, welche durch einen nicht näher definierten Umstand ihre Familie verloren hat und sich in einer kruden, düsteren Welt wiederfindet. Sie selbst hat einen Arm verloren und auch sonst einige Blessuren erlitten. Durch eine finstere Schattengestalt wird ihr mitgeteilt, dass ihr Bruder, ihre Mutter und ihr Vater noch in dieser Welt verweilen und von ihr gerettet werden können. Sasha zögert nicht lange und zieht aus in die Wildnis, um sich auf die Suche nach ihrer Familie zu begeben. Dabei trifft sie auf eine endlose Zahl seltsamer Kreaturen und skurriler Feinde, denen sie die Gliedmaßen abtrennen muss, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.

Atmosphäre ist alles: Die Raben verkünden euch ein unheimliches Abenteuer.

Im Spielverlauf schneidet ihr also reihenweise Ärme, Beine, Hörner und Flügel ab, brecht den Gegnern die Kiefer raus oder entledigt sie ihrer Augen. Hinzu kommen Innereien, die ihr über die ganze Spielwelt verstreut in Ton-Amphoren finden könnt. Ihr merkt schon: Das Spiel macht hier keine Gefangenen und hat sein USK-12-Logo mehr als verdient.

Hinsichtlich des Gameplays erwartet euch hier das scheinbar sehr vernachlässigte Genre des Dungeon-Crawlers. Während ihr in anderen Videospielen die Welt um euch herum frei erkunden könnt, bewegt ihr euch in Severed in Räumen fort. Um von Raum zu Raum zu gelangen, benötigt es eine Bewegungsaktion. In den Räumen selber könnt ihr euch zwar umsehen, aber nicht umhergehen. Das ist auch gar nicht nötig, da die meisten recht klein sind und ihr alles wunderbar erkennen und im Fall der Fälle antippen oder angreifen könnt. Antippen? Ja, richtig gehört: Severed wird komplett auf dem Touchscreen gespielt.

Der Kampf gestaltet sich in Severed sehr interessant. Monster werden in der Umgebung als weiße Flammen angezeigt. Nähert ihr euch einem dieser Symbole, löst ihr damit einen Kampf aus. Es stellen sich euch eines oder mehrere Monster in den Weg, welche es zu besiegen gilt. Dabei müsst ihr euch auf jeden Gegner neu einstellen, da jeder besondere Bewegungsmuster bereithält. Tauchen mehrere Monster auf, werden diese im unteren Bereich des Bildschirms angezeigt.

Das Kampfsystem ist das Kernstück des Gameplays von Severed.
Eure Angriffe beschränken sich zunächst auf kurze und lange Hiebe, die ihr per Streichen über den Touchscreen auslöst. Später bekommt ihr auch noch besondere, magische Fähigkeiten, welche dem Kampf noch mehr Varianz verleihen. Mittels einer kreisförmigen Anzeige seht ihr, wann eure Gegner angreifen werden. So könnt ihr im besten Fall schnell zu einem Monster rüberwechseln und dessen Angriff blocken, um gleich danach wieder einen anderen Gegner zu bearbeiten. Landet ihr Treffer, ohne geblockt zu werden, lädt sich die Fokus-Leiste auf. Sobald diese ihr Maximum erreicht hat, könnt ihr den Gegnern, die ihr besiegt, diverse Körperteile abtrennen und diese sammeln. Diese Art des Kampfes ist mir in meiner Videospiel-Laufbahn noch nicht untergekommen und macht wirklich Spaß. Immer wieder muss man sich neue Strategien überlegen, welchen Gegner man zuerst ausschaltet und welche Attacken man notfalls auch einstecken kann.

Severed macht keinen Halt vor düsteren und gruseligen Darstellungen.

Das Kampfsystem benötigt einiges an Koordinationsfähigkeit und wird in manchen Fällen auch recht anspruchsvoll. Wenn man aber erstmal verstanden hat, wie der Hase läuft, weiß man, wo die Fehler liegen und kann sich dementsprechend anpassen. Apropos anpassen: Wie schon erwähnt, schneidet ihr euren Gegnern die Körperteile nicht zum Spaß ab. Mit verschiedenen Teilen lassen sich verschiedene passive Fähigkeiten aufwerten. Zum Beispiel könnt ihr so eure Angriffskraft mit langen Hieben verbessern oder eure Rate von kritischen Treffern erhöhen. Der Umfang ist recht limitiert und hätte gerne noch ein paar weitere Möglichkeiten bereitstellen können. Wirklich überlegen, was ihr skillen möchtet, müsst ihr nicht, da ihr gegen Ende des Spiels so oder so alles freigeschaltet habt.

Neben der verwegenen Grundidee, die Gliedmaßen seiner Feinde abzutrennen und sie für sich selbst zu nutzen, vermittelt Severed auch mit seinen Charakteren, der düsteren Optik und dem schaurigen Soundtrack eine wunderbare Grundatmosphäre. Dabei sind vor allem die Soundeffekte zu erwähnen, welche den Spieler wunderbar anwidern und ihm kalte Schauer über den Rücken jagen.

Die Grafik hat ihren ganz eigenen Stil, der wie die Faust aufs Auge auf das Grundthema des Titels passt. Mit seiner kantigen Art, den düsteren Farbpaletten und dem comichaften Stil unterstreicht er die unheimliche Grundstimmung und die Idee des Spiels wunderbar. Dabei sind die verschiedenen Orte, die man bereist aber nicht monoton und düster, sondern weisen immer wieder neue Aspekte auf, die wunderbar ins Grundschema hineinpassen. In einem Abschnitt befindet man sich beispielsweise in düsteren Wäldern, während man später in einem verlassenen und zerfallenen Tempel Rätsel löst und Monster bekämpft. Auch die Gegner an sich zeigen, dass die Entwickler mit sehr viel Kreativität und Leidenschaft an die Sache herangegangen sind.

Der Grafikstil ist einzigartig und perfekt auf die düstere Atmosphäre abgestimmt.
Einen Kritikpunkt, den ich eben schon leicht angeschnitten hab, gibt es dann aber doch: den Umfang. Wenn man sich einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher machen möchte, kann es passieren, dass man Severed während der Zocksession bereits durchspielt. Etwas weniger als fünf Stunden habe ich gebraucht, um die Credits des Titels zu sehen. Danach gibt es noch einige Rätsel zu entdecken und Räume zum Freischalten, an die man zuvor wegen fehlender Fertigkeiten nicht gelangen konnte. Das motiviert zwar, sich noch mal ein bisschen in den wunderbaren Umgebungen umzuschauen, wirklich viel passiert nach dem ersten Durchspielen aber nicht mehr. Schade eigentlich, da man sich einen New Game Plus-Modus für Severed eigentlich sehr gut vorstellen kann. Auch von den ausgefallenen Gegnern hätte ich gerne mehr gesehen. Zwar sind die Vorhandenen wirklich super entworfen und für jeden benötigt man eine eigene Herangehensweise, allerdings hätte man hier auch noch mehr rauskitzeln können. Nach dem zehnten Kampf gegen die gleichen Monster stellt sich dann eher die Routine ein.

Noch ein kurzes abschließendes Wort zum Thema Cross-Buy: Wenn ihr euch Severed für den Nintendo 3DS oder die Wii U kauft, bekommt ihr die Version der jeweils anderen Plattform gratis hinzu. Besitzt ihr also beide Plattformen und möchtet das Spiel auf beiden spielen, müsst ihr es trotzdem nur einmal kaufen. Die Nintendo 3DS-Version bietet zudem den exakt gleichen Inhalt wie die der Wii U.

Redaktionswertung

8

Cooles Spiel

So werten wir

Unser Fazit zu Severed

Meinung von Max Kluge
Severed ist von vorne bis hinten ein äußerst innovativer, spaßiger, skurriler und fordernder Dungeon-Crawler mit ein paar Metroidvania-Elementen. Das ausgefallene Gameplay ist eine gelungene Abwechslung zum Button-Mashing-Einheitsbrei und funktioniert einwandfrei. Der Stil des Spiels zieht einen mit seiner düsteren und unheimlichen Art in seinen Bann und wird von der kantigen Grafik wunderbar unterstützt. Die Charaktere und Soundeffekte tun ihr Übriges und versprühen eine wunderbar unheilvolle Atmosphäre, die eine sehr immersive Spielerfahrung hinterlässt. Leider ist der Umfang des Spiels etwas knapp geraten und an einigen Ecken und Enden hätte man diverse Aspekte sicher noch weiterdenken können. Das schmälert zwar keinesfalls den Spielspaß, den man während des Zockens hat, hinterlässt aber am Ende einen klitzekleinen faden Beigeschmack.
Mein persönliches Highlight: Die Soundeffekte, die so manche krude Situation schaurig schön unterstreichen.

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