Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Wave Race 64 - Nintendo 64, Wii, Wii U

Germany Deutschland: Wave Race 64 | USA USA: Wave Race 64 | Japan Japan: Wave Race 64 / ウェーブレース64
Plattform
Nintendo 64
Erscheinungsdatum
29.04.1997
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Genre
Rennspiel
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Unser Test zum Spiel: Wave Race 64

Von Michael Lehmenkühler ()

Ich erinnere ich mich noch gut an die Zeit nach dem Launch des Nintendo 64. Nachdem ich mir NES und SNES noch mit meinem älteren Bruder teilte, war dies meine erste „eigene“ Konsole und umso größer war die Aufregung. Die Spieleauswahl war zu dieser Zeit eher dünn, sodass man jeden Titel näher unter die Lupe nahm. Eines der wenigen Spiele war Wave Race 64, welches kurz nach dem Launch der Konsole im Frühjahr 1997 erschien. Ich traf mich damals oft mit meinem guten Freund Philipp, welcher sich Wave Race 64 kaufen wollte. Seine Mama kaufte ihm leider stattdessen Pilotwings 64, was für bittere Tränen bei uns sorgte. Selbst kaufte ich mir Wave Race 64 nie, spielte es aber häufig bei Freunden. Jetzt wurde ich fast 20 Jahre später wieder mit dem Titel konfrontiert - auf der Virtual Console der Wii U. Viele Titel der 64-Bit-Ära sind äußerst schlecht gealtert. Auf Wave Race 64 trifft dies aber nicht zu!


Umkurvt die gelben und roten Bojen links und rechts, sonst droht Geschwindigkeitsverlust oder sogar eine Disqualifikation.

Wave Race ist eine Rennspiel-Reihe, bei welcher sich alles um Jet-Skis dreht. Wave Race 64 war übrigens nicht der erste Ableger dieser Reihe, die Game Boy-Version von Wave Race wurde einige Jahre zuvor schlichtweg von der breiten Masse ignoriert. Mit den 3D-Fähigkeiten der neuen Konsole konnte man der Reihe also eine neue Chance gönnen. Wave Race 64 nutzte die technischen Möglichkeiten des Nintendo 64 auf imposante Art und Weise und präsentierte rasante Rennen, die auf der Virtual Console der Wii U jetzt auch in Europa in knackigen 60hz daher kommen – wir haben zum Glück auch in diesem Fall die US-Version spendiert bekommen!

Die Rennen finden im Singleplayer stets zu viert statt, da das Spiel auch nur vier Charaktere im Aufgebot hat. Als Anfänger sollte man hier eher zu dem Allrounder Ryota Hayami oder der eher zierlichen Ayumi Stewart greifen, deren Jet-Skis sich eher eingängig steuern lassen. Darüber hinaus gibt es aber noch Miles Jeter, dessen Jet-Ski sich extrem empfindlich steuern lässt und den eher korpulenten Dave Mariner. Letzterer lässt sich mit Donkey Kong bei Mario Kart vergleichen – äußerst behäbig, aber mit einer sehr hohen Maximalgeschwindigkeit. Die Fähigkeiten aller Charaktere lassen sich zudem noch manuell anpassen, bei verschiedenen Parametern wie z.B. der Beschleunigung oder der Steuerung kann man bestimmte Schwerpunkte festsetzen. Leise Erinnerungen an Spiele wie F-Zero werden hier also auch wach.

In den Rennen müssen stets drei Runden absolviert werden. Hierbei gilt es, farbige Bojen zu umkurven. An roten Bojen muss man rechts, an gelben Bojen links vorbeifahren. Wer Bojen erfolgreich passiert, wird mit einer Erhöhung der Geschwindigkeit belohnt, beim Verpassen von Bojen ist das Gegenteil der Fall. Wenn fünf Bojen in einem Rennen verpasst wurden, wird man gar disqualifiziert. Die Steuerung kommt simpel daher. Mit dem A-Knopf wird Gas gegeben, mit der rechten Schultertaste kann gedriftet werden. Wer von einer Welle hochgeschleudert wird, kann dies mit der B-Taste etwas dämpfen und die Zeit in der Luft dadurch verringern. Die simple Steuerung bedeutet jedoch nicht, dass sich die Jet-Skis leicht bedienen lassen! Die brillante und absolut realistische Wasserphysik, wohl der eigentliche Star des Spiels, macht dies mitunter zu einem äußerst schwierigen Unterfangen. Man hat dementsprechend meist mehr mit den Wellen, als mit seinen eigentlichen Kontrahenten zu kämpfen. Das Fahrgefühl ist auch nach fast 20 Jahren noch absolut authentisch und gibt dem Spieler das Gefühl, wirklich einen Jet-Ski zu bedienen.

Im Herzstück des Spiels, dem Championship-Modus, gilt es, jene Kontrahenten in einer Vielzahl von Rennen hinter sich zu lassen. Der Erstplatzierte kassiert sieben, der Zweite vier, der Dritte zwei und der Letzte schließlich einen Punkt. Wer zu viele Bojen verpasst hat und disqualifiziert wird, geht komplett leer aus. Um einen Cup erfolgreich abzuschließen, wird nach jedem Rennen eine bestimmte Punktzahl verlangt, die man auf dem Konto haben muss, um zur nächsten Strecke zu gelangen. Gegen Ende des Cups zieht die benötigte Anzahl der Punkte jedoch immer sehr an, sodass man auch in den ersten Rennen sich schon mal ein kleines Punktepolster ansammeln sollte.


Natürlich wollt ihr in normalen Rennen keine Zeit verschwenden.Wer möchte, kann trotzdem einige coole Stunts ausprobieren.

Die Streckenauswahl sorgt leider schnell für Ernüchterung – im Prinzip gibt es nur einen einzigen Cup! Dieser bietet immerhin drei Schwierigkeitsgrade. Auf der ersten Stufe gibt es sechs Strecken, bei den höheren Schwierigkeitsgraden kommt je eine Strecke dazu. Zudem werden die anderen Strecken bei ansteigender Schwierigkeit geringfügig modifiziert. So kommen meist einige Hindernisse dazu und Streckenabschnitte werden teilweise verändert. Die Veränderungen halten sich dennoch ziemlich in Grenzen, sodass  die geringe Streckenauswahl ziemlich ernüchternd daher kommt. Immerhin wird genug Abwechslung geboten – mal fährt man am sonnigen Strand, mal auf einem nebligen und ruhigen See, mal an einer Gletscherküste.

Der geringe Umfang wird dadurch einigermaßen kompensiert, dass das Spiel echt schwer ist - man wird zahlreiche Anläufe brauchen, um alle drei Schwierigkeitsgrade zu absolvieren. Je nach Schwierigkeit werden die Gegner nämlich auch noch schneller und die Anzahl der benötigen Punkte steigt ebenfalls an. Das Spiel bleibt jedoch stets fair, wenn man scheitert, beißt man sich in der Regel selbst in der Allerwertesten, weil man irgendeinen Fehler gemacht hat. Kleinste Fehler werden mitunter bitter bestraft. Wer sich von seinem Jet-Ski herunterfegen lässt, verliert oft so viel Zeit, dass viele Rennen direkt ruiniert sind. Jedoch sind auch die Computergegner auf allen Schwierigkeitsgraden nicht frei von Fehlern, sodass es sich stets lohnt, jedes Rennen noch zu beenden. Schließlich könnte sich auch ein Computerfahrer jederzeit einen heftigen Sturz leisten, sodass man manchmal völlig unerwartet wieder Plätze gutmacht. Die Rennen bekommen dadurch einen unvorhersehbaren Charakter, was die Spannung oben hält.

Wie bei jedem ordentlichen Rennspiel werden die Rundenzeiten natürlich immer festgehalten. Die Jagd nach neuen Bestzeiten hält die Motivation zumindest noch ein wenig hoch, auch wenn man schon alle Schwierigkeitsgrade erfolgreich absolviert hat. Wer ohne Konkurrenz neue Bestzeiten aufstellen möchte, kann hierfür den separaten „Time Trial“-Modus nutzen. Wenn man allerdings nicht völlig besessen von dem Aufstellen neuer Bestzeiten ist, kann sich schnell Langeweile einstellen, sobald man den Championship-Modus gemeistert hat. Für ein wenig zusätzliche Abwechslung sorgt der Stunt-Modus, in welchem man jeweils eine Runde auf einer Strecke fahren und hierbei Ringe durchfahren und Tricks vorführen muss. Vom Rückwärtssalto bis zum Handstand ist eine Vielzahl an Tricks möglich, sodass dieser Modus ein wenig an eine Art Tony Hawk auf Jet-Skis erinnert. Da es in diesem Modus jedoch auch nur um eine reine Highscore-Jagd geht, ist die Motivation leider auch hier schnell weg vom Fenster. Eine willkommene Abwechslung ist diese Spielvariante dennoch. Für Multiplayer-Freunde gibt es einen Zweispielermodus im Splitscreen, hier kann man jedoch nur zu zweit ohne jegliche Computergegner gegeneinander fahren. Dieser Modus läuft genauso schön flüssig wie der Singleplayer, kann aber auch aufgrund mangelnder Optionen nur als „netter Bonus“ betrachtet werden.

Technisch ist das Spiel deutlich besser gealtert als viele Titel seiner Ära. Klar, die Grafik ist vor allem bei den Charaktermodellen ziemlich kantig, aber unterm Strich kann man sich das farbenfrohe Spektakel auch im Jahre 2016 noch gut anschauen. Das Wasser sieht realistisch aus, die Strecken sind auch optisch abwechslungsreich und kleine Details wie vorbeihüpfende Delfine oder Orkas erfreuen das Auge. Dass das Publikum scheinbar aus Pappfiguren besteht, kennt man ja von fast allen N64-Titeln. Dies stört aber kaum, da man bei den dynamischen Rennen sowieso keine Zeit hat um den Blick aufs Publikum zu richten. Der Sound ist ebenfalls gut gelungen. Es gibt einige eingängige Melodien, meist bleibt die Musik aber dezent und angenehm im Hintergrund, weil die platschenden Wellen und brummenden Motoren die Geräuschkulisse dominieren. Ein etwas übermotiviert daher kommender Kommentar gibt während den Rennen ständig seinen Senf dazu, was aber durchaus stimmungsvoll ist und zur Rennatmosphäre beiträgt.


Wenn ihr alle Herausforderungen gegen Computergegner gemeistert habt, könnt ihr euch mit einem Freund duellieren.

Redaktionswertung

8

Cooles Spiel

So werten wir

Unser Fazit zu Wave Race 64

Meinung von Michael Lehmenkühler
Wave Race 64 ist auch im Jahre 2016 ein sehr guter Jet-Ski-Racer, der vor allem mit einer hervorragenden Wasserphysik punktet und ein realistisches Fahrgefühl vermittelt. Der technisch sehr gut gealterte Titel enttäuscht lediglich in puncto Umfang. Hier wünscht man sich doch direkt eine Neuauflage mit mehr Fahrern, mehr Strecken, mehr Modi und Online-Gaming. Es ist Verschwendung, die mittlerweile vorhandene HD-Technik nicht für ein neues Wave Race zu nutzen!

Kommentare 7

  • RhesusNegativ - 17.01.2016 - 15:04

    Gibt allgemein echt wenig Nintendo Spiele, die heute unspielbar oder schlecht gealtert sind. Hab hier noch das Wave Race vom GC zu liegen. Das reicht mir erstmal :)
  • Zyraxx - 17.01.2016 - 18:50

    Geht mir auch so. Blue Storm bekommt man gebraucht nachgeschmissen und macht immer noch Laune.
  • Akira - 17.01.2016 - 23:51

    Bin noch bis heute davon beeindruckt, wie gut das Wasser aussieht und auch funktioniert, bin allerdings ziemlich schlecht in so realistischen Rennsimulationen, vorallem dann noch bei sowas Ausgefallenem.
  • 00WCfrisch - 18.01.2016 - 00:13

    Man muss aber auch ehrlich aussprechen das der Wellengang vordefiniert ist und einen zeitlichen ablauf folgt.

    Also ist er nicht ganz so realistisch.

    Aber gut man kann von der N64 keine Simulation erwarten. ;)
  • otakon - 18.01.2016 - 07:55

    Oh was hab ich das Spiel geliebt damals ^^
    Es ist so schade das Nintendo nicht einfach mal ne Version mit zeitgemäßer Optik etc rausbringt, nicht nur bei dem Spiel!
  • Splatterwolf - 18.01.2016 - 11:58

    Es wird allgemein langsam mal Zeit, dass Nintendo auch neben Mario Kart weitere Racing-Serien am Leben erhält. Es wäre sicherlich geil, mal Wave Race in HD-Optik zu genießen.
  • 00WCfrisch - 18.01.2016 - 12:37

    Naja, ich kanns verstehen, es würde sich eh kaum verkaufen.