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Super Mario: Seine größten Abenteuer in unserer Manga-Rezension

Wenn es einen bekannten Charakter gibt, der wie kein anderer für die Videospiele aus dem Hause Nintendo steht, dann ist es wohl Super Mario. Seit Jahrzehnten schon sorgt der sportliche Klempner für Unterhaltung in den Wohnzimmern der Welt und stellt einen großen Anteil in der Videospielwelt dar. Dabei ist diese Präsenz schon lange nicht mehr nur auf die Konsolen und Handhelds von Nintendo beschränkt, denn in nicht allzu ferner Zukunft erhalten wir einen Blick auf den ersten animierten Spielfilm zu Super Mario, der im Jahr 2023 in die Kinos kommen soll. Dabei ließ Nintendo in Hollywood bereits in den 90er-Jahren einen Super Mario-Film vom Stapel, der sich allerdings nicht so ganz in den Köpfen der Menschen etablieren konnte. Was wir hier in Deutschland lange Zeit ebenso nicht mitbekommen haben, ist, dass in Japan seit Jahrzehnten ein Mario-Manga existiert, der die Abenteuer von Mario und seinen Freunden aus den Videospielen nacherzählt und hier und da ausschmückt.


Seit 1991 wird im Manga-Magazin CoroCoro eine fortlaufende Manga-Serie namens „Super Mario-kun“ aus der Super Mario-Welt veröffentlicht. Die Manga-Serie wird von Yukio Sawada geschrieben und gezeichnet und hat im Lauf der Jahrzehnte immer wieder auch die Geschichten und Ereignisse aus den Super Mario-Spielen aufgegriffen. Zum 30. Jubiläum der Super Mario-Serie wurde in Japan ein Sammelband mit ausgewählten Manga-Kapiteln veröffentlicht. Hier auf ntower haben wir euch diesbezüglich auch über die Veröffentlichung in Japan und den USA informiert. Vor Kurzem nun hat es dieser Sammelband bei Tokyopop auch in deutscher Sprache zu uns in die Regale geschafft.


in 10 Abenteuern durch die Videospielwelt unseres Lieblingsklempners!

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Für den Sammelband, der in der für Tokyopop üblichen Manga-Größe veröffentlicht wurde, hat man sich zehn Geschichten aus den 30 Jahren herausgesucht. Die Suche nach insgesamt fünf Powersternen und etlichen roten Münzen erstreckt sich über die ausgewählten Geschichten und dient als ein loser Faden durch das Buch. Gleich vorweg sollten wir festhalten, dass euch in diesen Geschichten mit einer Ausnahme keine dramatischen Ereignisse erwarten, sieht man von etlichen Quetschungen, Zerrungen und viel Feuer und Wasser gegenüber Mario einmal ab. Gleich zu Beginn des Buches jedoch hat man eine etwas ernstere Episode gestellt, die einen deprimierten und alten Mario zeigt. Zu dem Zeitpunkt ging es Zeichner Sawada sehr schlecht, er hatte kurz zuvor seinen Vater an Krebs verloren. Dies hat er in seiner Geschichte aufgegriffen und zeigt uns einen sehr verletzlichen Mario, der an sich zweifelt und lustlos rüberkommt. Ob Dr. Mario ihm weiterhelfen kann?


Als eine Art redaktionellen Einschub äußert sich Sawada in diesem Sammelband mit einem Text über diese Episode, um den neuen Lesern etwas mehr zum Hintergrund an die Hand zu geben und diese Geschichte in den Kontext zu setzen. Für den Rest des Buches wurden sehr alberne und überdrehte Geschichten ausgewählt, die viel mehr in das Universum rund um Mario, die Kettenhunde, Yoshi, Peach und Luigi passen.


Und so huschen wir Leser mit Mario und seinen Freunden sowie Feinden nur so durch die chronologischen Videospielabenteuer. Seien es Paper Mario, Super Mario Sunshine, Mario & Luigi: Zusammen durch die Zeit, Super Paper Mario oder auch Super Mario Galaxy. Sowohl die Rollenspiel- als auch Platformer-Abenteuer werden von Sawada aufgegriffen und durch den Kakao gezogen. Denn Super Mario: Seine größten Abenteuer richtet sich eher an ein jüngeres Publikum, denn abseits der oben angeführten ernsten Episode ist der Rest im Grunde ein großer Quatsch. Mario und seine Freunde kommentieren jeden Schritt und nehmen jedes Fettnäpfchen mit, was sich ihnen in den Weg stellt. Das ist mitunter sehr anstrengend zu lesen und könnte auch der Fantasie einer Grundschülerin oder eines Grundschülers entspringen. Oft hat man als Leser das Gefühl, dass sich die Geschichte entspinnt, während sie dem Leser präsentiert wird. So wie Kinder sich im Spiel auch Geschichten und Situationen ausdenken, die sie ihre Puppen erleben lassen.


Der Manga ist darauf ausgelegt, lustige Geschichten mit und von den Bewohnern aus dem Pilzkönigreich zu erzählen. Und so werden wir Leser mit Wortwitzen, Slapstick-Einlagen, Pinkeln oder auch Anspucken konfrontiert, was für den geneigten westlichen Leser durchaus irritierend sein kann. Im Japanischen gibt es dafür sogar mit dem Wort Gyagu ein ganzes Genre, nicht nur im Manga, sondern auch im Anime. Hier drehen die Autoren richtig auf und lassen ihre Figuren sämtliche Grenzen des guten Geschmacks ausreizen. Ganz so explizit ist das hier bei Mario selbstverständlich nicht, dennoch werden einige Körperteile und Gesichtszüge immer wieder ins Extreme gezogen, was kleinen Kindern durchaus den Lesespaß verderben könnte. Im Gegensatz dazu erwarten den erwachsenen Leser auch keine spannenden Geschichten, die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der jugendlichen Mitte. Vielleicht ist das auch mit ein Grund, weswegen es dieser Sammelband so lange nicht nach Deutschland geschafft hat.


Super Mario: Seine größten Abenteuer ist erschienen bei Tokyopop, ISBN: 978-3842079373, 160 Seiten, 12,3 x 18,6 cm, Empfehlung ab 13 Jahren, 7,50 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Wenn ihr euch darüber im Klaren seid, dass ihr hier extrem alberne Geschichten und Szenarien erhaltet, dann möchte ich euch diesen Sammelband ans Herz legen. Erwartet ihr dagegen eine ernsthafte Nacherzählung von Marios Abenteuern aus den Videospielen, solltet ihr lieber etwas anderes lesen. Die visuelle Umsetzung von Yukio Sawada ist durchaus gewöhnungsbedürftig, trifft aber im Kern schon den Stil der Videospiele. Da macht es Sinn, wenn Mario je nach Videospiel, das für eine Geschichte Pate stand, auch mit den jeweiligen Accessoires wie dem Dreckweg 0817 ausgestattet ist oder optisch ein wenig angepasst wird. Im Verlauf der zehn Geschichten trefft ihr dabei auf viele der Gegner und Partner von Mario und Luigi, nicht immer ist Bowser hier der Bösewicht. Insofern erhalten Leserinnen und Leser einen spannenden Abriss über die letzten Jahrzehnte an Super Mario-Videospiel-Abenteuern.

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Kommentare 5

  • nintendofan89

    Captain Toad's Kumpane

    Tatsächlich hat mir das Storytelling von der Super Mario Supershow am besten gefallen.

    So hab ich mir die Brüder Mario und Luigi immer vorgestellt.

    Egal ob in den Real Sequenzen als Klempner in ihrem Alltag oder als Zeichentrick dann in denen sie ihre Abenteuer erlebt haben.


    Zumindest das NES Universum.

    Diese Mangareihe geht wohl eher dann nach den neueren Teilen.


    Man merkt wie unterschiedlich die NES/Gameboy Reihe verglichen zu allem nachfolgenden ist.

    Für mich ist Bowser halt doch immer noch Koopa :)

    Und Mario ein Italo amerikanischer Klempner aus der Bronx oder Brooklyn.

  • evgeniat

    Turmbaron

    Auf Tokyopop kann man übrigens die ersten 35 Seiten Probelesen...

  • KOLWE-X

    Turmheld

    Schade, keine Kindle Fassung. Bin kein Freund mehr von gedrucktem, auch wegen Platzmangel :S .


    nintendofan89: Fühle ich komplett. Ging mir auch so. Ohnehin waren die Realszenen bei der Super Show wesentlich besser als der äußerst beschi...bescheidene Film von 1993. Ja ja die unbeschwerte Kindheit mit NES und GB. Sind einfach tolle Zeiten gewesen :) <3

  • Probealarm

    Turmknappe

    Ich lese viele Mangas, bin also mit der Materie vertraut. Ebenso bin ich ein großer Mario Fan und freute mich sehr auf den Manga. Leider ist er totaler Quatsch, langweilig und fühlt sich nicht nach Mario an. Selbst mein 7 jähriger Sohn lag ihn ziemlich schnell wieder weg. Warum nicht solche Storys wie in den Mario & Luigi RPG's? Die sprühen vor Ideen, Wortwitz und Gags.


    Ich empfehle den Comic Super Mario Adventures von Kentaro Takekuma. Auch nicht so gut wie die RPG's, aber sehr viel besser als dieses Werk hier.

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Schade, das man sich dem gesamten Material nicht annimmt. Auch würde ich mich darüber freuen, würde man die Comics von Mario, Link und Captain N, die bei Condor mal erschienen sind, als Neuauflage bringen.