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Metal: Hellsinger VR im Test – Die geballte Metal-Action hat den perfekten Rhythmus im Blut: Jetzt auch in VR!
Geschrieben von Florian McHugh am 15.11.2024
VR-Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und viele davon von eher mäßiger Qualität. Doch nicht erst seit Half Life: Alyx hat sich so langsam ein gewisser Qualitätsstandard angefangen zu etablieren, der für den einen oder anderen Hochkaräter sorgen durfte. Ein Anwärter auf eine solche Auszeichnung ist die VR-Umsetzung des Metal-Rhythmus-Shooters Metal: Hellsinger. Mein geschätzter Kollege Michael hat vor zwei Jahren bereits einen ausführlichen Test zu dem ungewöhnlichen Titel veröffentlicht, den ihr hier finden könnt. Diesen empfehle ich auch zur Lektüre, denn in diesem Test soll es vor allem darum gehen, wie sich Metal: Hellsinger VR anfühlt und ob sich das Spielprinzip gut in die virtuelle Realität umsetzen lässt.
Aber so ganz ohne eine Kurzbeschreibung geht es dann doch nicht. In Metal: Hellsinger VR verkörpert ihr die Namenlose. Eine Dämonin, die in den Untiefen der Hölle gefangen ist und deren Stimme geraubt wurde. Um diese wiederzuerlangen, muss sie sich dem Roten Richter stellen; der Kontrollinstanz über alle Höllenebenen. Kommentiert wird das Spielgeschehen durch die markige Stimme von Troy Baker, dessen Performance auch zwei Jahre nach Release immer noch ein Genuss ist. Auf den ersten Blick wirkt Metal: Hellsinger VR wie jeder generische Shooter; ihr blickt aus der Egoperspektive auf die Spielwelt und erledigt in kleinen, abgegrenzten Arealen auftauchende Gegner mithilfe verschiedenster Waffen. Der Clou: Im Hintergrund laufen alle möglichen Metal- und Rocksongs bekannter Größen aus der Szene und zu deren Takt müsst ihr eure Waffen abfeuern bzw. mit Nahkampfwaffen zuschlagen. Je länger ihr im Takt bleibt, umso mehr Schaden richtet ihr an. Das klingt doch nach einer ziemlich guten Prämisse für einen VR-Titel, nicht wahr?
Bevor wir uns das Spielgefühl innerhalb der virtuellen Realität genauer anschauen, sollte im Voraus lobend hervorgehoben werden, dass Metal: Hellsinger VR einiges an Komfortfunktionen für all diejenigen bietet, die mit Motion Sickness und Co. zu kämpfen haben. Ihr könnt dabei auswählen, ob das Headset darüber entscheidet, in welche Richtung ihr euch bewegt oder euer Controller, wie schnell sich euer Charakter drehen soll, ob eine Vignette bei Bewegung über euer Sichtfeld gelegt wird, wodurch eine Art Tunnelblick entsteht oder ob ihr Rechts- oder Linkshänder seid. Gerade die Vignetten-Funktion kann dabei bei Motion Sickness helfen und eine ziemliche Erleichterung darstellen. Das ist auch sicher für den einen oder die andere notwendig, denn in Metal: Hellsinger VR könnt ihr euch nicht teleportieren, sondern müsst euch fließend bewegen, was häufiger der Grund für Übelkeit ist.
Habt ihr die Einstellungen entsprechend euren Präferenzen eingerichtet, geht es dann auch los und bereits das Tutorial wird euch schnell klar machen, dass das Spiel- und Mittendringefühl von Metal: Hellsinger VR enorm immersiv ist. Die Waffen reagierten mit unserer Meta Quest 3 passgenau und schon nach kurzer Zeit verliert man sich in dem turbulenten und actionreichen Gameplay. Und hier liegt auch die Krux: Wer schnelle Shooter nicht gewohnt ist, der dürfte sich bereits sehr früh sehr schwer mit dem Rhythmus-Prinzip tun. War es bereits früher recht anspruchsvoll für mich, meine Waffen im richtigen Takt abzufeuern, sorgt die Immersion innerhalb der virtuellen Realität dafür, dass man gut und gerne den Überblick verliert und plötzlich Treffer von hinten oder den Seiten erhält. Zwar ist das Spiel fair genug und warnt euch vor solchen Momenten, doch durch die Egoperspektive und die direkte Steuerung müsst ihr dennoch ordentlich aufmerksam sein. Das ist per se nicht schlimm, wenn man die entsprechende Reaktionsfertigkeit hat. Ich, der jetzt schon einige Shooter in VR gespielt hat, hatte trotz allem einiges an Schwierigkeiten mitzuhalten. Zwar kann man in den Einstellungen festlegen, dass man auch außerhalb des Taktes den vollen Schaden zufügen kann, dies konterkariert jedoch in meinen Augen das eigentlich angedachte Spielprinzip. Um zurück zur Ausgangsfrage zu kommen: Nein, dem Spielprinzip von Metal: Hellsinger VR ist der Sprung in die virtuelle Realität leider nicht ganz so gelungen, wie es andere Genrevertreter vormachen.
Grafisch erwartet euch ein für VR angepasstes Spiel im oberen Grafiklevel. Den Vergleich mit den höchsten Einstellungen der PC-Version kann Metal: Hellsinger VR zwar nicht gewinnen, es sieht trotzdem immer noch gut aus und ist vor allem in Sachen Latenz und Reaktionsgeschwindigkeit sehr gut umgesetzt; etwas, was bei einem Rhythmus-Shooter natürlich unerlässlich ist. Gleiches gilt auch für den Metal-Soundtrack, der wuchtig und kräftig aus den Lautsprechern meiner Quest 3 hallte.