Verfolge unsere neuesten Videos, Casts, Chats und sämtliche Kanäle in den großen sozialen Netzwerken.
  • wiiandu

    ... war auch mal die Zukunft.

    Sie müssen sich registrieren, um eine Verbindung mit diesem Benutzer herzustellen.

Über mich

  • Zitat:
    "Was darf die Satire?

    Frau Vockerat: "Aber man muß doch

    seine Freude haben können an der

    Kunst."

    Johannes: "Man kann viel mehr haben

    an der Kunst als seine Freude."

    Gerhart Hauptmann


    Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

    Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: "Nein!" Eine
    Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die
    Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte
    Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

    Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der
    Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein
    gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen
    den.

    Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut
    haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

    Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen
    kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das
    empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

    Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: er verwechselt das
    Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht
    aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit
    frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die
    packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist.
    Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war,
    und sage: "Seht!" – In Deutschland nennt man dergleichen ›Kraßheit‹.
    Aber Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur
    schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und so ist das damals mit dem
    Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es noch heute so.

    Der Einfluß Krähwinkels hat die deutsche Satire in ihren so dürftigen
    Grenzen gehalten. Große Themen scheiden nahezu völlig aus. Der einzige
    ›Simplicissimus‹ hat damals, als er noch die große, rote Bulldogge
    rechtens im Wappen führte, an all die deutschen Heiligtümer zu rühren
    gewagt: an den prügelnden Unteroffizier, an den stockfleckigen
    Bürokraten, an den Rohrstockpauker und an das Straßenmädchen, an den
    fettherzigen Unternehmer und an den näselnden Offizier. Nun kann man
    gewiß über all diese Themen denken wie man mag, und es ist jedem
    unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für
    übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die
    Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht
    werden.

    Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem
    tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie
    deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem
    Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

    Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht
    in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und
    aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind
    unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme
    so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der
    das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.

    Nicht einmal dem Landesfeind gegenüber hat sich die deutsche Satire
    herausgetraut. Wir sollten gewiß nicht den scheußlichen unter den
    französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in
    denen, welch elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich:
    sie scheuten vor gar nichts zurück. Daneben hingen unsere bescheidenen
    Rechentafeln über U-Boot-Zahlen, taten niemandem etwas zuleide und
    wurden von keinem Menschen gelesen.

    Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle – Volksschullehrer und
    Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und
    Beamte und Frauen und Volksbeauftragte – wir alle haben Fehler und
    komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nun nicht
    immer gleich aufbegehren (›Schlächtermeister, wahret eure heiligsten
    Güter!‹), wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt.
    Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter
    Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen
    kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag
    widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das
    Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn
    nicht alle übel nähmen.

    So aber schwillt ständischer Dünkel zum Größenwahn an. Der deutsche
    Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und
    Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiß recht
    graziös, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist
    blutreinigend: und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen
    Teint.

    Was darf die Satire?

    Alles."
    link: http://www.tucholsky-gesellschaft.de/KT/Texte/satire.htm
    letzter Zugriff: 07.01.2014, 17:41 Uhr

"Was darf die Satire?

Alles."
Ignaz Wrobel alias Kurt Tucholsky

Refugees Welcome!
Kein Mensch ist illegal!
"Religion ist der Streit darum, wer den größten unsichtbaren Freund hat."

Persönliche Informationen

  • Wohnort

    Sofa

  • Beruf

    Philosoph

  • Hobbys

    Schach, Punkrock, Lesen, und natürlich Konsolenzocken^^

  • Welche Nintendo-Systeme besitzt du?

    Super Nintendo Entertainment System
    Nintendo 64
    Wii
    Wii U
    Game Boy/Game Boy Pocket
    Nintendo DS Lite
    Nintendo 3DS XL

  • Welche Systeme von anderen Herstellern besitzt du?

    Sony PlayStation 3
    Sony PlayStation Vita
    Android Smartphone

Beiträge (506)

Blog (4)

Shouts (12)

  • IronFall: Invasion Shout zum Spiel: IronFall: Invasion
    MP noch nicht getestet, aber Kampagne rockt! (Shouts zerstören die Sprache tun...)

    Geschrieben am: Sonntag, 15. Februar 2015, 08:49

  • Child of Light Shout zum Spiel: Child of Light
    Bezaubernde Welt, interessantes Gameplay, ansprechender Zweispielmodus, leider keine Zeigersteuerung, Preis zurzeit nur 5€ --> KAUFEN!!

    Geschrieben am: Freitag, 2. Januar 2015, 01:17

  • Captain Toad: Treasure Tracker Shout zum Spiel: Captain Toad: Treasure Tracker
    Das Spiel ist bereits seit Wochen vorbestellt und neben LBP 3 das einzige Spiel, auf das ich mich richtig freue bzw. gefreut habe. =)

    Geschrieben am: Dienstag, 2. Dezember 2014, 17:19

  • Skylanders Trap Team Shout zum Spiel: Skylanders Trap Team
    Fallen nur 1x kaufen | verrückte Gefangene spielen | frische, kreative Ideen und Figürchen | phantasievolles Leveldesign |nur Trapmaster öffnen Tor

    Geschrieben am: Montag, 13. Oktober 2014, 03:00

  • Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes Shout zum Spiel: Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes
    Sowohl das "Avengers-" als auch das "Spiderman"- Playset machen einfach nur irre Spaß! Zwei Spieler müssen sich zwingend den TV teilen... Schade!

    Geschrieben am: Sonntag, 21. September 2014, 21:46

Unsere Partner:
Rawiioli, NMag, jpgames, N-Insider, Zelda Europe, Preisfieber, Cheats

ntowerCMS v1.5.1 | © 2007-2015 ntower | Forensoftware: Burning Board® 3.1.8, entwickelt von WoltLab® GmbH | Design und Programmierung: Holger Wettstein und Andreas Hansen | Alle Rechte vorbehalten | Original Grafiken und Markennamen sind Eigentum der jeweiligen Firmen. ntower ist ein inoffizielles und unabhängiges Informationsmagazin für Nintendo-Produkte.
Seitenanfang
Die Redaktion
Mediadaten
Kontakt
Impressum