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EPOS H3PRO Hybrid im Hardware-Test – Auf dem Papier klingt es doch so perfekt Hardware-Test

Das EPOS H3PRO Hybrid-Headset mit ANC-Funktion ist definitiv kein günstiger Spaß und sollte überzeugende Vorteile mitbringen, sodass sich die Investition lohnt. Der Headset-Markt ist besonders stark umkämpft und so zählen sowohl die Funktionen als auch der Preis, um das bestmögliche Gaming-Erlebnis zu bringen. Wir haben uns das Headset in der neuen Farbe weiß mal genauer angesehen. Alternativ gibt es das Headset in den Farben grün und schwarz zu kaufen.


Der Lieferumfang fällt besonders großzügig aus.

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Gut verpackt macht das Headset auf den ersten Blick einen guten optischen Eindruck. Der Tragekomfort ist dank der Polsterung ziemlich angenehm. Auch wenn das Material größtenteils aus Plastik besteht, macht zumindest die Lackierung einen hochwertigeren Eindruck. Besonders positiv ist der Lautstärkeregler hervorzuheben, denn dieser liegt als gut bedienbares Drehrad auf der rechten Ohrmuschel. Das Mikrofon, welches auf der linken Ohrmuschel sitzt, ist beweglich und kann bei Bedarf hochgeklappt werden, was sogleich dafür sorgt, dass die Aufnahme stumm geschaltet wird. Alternativ kann es auch über den magnetischen Anschluss abgenommen werden; in diesem Fall gibt es noch ein zweites Mikrofon, welches eigentlich für die ANC-Funktion zuständig ist. Der Lieferumfang ist mit vielen Kabeln ziemlich umfangreich.


Auf dem Blatt Papier klingt das Headset, welches zum Start 279 Euro kostet, ziemlich funktionsreich. Das 'Hybrid' im Namen steht für die Funktion, zwei Geräte gleichzeitig bedienen zu können. Dafür gibt es verschiedene und zum Teil kombinierbare Möglichkeiten, um das Headset zu benutzen:


  • Bluetooth-Verbindung: Pairing vom Headset mit Smartphone oder Nintendo Switch möglich.
  • USB-Dongle: Kann parallel mit Bluetooth-Verbindung verbunden werden. Funktioniert nur mit PC und PlayStation 4 & 5; USB-Verlängerungskabel ist den Kopfhörern beigelegt, sofern ihr den hinteren Anschluss am PC nutzt.
  • Spezieller Klinkensteckeranschluss: Kann parallel zur Bluetooth-Verbindung verbunden werden. Funktioniert auf PC, PlayStation (Controller), Xbox (Controller) und Nintendo Switch (Handheld-Modus). Diese Methode ist empfehlenswert für die geringste Latenz, es kann nur das beigelegte Kopfhörerkabel benutzt werden.


Insgesamt ist die Einrichtung des Headsets besonders entspannt. Durch das Halten der Bluetooth-Taste lässt sich ein neues Bluetooth-Gerät anschließen, die Dingle-Verbindung hat auf PC und PlayStation immer tadellos geklappt und auch die Kabelverbindung klappt wie erwartet gut. Die Soundqualität ist bei dem Headset in Ordnung und sticht nicht hervor. Es unterstützt 7.1-Audio mit dem dazugehörigen Programm auf dem PC, allerdings merke ich keinen nennenswerten Unterschied. Ich habe im gleichen Preissegment schon besser klingende Kopfhörer genutzt. Wer allerdings noch nie mit hochwertigen Kopfhörern gearbeitet oder gespielt hat, wird bei diesem Kopfhörer nicht viel vermissen. Die Mikrofonqualität ist bei dem Headset weder gut noch schlecht, sondern recht moderat. Das Gegenüber wird keine Probleme haben euch zu verstehen. Eine Funktion, die mir leider fehlt, ist das Unterbrechen der Wiedergabe beim Abnehmen der Kopfhörer. Dadurch, dass meine In-Ear-Kopfhörer diese Funktion unterstützen, habe ich öfters vergessen, die Wiedergabe zu unterbrechen.


ANC- und Hybrid-Funktion nur mittelmäßig


Die ANC-Funktion (ANC = Active Noise Cancellation) ist dazu da, Umgebungsgeräusche zu subtrahieren. Über einen Kippschalter an der rechten Ohrmuschel lässt sich die Funktion problemlos ein- und ausschalten. Durch ein zweites Mikrofon misst das Headset die Umgebungsgeräusche und versucht, diese mit der Ohrmuschel zu subtrahieren. Insgesamt ist es allerdings ein ziemlich schwacher ANC-Effekt, denn selbst kleine In-Ear-Kopfhörer weisen oftmals einen besseren Effekt nach. Gewünscht hätte ich mir hierbei einen Kippschalter, der zwischen einem ANC- und Transparenz-Modus umschalten könnte. Mit einem Transparenz-Modus könnte das Mikrofon dafür sorgen, dass man die Umgebungsgeräusche hört, sollte beispielsweise eine Person mit euch reden. Habt ihr die ANC-Funktion aus, hört ihr durch die abgedichteten Hörmuscheln fast genauso wenig Umgebungsgeräusche.


Optisch ein gutes Headset, bei der Materialverarbeitung gibt es ein wenig Luft nach oben.

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Der größte Minuspunkt ist allerdings die gleichzeitige Verbindung von zwei Geräten. In der Theorie klingt das eigentlich ziemlich gut: Ihr zockt beispielsweise auf der Konsole und hört gleichzeitig Musik über euer Mobilgerät. Noch besser: Ihr unterhaltet euch mit euren Freunden über Discord und zockt gleichzeitig per Dongle- oder Klinkensteckerverbindung auf der PlayStation-Konsole. Doch nun das Problem: Sobald ich zwei Verbindungen gleichzeitig laufen lassen, höre ich ab und zu Knistern über die Bluetooth-Verbindung. Ohne Hybrid-Funktion funktioniert die Bluetooth-Wiedergabe meistens problemlos. Problematisch wird es als iOS-Nutzer: Führt ihr beispielsweise einen Anruf über Discord, so wird die andere Verbindung, sei es eine Klinkenstecker- oder Dongle-Verbindung, komplett unterbrochen. Man könnte dies ja eigentlich über Limitierung bei Apple begründen, allerdings habe ich zu Hause ein weiteres günstigeres drahtloses Hybrid-Headset, welches zwei Verbindungen problemlos aufrecht halten kann, ohne jegliche Knistergeräusche. Leider besitze ich kein Android-Gerät und konnte dies nicht in der praktischen Umsetzung testen.


Positiv hervorzuheben ist die lange Akkulaufzeit, denn 20 Stunden sind das absolute Minimum mit den Kopfhörern; meistens ist es allerdings deutlich mehr. Die Akkukapazität wird beim Einschalten in 20er-Schritten angesagt, aufgeladen werden kann das Headset mit dem beigefügten USB-A-zu-USB-C-Kabel. Schade finde ich es allerdings, dass die Dongle-Verbindung ausschließlich PC und PlayStation 4 & 5 unterstützt. Würde es die Nintendo Switch unterstützen, wäre es ein besonders empfehlenswertes Headset für die Nintendo-Konsole.

Unser Fazit

Meinung von Ilja Rodstein

Gemischte Gefühle habe ich nach dem Testen dieses Wireless-Headsets. Einerseits fand ich die Einrichtung und die Funktionalität besonders gut durchdacht und hatte nie Probleme mit der Verbindung. Auch die Akkulaufzeit ist mit 20-30 Stunden besonders gut und teilweise auch deutlich besser als die Konkurrenz. Andererseits sind die zwei wichtigsten Funktionen des Headsets enttäuschend: Die ANC-Funktion ist schwächer als bei anderen vergleichbaren Headsets und bringt den Kopfhörern kaum Mehrwert. Die Hybrid-Funktion klingt in der Theorie enorm gut, funktioniert allerdings aufgrund von Knistergeräuschen gar nicht. Auch ist es nicht möglich die Telefoniefunktion per Discord und Co. auf iOS-Geräten parallel zum Gaming-Sound zu nutzen. Würde sich die Dongle-Funktion über die Nintendo Switch-Station nutzen lassen, wäre dies ein praktisches Headset für Nintendo Switch-Nutzer, allerdings unterstützt die Dongle-Verbindung leider nur PC und PlayStation 4 & 5. Nintendo Switch-Spieler können das Headset nur über die Bluetooth- und Klinkenstecker-Funktion nutzen, dafür gibt es deutlich günstigere Headsets mit diesem begrenzten Funktionsumfang. Eine Kaufempfehlung kann ich eigentlich nur für PlayStation-Spieler aussprechen, denn dank der Dongle-Verbindung lässt sich das Headset problemlos nutzen. Ob der Preis von über 250 Euro diesen Funktionsumfang gerechtfertigt, müsst ihr selbst entscheiden.

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Kommentare 1

  • 489100

    Turmritter

    Das liegt ja weit über meinem Budget. :D


    Im Vergleich: meine neue Konsole (Xbox Series S) kostete weniger.