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PlayStation Portal im Test – Spiele jetzt auch unabhängig von einer PlayStation 5 Hardware-Test
Geschrieben von Krispin Berndt am 26.01.2025
Im vergangenen Jahr sorgte Sony Interactive Entertainment mit der Veröffentlichung des PlayStation Portal Remote Players zunächst für eher gemischte Reaktionen bei der Spielerschaft. Ende des Jahres folgte dann der Startschuss für eine vielversprechende Beta, die den Funktionsumfang und das Spielerlebnis des einst strikt an die PlayStation 5 gekoppelten Zubehörs deutlich auflockerte. Wir haben uns das Feature in den vergangenen Wochen genauer angeschaut und verraten euch, ob die PlayStation Portal mit dem neuen Feature eine ernst zu nehmende Alternative im heiß umkämpften Handheld-Markt ist.
Vorweg sollte erwähnt werden, dass es sich hierbei um kein klassisches Hardware-Review handelt. Dafür gibt es mittlerweile einen ganzen Haufen an Reviews, die mit deutlich umfangreicherer Expertise, insbesondere aus technischer Sicht, mehr ins Detail gehen können. Bevor wir aber zum großen „neuen“ Feature kommen, weshalb wir uns die Hardware genauer anschauen wollten, nehmen wir dennoch einen kleinen Umweg und schauen uns zumindest die oberflächlichen Spezifikationen der PlayStation Portal etwas genauer an.
Im Vergleich mit der PlayStation Portal und dem Steam Deck wirkt die Nintendo Switch wie ein kleines Schneidebrett
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Nüchtern betrachtet ist die PlayStation Portal auf den ersten Blick lediglich ein durchtrennter DualSense-Controller mit einem 8-Zoll-LCD-Tablet in der Mitte. Das Tablet basiert auf dem Betriebssystem Android und erlaubt eine Wiedergabe der kompatiblen PlayStation 4- und PlayStation 5-Spiele bei einer Auflösung von bis zu 1080p mit bis zu 60 Frames per Second. Durch die Remote Player-Technologie von Sony und den PlayStation Portal Remote Player können die Besitzer einer PlayStation 5 Spiele aus ihrer digitalen Bibliothek mittels Cloud-Gaming auch ohne Fernseher erleben, entweder über das Heimnetzwerk oder auch außerhalb der eigenen vier Wände, sofern eine stabile Internetverbindung vorhanden ist. Die PlayStation Portal ist ähnlich groß wie das Steam Deck und ist damit auch eine gute Ecke größer als die Nintendo Switch. Das liegt hauptsächlich an der Haptik des DualSense-Controllers, wodurch die PlayStation Portal deutlich wuchtiger wirkt – sie liegt dafür aber hervorragend in den Händen. Das haptische Feedback und die adaptiven Träger sind natürlich ebenfalls an Bord.
Die Akkulaufzeit beträgt, je nach Spiel und Helligkeit des Bildschirmes, erfahrungsgemäß zwischen 3 und 5 Stunden. Zwar sorgt der verbaute LCD-Bildschirm für ein gestochen scharfes Bild mit knackigen Farben, ein OLED-Bildschirm wäre, meiner Meinung nach, in der heutigen Zeit aber deutlich fortschrittlicher und energieeffizienter. Zwar ist eine Bluetooth-Schnittstelle vorhanden, allerdings kann die PlayStation Portal lediglich mit den PlayStation-Kopfhörern gekoppelt werden. Die PlayStation Portal basiert auf einem Snapdragon 662-Chip und einer stark modifizierten Version von Android 13 und könnte somit, zumindest theoretisch, auch Android-basierte Spiele aus einem App Store abspielen. Hier schiebt Sony aber einen Riegel vor, wodurch der Handheld bis zur Veröffentlichung der besagten neuen Funktion mit keinen nennenswerten Funktionen daherkam.
Im November letzten Jahres folgte jedoch eine großartige Neuigkeit für alle, die sich nicht unbedingt eine PlayStation 5 anschaffen und ins Wohnzimmer stellen möchten, aber in Richtung des einen oder anderen exklusiven Titels schielen. Die PlayStation Portal benötigt ab sofort keine PlayStation 5 mehr, um die Spiele via Cloud-Streaming abspielen zu können. Das klingt auf dem Papier schon deutlich attraktiver, jedoch handelt es sich bei der Beta erstmal um eine Testphase mit dem einen oder anderen Häkchen.
God of War Ragnarök kann als Teil von PlayStation Plus Premium seit diesem Monat auf der PlayStation Portal gespielt werden
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Die Beta steht zunächst nur den Abonnenten von PlayStation Premium zur Verfügung. Das kostenpflichtige Abonnement bildet die teuerste Stufe von PlayStation Plus und kostet monatlich 16,99 Euro, 49,99 Euro für drei Monate oder 151,99 Euro für ein ganzes Jahr – dies entspricht einem monatlichen Preis von ca. 12,66 Euro. Bei einem einjährigen Abonnement und dem Anschaffungspreis der PlayStation Portal nähert man sich langsam dem Preis einer PlayStation 5. Das Spiele-Angebot ist noch relativ überschaubar, wird aber regelmäßig um weitere Titel erweitert. Bisher können knapp 200 Spiele via Cloud-Gaming über die PlayStation Portal gespielt werden. Neben zahlreichen älteren Spielen wie Timesplitters und Legacy of Kain gibt es mit Ghost of Tsushima, Ratchet & Clank: Rift Apart, Marvel’s Spider-Man und The Last of Us Part 1 auch eine Reihe an „neueren“, hauseigenen Spiele von PlayStation Studios. Ein paar der größten Indie-Hits der vergangenen Jahre wie wie Dave the Diver, Dredge und Animal Well runden das Angebot ab, womit die Spielerschaft einige Spielstunden beschäftigt sein dürfte. Eine offizielle Seite mit einer Übersicht der verfügbaren Titel gibt es nicht, die Seite psportal.games bietet hierfür aber eine Alternative.
Leider ist es noch nicht möglich, PlayStation Studio-Spiele zusätzlich im PlayStation Store zu erwerben und diese über die Server von Sony auf der PlayStation Portal abzuspielen. Hier sehe ich, zumindest bei den hauseigenen Titeln, zwingend Handlungs- und Optimierungsbedarf. Wer also die neuesten Spiele erleben möchte, gerade das hochgelobte Astro Bot oder das kommende Ghost of Yotei, benötigt am Ende doch (noch) eine PlayStation 5. Da es sich aber um eine Beta handelt, besteht zumindest die Chance, dass ein solches Feature in Zukunft implementiert wird. Diesbezüglich gibt es noch keinerlei offizielle Informationen, es würde das Einsatzgebiet der PlayStation Portal aber um ein Vielfaches aufwerten – und sicherlich für höhere Verkaufszahlen sorgen.