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Von Mäusen und Menschen in unserer Graphic-Novel-Rezension

Nachdem wir euch letzte Woche etwas für den Filmfan vorgestellt und in Erinnerungen an „Die Klapperschlange“ von John Carpenter geschwelgt haben, möchten wir euch diese Woche in literarische Gefilde entführen. Dabei handelt es sich um eine vollständige Umsetzung des klassischen Romans „Von Mäusen und Menschen“ als Graphic Novel in einem über 400 Seiten starken Hardcover-Buch. Glaubt man den Angaben im hinteren Teil des Buches und schaut sich zu Recherchezwecken ein kurzes Video vom TV-Sender ARTE dazu an, hat die Illustratorin Rébecca Dautremer sich über zwei komplette Jahre mit der Erschaffung dieses Werkes beschäftigt – sehr beeindruckend.


Dazu hat sie in ihrem Atelier Gemälde auf 211 Doppelseiten von Aquarellpapier angefertigt, die den kompletten Handlungsstrang vom Roman beinhalten. Dabei wollte sie sich nicht auf einen Stil festlegen, sondern spielt immer wieder mit unterschiedlichen Möglichkeiten der illustrierenden Kunstform herum, was das Buch auf seine Art einzigartig macht. Als Leser weiß man nie, was einen auf der nächsten Doppelseite erwartet. Hier eine Großaufnahme von einem der Protagonisten, dort ein spielerischer Hinweis mit einer optisch an die 1930er-Jahre angelehnten Werbetafel.


Die klassische Geschichte phänomenal umgesetzt als Graphic Novel!

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Uns als Leser sind die unterschiedlichen Techniken, die Rébecca Dautremer bei der Erstellung des Buches benutzt hat, vielleicht nicht geläufig oder klar, dennoch kann und sollte man das wertschätzen. Durch die hier vorliegende Buchumsetzung geht davon vielleicht etwas verloren, aber die grafisch opulente und bunte Pracht, die uns Leserinnen und Leser hier auf jeder Doppelseite erwartet, spiegelt den Kunstaspekt, so gut es geht, in gedruckter Form wider.


Der Roman von John Steinbeck wurde zuerst im Jahr 1937 in den USA veröffentlicht und 1940 das erste Mal auch in Deutschland herausgegeben. Er handelt von zwei Wanderarbeitern namens George und Lennie, die von einem besseren Leben träumen und auf der Suche nach Arbeit durch das Land ziehen. Die Arbeit ist hart. Sie ziehen von Farm zu Farm und von Ernte zu Ernte. Den großgewachsenen und starken, aber etwas einfältigen Lennie verbindet eine kameradschaftliche Freundschaft mit dem fürsorglichen und klugen George, der sich mehr mit den Gepflogenheiten des Landes auskennt.


George fühlt sich verantwortlich für Lennie, doch ganz einfach ist diese Freundschaft für ihn nicht. Als Lennie das Kleid eines Mädchens streichelt und dies fälschlicherweise als sexuelle Belästigung aufgefasst wird, verlieren beide den Job. George schärft Lennie auf dem Weg zum nächsten Gelegenheitsjob ein, sich im Hintergrund zu halten. Doch auch als Lennie ihm anbietet, allein weiterzuziehen, kann George nicht aus seiner Haut und fühlt sich weiterhin verantwortlich. Schließlich verbindet beide ein (amerikanischer) Traum: Eines Tages wollen sie ihr hart verdientes Geld in ein Stückchen Land mit Haus, Kühen, Schweinen, Hühnern und Kaninchen anlegen.


In den Schlafunterkünften der nächsten Farm treffen George und Lennie auf den Farmarbeiter Candy, der ihnen erzählt, wie es auf der Farm zugeht. Die beiden sollten sich insbesondere vor dem Sohn des Farmbesitzers namens Curley in Acht nehmen. Der sei ein Heißsporn und lege sich gerne mit den Arbeitern an. Er habe erst vor Kurzem geheiratet, doch seine junge Frau verdrehe gerne den Männern den Kopf. Das lässt George natürlich aufhorchen und als dann bald darauf die Frau von Curley auf die Männer trifft, ahnt der Leser, dass diese Geschichte wohl nicht gut ausgehen wird.


Von Mäusen und Menschen ist über die Jahre nicht nur mehrmals verfilmt worden, es entstanden auch mehrere Übersetzungen und Übertragungen ins Deutsche. Die hier vorliegende Graphic Novel basiert auf der Übersetzung von Mirjam Pressler. Neben den bereits erwähnten tollen Illustrationen befindet sich der komplette Roman ebenfalls abgedruckt im Buch. Mal sind die Textelemente in das Artwork integriert, mal stehen sie neben oder unter den Illustrationen. Am besten macht ihr euch auf der Verlagsseite hier selbst einen Eindruck vom Artwork, das sich schwierig beschreiben lässt.


Von Mäusen und Menschen Graphic Novel ist erschienen beim Splitter Verlag, ISBN: 978-3-98721-042-6, 20 x 26 cm, Hardcover, 424 Seiten, 49,80 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Unsere zweite Geschenkempfehlung dieses Jahr zu Weihnachten richtet sich an Freunde klassischer amerikanischer Literatur. Aufgrund der Optik werden sich darüber vielleicht keine Kinder oder Jugendlichen freuen, aber vielleicht ist das was für die Eltern oder Großeltern. Aber auch wenn ihr den Roman bisher nicht kennt, erhaltet ihr durch diese kompakte Prachtausgabe der Graphic Novel die Geschichte direkt mit abgedruckt, was durchaus ein Mehrwert ist, weil Rébecca Dautremer die Stimmungen passend einfängt und mit entsprechenden Farben versieht. Von Mäusen und Menschen, sowohl im Roman als auch in der Graphic Novel in sechs Kapiteln erzählt, wird dem Standardwerk der amerikanischen Literatur in aller Hinsicht gerecht und zeigt, was heutzutage im Bereich Graphic Novel auch in Deutschland auf den Markt gebracht werden kann. Das Buch liegt dabei gut in der Hand und ist trotz der über 400 Seiten kompakt gestaltet: volle Empfehlung.

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Kommentare 1

  • _Mallymkun_

    Turmheld

    Die Illustrationen von Rébecca Dautremer zu dieser Geschichte gefallen mir sehr. Wenn’s das jetzt auch noch zu The Grapes of Wrath von Steinbeck gäbe, wäre ich voll zufrieden, denn der Roman gehört zu meinen Lieblingen, aber dafür ist der „Schinken“ wohl etwas zuuu voluminös 8o. The Pearl wäre aber vielleicht noch möglich…

    Auf jeden Fall ein toller Tipp! Danke!