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held-Trilogie – Jubiläumsausgabe von Flix in unserer Comic-Rezension – Aus dem Leben eines Comic-Zeichners

Einer der bekannteren Namen im deutschen Comic-Bereich ist wohl Flix. Bei den meisten Lesern klingelt da unter Umständen nichts, aber wenn ich euch ein paar Beispiele seines Schaffens nenne, haben viele sicher schon mal was von ihm gelesen. Derzeit ist Flix mit seinen Geschichten zum Glückskind jede Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aktiv, zwischendurch hatte er als erster deutscher Künstler die Ehre mit „Spirou in Berlin“ eine Geschichte zu der lang laufenden Comic-Serie beizusteuern. Seinen Marsupilami-Comic „Das Humboldt-Tier“ haben wir bei ntower hier besprochen und für gut befunden.


Intelligent und witzig entspinnt Flix eine fulminante Beziehungsgeschichte in Berlin!

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Nun hat Carlsen sein erstes großes Werk, eine Gesamtausgabe seiner „held“-Erzählungen, erneut veröffentlicht und die ursprünglich drei Bücher in einen fetten Hardcover-Band gepackt. Flix erzählt darin in chronologischer Reihenfolge aus seinem Leben oder zumindest von den Abschnitten, die er für wichtig erachtet. In „held“ erläutert Flix die ersten Jahre aus dem Leben von Felix, beginnend mit der Geburt über Erlebnisse und Ängste in der Kindheit bis hin zur Adoleszenz und den ersten Erfahrungen sexueller Natur. Beziehungen zum anderen Geschlecht nehmen auch im weiteren Verlauf des Zyklus einen großen Teil ein. Das zweite Buch „Sag was“ konzentriert sich auf erste Beziehungsabbrüche und erstes Wohnen mit der Partnerin. In „Mädchen“ rundet Flix das Gesamtwerk ab, gesteht sich auch Fehler ein und schildert das Scheitern seines Protagonisten.


Die Bücher erschienen zunächst zwischen 2003 und 2006, im Jahr 2014 gab es eine erste Gesamtausgabe. Nun liegt uns hier ein schickes Hardcover-Buch mit einigen Extra-Seiten vor, auf denen die schwarz-weißen Zeichnungen im Großformat Platz zum Atmen bekommen. Auf knapp 360 Seiten bietet das Buch kompakten Lesespaß für ältere Leser. Jüngere Leser werden mit den Schilderungen und teils schlüpfrigen Erlebnissen wohl nicht viel anfangen können. Dabei bedient sich Flix optisch interessanter Perspektiven bei Schlüsselszenen und lockert die starren Panelvorgaben immer wieder gekonnt auf.


Die held-Trilogie ist zu großen Teilen humoristisch angelegt, scheut sich aber nicht davor, auch problematische Situationen im Leben von Felix oder seinen Wegbegleitern anzusprechen. Eine unterhaltsame Lektüre für alle Leserinnen und Leser, die sich gerne auf Beziehungscomics einlassen. Als mittlerweile erwachsener Mensch kommen hier und da Erinnerungen hoch und man erwischt sich bei manchen Episoden, die man ähnlich erlebt oder wahrgenommen hat.


Die Erlebnisse von Felix sind in bestimmten Teilen mit Sicherheit auch an den Erfahrungen von Flix angelehnt, wobei er in seinem Werk aber nicht nur aus der Vergangenheit berichtet, sondern sein Leben auch „weiterdenkt“, indem er es bis zu seinem Tod schildert. Wie man sich als Zeichner durchschlägt, nach Berlin umzieht, in einer WG lebt, Beziehungen beendet oder sich seine Freiheiten erkämpft. Autobiografischer Alltag, Situationen wie aus dem Leben gegriffen und humorvoll verarbeitet – die held-Trilogie liest sich flott und bietet eine angenehme Lektüre, auch für Comic-Leserinnen und Leser, die sonst eher andere Genres lesen. Durch das Zeitkolorit von Anfang des Jahrtausends entdeckte ich als Leser doch einige Lieder und andere Referenzen wieder, die Flix (Jahrgang 1976) zeitgenössisch in die Abenteuer seines Protagonisten eingebaut hat – halt aus dem Leben gegriffen.


Wenn ihr euch einen ersten Eindruck von den Illustrationen verschaffen möchtet, könnt ihr euch hier umsehen.


held-Trilogie – Jubiläumsausgabe ist erschienen im Carlsen Verlag:

  • ISBN: 978-3-551-02093-2
  • 368 Seiten
  • schwarz-weiß
  • 19,8 cm x 26,5 cm
  • Hardcover
  • 35,00 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Wer Flix, so wie ich, erst in seinem späteren Schaffen mit Marsupilami und Spirou kennengelernt hat, erfährt mit der Held-Trilogie einen guten Einblick in das Frühwerk und die vielzitierten Sporen, die man sich als Einsteiger in einen Beruf manchmal erst verdienen muss. Der erste Band diente Görmann damals noch als Diplomarbeit, bevor der Carlsen Verlag später das Buch als Comic gedruckt veröffentlichte. Das Gesamtwerk des Helden ist insofern erstaunlich rund und wenig sperrig, sondern liest sich flott durch und macht Spaß. Aus dem Leben gegriffene Episoden und Situationen, in die sich der Leser hineinversetzen kann, auch im Jahr 2024 noch relevant und interessant. In wenigen Wochen werden wir uns hier auf ntower auch das bisher letzte Buch von Flix ansehen, doch dazu verrate ich heute noch „NYX“.

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