© Panini Comics / DC Comics

Batman: Die Maske im Spiegel in unserer Comic-Rezension

Normalerweise finden sich hier auf ntower eher selten Rezensionen von Superhelden-Comics aus dem Universum von Marvel oder DC Comics, ab und an machen wir aber mal eine Ausnahme, zum Beispiel, wenn aktuell ein neuer Batman-Film in den Kinos gestartet ist. Ein großes Thema für Neuleser in den jeweiligen Universen ist die Kontinuität. Was muss ich wissen, damit ich mit einer Figur klarkomme und die Hintergründe verstehe? Superman, Batman und Wonder Woman erleben ja bereits seit über 70 Jahren ihre Abenteuer. Da ist es schlicht unmöglich, alle Figuren und Hintergründe zu kennen.


Ein Doppelgänger von Batman tötet systematisch Verbrecher!

© Panini Comics / DC Comics

Aus diesem Grund geben die beiden großen Verlage immer wieder Neustarts in Auftrag, damit neue Leser auch einen guten Einstiegspunkt erhalten. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte „One Shots“, bei denen Künstler losgelöst von jeglicher Kontinuität eine Geschichte in einem kleinen Rahmen erzählen. Diese Geschichte ist dann auf wenige Hefte oder ein Paperback reduziert, ohne gleich einen großen Handlungsbogen vom Zaun zu brechen.


Nun kommt mit Batman: Die Maske im Spiegel im Rahmen der Black Label-Reihe von DC Comics eine Neuinterpretation von Batman in die Läden, die sich für Neueinsteiger lohnt, die vor Kurzem den neuen Film „The Batman“ mit Robert Pattinson im Kino gesehen haben. Unter dem Black Label erschaffen Top-Künstler faszinierende Werke in der Tradition von „Batman: The Killing Joke“. Also eigenständige Comics für Kenner, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser. Hier ist in der Regel kein Vorwissen vonnöten und die Geschichten sind so angelegt, dass sie mit der gegenwärtigen Kontinuität von DC Comics oder den entsprechenden Figuren nichts zu tun haben. Man braucht also im Fall von Batman keine 80 Jahre Comic-Historie studiert haben oder wissen, was in den aktuell laufenden Comics von Batman gerade der Stand der Dinge ist. Das hat den Vorteil, dass die entsprechenden Autoren und Zeichner ihrer Fantasie freien Lauf lassen können und in ihrer Kreativität nicht durch einen entsprechenden Ballast beschränkt werden, den ein Charakter mit sich bringt.


Im vorliegenden Sammelband finden sich nun die drei Einzelveröffentlichungen von Maske im Spiegel, die bereits letztes Jahr als einzelne Alben in den Läden zu finden waren. Die Prämisse ist ähnlich wie im aktuellen Kinofilm, wenn auch in der Batman-Historie nicht ganz neu. Wir lernen einen relativ jungen Bruce Wayne kennen, der mit vielleicht Anfang oder Mitte 20 seine eigenen Probleme mit und in Gotham City hat. Als Batman jagt er erst seit Kurzem das Verbrechen in Gotham City, dennoch hat er sich einen Namen gemacht und bei den korrupten Polizisten und Verbrechern für Unbehagen gesorgt. In der Welt von Maske im Spiegel ist Commissioner Gordon nicht mehr aktiv, ganz genau erfahren wir das jedoch nicht.


Nun taucht ein Doppelgänger von Batman in der Stadt auf und tötet Verbrecher direkt vor den Überwachungskameras in Gotham City. Bruce Wayne kann sich dabei eines Tages gerade noch so in die Wohnung von Dr. Leslie Thompkins retten. Sie ist Ärztin und eine frühere Freundin von Bruces Eltern. Mit Schrecken stellt sie fest, dass Bruce das Alter Ego von Batman ist und nimmt sich seiner an, ohne ihn an die Polizei zu verraten. In Gesprächen kommt heraus, dass nicht Bruce Wayne als Batman diese Verbrecher tötet, sondern ein Doppelgänger. Gleichzeitig macht sich eine engagierte Polizistin namens Blair Wong auf die Suche nach dem mordenden Batman und gerät dabei in die Anziehungskraft des Milliardärs Bruce Wayne. Es entspinnt sich ein spannender Fall, bei dem die halbe Stadt auf der Suche nach Batman ist, inklusive Bruce Wayne als Batman selbst.


Großartige Zeichnungen und eine spannende Geschichte


Die Maske im Spiegel ist eine durchweg gut erzählte und spannende Geschichte, die bis kurz vor Schluss offen lässt, wer sich nun hinter dem anderen Batman-Kostüm verbirgt. Geschrieben wurde sie von Filmemacher Mattson Tomlin (unter anderem „Project Power“ bei Netflix) und inszeniert von Zeichner Andrea Sorrentino (Joker: Killer Smile, Gideon Falls), der hier mit tollen Farben von Jordie Bellaire (Moon Knight, Batgirl) unterstützt wird.


Mit gefällt das Setting und dass sich die Geschichte um einen Kriminalfall dreht, schließlich hat Batman in den Detective Comics seinen Ursprung. Solche Erzählungen haben bei mir immer schnell einen Stein im Brett, erst recht, wenn sie gleich auf den Punkt kommen und man als Leser direkt hineingeworfen wird. Unterstützt wird das vom wirklich tollen, sehr an die Wirklichkeit angelehnten Artwork von Andrea Sorrentino, das mir manches Mal echt die Sprache verschlagen hat. Auf jeder Seite muss man sich als Leser neu orientieren, weil es so gut wie nie eine klassische Panelanordnung gibt. Das verwirrt im ersten Moment zunächst, aber wenn man sich darauf einlässt, stellt man fest, dass sich hier jede Menge Gedanken gemacht wurden. Aufregend und spannend zugleich, weil man als Leser nicht weiß, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Hinzu kommt die tolle Kolorierung von Jordie Bellaire, die hier mit dunklen Pastellfarben ein ebenso passendes Farbarrangement für Gotham findet. Für mich ein tolles Gesamtpaket mit einer stimmigen Batman-Geschichte. Von diesem Kreativteam würde ich gerne mehr lesen.


Wenn ihr euch selbst ein Bild vom Artwork zu Batman: Die Maske im Spiegel machen möchtet, findet ihr hier sogar einen Trailer zum Comic:


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Batman: Die Maske im Spiegel Sammelband ist erschienen bei Panini Comics, ISBN: 978-3741627040, Paperback, 172 Seiten, 19,- Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Ich kann nachvollziehen, warum dieser Sammelband als Ergänzung zum Film empfohlen wird. Die Geschichte ist an den Film angelehnt, wobei genug Unterschiede zu finden sind. Wir erleben einen jungen Bruce Wayne, der noch nicht lange als Batman in Gotham unterwegs ist. Er hat sich zwar schon einen Namen gemacht und wird von der Unterwelt gefürchtet, jedoch fehlt es ihm beispielsweise noch an Gadgets. Oft genug muss er in den Auseinandersetzungen ordentlich einstecken und ist (noch) nicht der Superheld, als der er gerne in anderen Interpretationen der Figur dargestellt wird. Optisch ist dieser Band ein Hochgenuss und in aller Form zu empfehlen. Alle paar Jahre findet sich bei Batman ein Kreativteam zusammen, bei dem man merkt, dass hier etwas Großes entstanden ist. Die Maske im Spiegel ist vielleicht kein Meisterwerk, aber eine Umsetzung, die später mit Sicherheit von Fans empfohlen werden wird. Unbedingt ansehen!
Mein persönliches Highlight: Das Artwork lässt mich einfach nicht los!

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