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Test zu Jotun: Valhalla Edition - Wii U

Germany Deutschland: Jotun: Valhalla Edition | USA USA: Jotun: Valhalla Edition
Plattform
Wii U
Erscheinungsdatum
08.09.2016
Vertrieb
Thunder Lotus Games
Entwickler
Thunder Lotus Games
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Jotun: Valhalla Edition - Beeindruckt die Götter!

Von Michael Lehmenkühler ()
Es gibt Reviews, die lassen sich nur schwer schreiben, weil die jeweiligen Spiele einfach nicht leicht in Worte zu fassen sind. Entweder, weil sie inhaltlich schwer zugänglich sind oder sich spielerisch und/oder technisch von der breiten Masse an Videospielen abheben, oder alles auf einmal. Jotun: Valhalla Edition ist ein solcher Titel.

Wenn man sich zunächst auf die harten Fakten stürzt, ist Jotun ein zweidimensionales Action-Adventure, dessen Spielewelt deutlich von der nordischen Mythologie inspiriert wurde. Unsere Protagonistin trägt den Namen Thora, eine rothaarige und Axt-schwingende Wikingerin, die vor Beginn unseres Abenteuers einen unrühmlichen Tod auf hoher See starb. In der nordischen Vorhölle erhält sie nun von den Göttern eine Chance auf Bewährung – wenn sie die Götter beeindruckt, wird ihr dennoch der Zugang zu Valhalla gewährt. Um dies zu erreichen, muss sie die sechs namensgebenden Jotun besiegen, welche sich als Bossgegner wirklich epischen Ausmaßes entpuppen. Bevor sie sich den jeweiligen Kolossen stellen kann, müssen verschiedene weitläufige Landschaften durchforstet werden, auf der Suche nach zu aktivierenden Runen. Das Gameplay ist also prinzipiell in zwei Grundaspekte aufgeteilt: Erforschen von großen Arealen und Bekämpfen von noch größeren Bossgegnern.

Durchforscht riesige Landschaften!

In diesem Level müssen wir an riesigen Wurzeln herunterrutschen.

Während man durch die sehr unterschiedlichen Unterlevel, beispielsweise frostige Eiswüsten, von riesigen Vögeln bewohnte Bäume oder brodelnde Lava-Landschaften, streift, muss nur selten die Axt geschwungen werden. Hier steht die Erkundung im Mittelpunkt, stellenweise müssen zudem Rätsel gelöst werden, die jedoch häufig seicht ausfallen. Auf dem Gamepad hilft uns die undetaillierte Karte beim Erforschen nur wenig, was aber auch Absicht ist, da es die Aufgabe des Spielers ist, sich anhand weniger Anhaltspunkte in den Landschaften zu orientieren. Wie ausgiebig die Gegenden erkundet werden, bleibt dem Spieler teilweise selbst überlassen. Bestimmte Runen müssen auf jeden Fall aktiviert werden, um Zugang zu den Endbossen zu erhalten, aber darüber hinaus ist es optional, wie vollständig man die Level auskundschaftet. Fleiß lohnt sich aber, da sich diverse Power-Ups und Zauberkräfte finden lassen, die für die Kämpfe von elementarer Bedeutung sind.

Die von den Göttern erhaltenen Zauber lassen euch beispielsweise die eigene Energieleiste auffüllen, einen mächtigen Hammer schwingen oder schützende Schilde aktivieren. Die Zauber lassen sich auf dem Gamepad individuell anordnen und aktivieren, was ich persönlich aber für nutzlos hielt. Mit den Schultertasten die jeweiligen Zauber auszuwählen und mit Drücken des A-Knopfes zu aktivieren war für mich stets die bequemere und effektivere Steuerungsvariante. Darüber hinaus bleibt die Bedienung von Thora auch recht simpel. Ihr bewegt eure Heldin entweder mit dem Analogstick oder dem Steuerkreuz und könnt mit der Y-Taste schnelle Axthiebe sowie mit der X-Taste kräftigere, aber aufzuladende Hiebe austeilen. Zudem könnt ihr im Stile der Zelda-Spiele mit dem B-Knopf eine Vorwärtsrolle ausführen, die sich in jedem Kampf als lebensnotwendige Aktion erweist.

Besiegt noch riesigere Bossgegner!

Die Größenverhältnisse bei den Kämpfen sind nicht ganz fair.

Jene Kämpfe gegen die bildschirmfüllenden Kolosse stellen dann auch den Mittelpunkt des Spielspaßes dar - jedenfalls, wenn man einem hohen Schwierigkeitsgrad nicht abgeneigt ist. Schon die Ausflüge in die riesigen Landschaften verdeutlichen euch, wie winzig Thora im Gegensatz zum Rest der Spielewelt ist. In den Auseinandersetzungen mit den Jotun seid ihr dann auch körperlich gewaltig im Nachteil – die Kämpfe mit „David gegen Goliath“ zu vergleichen, wäre die Untertreibung des Jahrtausends. Dementsprechend ist ein vorsichtiges Vorgehen essentiell, bereits wenige eingesteckte Treffer sorgen für euren Bildschirmtod. Die gesammelten Zauberkräfte können jeweils nur sehr begrenzt eingesetzt werden und müssen aus diesem Grunde wohlbedacht dosiert werden. Die Angriffsmuster der Jotun müssen analysiert und durchschaut werden, teilweise muss die Umgebung mit einbezogen werden. So sterbt ihr unzählige Tode, aber habt niemals das Gefühl, das Spiel würde euch unfair behandeln. Kämpfe, die zunächst aussichtlos erscheinen, werden zunehmend machbar und so ist die Freude immens, wenn ihr einen der Titanen nach etlichen Versuchen endlich in die Knie zwingt. Lediglich einer der Jotun ist vergleichsweise kinderleicht zu besiegen, was einen leicht unausgewogenen Eindruck hinterlässt.

Während das Spiel mit den epischen Kämpfen beeindruckt, bekam ich beim Rest des Spiels den Eindruck, dass der Titel sein Potential nicht voll ausschöpft. Ich wartete darauf, dass das Spiel noch einen Gang hochschaltet, was aber nicht passierte. Das etwas unbefriedigte Gefühl nach dem Abspann lässt sich sicherlich auch mit dem geringen Umfang begründen. Knapp acht Stunden sind wirklich nicht viel, da vor allem die ständig zu wiederholenden Kämpfe einen Großteil der Spielzeit ausmachen. Mehr Erkundungslevel, die auch inhaltlich komplexer ausfallen, hätten dem Spiel gut getan. Während die Storyline für Fans der nordischen Mythologie sicher ein gefundenes Fressen ist, ließ sie mich weitestgehend so kalt wie die Eis-Level, Interesse und Spielspaß generierte lediglich das Gameplay und die gelungene Technik, über welche jetzt auch noch gesprochen werden muss.

Bestaunt eine wundervoll gezeichnete Grafik!

Auch auf einem gefrorenen See müssen wir stets die Augen offen halten!

Jotun ist ein wunderschönes Spiel. Die handgezeichneten Comic-Grafiken und tollen Animationen sind eine Augenweide, die ihresgleichen suchen. Vom ästhetischen Standpunkt her muss man dem Spiel die höchsten Komplimente aussprechen – auch die nordischen Götter wären wohl erfreut! Rein technisch gesehen kann die Wii U-Fassung das hohe Niveau aber nicht ganz aufrechterhalten, da vereinzelte Slowdowns und zu lange Ladezeiten das Gesamtbild dezent trüben. Im Bereich der Akustik muss vor allem die isländische Synchronisation gelobt werden, die das Flair des Titels perfekt herüberbringt. Die Soundeffekte und Musikstücke fügen sich ebenso ins stimmige Gesamtbild ein.

Wer sich abschließend fragt, was die besonderen Merkmale der „Valhalla Edition“ sind, dem sei gesagt, dass dieser Zusatz nicht der Rede wert ist. Im gleichnamigen Spielmodus könnt ihr nochmal gegen verstärkte Versionen der Jotun antreten, wobei unterschiedliche Statistiken wie die benötigte Zeit erfasst werden. Der Spieler soll zu einer Art Highscore-Jagd animiert werden, was ein netter Bonus ist, aber keinen nennenswerten Mehrwert bietet.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Jotun: Valhalla Edition

Meinung von Michael Lehmenkühler
Was ursprünglich als Kickstarter-Projekt begann, ist auch auf der Wii U ein stimmiges und ästhetisch sehr ansprechendes Indie-Spiel mit viel Charme geworden, das in Sachen Gameplay und Umfang jedoch sein wahres Potential nicht vollends ausschöpft. Wer auf knüppelharte Endboss-Fights der alten Schule steht oder Fan der nordischen Mythologie ist, sollte den Titel jedoch dringend auf seine Einkaufsliste setzen.
Mein persönliches Highlight: Den finalen Endboss im 87. Anlauf endlich in die Knie zu zwingen – ein extrem hartes Stück Arbeit, das mit einem großen Zufriedenheitsgefühl belohnt wird.

Kommentare 8

  • punica20 - 28.09.2016 - 14:00

    es funktioniert bei mir nicht? Werde nicht zum test weiter geleitet
  • Michael Lehmenkühler - 28.09.2016 - 14:02

    @punica20 Immer noch? Bei mir wird alles angezeigt.
  • Fonce - 28.09.2016 - 14:04

    Bei mir funktioniert es ohne Probleme.
  • Dirk Apitz - 28.09.2016 - 14:07

    Zitat von punica20:

    es funktioniert bei mir nicht? Werde nicht zum test weiter geleitet
    Müsste gehen aber. Alles richtig eingetragen und verlinkt.
  • DerGom - 28.09.2016 - 14:13

    Schön geschriebener Test, macht defintiv Lust auf das Spiel. Ich selber habe damals einen Trailer gesehen, der schon sehr interessant aussah. Das Spiel klingt, auch durch den Test, recht gut. Ich werde es mir wohl demnächst mal holen. :)
  • punica20 - 28.09.2016 - 14:48

    ja hab es jetzt nochmal probiert und es hat funktioniert :) guter test kriegt man auf jeden fall lust das spiel zu spielen mal sehen vielleicht hole ich es mir demnächst habe aber in letzter zeit noch genug was ich zuende spielen muss
  • blackgoku - 28.09.2016 - 15:06

    ohhh ja, das Habe ich schon mal gesehn das Spiel. muss sagen nicht schlecht für sowas würde ich holen. nur, Eshopguthaben :D
  • Raiser - 28.09.2016 - 17:44

    Ich habe Jotun auf der Gamescom angespielt und es hat mir sehr gefallen.
    Die Demo bestand aus einem Bosskampf und ich fühlte mich gleich heimisch, da das Spiel große Parallelen zu Dark Souls, Titan Souls, oder generell dieser Art von Spielen hat. Trotzdem hat die Magiemechanik noch etwas ganz eigenes, woran ich mich erst gewöhnen musste.
    Den Boss habe ich zwar nicht in den 2 Versuchen platt bekommen, die ich gespielt habe, aber ihn immerhin auf ca. ein Viertel runtergekloppt. Der Angestellte von Nintendo meinte zwar, dass soweit nur die wenigsten kommen, trotzdem hätte ich gerne weiter gespielt. ;)
    Das Spiel landet daher auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.