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Test zu 1080° Snowboarding - Nintendo 64, Wii, Wii U

Germany Deutschland: 1080° Snowboarding | USA USA: 1080° Snowboarding | Japan Japan: 1080° Snowboarding / テン・エイティ スノーボーディング
Plattform
Nintendo 64
Erscheinungsdatum
09.10.1998
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Genre
Sport
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Unser Test zum Spiel: 1080° Snowboarding

Von Roman Dichter ()

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Menschen. Manche verabscheuen den Winter und alles, was damit zu tun hat, andere lieben verschneite Landschaften, besonders in den Bergen. Wenn letztere an solch einem Ort ein Brett auf dem Boden finden, können ebenfalls verschiedenste Gedanken in ihnen aufkommen. Manch einer fühlt sich daran erinnert, noch die eigene Wäsche bügeln zu müssen. Viele kommen auf den Gedanken, sich gemütlich darauf zu setzen, um den wunderschönen Ausblick zu genießen. Schließlich gibt es aber noch den kreativen Sportler-Typ, der auf die verrückte Idee kommt, sich auf das Brett zu stellen und mit ihm den Berg herunterzurasen. Wer das allerdings gerade nicht kann oder das Gefühl lieber ganz gemütlich vom Sofa aus nachempfinden möchte, kann das Ganze auch als Videospiel ausprobieren. Tauchen wir also ein in die verschneite Welt von 1080° Snowboarding.


In rasanten Snowboard-Duellen mit gewagten Sprüngen versucht ihr alles, um vor eurem Gegner die Ziellinie zu erreichen.

Der ursprünglich für das Nintendo 64 veröffentlichte Titel kann dank Virtual Console nun auch auf der Wii U gespielt werden. Auch heute ist er noch sehr empfehlenswert – besonders, weil er ein tolles, sehr realistisches Fahrgefühl vermittelt. Im Gegensatz zu typischen Rennspielen sind es nicht nur Kurven und Hindernisse, die eurer Aufmerksamkeit bedürfen, vielmehr ist die gesamte Landschaft mit den zahlreichen kleinen Hügeln, Bäumen und Eisflächen, an die ihr euer Snowboard geschmeidig anpassen müsst, fast wie ein eigener Charakter des Spiels. Kein Wunder, dass häufig Vergleiche mit Wave Race 64 aufkommen, in dem der Wellengang die beliebten Jet Ski-Rennen zu einem einzigartigen Erlebnis werden ließ.

In 1080° Snowboarding stehen acht Fahrer mit unterschiedlichen Werten in den Bereichen Technik, Speed, Balance, Power und Sprungkraft zur Wahl. Außerdem gibt es Boards mit verschiedenen Eigenschaften. Probiert also verschiedene Kombinationen aus, um herauszufinden, wie ihr am Geschmeidigsten den Berg herabgleitet. Beobachten dürft ihr das Spektakel aus drei Perspektiven: aus der Sicht der Snowboarderin bzw. des Snowboarders oder ihr betrachtet euren Charakter von hinten mit größerem oder kleinerem Abstand der Kamera. Wer sich mit der Steuerung vertraut machen möchte, gewöhnt sich im Training auf der Buckelpiste oder in der Halfpipe ein und übt die fast 30 Tricks.

Dann wird es aber Zeit für Action! Mein Favorit ist das Match-Race gegen einen Computergegner. Ihr fahrt je nach Schwierigkeitsgrad vier, fünf oder sechs lange Strecken mit teils mehreren Abzweigungsmöglichkeiten und versucht, vor eurem Gegner ins Ziel zu kommen. Leider ist ausschließlich das Duell 1 gegen 1 möglich, aber dieses hat es oft in sich und liefert spannende Zweikämpfe, bei denen es auch (ob gewollt oder ungewollt) zu direkten Zusammenstößen kommen kann. Zu viele Stürze solltet ihr euch aber nicht nur wegen eures Konkurrenten sparen, denn eine Energieleiste zeigt den Zustand eures Boards an. Tricks und Landungen müssen sehr präzise ausgeführt werden, sonst ist euer Sportgerät bald hinüber.

Wenn der Schaden zu groß ist oder ihr nur als Zweiter die Ziellinie überquert, muss das Rennen wiederholt werden. Für den Fehlversuch wird euch dann ein virtuelles Snowboard, also praktisch ein Bonus-Leben abgezogen. Nach drei Fehlversuchen in einem Cup habt ihr verloren und müsst von vorn beginnen. Wer jedoch siegreich ist, qualifiziert sich für die nächste Runde. Auf diese Weise schaltet ihr neue Strecken und Fahrer in 1080° Snowboarding frei. Leider bleibt es bei insgesamt nur sechs Pisten, die es zu meistern gilt – etwas mehr Inhalt wäre wünschenswert gewesen, denn spätestens nachdem alle drei Schwierigkeitsgrade gemeistert sind, verliert das Match-Race seinen Reiz.

Ausgeglichen wird dies durch weitere Modi, welche die Langzeitmotivation steigern. Im Zweispieler-Modus dürft ihr per Splitscreen gegen einen Freund antreten. Dafür müsst ihr zwar leichte grafische Einbußen hinnehmen, aber ein direktes Duell ist bekanntlich das Salz in der Suppe eines jeden Rennspiels. Zudem erlaubt es euch der Time Attack-Modus, eure Fahrweise zu optimieren und die besten Routen herauszufinden. Insbesondere die Fahrt gegen den eigenen Geist kann dazu motivieren, die letzten Zehntelsekunden aus den Kursen herauszuquetschen.

Trick Attack dagegen ist eine Herausforderung, bei der ihr durch coole Stunts möglichst viele Punkte verdienen müsst. Das heißt allerdings nicht, dass es hier gemütlich zugeht, denn ihr müsst zugleich vor Ablauf der Zeit durch das Passieren von Checkpoints wertvolle Sekunden sammeln, sonst sind auch die spektakulärsten Tricks am Ende wertlos. Zuletzt sei noch der Modus Contest erwähnt: Hier absolviert ihr abwechselnd Kurse im Slalom, in einer Halfpipe oder auf einer Sprungschanze – am Ende entscheidet die gesamte Punktzahl über euren Erfolg.

Bei einem Blick auf die technische Seite ist natürlich klar, dass der Klassiker nicht mit aktuellen Titeln mithalten kann. Trotzdem: Für N64-Verhältnisse bietet 1080° Snowboarding eine sehr gute Blicktiefe (wenngleich das Aufploppen verschiedener Landschaftselemente gelegentlich beobachtet werden kann), atmosphärische Licht- und Schatteneffekte und gute Animationen der Snowboarder. Der gelungene Soundtrack und die Sprachausgabe runden das Gesamterlebnis ab.


Meist seid ihr auf Schneeflächen unterwegs, aber gelegentlich fordern euch andere Untergründe wie glattes, hartes Eis heraus.

Redaktionswertung

8

Cooles Spiel

So werten wir

Unser Fazit zu 1080° Snowboarding

Meinung von Roman Dichter
1080° Snowboarding ist ein ausgezeichnetes Spiel, das sowohl Geschwindigkeits-Freunde mit seinen Rennspiel-Elementen als auch Highscore-Jäger durch zahlreiche Stunt-Variationen anspricht. Leider gibt es nur sechs Pisten zu befahren und gegen mehr als einen Computergegner pro Rennen tretet ihr auch nicht an. Trotzdem macht der Nintendo 64-Titel einfach Laune, weil die absolut gelungene Steuerung ein komplexes, realistisches Fahrgefühl vermittelt, das auch noch zu Wii U-Zeiten Spaß macht. Also schwingt euch aufs Brett und donnert den Berg hinunter! Es sei denn, ihr gehört zu den Menschen, die die Bretter dieser Erde doch lieber dazu benutzen, sich gemütlich draufzusetzen oder ihre Hemden darauf zu bügeln…

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