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Turtle Beach Recon 50 Gaming-Headset für Nintendo Switch im Hardware-Test – Solides Headset für den kleinen Geldbeutel Hardware-Test

Der Markt rund um Gaming-Peripherie ist seit Jahren hart umkämpft und für den uninformierten Kunden wenig übersichtlich. Dazu zählen vor allem auch Gaming-Headsets, die es in nahezu allen möglichen Preisklassen gibt. Mit dem Recon 50 bietet der Hersteller Turtle Beach ein Headset für den relativ schmalen Geldbeutel an und kann trotzdem mit einigen Besonderheiten aufwarten, die in der Preisklasse um die 25 Euro sicherlich nicht zum Standard gehören. Doch wie schlägt sich das Budget-Zubehör in den weiteren Bereichen wie Sound- und Mikrofonqualität, die zu den primären Attributen eines Headsets zählen? Das und noch mehr erfahrt ihr hier in unserem Test!


Der Lieferumfang ist überschaubar, doch das abnehmbare Mikrofon überrascht

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Der kompakte Karton des Headsets kommt mit einem recht übersichtlichen Lieferumfang daher. Neben dem eigentlichen Kopfhörer im Switch-typischen Rot/Blau-Design und einem Satz Papierkram kommt einem auch schon die erste Überraschung entgegen: Das Mikrofon liegt separat in der Verpackung und ist abnehmbar. Dies ist in dieser Preisklasse ganz sicher nicht üblich und hat mich positiv überrascht. Einerseits ist das Headset so auch für Situationen geeignet, in denen das Mikrofon einfach nicht gebraucht wird und nur störend im Gesicht herumhängen würde, außerdem trägt dies zur Langlebigkeit bei, denn wenn die Mikrofoneinheit von einem internen Kabelbruch oder vergleichbarem heimgesucht wird, so lässt sich das Problem mit wenig Aufwand schnell und einfach beheben, ohne dass das ganze Gerät entsorgt werden muss.


Der Kopfhörer selbst, der uns freundlicherweise von Turtle Beach zur Verfügung gestellt wurde, wirkt beim ersten Anfassen und Aufsetzen relativ schlicht, was vor allem dem niedrigen Gewicht und der Bauweise komplett aus Plastik geschuldet ist. Auch das feste Kopfhörerkabel wirkt recht dünn und macht nicht den langlebigsten Eindruck, was bei der Preisklasse gewiss nicht unüblich ist. Außerdem ist das Kabel mit 1,20 Meter nicht das längste, was bei der Verwendung mit einer Nintendo Switch im portablen Modus aber auch durchaus sinnvoll ist, damit man nicht etliche Meter unnützes Kabel mit sich herumschleppen muss. Da das Headset auch explizit für die Verwendung an einer Nintendo Switch beworben wird, ist die Kürze des Kabels kein Minuspunkt. Wer das Headset allerdings auch anderweitig verwenden möchte, sollte dies im Hinterkopf behalten. Der herkömmliche 3,5-mm-Klinkeneingang ist mit jedem kompatiblen Gerät verwendbar, nur bei Benutzung einer handelsüblichen PC-Soundkarte mit zwei Eingängen benötigt ihr einen Y-Splitter, was mit diesem dann aber auch problemlos funktioniert. Am Kabel befindet sich zusätzlich eine kleine Steuerungseinheit, mit der ihr per Drehregler die Lautstärke verstellen könnt sowie ein Schalter, der das Mikrofon stummschalten kann.


Doch wie ist denn nun der Klang des Kopfhörers? Das Headset kommt mit 40-mm-Lautsprechern daher, die mich positiv überrascht haben. Ich benutze für gewöhnlich meine Beyerdynamic DT 770 Pro für alle professionellen Tätigkeiten, die mir so üblicherweise in die Quere kommen, fürs Casual-Gezocke hält oftmals mein Xbox Wireless Headset her, gegen die das Recon 50 in den Direktvergleich treten durfte. Zugegeben, dies ist sicherlich kein fairer Kampf, aber das Headset von Turtle Beach kann sich hier wirklich bewähren. Die Höhen sind leicht stärker betont, doch verzerren trotzdem nicht unangenehm bei höherer Lautstärke. Das sorgt vor allem dafür, dass eure Mitstreiter auf der anderen Seite der Konsole klar wahrzunehmen sind. Umso tiefer man den Frequenzgang herunterwandert, desto schlechter schneidet das Recon 50 allerdings ab. Die Mitten sind lediglich als okay zu bezeichnen und klingen ein wenig „boxy“, wohingegen die Tiefen eher enttäuschend daherkommen. Hier fehlt insgesamt einfach der Punch, also erwartet lieber kein Basswunder. Wenn man sich den Einsatzzweck, also das Kommunizieren mit anderen Personen via Sprachchat, anschaut, dann ist der Fokus auf leicht stärker betonte Höhen sicherlich sinnvoll, wer hier allerdings den Allround-Kopfhörer sucht, der sich auch für halbwegs anspruchsvolles Musikhören eignet, der ist hier sicherlich an der falschen Adresse. Das klingt jetzt negativer als es gemeint ist, denn wenn ich ohne Vorwissen alleine den Klang benoten müsste, hätte ich auf die doppelte Preisklasse getippt. Letztlichist hier aber kein High-End-Wunder zu erwarten und es sollte keinen überraschen, dass es mit Beyerdynamics de facto Standard-Studiokopfhörer nicht mithalten kann.


Die Steuerungseinheit ist simpel, aber sinnvoll gestaltet

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Das abnehmbare Schwanenhalsmikrofon mit metallener Ummantelung macht auf den ersten Blick einen soliden Eindruck. Für meinen Geschmack ist es ein wenig zu lang, weshalb ich es immer recht weit von meinem Mund wegbiegen musste, das ist aber auch eher ein Luxusproblem. Klanglich ist auch hier absolut kein Wunder zu erwarten. Der Sound kommt recht blechern daher und wird kaum jemanden vom Hocker hauen. Traditionell ist bei vielen Headsets gerade das Mikrofon die Schwachstelle und dies würde ich auch für das Recon 50 bestätigen. Die Sprache wird verständlich übertragen und es kommt nicht zu Aussetzern oder dergleichen, doch eine klar aufgelöste Stimme ist hier auch nicht unbedingt zu erwarten. Die Frage ist auch hier, wie viel man von einem Headset in dieser Preisklasse erwarten sollte. Meines Erachtens ist der Fokus auf ordentlich klingende Lautsprecher immer besser als ein perfekt klingendes Mikrofon, aber das ist sicher Geschmackssache. Für einfache Sprach-Chats im Spiel oder Unterhaltungen mit Freunden ist die Qualität schon in Ordnung, wer aber wirklich klar aufgelöste Sprache möchte, der muss sich woanders umschauen.


Der allgemeine Tragekomfort des Recon 50 ist durchaus als gut zu bezeichnen. Hier macht sich das niedrige Gewicht positiv bemerkbar, sodass sich auch nach Stunden keine Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. Da ich einen relativ großen Kopf habe, musste ich den Bügel maximal ausfahren, was dann aber auch gereicht hat. Wer mit einem noch größeren Kopf gesegnet ist, der wird hier eventuell ein Problem bekommen. Auch als Brillenträger waren die Ohrpolster aus Lederimitat zu jeder Zeit angenehm und haben sich nicht störend bemerkbar gemacht. Im Gegensatz zu meinen anderen Kopfhörern im Portfolio sind die Ohrmuscheln des Headsets relativ klein geraten, was besonders Personen mit großen Ohren stören könnte. Dafür wirken sie beim Aufsetzen, gerade jetzt zur warmen Jahreszeit, nicht zu wuchtig und neigen nicht zu schwitzigen Ohren. Das Polster oben am Bügel ist recht klein und dünn und neigt zu leichtem Druck, was durch das geringe Gewicht bei mir allerdings nicht wirklich störend war. Wer hier aber besonders empfindlich ist, könnte dies schnell nervig finden.


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Unser Fazit

Meinung von Kim Davids

Das Turtle Beach Recon 50 im Nintendo Switch-Design ist ein Budget-Headset, das trotz seiner Schwächen durchaus empfehlenswert ist. Der Klang der Kopfhörer ist für die Preisklasse sehr solide und weiß durch die leichte Höhenbetonung bei Sprachübertragungen zu glänzen, wohingegen der Tiefenbereich eher schwach ausgeprägt ist. Auch das abnehmbare Mikrofon gewinnt sicher keinen Preis für eine klare Auflösung der Sprache, doch für den Preis von gerade einmal knapp 25 Euro erhält man ein solides Headset, das den Geldbeutel verhältnismäßig wenig belastet und doch für Sprach-Chats in Spielen geeignet ist. Wer eine Möglichkeit sucht, sich möglichst günstig mit seinen Freunden zu unterhalten, der bekommt mit diesem Headset eine vernünftige Option geboten.
Mein persönliches Highlight: Das abnehmbare Schwanenhalsmikrofon

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Kommentare 3

  • Darkseico

    Nintendo Fan

    Die Frage lautet eher für wen genau ist das denn? Ich mein ja für die Leute die sparen wollen aber gerade wenn es um Klang und Mikro geht sollte man schon eher auf ein besseres Headset sparen. Hatte damals nen billiges gekauft und es wirklich bereut. :/

  • Kim Davids

    Lektor & Podcast-Dulli

    Darkseico


    Klar, so denke ich auch, aber es gibt nun mal auch viele Leute, die jeden Euro mehrmals umdrehen müssen und auch diese haben das Recht sich im Discord mit Freunden zu unterhalten :)

    Der Klang der Lautsprecher ist ja wirklich in Ordnung und wer nicht mehr braucht und sich nur möglichst günstig unterhalten möchte, der bekommt hier eine vernünftige Lösung. Preislich sind nach oben hin ja eh nie Grenzen gesetzt und du wirst dich wundern, wie viele Leute es gerade außerhalb unserer Gaming-Bubble gibt, die 25€ gerade noch so für angemessen halten. Und wenn ich eins aus der Vergangenheit gelernt habe, dann dass der Preis absolut kein Indikator für lange Haltbarkeit ist (Hallo Logitech) :ugly:

  • Darkseico

    Nintendo Fan

    Kim Davids

    Die Logik gehe ich von dem, es gibt Leute die gehen in Primemarkt und kaufen sich Socken für paar Euro und die halten nicht lang. Hauptsache günstig halt. Und schmeißen sie hinterher sofort weg. Aber wenn man bessere Socken kauft hat man länger was davon. Zumindest hab ich so meine Erfahrung. Und das selbe jetzt mit den Kopfhörern. Ich kann von deiner Aussage verstehen für wen es gemacht ist. Aber macht es Sinn? ?(

    Trotzdem danke für die Mühe und den test. :)