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Test zu Corpse Party - Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Corpse Party
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
26.10.2016
Vertrieb
Noch keine Angaben
Entwickler
Noch keine Angaben
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Schaurige Geschichte, schauriges Gameplay

Von David Pettau ()
Die Geschichte um Corpse Party ist nicht unbedingt leicht zu verstehen – der erste Ableger des Horrorspiels erschien im Jahr 1996 in Japan. Sein Debüt in Europa feierte das kleine Franchise im Dezember 2011 auf der PlayStation Portable – dort erschien “Corpse Party BloodCovered: ...Repeated Fear“, das eine überarbeitete Version eines Remakes des Originals, “Corpse Party BloodCovered“, darstellte. Ziemlich verwirrend, oder? Seit dem 26. Oktober ist dieser überarbeitete Ableger des Remakes nun auch auf dem Nintendo 3DS zu haben – wohl um unnötige Verwirrung zu vermeiden, kam das Spiel allerdings lediglich unter dem Namen “Corpse Party“ im Nintendo eShop in den Handel.

Ayumi Shinozaki hat sichtlich Spaß an ihrem Abenteuer.

Worum es sich bei dem Spiel handelt, lässt wohl schon der Namen vermuten – wer nun allerdings nicht weiß, was “Corpse Party“ ins Deutsche übersetzt bedeutet, der sei direkt einmal gewarnt: Das Spiel bietet lediglich englische Bildschirmtexte, und das zuhauf. Diese sollten für die bestmögliche Spielerfahrung auch unbedingt sorgfältig gelesen und verstanden werden. Seid ihr des Englischen also nicht mächtig, so ist Corpse Party definitiv nichts für euch. Doch zurück zu dem eigentlichen Spiel: Corpse Party ist ein waschechtes, japanisches Horror-Spiel, mit dessen Story sich wohl jeder Anime-Liebhaber anfreunden können sollte. In der Rolle diverser Charaktere erforscht ihr eine mysteriöse Grundschule, in der sich offenbar blutige und grauenvolle Ereignisse zugetragen haben. Die Charaktere sind dabei sehr klischeebehaftet, was allerdings nicht negativ gemeint ist – je nachdem eben, ob einem diese Art von Geschichte gefällt. Es gibt das kreischende Mädchen, das eher ruhigere und in sich gekehrte Mädchen, den mutigen, wenn auch unbeholfenen, Jungen, dessen kleine, süße Schwester und so weiter.

Schleicht sich dort etwa ein bedrohlicher Schatten an Naomi heran...?

Direkt zu Beginn des Spiels bekommt man eine kurze Einführung der meisten relevanten Charaktere, die man anschließend während der fünf Kapitel, in die die Handlung des Spiels unterteilt ist, näher kennenlernt. Auf Story-Details will ich dabei ungern eingehen, denn so viel sei gesagt: Diese ist die große Stärke des Spiels und sorgt auch für die Motivation, am Ball zu bleiben. Das Gameplay selbst, abseits der zahlreichen Events, die zum Großteil aus Dialogen diverser Charaktere bestehen, schafft das leider nur bedingt. Doch dazu gleich mehr. Corpse Party präsentiert sich erst einmal ähnlich, wie man das etwa von klassischen J-RPGs kennt. Ihr bestreitet euer schauriges Abenteuer in klassischer Vogelperspektive, während sich das Spiel in Pixel-Optik präsentiert. Ob einem das gefällt, muss jeder für sich selbst entscheiden – gerade in den ersten drei Kapiteln mangelt es Corpse Party aber gerne mal an optischer Abwechslung, während ihr die Grundschule erkundet, was die Orientierung in den sich optisch sehr ähnelnden Korridoren und Klassenräumen erschwert. In Sachen optischer Präsentation ist Corpse Party dennoch ein zweischneidiges Schwert: Während das Spielgeschehen sehr trist daherkommt, wissen die Charakterartworks während der Dialoge und die immer wieder eingeworfenen Still Frames sehr zu gefallen. Diese sind natürlich in schickem Anime-Look gehalten, einige Bilder gehen dabei leicht in Richtung Ecchi (sexuelle Anspielungen). Das muss einem natürlich gefallen, allzu oft kommen derartige Bilder allerdings nicht vor und das Wichtigste: Sie reißen den Spieler keinesfalls aus der durchweg düsteren und bedrückenden Atmosphäre. Für Fans von Animes im Originalton sei außerdem erwähnt, dass das Spiel eine japanische Sprachausgabe enthält. Diese fügt sich, wie auch sämtliche Soundeffekte und Soundtracks, bestens in das Spielgeschehen ein. Zwar sind nicht sämtliche Texte mit einer Sprachausgabe hinterlegt, doch findet diese in einem Großteil aller Dialoge ihren Einsatz. Besonders in den bedrückenden und blutigen Momenten trägt die Sprachausgabe einen großen Teil zur Atmosphäre bei.

Doch was tut man nun eigentlich in Corpse Party? Nun, das Spiel ist im Grunde ein simples Adventure. Ihr erforscht verschiedene Bereiche der Grundschule, löst dabei kleinere und sich leider auch wiederholende Rätsel oder findet verschiedene Gegenstände, die wiederum an anderer Stelle zum Einsatz kommen können. Dabei kommt neben dem Steuerkreuz nur die A-Taste zum Einsatz, mit der ihr an den verschiedensten Stellen im Spiel mit eurer Umgebung interagieren könnt. Während ihr durch das von Leichen übersäte Gebäude schlendert, löst ihr dabei immer wieder kleinere und größere Events aus, die die Geschichte vorantreiben. In dieser Mechanik versteckt sich das größte Problem, das ich mit Corpse Party habe: Da euch das Spiel selten explizit sagt, was ihr zu tun habt, läuft das Spielgeschehen oftmals darauf hinaus, dass ihr durch das nicht gerade kleine Schulhaus irrt und darauf hofft, irgendwo ein Event auszulösen. Zwar gibt es Events, die euch im aktiven Spielfluss überraschen, doch seid ihr leider oftmals aktiv damit beschäftigt, den Auslöser eines solchen Events zu finden, was sich schlicht falsch anfühlt. Doch falls ihr nun denkt, dass ihr einfach alles abklappern und versuchen könnt, mit allem Möglichen zu interagieren: falsch gedacht. Bei einem Spieldurchgang durch die fünf Kapitel könnt ihr so einiges falsch machen, was ihr oftmals erst einige Minuten später mitgeteilt bekommt.

Leichen gehören in Corspe Party zur Routine – die noch vorhandenen Gliedmaßen sind allerdings eine Besonderheit.

Jedes der fünf Kapitel bietet unterschiedlich viele Enden – der Clou: Es gibt jeweils nur ein richtiges Ende, mit dem ihr das nächste Kapitel freischaltet. Anstatt eines Game Over-Bildschirms bekommt ihr stattdessen schlicht ein falsches Ende präsentiert, solltet ihr einen schwerwiegenden Fehler begangen haben. Das mag für manch einen erst einmal interessant klingen, doch sind die wenigsten dieser falschen Enden wirklich einen Blick wert – meist endet es damit, dass einer oder mehrere eurer Charaktere auf eine brutale Art und Weise sterben oder verstümmelt werden. Erblickt ihr ein solch blutiges Spektakel, könnt ihr nur hoffen, dass ihr vor nicht allzu langer Zeit euren Spielstand gespeichert habt. Dies könnt ihr an einer von mehreren Kerzen tun, die in der Spielwelt verteilt sind – doch auch hier sei dringend dazu geraten, nicht immer den vorherigen Spielstand zu überschreiben, weil ihr nie wissen könnt, ob ihr schon einen Fehler begangen habt. Nach einem falschen Ende beginnt Corpse Party nun schnell einmal zu nerven. Bereits vor dem vermeintlichen Game Over-Bildschirm gesehene Events können beim zweiten Anlauf nicht übersprungen werden, die Ursache für das falsche Ende ist darüber hinaus selten wirklich klar. Je nach Fall hilft in diesen Momenten nur logisches Denken, wildes Ausprobieren oder notfalls das Internet weiter. Gerade die fehlende Option, bereits gelesene Dialoge zu überspringen, erschwert euch die eigenständige Suche nach dem richtigen Lösungsansatz aber nur unnötig.

Trotz einiger Frustmomente, die sicher das eine oder andere Mal auftreten, bleibt man allerdings am Ball. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und ist nichts für schwache Nerven. Blutige und grausame Momente gibt es zuhauf, dank des durchweg guten Sounddesigns und der kleineren, grafischen Effekte, kommen diese auch erschreckend intensiv zur Geltung. Wem Verstümmelungen und Blutfontänen allerdings auf den Magen schlagen, wenn auch nur in Anime-Optik, der sollte Corpse Party lieber auslassen. Neben den fünf Hauptkapiteln könnt ihr auch noch mehrere kleine Bonuskapitel freischalten, die euch mehr über die Hintergründe der Handlung in Erfahrung bringen lassen. Ebenso bietet das Spiel eine interaktive Übersicht über alle Charaktere, die euch mit jeweils einigen Hintergrundinformationen versorgt.

Redaktionswertung

6

Grabbeltisch

So werten wir

Unser Fazit zu Corpse Party

Meinung von David Pettau
Mein Fazit zu Corpse Party fiel mir schwerer, als mir lieb war. Die Geschichte, die mir grob auch schon aus der Anime-Adaption "Corpse Party: Tortured Souls“ bekannt war, konnte mich durchaus unterhalten – wenn auch nicht auf eine schöne Art und Weise. Stellenweise richteten sich mir im Angesicht der grausamen Ereignisse wirklich die Nackenhaare auf, wie das bei einem guten Horrorspiel natürlich sein muss. Das Gruseln lehrte mich aber auch das Gameplay, die retrolastige Pixeloptik und die nicht gerade schön animierten Charaktere, die der gelungenen Story meiner Meinung nach nur im Wege stehen. Von daher: Wer mit dieser Art Spiel nichts anfangen kann, sich aber dennoch für die blutige Geschichte interessiert, dem würde ich besagten Anime empfehlen. Geduldige Fans des klassischen Grafikstils können aber auch mit dem Nintendo 3DS-Ableger nichts falsch machen. Eine einzigartige Erfahrung bietet euch Corpse Party allemal, egal in welcher Form.
Mein persönliches Highlight: Als ich nach langem Kopfzerbrechen über ein falsches Ende Google zur Hilfe nehmen wollte und ich direkt auf zahlreiche Lösungsansätze stieß – ich bin nicht der Einzige, der dabei auf keinen grünen Zweig kam!

Kommentare 2

  • FloX99 - 18.11.2016 - 11:23

    Ob, corpse party Teil 2&3 wohl auch noch für den 3ds erscheinen werden?
    Ist auf jeden Fall eine gute Reihe.... Aber ohne die Fortsetzungen leider ziemlich Bedeutungslos, villeicht macht man es ja wie auf den Sony Plattformen... Den ersten Teil auf 3ds(wie psp) die weiteren auf Switch (wie ps vita) wäre ulkig :D
  • sPliTT - 19.11.2016 - 07:33

    Ist das Bannerbild nicht etwas brutal gewählt für die jüngeren Nintendo Fans? just sayin, also mir solls egal sein, hab nur so ein blutiges Bild nicht auf eurer Hauptseite erwartet xD