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Test zu Pirate Pop Plus - New Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Pirate Pop Plus | USA USA: Pirate Pop Plus | Japan Japan: Pirate Pop / かいぞくポップ
Plattform
New Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
20.10.2016
Vertrieb
13AM Games
Entwickler
Dadako Studios
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Blasen zerplatzen wie echte Piraten

Von Daniel Kania ()
Videospielveteranen kennen sie aus alten Tagen, junge Spieler werden aber sicher auch bereits mit ihnen vertraut sein: Arcade-Spiele. In früheren Tagen hatten Spiele keine allzu tiefe Geschichte oder keine herausragenden Grafiken, als dass man ein Videospiel-Epos hätte zaubern können. Stattdessen setzte man vor allem auf den Spielspaß und die Langzeitmotivation. Ein Spiel sollte für viele Monate Unterhaltung bieten, indem es den Spieler immer wieder herausfordert. Nicht aber mit neuen Hindernissen, denn das Hindernis soll des Spielers Fähigkeit selbst sein:

Und plötzlich lauft ihr an der Wand entlang! Gebt Acht auf den Bubble Pirate und seine fiesen Tricks.

Wer stellt den höchsten Highscore auf? Auch viele Titel der heutigen Zeit fußen auf einer hitzigen Highscore-Jagd – und dafür muss man sich nicht mal vor den Automaten in die Spielhalle setzen! Wie wäre es stattdessen, wenn ihr euren New Nintendo 3DS (XL) hervornehmt und mit einem schweren, eisernen Anker den Blasen zeigt, wo es langgeht? Übertrieben, sagt ihr? Nein, das ist bloß Pirate Pop Plus.

Wie es sich für einen echten Piraten gehört, schippert unser Protagonist Pete Jr. über die große, weite See auf der Suche nach neuen Schätzen. Dass man dabei gerne mal müde wird, ist auch nicht zu verdenken. Nach seinem Schläfchen wacht Pete Jr schließlich auf, es ist ein gewöhnlicher Mittag. Doch was ist das? Auf der gerade erst erreichten Insel scheint irgendetwas in der Luft zu schweben. Es sind Blasen! Aber keine gewöhnlichen Blasen, nein, darin befinden sich ja Menschen! Schnell wird klar: Der böse Bubble Pirate steckt dahinter und hat mit seiner merkwürdigen Maschine Blasen erzeugt, welche die Inselbewohner gefangen nahmen. Unser Nachwuchs-Pirat denkt da nicht zweimal nach: Mit dem Anker im Gepäck geht es gegen Bubble Pirate!

Anker: gelichtet. Blasen: zerplatzt!


Die Geschichte ist zugegeben simpel, doch schon alte Klassiker wie das erste Super Mario Bros. zeigten uns, dass ein Spiel keine Handlung mit großartigen Wendungen benötigt, um ein Welterfolg zu werden. So einfach die Story abgehandelt ist, so sehr passt sie zumindest zum größten Gameplay-Aspekt des Nintendo eShop-Titels: Blasen zerplatzen lassen! Traditionell bewegt man sich in einer 2D-Ansicht nach links und rechts und kann seinen Haken direkt nach oben werfen, um so die Blasen platzen zu lassen, die der Bubble Pirate erschafft. Trefft ihr eine Blase, teilt sie sich in kleinere Blasen auf, was von euch natürlich noch präziseres Anker-Werfen erfordert. Die Lernkurve ist dabei ziemlich einfach, da man sich schnell an die verfügbaren Mittel und Aktionen gewöhnt. Pete Jr. hat drei Herzen. Lasst ihr euch ein viertes Mal erwischen, heißt es Game Over.

Items bringen jede Menge Abwechslung. Mit der Airsoft-Kanone bereitet ihr dem Bubble Pirate ordentlich Ärger.

Wer aber glaubt, das wäre alles, der vertut sich. Der Clou beim Gameplay: Die Gravitation ändert sich ständig. Durch irgendeine Macht ist es dem Bubble Pirate möglich, die Magneten, die sich an jeder der vier Seiten befinden, zu aktivieren. Von einer Sekunde auf die andere kann das Geschehen also plötzlich auf dem Kopf stehen – oder ihr lauft an der Wand entlang! Das mag beim ersten Spielen noch verwirrend sein, ermöglicht euch aber eine Alternative zum Anker, um den Blasen das Fürchten zu lehren. Aus einem "Shooter" wird damit auch ein "Jump'n'Run", da Pete Jr. durch die veränderte Gravitation auf die Blasen hüpfen kann beziehungsweise sich einfach auf sie fallen lässt und so wieder an Höhe gewinnt. Diese Methode würde ich euch übrigens besonders empfehlen, da ihr auf diese Weise einfach Punkteketten aufbauen und so möglicherweise schnell euren letzten Highscore knacken könnt.

Darum geht es schließlich auch primär: Highscores aufstellen. Das Spiel bietet dafür eine Rangliste mit den fünf besten Ergebnissen. Zu Beginn sind bereits fünf Einträge zu finden, wie von Pete Jr selbst oder gar dem Publisher 13AM Games, die es zu schlagen gilt. Dafür erhaltet ihr Belohnungen in Form von Münzen, welche im In-Game-Shop ausgegeben werden können und das wichtigste überhaupt: Ruhm und Ehre im eigenen Piraten-Kreis. Als Beweis könnt ihr mit euren Errungenschaften prahlen, das Spiel bietet nämlich "Erfolge", bestimmte Ziele, die es zu erreichen gilt. Für das Erreichen von Platz 1 in der Rangliste, sagt man, gäbe es eine Kanonenkugel aus echtem Gold. Ob dieses Gerücht wirklich stimmt, könnt ihr ja für euch selbst herausfinden.

Mit Items zum Reichtum – und diesen ausgeben!


Wie weckt man den Nervenkitzel eines jeden Highscore-Jägers? Natürlich! Mit brisanten Items, die das Geschehen ordentlich aufmischen und Action hineinbringen. Auch an dieser Ecke spart Pirate Pop Plus nicht. Neben dem klassischen Herz-Item, welches euch ein Herz wiederherstellt, darf auch ein typischer Schild nicht fehlen, welcher jeden Schaden von Blasen abwehrt und sie zum Platzen bringt. Auch ein Uhr-Item ist anzutreffen, mit dem alle Blasen auf dem Bildschirm für eine kurze Zeit in ihrer aktuellen Position verharren – leichte Beute für Pete Jr. also. Spezieller dagegen sind das Haken- und Airsoft-Item. Ersteres erlaubt euch geworfene Anker, oder zumindest ihre Ketten, an geworfener Stelle festzusetzen, bis sie eine Blase berührt haben. Dabei könnt ihr gleich mehrere dieser Ketten gleichzeitig befestigen und müsst kaum zielen, die Blasen werden schließlich irgendwann daran stoßen. Das Airsoft-Item hingegen verspricht von allen verfügbaren Mitteln wohl die meiste Action. Statt seinen Anker zu verwenden, schießt Pete Jr dann mit der Airsoft-Waffe auf die Blasen. Durchschnittlich 50 Schuss sollten euch zur Verfügung stehen, dabei schießt ihr stets zwei dicke Strahlen gleichzeitig und könnt so eine große Fläche abdecken. Apropos zwei Mal schießen: Um zwei Haken (schnell) hintereinander werfen zu können, solltet ihr das x2-Item aufsammeln, sobald ihr es seht.

Im Shop könnt ihr durch allerlei Bereiche stöbern und euer Geld nach Herzenslust ausgeben. Gar den Handheld selbst könnt ihr anpassen!

Ein etwas bösartiges Item ist dabei ein Schädel, der euren Charakter bis zum Aufsammeln eines neuen Items oder bei Kontakt mit einer Blase schwarz färbt, sodass er nicht mehr sieht, wohin er geht. Aus diesem Grund ist die Steuerung vertauscht: Rechts ist links und links ist rechts – zügelt also eure Liebe für Totenschädel, ein Pirat muss nicht jedem Klischee hinterherlaufen. Neben diesen besonderen Items findet ihr auch andere Sammelgegenstände wie Tortenstücke oder diverse Früchte, die euch Punkte bescheren. Sammelt ihr jedoch die Buchstaben B, O, N, U und S ein, erfolgt eine kleine Bonusrunde, in der die Moneten praktisch vom Himmel regnen. Ha, vielleicht ist nicht jedes Piraten-Klischee so schlecht.

Habt ihr genug Geld eingesammelt und tolle Rekorde aufgestellt, sollte eure Schatzkammer prall genug sein, um etwas davon auszugeben. Auf einer Insel mit einem verrückten Blasen-Piraten denkt man nicht ans Sparen! Vom Hauptmenü aus erreicht ihr den Shop, bei dem ihr aus verschiedenen Kategorien auswählen könnt. Neben alternativen Musikstücken, die alle im Retro-Stil daherkommen – wie das ganze Spiel, falls ihr es noch nicht bemerkt habt – können auch zusätzliche Charaktere erworben werden, die sich in beispielsweise Geschwindigkeit oder Herzanzahl unterscheiden können. Selbst Satura, ein Charakter aus 13AM Games' Hit Runbow, ist enthalten. In den Screenshots aus dem Spiel muss euch sicherlich auch aufgefallen sein, dass das Hauptgeschehen nicht den ganzen Bildschirm beansprucht, sondern das Spiel einen weiteren Bildschirm eines imaginären Handhelds darstellt. Den abgebildeten Handheld könnt ihr dabei nach Herzenslust umgestalten. Im Shop sind euch einige Möglichkeiten geboten, wie das Äußerliche aussehen soll – selbst die Hintergrundbeleuchtung kann angepasst werden! Wenn das nicht Retro-Flair ist, was dann? Für alle coolen Kids hat Entwickler Dadako Studios sich auch einige Sticker einfallen lassen, die man auf seinen Handheld kleben kann. Wer also das Bedürfnis hat, alle möglichen Kombinationen freizuspielen, der kann sich ein kleines Vermögen aufbauen und in das Design des virtuellen Gaming-Geräts stecken.

Kurzer Aufenthalt mit Pete Jr.


So viel man für einen kleinen Nintendo eShop-Titel auch freispielen beziehungsweise freikaufen kann, nichtsdestotrotz ist es nicht gerade viel, womit man etwas anfangen könnte. Niemand braucht alle Farben für seinen Aktionsknopf und mit einer, vielleicht zwei Hintergrundbeleuchtungen gibt man sich zufrieden. Wirklich relevant sind also nur die Charaktere und Musikstücke, für die man schon nach kurzer Zeit das nötige Kleingeld übrig hat. Dabei sei erwähnt, dass die gebotenen Soundtracks sicherlich nett sind, aber keinen gewaltigen Ohrwurmcharakter haben. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da sich das Spiel super zum Spielen für zwischendurch eignet und man deshalb wohl nicht immer den Spielsound hören wird, wenn man zum Beispiel nebenbei fernsieht oder Musik hört. An dieser Stelle soll ebenso gesagt sein, dass die Optik im Jahre 2016 natürlich nicht mehr umwerfen kann, doch gewollt nostalgisch veranlagt ist und seinen Zweck erfüllt.

Nun spielt ihr mit Style! Diverse Sticker peppen euren virtuellen Handheld ordentlich auf.

Wie lange der Titel allerdings motivieren kann, wird ganz von euch als Person abhängig sein. Highscore-Jäger werden sicher länger Spaß daran haben als Spieler, die ein eher progressives Erlebnis wollen. Für diese wird Pirate Pop Plus nur kurzweilige Unterhaltung bieten. Am groben Gameplay ändert sich schließlich nichts. Je weiter ihr im praktisch endlosen Blasen-Zerplatzen kommt, desto schwerer wird es natürlich auch. Das sollte aber den besonderen Anreiz bieten, es immer wieder zu versuchen, gerne auch mit anderen Charakteren wie Shynut. Es liegt an euch herauszufinden, mit welcher Figur ihr am besten klarkommt.

Habt ihr euren Helden gefunden, könnt ihr euch auch am Hyper-Modus versuchen, den ihr gegen 25 Münzen ausprobieren könnt. In diesem hat jeder Charakter nur ein Herz zur Verfügung, dafür aber erhaltet ihr die doppelte Punktanzahl. Ein großes Risiko, geübte Spieler werden hier allerdings belohnt und werden auf diese Weise wohl die meisten Spitzenrekorde aufstellen. Für das gemütliche Spielen eignet sich hingegen der normale Modus viel mehr, den ich während meiner Spielzeit auch deutlich öfter spielte. Dennoch ist dieser herausfordernde Modus eines Lobes würdig und verlängert die Langzeitmotivation sicher um ein gutes Stück. Gegen noch weitere Modi, vielleicht unterschiedliche Stages und andere Blasen-Arten beziehungsweise andere Hindernisse wäre aber nichts einzuwenden gewesen, um Pirate Pop Plus zu einem noch vielseitigeren Spielerlebnis zu machen. So stoßen wir auf die Gefahr, dass schon schnell die Luft aus den Blasen ist.

Bei der New Nintendo 3DS-Version besonders zu bemängeln ist leider aber die Wiedergabe auf dem Gerät selbst. Besitzer der kleinen New-Variante werden Probleme haben, alles vom Spielgeschehen mitverfolgen zu können. Durch den virtuellen Handheld als Rahmen nimmt das Spiel selbst nur noch wenig Platz vom Bildschirm ein, was alle Charaktere und Objekte schrumpfen lässt. XL-Geräte werden damit wahrscheinlich weniger Probleme haben, beim New Nintendo 3DS bleibt es dennoch ein Manko, welches den Spielspaß trübt. Wer nichts sehen kann, der kann auch nicht vernünftig spielen. Ach ja: 3D unterstützt das Spiel in keinster Weise. Auch StreetPass-Funktionen sind nicht vorhanden.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

So werten wir

Unser Fazit zu Pirate Pop Plus

Meinung von Daniel Kania
Pirate Pop Plus ist ein typischer, moderner Retro-Titel, der sich ein bestimmtes Konzept herausgreift – hier das Blasen-platzen-lassen – und wie in den alten Tagen ein kompaktes Spielerlebnis drum herum baut. Das Spiel ist also bewusst im Retro-Stil gehalten und punktet deshalb durch sein zugängliches Konzept, welches einfach zu erlernen und schwer zu meistern ist. Ich bin gespannt, was für gewaltige Highscores manche aufstellen werden, für den Großteil der Spielerschaft wird der Titel aber zu wenig bieten, um auf lange Sicht unterhalten zu können. Wer den günstigen Preis aber bezahlen möchte, der darf sich zumindest auf einige (wenige) Stunden Spaß freuen, in denen ihr die verschiedenen Items kennenlernt und Strategien zur Blasen-Bekämpfung entwickelt. Käufern der New Nintendo 3DS-Version rate ich zudem einen Besuch beim Optiker eures Vertrauens.
Mein persönliches Highlight: Als ich gemerkt habe, dass die Knöpfe des virtuellen Handhelds sich synchron mit meinen Eingaben bewegen. Das ist Liebe zum Detail!

Kommentare 1

  • Tarik - 07.11.2016 - 10:55

    @ntower: Typo -> "in keinster Weise" -> "keiner" lässt sich nicht zum Superlativ steigern. ;)

    Davon ab sehr lesenswerter Test, danke! Werde es eher auf der Wii U spielen denke ich.