© Sony Interactive Entertainment Inc.
Astro Bot für PlayStation 5 im Test – Das inoffizielle Konsolenmaskottchen sorgt wieder einmal für gute Laune
Geschrieben von Felix Kraus am 17.09.2024
Nach seinem erfolgreichen Debüt im Jahr 2018 mit Astro Bot Rescue Mission für die PlayStation VR und der vorinstallierten Tech-Demo der PlayStation 5 Astro's Playroom bekommt das inoffizielle Konsolenmaskottchen endlich seinen eigenen vollwertigen Titel ohne obligatorische Zusatzperipherie spendiert: Astro Bot. Der knuffige 3D-Platformer erschien vor wenigen Tagen, am 6. September 2024, für die PS5 – und wie vielerorts bereits bestätigt wurde: der Titel ist einfach großartig. Was das Jump 'n' Run so wahnsinnig gut und auch heilsam macht, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.
Mit eurem anpassbaren Flitzer durchquert ihr die Galaxis und fliegt von Level zu Level
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Das Leben könnte so schön sein, wären da nicht diese furchtbaren Fieslinge. Während eines intergalaktischen Rundflugs treffen unser Protagonist und seine zahlreiche Entourage auf einen alten Bekannten: Nebulax, the Space Bully. Dieser macht natürlich keinen Halt vor den kleinen Robotern und zerpflückt sogleich deren Raumschiff, welches anschließend auf einem Wüstenplaneten notlandet – mitsamt unseres Helden. Nach einer kurzen Frischzellenkur macht sich dieser auf, die verstreuten Besatzungsmitglieder zu bergen und das beschädigte Flugvehikel zu reparieren. Ein kunterbuntes Abenteuer beginnt ...
Das ist die Prämisse von Astro Bot. Klingt vertraut? Ähnliches musste unser mechanischer Freund bereits in seiner ersten Heldenreise Astro Bot Rescue Mission erleben. Nebulax, the Space Bully, ist sozusagen der Bowser des Astro Bot-Universums und schikaniert die kleinen Roboter, wo es nur geht. Rennt ihr einfach nur durch das Spiel, werdet ihr in unter zehn Stunden die Credits über den Bildschirm rollen sehen. Lass ihr euch allerdings Zeit und möchtet jedes Geheimnis – und es lohnt sich – der farbenfrohen Spielwelt lüften, werdet ihr knapp doppelt so lange beschäftigt sein. Eine dramatische Entwicklung der Geschichte dürft ihr freilich nicht erwarten, obwohl sich hier und da schon emotionale Szenen abspielen. Astro Bot ist leichte Kost – und diesem Anspruch wird es in allen Belangen gerecht.
Was ist Astro Bot überhaupt? Es handelt sich dabei um einen schlichten 3D-Platformer, der euch neben seiner simplen Sprung- und Angriffsmechanik noch mit einigen Gimmicks vertraut macht, die euer Aktionsrepertoire um ein bis zwei Manöver erweitern. Das macht Astro Bot für ein Spiel für Jung und Alt. Die jüngere Spielerschaft wird es freuen, dass der Titel zugänglich und kinderfreundlich gestaltet ist, das ältere Semester wird die Simplizität – die moderne Titel gerne vermissen lassen – sowie die vielen Referenzen zu schätzen wissen, die nicht selten Nostalgie wecken. Natürlich lässt das Ganze auch Kritik zu. Astro Bot ist ein verhältnismäßig einfaches Spiel und bietet, anders als ein Super Mario Odyssey, nicht noch optionale Passagen für den Jump 'n' Run-Enthusiasten. Doch unterm Strich macht das jüngste Abenteuer des inoffiziellen PlayStation-Maskottchens sehr, sehr viel richtig.
Für manche Hindernisse benötigt ihr die Hilfe eurer Mannschaft
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Das reicht vom homogenen, ausgefallenen Design über die Nutzung der Hardware und deren Peripherie bis hin zur Inhaltsvielfalt. Astro Bot vertritt die PlayStation wie kein anderer Charakter, den Sony Interactive Entertainment hervorgebracht hat. Klar, die plakative Verwendung der typischen PlayStation-Symbolik (Kreis, Kreuz, Viereck, Dreieck – und die dazugehörige Farbpalette) ist allgegenwärtig und das Raumschiff, in dem unsere süßen Schützlinge durch die Galaxis sausen, ist eine PlayStation 5. Doch hinter der ganzen Werbemaßnahme steckt noch viel mehr. Die Level von Astro Bot sind allesamt liebevoll gestaltet, strotzen vor Details und überraschen mit einfallsreichem Layout. Das Spiel nimmt euch überall mit hin: über sowie unter die Erde, auf Tauchgang und hoch in die Luft. Mit von der Partie sind alte sowie brandneue Gefährten und Gegner. Letztere werden dem Level entsprechend eingekleidet oder eingefärbt, was selbstverständlich gefällt. Auch widmet sich jedes Level einem bestimmten Thema, welches sich dann wie ein roter Faden von Anfang bis Ende durchzieht.
Hinsichtlich der Herausforderungen erwartet euch mehr als nur ein simpler Hindernisparkour. Astro Bot ist zwar kein Puzzle-Platformer und bietet daher auch keine besonderen Kopfnüsse, gelegentlich müsst ihr eure grauen Zellen aber schon ein bisschen bemühen, insbesondere für Bonusinhalte, wie versteckte Platinen, Mannschaftsmitglieder oder geheime Levelausgänge, die wiederum in die verlorene Galaxis führen, wo zusäztliche Kapitel auf euch warten. Der Anspruch steigt, je mehr ihr vom Spiel sehen wollt – aber bleibt stets bei einem moderaten Maß. Durch mal mehr, mal weniger dezente Hinweise weckt Astro Bot euren Entdeckungsdrang und appelliert stets an eure Aufmerksamkeit. Ein gelungenes Konzept, was ebenso wunderbar aufgeht.
Während eures Abenteuers trefft ihr auf zahlreiche Ikonen aus dem PlayStation-Kosmos
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Der eingangs erwähnte Wüstenplanet dient zu Beginn lediglich als Notlandeplatz, wird aber im Verlauf eures Abenteuers zur richtigen Zuflucht für eure mechanischen Schützlinge. So füllt ihr die Oase immer mehr mit Leben, denn wirklich jeder gerettete Roboter taucht hier früher oder später auf, und errichtet Stück für Stück euren persönlichen Stützpunkt. Mit den zuvor erwähnten Platinen baut ihr nach und nach Gebäude auf, wie die aus Astro's Playroom bekannte Gachapon-Maschine, eine Garage für euer Raumschiff, ein Umkleideraum für euren Protagonisten oder einen kompakten Safari-Park, wo ihr allerlei Schnappschüsse tätigen könnt. Zudem gibt es rund um die Bruchlandestelle noch haufenweise Dinge zu entdecken, Boni freizuschalten und Rekruten zu retten. Ihr solltet dem ollen Wüstenplanet also zwischendurch immer mal einen Besuch abstatten, vielleicht könnt ihr ja mittlerweile ein zuvor unüberwindbares Hindernis aus dem Weg räumen.
Grafisch reizt Astro Bot die Plattform zwar nicht komplett aus und verzichtet beispielsweise auf manch opulente optische Eye-Catcher wie Raytracing, liefert aber alles in allem ein hervorragendes Gesamtbild ab. Das liegt einerseits an den vielen liebevollen Bildschirmdetails und andererseits an den zahlreichen physikalischen Spielereien, wenn ihr zum Beispiel durch ein Meer aus funkelnden Edelsteinen oder knochigen Gebeinen watet, was durch das haptische Feedback des DualSense-Controllers unterstrichen wird. Des Weiteren läuft das Spiel durchweg mit geschmeidigen sechzig Bildern pro Sekunde, was den ohnehin schon gelungenen Spielfluss zusätzlich unterstützt. Auch das Sound-Design überzeugt durchweg und bindet die Funktionalität des Eingabegeräts vorbildlich ein. Die musikalische Untermalung präsentiert sich stets stimmig und der jeweiligen Situation angepasst. Weiterhin gibt das Spiel auch technisch eine gute Figur ab und zeigt sich unanfällig für Fehler sowie Abstürze. Auch in diesen Bereichen hat das japanische Entwicklungsstudio Team Asobi ganze Arbeit geleistet.

