© Nintendo / Universal Studios
Der Super Mario Galaxy Film in unserer Film-Kritik – Effekt-Spektakel mit belangloser Story
Geschrieben von Philipp Pöhlmann am 02.04.2026
Im Jahr 2023 feierten Super Mario und seine Freunde ihren großen Einstand auf den Kinoleinwänden. Der Super Mario Bros. Film schlug ein wie eine Bombe, spielte weltweit über 1,3 Milliarden US-Dollar ein, und so wurde der Animationsfilm zur erfolgreichsten Videospielverfilmung aller Zeiten. Unser Redaktionsleiter Krispin lobte den Film in unserer damaligen Filmkritik als „Liebeserklärung an das legendäre Franchise“ und auch die Fans feierten die stimmige und detailverliebte Umsetzung von Illumination Entertainment in Zusammenarbeit mit Nintendo. Da war es kaum verwunderlich, dass der Film einen Nachfolger bekommen sollte. Nachdem dieser 2024 offiziell angekündigt wurde, enthüllte man ein Jahr später den Titel: Der Super Mario Galaxy Film. Nun, fast auf den Tag genau drei Jahre nach dem Start des ersten Filmes, ist es endlich so weit und unsere Heldinnen und Helden brechen zu einem neuen Abenteuer auf. Welchen Eindruck die Fortsetzung bei uns hinterlassen hat, erfahrt ihr im Folgenden.
Hinweis: Solltet ihr euch den Film noch nicht angesehen und auch die Berichterstattung in den letzten Wochen nicht mitverfolgt haben, müsst ihr im Haupttext mit Spoilern rechnen. Falls ihr auf Nummer sicher gehen wollt, solltet ihr euch nur unser Fazit unter dem Text zu Gemüte führen.
Wie der Filmtitel vermuten lässt, spielen Elemente aus den beiden Super Mario Galaxy-Spielen eine wichtige Rolle in Handlung und Setting von Der Super Mario Galaxy Film. Gleich zu Beginn des Filmes machen wir Bekanntschaft mit Rosalina, welche den Lumas, den Sternenkindern, mit denen sie in der Sternenwarte lebt, eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen möchte. Durch krachende Geräusche gestört, verlässt sie die Bibliothek und wird von Bowser Jr. angegriffen, der seinem im Vorgängerfilm geschrumpften Vater zu Hilfe eilen möchte und Rosalina kurzerhand entführt. Nachricht von der Entführung trifft einige Zeit später auch im Pilzkönigreich ein, wo sich Prinzessin Peach zusammen mit ihrem Begleiter Toad ohne zu zögern aufmacht, die Dame in Not zu befreien. Nachdem Bowser Jr. auch im Pilzkönigreich für Chaos und Zerstörung sorgt, machen sich die Brüder Mario und Luigi zusammen mit ihrem neuen Gefährten Yoshi und ausgerechnet Bowser, der seinen Sohn zur Besinnung bringen möchte, nach ungefähr der Hälfte der Laufzeit des Filmes auch endlich auf und folgen Peach in das Abenteuer.
Genau wie bereits Der Super Mario Bros. Film wurde auch der Nachfolger wieder exzellent animiert. Sämtliche Charaktere sowie die Welten, in denen uns Der Super Mario Galaxy Film entführt, strotzen nur so vor Charme und Detailreichtum. Wer Gefallen am Vorgänger gefunden hat, darf sich auch hier wieder auf ein visuelles Spektakel aus den fähigen Händen der Animationskünstler von Illumination einstellen. Kenner der Super Mario-Spiele dürfen sich überdies darauf freuen, wieder überall witzige Referenzen an diverse Titel sowie den ein oder anderen Cameo-Auftritt zu entdecken. Auch der Soundtrack ist wieder eine Wucht – wer die Videospiele und deren grandiose musikalische Untermalung kennt, weiß, was man hier erwarten darf. Doch auch eine ganze Menge Musikstücke aus anderen Mario-Titeln und natürlich die klassischen Geräusche aus den Spielen sind wieder mit an Bord und sorgen für eine ganze Menge Nostalgiegefühle.
Leider lässt das visuelle Spektakel die Fassade des Filmes auch stellenweise bröckeln. Nicht selten war mir persönlich das ganze Gewimmel auf der Leinwand auch einfach zu viel. Das Tempo des Filmes zieht ordentlich an und ich empfand es gelegentlich als anstrengend, noch allem zu folgen und auf jedes einzelne Detail zu achten. Obwohl der Titel nahelegt, dass sich der Film hauptsächlich die beiden Super Mario Galaxy-Spiele als Vorlage herausgepickt hat, ist dem im Endprodukt nicht so. Im Gegenteil: Ich hätte mir wesentlich mehr Galaxy in einem gleichnamigen Film gewünscht. Die Spiele hätten definitiv genügend Potenzial für atemberaubende Schauplätze und interessante Szenarien geboten. Stattdessen wurde hier gefühlt alles an Super Mario, das nicht bereits im ersten Film verwurstet wurde, in eine Schüssel geworfen und ordentlich miteinander vermengt. Zwar wird dadurch ordentlich Fanservice betrieben, jedoch leidet vor allem die Handlung des Filmes stark unter diesem Mischmasch. Auf einen Super Mario Odyssey Film als dritten Teil braucht vermutlich niemand hoffen, denn dafür wurden hier bereits viele interessante Elemente verbraten. Auch darf man nicht zu pingelig damit sein, wie sehr sich die Filmemacher an die Originalvorlagen gehalten haben. Ansonsten könnten einem Unstimmigkeiten, etwa warum Mario und Luigi gerade in der kopfstehenden Pyramide aus Super Mario Odyssey auf ihren neuen Gefährten Yoshi treffen, den Spaß am Film verderben.
Bowser Jr. mischt als Antagonist des Films nicht nur das Pilzkönigreich, sondern das ganze Universum ordentlich auf
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Auch wenn ich mich sehr bemüht habe, über solche Unstimmigkeiten sowie die dünne Handlung des Filmes hinwegzusehen, lässt mich eine Entscheidung der Produzenten dann doch mit großen Fragezeichen zurück. Wie bereits im Vorfeld von Nintendo selbst angeteasert, spielt auch Fox McCloud aus der Star Fox-Reihe eine Rolle im neusten Abenteuer von Mario und seinen Freunden. Diese Rolle geht jedoch deutlich über die eines Cameo-Auftritts, mit dem ich eigentlich gerechnet hatte, hinaus. Der flauschige Weltraumpilot kennt Mario und Konsorten ansonsten nur von freundschaftlichen Prügeleien in den Super Smash Bros.-Spielen. Dass Fox nun aber eine größere Rolle in Der Super Mario Galaxy Film übernehmen würde, hatte ich nicht erwartet – und für mich passt das auch einfach nicht zusammen. Ob sich Miyamoto hiermit wieder einmal einen persönlichen Traum erfüllen wollte oder sich dahinter eine Marketing-Maßnahme zu einem bald anstehenden Revival der Star Fox-Marke verbirgt? Die Zukunft wird es zeigen ...
Zu guter Letzt sollten wir jedoch nicht vergessen, an wen sich der Film im Kern richtet. Mit einer Freigabe ab 6 Jahren wird auch der Super Mario Galaxy Film wieder eine ganze Menge Familien mit Kindern in die Kinos locken – und diese dürfen sich auf gut eineinhalb Stunden solide Unterhaltung freuen. Da werden die wilden Sprünge zwischen Super Mario-Elementen sowie die stark ausbaufähige Handlung nicht so sehr ins Gewicht fallen wie bei den Filmkritikern, die dem Film aktuell nicht die besten Noten bescheren. Solltet ihr also Fans von Super Mario sowie Nintendo im Allgemeinen sein oder mit Kind und Kegel in die Lichtspielhäuser ziehen, werdet ihr sicherlich auf eure Kosten kommen. Zu den deutschen Sprechern kann ich abschließend leider nichts sagen, was über die Trailer zum Film hinausgeht. Sofern möglich, besuche ich Filme nämlich bevorzugt in der englischen Originalfassung, was glücklicherweise von einem Kino in meiner Nähe angeboten wird. Die englischen Stimmen passen auf jeden Fall exzellent zu den Figuren. Gerade die Neuzugänge Brie Larson als Rosalina, Benny Safdie als Bowser Jr. und Glen Powell als Fox McCloud haben mir genauso gut gefallen wie bereits die Sprecher der altbekannten Rollen. Mein Kollege Tobi kann euch in seinem unten stehenden Fazit etwas mehr über die deutsche Synchronisation verraten.
