Exklusives Interview mit Satoru Shibata über Quality of Life Update 1

  • 10:56 - 01.04.2014
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Nintendo ist schon eine ganz besondere Firma. Ein Grund dafür ist, dass wir auch einige sympathische Namen mit ihr verbinden. Shigeru Miyamoto, der geistige Vater von Super Mario, wird von vielen Fans vergöttert. Fast schon Kult-Charakter hat Reggie Fils-Aime. Der Chef von Nintendo of America ist durch seine charismatischen Auftritte in der Öffentlichkeit sehr bekannt und beliebt. Auch Satoru Iwata, der aktuelle Präsident von Nintendo, hat durch seine Auftritte in den Nintendo Direct-Shows inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Doch welcher Name steht eigentlich für die europäische Niederlassung Nintendos? Lange Zeit wusste die breite Öffentlichkeit nicht viel über ihn, aber seit er regelmäßig einen europäischen Teil der Direct-Sendungen selbst moderiert, macht sich auch Satoru Shibata, Präsident von Nintendo of Europe, zunehmend einen Namen.


Zu unserem Glück ist Nintendos europäische Niederlassung bei uns in Deutschland beheimatet, und darum können wir euch jetzt ein exklusives Interview mit Herrn Shibata präsentieren. Wenn ihr wissen wollt, was er derzeit spielt, warum er so gerne Direct-Ausgaben moderiert und ob er schon weiß, was sich hinter dem mysteriösen „Quality of Life“ versteckt, dann lest jetzt unbedingt weiter!


ntower: Guten Abend, Herr Shibata! Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.
Satoru Shibata: Hallo! Ich freue mich auf das Gespräch und grüße alle Nintendo-Fans.


Sie sind nicht dafür bekannt, dass Sie sich häufig interviewen lassen. Wir sind begeistert, dass Sie uns zugesagt haben!
[lacht] Das ist richtig. Aber tatsächlich werde ich einfach nicht oft gefragt. Wahrscheinlich sind Kollegen wie Reggie oder mein Namensvetter [Satoru Iwata; Anm. d. Red.] einfach interessanter. Ich selbst bin eher überrascht, wenn es eine Interview-Anfrage gibt. Vermutlich hätten Sie auch gar nicht gefragt, wenn es nicht die Nintendo Direct-Sendungen gäbe, in denen ich Europa repräsentiere.


Das stimmt wahrscheinlich. Macht es Ihnen Spaß, sich in dieser Form den Fans zu zeigen?
Ja. Ich muss zugeben, dass ich etwas nervös bin, weil immer mehr Menschen zusehen. Aber ich lese anschließend immer wieder, dass es vielen Zuschauern sehr gefällt, einen speziellen europäischen Teil zu sehen. Dann weiß ich, dass es sich gelohnt hat.


Sicherlich übernehmen Sie in Ihrer Position viele wichtige Aufgaben. Haben Sie überhaupt noch Zeit, selbst Nintendo-Games zu spielen?
Manchmal ist die Zeit sehr knapp. Aber ja, ich nehme mir - wann immer möglich - Zeit für meine Wii U und den 3DS. Ich sehe es auch als ein Teil meines Berufes an, selbst genau darüber Bescheid zu wissen, welche Spiele es gibt und wie die Spieler sie erleben. Aber in erster Linie macht es mir einfach Spaß.


Welches Spiel macht Ihnen denn im Moment am meisten Spaß?
Besonders Donkey Kong Country: Tropical Freeze begeistert mich. Teilweise ist es eine große Herausforderung, für die ich viele Versuche benötige. Aber wenn ich ein Level dann endlich schaffe, ist die Freude umso größer.


Könnte man sagen, dass Sie in gewisser Weise den ganzen Tag über mit Videospielen zu tun haben?
Nein, den ganzen Tag sicher nicht. Es gibt auch viele andere Aufgaben, die erledigt werden müssen. Außerdem sind Videospiele nicht alles, womit sich Nintendo beschäftigt. Intern sind wir gerade sehr beschäftigt mit einem zukünftigen Projekt, über das ich aber jetzt noch nicht viel sagen kann.


Meinen Sie vielleicht „Quality of Life“?
Ja, genau das ist es.


Die Öffentlichkeit rätselt noch darüber, was sich genau dahinter versteckt. Kennen Sie das Projekt schon genau?
Ja, ich selbst teste es momentan. Ich nutze es sogar jetzt gerade, während wir sprechen [lacht].


Wirklich? Mir ist nichts aufgefallen. Es wurde ja gesagt, dass das Produkt „non-wearable“ wäre. Also haben Sie jetzt gar nichts bei sich?
Dieser Begriff ist etwas irreführend, wir werden ihn zukünftig nicht mehr verwenden. Tatsächlich ist es einfach so klein, dass man es wirklich immer bei sich haben kann.


Also etwa so wie das Fit Meter von Wii Fit U?
Nein, es ist noch deutlich kleiner. Man muss es nicht erst aufsetzen oder in die Tasche stecken wie ein Handy. Es ist einfach immer dabei, völlig ohne Umstände. Das motiviert die Menschen, es dauerhaft zu nutzen.


Interessant. Und das kann dann wirklich die Lebensqualität verbessern?
Oh ja. Aber mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht sagen.


Selbstverständlich. Aber Sie verstehen, dass dieses Thema für die Fans sehr interessant ist. Es wird natürlich viel spekuliert. Ich frage mich auch gerade, wie etwas so kleines, das wohl keinen Bildschirm haben kann, dem Träger überhaupt Rückmeldungen geben kann. Wird es vielleicht mit einer anderen Hardware verbunden, etwa der Wii U?
Nein, QoL funktioniert ganz eigenständig. Das ist wirklich sehr faszinierend.


Sehr mysteriös! Dann müsste das Gerät ja direkte Impulse ins Hirn leiten, um etwas zu bewirken.
Nun – [überlegt eine Weile] das ist noch geheim.


Moment – könnte das wirklich so sein? Misst das Gerät etwa die Körperfunktionen und sendet dann Bilder direkt ins Gehirn, wie man sich verhalten soll, um die Lebensqualität zu verbessern?
Nein, das kann man nicht so sagen. Es sind keine Bilder, eher Emotionen.


Emotionen? Also wenn wir etwas tun, das gut für uns ist, fühlen wir uns dadurch gut? Und wenn wir uns wenig bewegen und nur vor dem Computer sitzen, dann fühlen wir uns schlecht.
Das trifft es nicht ganz. Es wird mehr ein Drang ausgelöst, dass wir uns gesünder verhalten wollen. Schlecht fühlen sollen wir uns nicht. Es ist toll! Aber ich habe schon viel zu viel gesagt. Bitte wechseln wir doch das Thema.


Einverstanden. Wie es scheint, haben wir ja schon die wichtigsten Infos über QoL erhalten.
Oh nein, das ist nur ein kleiner Teil. Die Hauptfunktionen habe ich noch gar nicht erwähnt.


Das ist ja unglaublich! Es kann noch mehr? Das wäre eine echte Revolution!
So kann man es wahrlich beschreiben.


Das kann ich ehrlich gesagt kaum glauben!
Doch, doch, das Wohlbefinden wird auf jeder erdenklichen Ebene gesteigert! Beispielsweise kann ich mich jetzt nur so ungezwungen unterhalten, weil mich QoL gerade enthemmt und meine Ängste abschaltet. Wir haben zu Beginn darüber gesprochen, dass ich selten Interviews gebe. Jetzt kann ich zugeben: Ich hatte früher Angst davor. Vor unerwarteten, zu persönlichen Fragen. Ich war sehr verschlossen. Doch dank QoL kann ich auch mit Fremden über alles reden!


Das hört sich wirklich vielversprechend an! Das könnte auch das Liebesleben revolutionieren.
In der Tat. Man kann sich regelrecht programmieren, bestimmte Emotionen zu empfinden. Wenn sich zwei Menschen sympathisch finden, brauchen sie nur ihre QoL-Einheiten zu synchronisieren, und schon schweben sie auf Wolke 7.


Aber bringt eine derart effektive Technik nicht ganz neue Gefahren? Können nicht auch Wut und Hass damit erzeugt werden?
Nein. Negative Emotionen wurden vorsorglich deaktiviert. Sie sollten sich unsere Testpersonen ansehen! Einige davon sitzen seit Tagen breit grinsend in der Ecke und sind einfach nur glücklich.


Diese Beschreibung erinnert mich ehrlich gesagt an Drogenmissbrauch. Gibt es nicht auch eine Art Abhängigkeit von derart positiven Gefühlen?
Nun, ich habe einmal versucht, wieder einen Tag ohne QoL zu verbringen, aber das war mir zu trist. Glauben Sie mir, ich werde nie wieder ohne leben wollen!


Und Sie befürchten keine langfristigen Probleme?
Nein, keine Probleme! Nur Frieden, Liebe und Glück.


Also irgendwie hört sich das alles nach einem Scherz an.
Ich liebe Scherze! Scherze sind etwas sehr Schönes. Sie erheitern und verbessern damit die Lebensqualität. Ist nicht das ganze Leben irgendwie ein Scherz?


Eine sehr philosophische Frage zum Abschluss! Vielen Dank für das Interview.


Vielen Dank an Nintendo und Herrn Shibata für das Interview!


UPDATE - April, April!

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