Verloren im Alltag

Videospiele dienen längst nicht mehr nur der Unterhaltung, sie regen zum Nachdenken an und können dem Spieler tiefgründige Themen auf interaktive Weise näher bringen. Eines dieser Spiele ist Mosaic, ein im wahrsten Sinne unscheinbares Indiespiel aus dem Hause Krillbite Studio, in dem ihr den grauen Alltag eines namenlosen Schlipsträgers begleitet. Wir hatten die Gelegenheit, Mosaic auf der gamescom in Köln anzuspielen.


Liegen bleiben oder aufstehen, hat man eine Wahl? © Raw Fury

Viele von uns wachen morgens auf und stellen sich die Frage, ob sie nicht einfach liegen bleiben sollten. Ungefähr so fängt Mosaic an, an einem grauen Morgen wacht unser Protagonist auf, verlässt das Bett, putzt sich die Zähne, verlässt das Haus und bricht auf zur Arbeit. Es macht allerdings nicht den Anschein, als hätte er eine Wahl, höchstwahrscheinlich sieht jeder einzelne Tag seines Lebens so aus. Wir begleiten ihn bei jedem einzelnen Schritt, ein unbedeutendes kleines Zahnrad in einer unendlich großen Maschine. Immer mit dabei habt ihr euer Mobiltelefon, auf dem es meist aber nicht viel Neues gibt, außer der App BlipBlop, auf der ihr nichts anderes macht, als kontinuierlich auf einen Knopf zu drücken. Diese App könnt ihr euch auch tatsächlich im App- und GooglePlay-Store runterladen, leider hat dies aber keine Bewandtnis für Mosaic selbst.


Doch bei all der Schwere und Monotonie, die das Leben in dieser Welt mit sich bringen muss, es gibt diese Momente, in denen unser Schlipsträger aus dem Alltag ausbricht und sich in traumähnlichen Zuständen wiederfindet, wenn das Grau des Alltags warmen Farben weicht. Diese Momente ergeben sich immer dann, wenn ihr euch für eine andere Richtung entscheidet. Verlasst ihr eure Wohnung und schaut links aus dem Fenster hinaus, statt auf direktem Wege zur Arbeit zu gehen, landet ihr in einer solcher fantasievollen Sequenz. Mosaic vermittelt euch wie kein anderes Spiel das Gefühl, unbedeutend zu sein, und bietet doch den kleinen Hoffnungsschimmer, dass noch mehr da draußen ist. Die Demo ließ offen, ob vielleicht doch mehr hinter unserem Protagonisten steckt, als gedacht. Was wir bisher spielen durften, macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr.

Unsere Prognose

Meinung von Kevin Franke

Mosaic ist eine interaktive Erzählung eines Menschen, der im grauen Alltag seiner kleinen Welt gefangen scheint. Doch immer wieder gibt es diese wunderschönen Sequenzen, in denen unser Protagonist daraus ausbrechen kann. So unscheinbar das Spiel aussieht, von dem was wir gesehen haben, steckt eine tiefgründige Geschichte dahinter, die uns auch etwas über unser eigenes Leben erzählt. Mosaic sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, selbst wenn man sonst nicht mit dieser Art von Spiel vertraut ist.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Pascal Hartmann

    Ta da da daaaaaaa

    Ich traue mich ja kaum, das zu schreiben, aber Blipblop "spiele" ich tatsächlich. Ich bin Prestige-Level 19, also habe es schon ein paar mal "durchgespielt" :ugly:
    Bin sehr gespannt auf das eigentliche Spiel, das hatte mich mit seinem Artstyle und der melancholischen Stimmung sofort.