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Test zu Punch Club - Nintendo 3DS

Germany Deutschland: Punch Club | USA USA: Punch Club
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
02.02.2017
Vertrieb
tinyBuild Games
Entwickler
Lazy Bear Games
Genre
Simulation, Sport, Boxen
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Aus dem Leben eines Kämpfers

Von Dennis Gröschke ()
Gestern war ein harter Tag. Erst hab ich verschlafen und beinahe noch den Bus verpasst. Mein Boss hatte mich per Telefon geweckt, daraufhin bin ich vom Sofa gerutscht. Ich muss mir echt mal ein neues Bett zulegen, das alte hat echt schon bessere Tage gesehen. Zum Glück hatte ich noch ein paar Dollar in der Tasche und konnte mit dem Bus zur Baustelle fahren. Immer die gleiche Maloche, jeden Tag Steine mit dem Presslufthammer bearbeiten, hoffentlich ist das Hochhaus bald mal fertig. In der Mittagspause war ich kurz bei „Apu“ im Supermarkt und hab mir frisches Fleisch und ein paar Tiefkühlpizzen gekauft, mehr ist im Moment in meiner finanziellen Lage nicht drin.

In der Muckibude wird fleißig trainiert.

Auf dem Rückweg zur Arbeit wurde ich noch in einen Kampf verwickelt, ich bin ja eine harte Sau, aber leider nicht sehr stark. Ein Typ, der in der Nähe stand, meinte nach dem Kampf, ich wäre flink…der hat gut reden. Hat mir dann noch die Adresse von seinem Kumpel dagelassen, dort könne ich trainieren, hat er gesagt. Am Nachmittag bin ich dann noch zu dieser „Muckibude“ hin, musste erst noch einen Trainingskampf absolvieren, um zu sehen, ob ich was tauge. Der zweite Kampf gestern, den ich verloren hab. Ich durfte trotzdem trainieren, musste aber 10 Dollar bei „Silver“ lassen. Immerhin taugen die Geräte da was, Sandsack, Springseil, Hanteln und Laufbänder, das ganze Zeug halt. Hab dann für ein paar Stunden trainiert, dann bekam ich Hunger und wurde müde. Da ich kein Geld mehr hatte, musste ich laufen und traf unterwegs auf so einen dubiosen Typen namens „Mr. Y“, der mich auf einen „Ultimativen Kampf“ einlud. Da ich total blank war und nichts zu verlieren hatte, ließ ich mich darauf ein…Heute morgen lieg ich nun hier, denke an meine drei verlorenen Kämpfe gestern und kuriere meine Gehirnerschütterung aus…doch eigentlich hab ich dazu keine Zeit. Ich muss weiter trainieren und den Mörder meines Vaters finden…

Auf den ersten Blick sieht Punch Club mit seiner 16bit Retro-Optik aus wie ein Brawler aus vergangenen Tagen. Doch der Eindruck täuscht, wie ich schon nach wenigen Minuten feststellen musste. Hab ich genug gegessen, muss ich mich schlafen legen und das wichtigste überhaupt, hab ich ausreichend trainiert? Ihr fragt euch sicherlich, wieso ich hier so persönliche Fragen stelle? Aber, keine Angst, ich will euch hier nicht ausfragen, ich beschreibe euch damit lediglich die Kernmechaniken des Gameplays von Punch Club.

Kleinere Aufträge bekommt ihr bei Mick.

Bei dem Spiel handelt es sich um eine Indie-Produktion, die von Lazy Bear Games aus Russland entwickelt und von Tinybuild herausgebracht wurde. Das Spiel wurde ursprünglich im Januar 2016 für PC/MAC/Linux und iOS veröffentlicht und erscheint nun auf dem Nintendo 3DS. Die Optik stellt den 3DS also vor keine großen Herausforderungen, alles wird klar und deutlich dargestellt. Inhaltlich bedient sich Lazy Bear Games allerdings bei einer Menge Genres und liefert somit einen etwas unausgegorenen Mix ab. Dabei sprechen viele Faktoren für ein spaßiges Spiel. So ist die Musik zunächst sehr eingängig und passend, das Spiel sogar mit deutschen (nicht ganz fehlerfreien) Texten ausgestattet und das Setting in der heutigen Zeit auch mal wieder erfrischend. Doch das Gameplay wiederholt sich schon nach kürzester Zeit, immer wieder gehe ich (ich wähle den Ort meiner Wahl mittels Touchpad auf einer Grundriss-Karte aus) von Gebäude zu Gebäude und absolviere die Beschäftigungen meines „Alltags“. Meine Interaktionsmöglichkeiten halten sich dabei in Grenzen, in den jeweiligen Schauplätzen kann ich mich mittels Steuerkreuz oder wahlweise auch Slide Pad bewegen und einige Punkte auswählen, die sich mittels aufleuchten zu erkennen geben. Oftmals teilt mir mein Charakter aber auch durch ein Schaubild in einer Sprechblase mit, was nun im Moment seine Bedürfnisse sind. Im Grunde sind es die Abläufe, die ich bereits oben beschrieben habe, essen, arbeiten, trainieren und kämpfen.

Die erste Regel des Punch Club lautet:
Ihr verliert kein Wort über den Punch Club!

Trete ich einem Kampf bei, so bleibt mir zunächst eine Strategie zu überlegen, wobei mir da zu Beginn lediglich ein Tritt, ein Schlag und eine allgemeine Strategie zur Auswahl stehen. Diese Auswahl ziehe ich in mein Ablaufschema, welches im Kampf selbst automatisiert abläuft. Ich kann nicht eingreifen, ich darf nicht selbst kämpfen! Mir bleibt allerdings die Möglichkeit meine Strategie von Runde zu Runde zu ändern, eine Runde dauert ungefähr 30 Sekunden. In dieser Zeit laufen die Aktionen (ähnlich einem rundenbasierten Strategie- oder Rollenspiel) automatisch ab und ich kann nur zusehen, wie mir die „Fresse“ poliert wird. Also bleibt mir nichts weiter, als zu trainieren und meine Eigenschaften Stärke, Agilität und Ausdauer, die jeden Tag wieder auf ein Grundlevel fallen, weiter zu verfeinern Gewinne ich mal, aus Versehen, einen Kampf, so bekomme ich Skill-Punkte, die ich dann in weitere Fähigkeiten (besondere Schläge, neue Tritte) investieren kann. Dazu muss ich natürlich auch wieder mehr trainieren…

Redaktionswertung

6

Grabbeltisch

So werten wir

Unser Fazit zu Punch Club

Meinung von Dennis Gröschke
Mein Ersteindruck nach dem Start von Punch Club war vielversprechend. Auch nachdem mir klar wurde, dass meine Erwartungshaltung eines kleinen, aber feinen „Prüglers“ nicht eingehalten werden würde, dafür kann das Spiel nichts. Sowohl Grafik als auch Sound gehen aufgrund der beabsichtigten Nähe zur 16Bit-Ära durchaus in Ordnung, ich bin alt genug, dies zu wertschätzen. Allerdings sind die Abläufe schon nach kurzer Zeit sehr repetitiv und ließen mich das Spiel schon nach 20 Minuten zum ersten Mal zur Seite legen. Dabei ist die Idee nicht schlecht und wird später auch durch kleinere Aktionen und Ereignisse aufgelockert, wirklich mitreißen konnte mich das Spiel zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr. Das Spiel ist für 9,99 € im eShop der Nintendo 3DS Familie erhältlich.
Mein persönliches Highlight: Der Moment in der Kanalisation, wo man eine Pizza an das Krokodil Bill ausliefern soll.

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