Reisebericht: Pokémon Center Paris Spezial

Ich als international anerkannter Pokémon-Meister habe schon so einiges mit den Taschenmonstern mitgemacht. Zahlreiche Importe, extrem viele Goodies, ständige Besuche der Pokémon Days, vor kurzem ein Abstecher auf die VGC (hier unser Bericht), doch der 04.06.2014 toppte wohl alles andere. Ein Pokémon Center in Europa? Da muss ich hin! In Paris? Egal! Also buchte ich spontan die Zugtickets und besorgte mir ein Hotel für zwei Nächte. Und so kam es, dass ich am Abend des 03.06.2014 in der französischen Hauptstadt saß. Die Zugfahrt mit dem TGV war nicht so toll, auch die Taxifahrt war schon fast kriminell und das Hotel war klein. Dennoch wurde dieser Tag fantastisch. Warum? Ganz einfach. Ich habe… Okay, fangen wir lieber von vorne an.



Nachdem die Koffer ausgepackt waren und ich mich nach den Strapazen entspannen wollte, las ich auf Twitter, dass Junichi Masuda, seines Zeichens Director der Pokémon-Spiele seit Rubin & Saphir, sich bereits an diesem Dienstag das Pokémon Center Paris anschauen wollte. Ich plante sowieso, den Weg abzugehen, auch wenn es nur ein zehnminütiger Fußmarsch war. Ich also die Jacke und das iPhone geschnappt, die Seine überquert, fast von mehreren Autos überfahren worden (es gibt anscheinend keine Verkehrsregeln in Frankreichs Großstadt) und den Laden begutachtet. Wie schon vorher bekannt, ist der Merchandise-Shop nicht mit seinen Brüdern und Schwestern aus Japan zu vergleichen, er ist viel kleiner. Mehr gab es allerdings nicht zu tun, also ging ich in den nächsten Burgerladen einer bekannten, großen Kette und habe nach mehreren Verständigungsproblemen endlich meine richtige Bestellung bekommen.

Über Twitter wurde ich dann von Junichi Masuda angeschrieben. Ich hatte vorher gefragt, ob ich ihn treffen könne, um ein Foto zu bekommen. Nach einigen Tweets und mehreren Sprints vom Restaurant zum Laden und zurück habe ich ihn endlich getroffen und mein Foto machen können! Herr Masuda ist einfach ein unglaublich netter Mensch und ich hoffe, dass ich ihn irgendwann noch einmal treffe und mich mit ihm über meine Rolle als zukünftiger Champ einer neuen Region unterhalten kann. Mein Aufbruch zum Pokémon Center nach dem Check-In war leider so spontan, dass ich meine Pokémon-X-Verpackung, die unterschrieben werden sollte, im Hotel zurückblieb. Ein schwerwiegender Fehler, weil ich, um es vorweg zu nehmen, Junichi Masuda nach diesem Dienstag nicht mehr persönlich treffen konnte.



Nach einem sehr unruhigen Schlaf (immer diese betrunkenen Jugendlichen, die unter meinem Hotelfenster rumgröhlen mussten) und einem Einkauf in einem Supermarkt stand ich um 10:25 Uhr, fünf Minuten vor Eröffnung des Ladens, direkt vor den Eingangstüren. Naja, so hatte ich mir das zumindest gewünscht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass unterhalb der Woche, auch wenn es der Eröffnungstag war, so viele Pokémon-Fans anwesend sein würden. Ein Panorama-Bild:



Die Menge an Menschen, die an diesem Tag in den Laden wollten, war UN-GLAUB-LICH. Es dürften schlussendlich sicherlich weit mehr als 1.000 gewesen sein. Das Problem: Es wurden immer nur wenige Menschen von den Sicherheitskräften in die heiligen Hallen hineingelassen. Und diese blieben natürlich direkt erstmal eine halbe Stunde im Laden. Wie ich mir die Zeit vertrieben habe? Glücklicherweise veröffentlichten meine Kollegen Felix und Robert einen Towercast zu Tomodachi Life. Diesen habe ich mir sechsmal (!) angehört. Rekord für einen Podcast bei mir. Kleiner Random-Fact: Gerade als das StreetPass-Feature angesprochen wurde, traf ich mit meinem japanischen Nintendo 3DS das erste Mal einen anderen Besitzer des Spiels. So ein Zufall.

Ansonsten habe ich den Gesprächen der restlichen Fans gelauscht, die zwar allesamt französisch gesprochen haben, aber Wörter wie Pikachu habe ich dann doch verstanden. Der Junge vor mir war anscheinend der Synchronsprecher der Raving Rabbids von Ubisoft. Zumindest klang er so, als er die Hasen nachgemacht hat. Außerdem rannten immer wieder Leute schreiend aus dem Laden heraus und zeigten den anderen ihre neuesten Errungenschaften. Das hatte allerdings keinen gestört, alle freuten sich für sie. Das ist der Pokémon-Spirit.



Etwas mehr als fünf Stunden waren nun also vergangen und ich konnte in den Laden schauen, während die Schlange hinter mir den kompletten Block umrundete, als ich zwei Dinge feststellte. Erstens: Pikachu stand im Laden und spielte mit seinen Fans. Zweitens: Es hatte angefangen, in Strömen zu regnen. Und ich meine wirklich in Strömen. Gefühlte 100 Liter die Minute pro Quadratmeter. Ich hatte zwar einen Regenschirm mit, aber auch der half nur mittelmäßig. Nun wollten die Fans im Laden erst recht nicht raus und das Warten wurde noch unerträglicher.

Endlich, nach einer weiteren quälenden Stunde, durfte ich das Pokémon Center betreten. Oh mein Gott, war der Laden voll. Die Kasse hatte eine Schlange, die ebenfalls jenseits von gut und böse war. Nachdem ich mir das Vivillon mit dem Pokéball-Muster viermal heruntergeladen hatte (zweimal deutsch, einmal englisch, einmal japanisch), ging es in den Keller. Dort wurden etliche Artworks der Hauptserie ausgestellt. Auch sehr viele exklusive Werke und Bilder von den Entwicklern, die nur für das Pokémon Center Paris erstellt wurden. Ich habe sämtliche Bilder abfotografiert.



Nachdem ich die Bilder fotografiert hatte, begann der Shopping-Trip. Einige hundert Euro warteten darauf, ausgegeben zu werden. Ich griff mir also von jedem Plüschi und jedem T-Shirt eine Version, sowie sieben Pikachus für Freunde aus aller Welt. Es war so gut wie unmöglich, sie zu tragen, auch der Rucksack half kaum. Da stand ich nun also freudestrahlend an der Kasse, an einigen Ausstellungsflächen mit Pokémon-Karten vorbei, als mir gesagt wurde, ich dürfe nur drei Plüschis kaufen. Nur drei?!? Unter mir tat sich ein schwarzer Abgrund auf, bildlich gesprochen. Also weg von der Kasse, Xerneas, Yveltal, Fynx, Dedenne und ihre Freunde weggebracht, sodass ich nur noch zwei T-Shirts sowie zwei Pikachu- und ein Froxy-Kuscheltier hatte.

Die durfte ich dann endlich kaufen und konnte mir noch das Postkartenset schnappen. Die Kaffeetassen waren angeblich ausverkauft. Ich war dementsprechend am Ende sehr traurig, nur 81 Euro ausgegeben zu haben und einige Freunde so enttäuschen zu müssen. Später erfuhr ich jedoch, dass einige Stunden später nur noch ein Plüschi gekauft werden durfte. Das ist schwach. Man hätte sich bewusst sein können, dass der Andrang gigantisch sein wird. Gerade für Personen wie mich, die eine weite Anfahrt hatten, war das doch recht ärgerlich.



Den Rest des Tages blieb ich dann im Hotel. Meine Füße mussten nun beweisen, wie sehr sie mich hassten. Glücklicherweise hatte ich eine Schmerztablette dabei. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so lange angestanden zu haben. Es war echt krass. Am nächsten Tag bin ich dann noch ins Louvre Museum gelaufen, um mir den Nintendo 3DS Louvre Guide zu kaufen und mit einem ausgeliehenen 3DS XL zur Mona Lisa zu rennen, um ein Foto mit ihr zu machen. 30 Minuten sind für dieses wunderbare Gebäude leider viel zu wenig. Damit war die Reise nach Paris aber leider auch schon wieder beendet. Ich habe von der Stadt selbst nur wenig gesehen, ich verbuche den Trip für mich persönlich auch eher als Dienstreise. Mein Highlight war auf jeden Fall das Treffen mit Junichi Masuda, mein neues Pokéball-Vivillon macht mich aber auch sehr glücklich.



Das Pokémon Center Paris ist noch bis zum 21.06.2014 geöffnet. Lohnt es sich für Pokémon-Fans aus Deutschland? Ich will ehrlich sein: Für den Durchschnitts-Fan sicherlich nicht, außer, ihr befindet euch noch in genau diesem Zeitraum in Frankreich. Man darf mittlerweile nur so wenig einkaufen, dass das Vivillon als Event-Download noch das Beste ist. Allerdings macht der umwerfende Erfolg Hoffnung, dass vielleicht noch weitere Läden in Europa eröffnen könnten und das dauerhaft. Das würde ich sehr begrüßen. Ich meine, ein echtes Pokémon Center, das ihr besuchen könnt. Das klingt nicht nur cool, das ist auch cool!

Autor & Fotograf: Niels Uphaus

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Kommentare 6

  • Roltendo

    Turmritter

    Wusste garnicht das in Paris ein Pokemon Center ist.

  • Thomas

    Meister des Turms

    Hoffentlich wird in München oder Augsburg mal eins kurz oder für immer eröffnet. Ich will auch so was. ;(

  • Benjamin Böttcher

    HYYYAAAA

    Roltendo: Das hat auch nur noch bis zum 21. Juni geöffnet. Ist nur für einen Zeitraum von drei Wochen offen ;)

  • otakon

    Ssssssssswitch

    Klingt nach nen interessanten trip.
    Hoffe es kommen mehr pokemon Center nach Europa! Am besten dauerhaft ^^

  • Mamagotchi

    Do a barrel roll!

    Soweit ich weiß wurde das doch bloß zu Promo-Zwecken geöffnet, weil Kalos doch auf Frankreich basiert.


    Ansonsten kann ich nur sagen: RESPEKT! 6 Stunden anstehen und dann noch so ein Fotomarathon. Thumbs up! Ich könnte zwar easy hinfahren, weil ich jährlich 3 Freikarten für eine Auslandsreise via Bahn habe, aber der Zeitaufwand nur um das Vivillon in Pokémon-Design und dieses Riesen-Igamaro zu bekommen, lohnt dann doch nicht. Das Vivillon hätten sie ruhig hier bei der PokéKids-Tour oder wie der Pokéday diesmal heißt, verteilen können.

  • Tomek2000

    Meister des Turms

    Ich wäre niemals für so was da hingefahren...