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Super Mario Odyssey – Wenn Freiheit auf Ideenreichtum trifft

Kommentar Spezial

Wer meine Spezial-Artikel hier auf ntower verfolgt, dem wird aufgefallen sein, dass ich ein großer The Legend of Zelda-Fan bin. Tatsächlich drehten sich bisher fast alle um das legendäre Epos mit dem Untertitel "Breath of the Wild". Viele Jahre haben wir darauf gewartet und was für eine aufregende Reise es doch bis zum endgültigen Release am 3. März 2017 war! Mindestens genauso viel wie für die The Legend of Zelda-Reihe, wenn nicht sogar etwas mehr, habe ich aber für unseren Klempner in rot übrig. Die Super Mario-Spiele begleiten mich bereits deutlich länger als Zipfelmützenträger Link. Ihr solltet euch also vorstellen können, dass meine Vorfreude auf das nächste Abenteuer der Super Mario-Hauptserie riesengroß ist. Doch warum genau begeistert mich Marios kommendes Nintendo Switch-Abenteuer so sehr? Gemeinsam mit euch begebe ich mich auf eine Odyssee durch meine inneren Gedanke zum Spiel und zu den letzten Mario-Spielen im Allgemeinen.

„Every journey starts a new romance."

Durch die Lüfte segeln und das heiße Terrain erkunden – Freiheit wird hier groß geschrieben.

Ich stieg in die 3D-Mario-Serie zu einer Zeit ein, in der es ziemlich abgeklärt war, wie ein gutes 3D-Mario zu sein hatte. Viele dieser typischen Wertvorstellungen, die einem "klassischen" 3D-Mario zugeschrieben werden, sind auch heute noch äußerst präsent – zumindest in den Köpfen der (alten) Fans. Ein 3D-Mario sollte groß sein. Es sollte viele Welten bieten, die man nach Herzenslust erkunden kann und in denen man Sterne und versteckte Sterne findet. Dem Spieler sollte kein Weg vorgegeben werden, sondern er sollte sich seine eigenen Mittel suchen, um zum Ziel zu gelangen. Dafür würde Mario auch einige Tricks und Fähigkeiten auf Lager haben müssen, um dem Spieler möglichst viele Freiheiten zu geben. So oder so ähnlich würde man wohl Super Mario 64 und etwa auch Super Mario Sunshine beschreiben wollen. Doch das Team in Tokyo, welches zuvor noch an Donkey Kong: Jungle Beat gearbeitet hatte, kam mit etwas Raffinierterem daher.

Nach jeder Menge Experimenten und Tests stand Super Mario Galaxy endlich auf zwei Beinen. Zum ersten Mal in der Serie kontrollierte man Mario über ganze Planeten und entdeckte verschiedene Galaxien. Das Abenteuer bestand allerdings nicht nur aus Rumgehüpfe auf kugelrunden Planeten, die irgendwo im Universum schweben, oh nein. Man hat das genommen, was in vorherigen Spielen funktioniert hat und es in neuer Form, in sehr intergalaktischer Manier könnte man sagen, eingebaut. Trotz Weltraum-Setting gibt es dutzende Welten, die hauptsächlich aus einem großen "Planeten" bestehen und euch für einige Zeit erkunden und entdecken lassen. Ich halte das Wörtchen "Planet" hier bewusst in Anführungszeichen, da es viel mehr mit dem Weltenaufbau aus Super Mario 64 oder Super Mario Sunshine zu vergleichen ist. Auch gibt es in diesen Leveln meist keine Gravitationsspielchen, stattdessen bleibt unser Klempner traditionell bodenständig.

Plaza della Palma gehört zu meinen Lieblingswelten aus Sunshine. Am meisten mag ich die verschiedenen Aufgaben in dieser Welt!

Und doch hatte es etwas sehr Erfrischendes und Neues. Mario mag ein, zwei Fähigkeiten vergessen haben, dafür ermöglicht ihm der Dreher in der Luft oder am Boden, den ihr durch Schütteln eurer Wii-Fernbedienung auslöst, ganz neue Bewegungen. Das Spiel versteift sich dabei auch nicht auf die 3D-Perspektive, sondern zeigt das Geschehen gerne auch einmal von der Seite und schränkt eure Bewegungen auf einen 2D-Raum ein. Dieser Schritt wurde besonders deshalb getan, um Neueinsteiger zu entlasten und doch sorgt es gleichzeitig für zusätzliche spielerische Tiefe, indem es euch in Situationen versetzt, die in 3D schwer umsetzbar oder schlichtweg sinnfrei wären, da man beispielsweise an Gegnern und Hindernissen vorbeilaufen könnte.

Was ich an Super Mario Galaxy aber am meisten schätze, damals wie auch heute, ist die sehr dichte Atmosphäre und der Abenteuersinn. Es fühlt sich für mich jedes Mal wieder magisch an, mit Mario durch die facettenreichen Galaxien des Spiels zu hüpfen. Man hat einfach nicht nur einen neuen Mario-Teil entwickelt, sondern zahlreiche innovative Elemente in das Mario-Universum eingeführt, die Super Mario Galaxy einen eigenen Stempel verpassen. Seien es die verrückten neuen Power-Ups, die einladende Sternwarte, die dutzenden Charaktere wie Rosalina und die Lumas oder die unterschiedlichen Bossgegner, welche die Spielmechaniken gut ausnutzen. Seitdem ich Super Mario Galaxy gespielt hatte, wusste ich, dass ich diese Frische, diese Einzigartigkeit in Gameplay, Design und Setting in jedem kommenden Mario-Ableger haben wollte. Super Mario Galaxy 2 ist in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich zu bewerten wie Marios erster Galaxien-Trip, deshalb zähle ich beide Spiele für's Erste zusammen.

„Take a turn, off the path"

Im November 2011 schließlich erschien das nächste 3D-Mario-Spiel: Super Mario 3D Land. Damit erhielten wir auf dem Nintendo 3DS den ersten eigens für einen Handheld entwickelten 3D-Mario-Teil, der kein Remake eines früheren Spiels darstellt. Und man kann es nicht anders sagen, die Mario-Fans waren seitdem ziemlich gespalten. Während ich selber Super Mario 3D Land zu meinen liebsten Nintendo 3DS-Spielen zähle, verstehe ich sehr gut die Kritik am Spiel. Nintendo selbst hatte sich hier ein Bein gestellt, da man es scheinbar liebt innerhalb einer Serie einige Sprünge in Sachen Weltaufbau und Gameplay zu machen. Super Mario 3D Land ist für viele kein 3D-Mario und das obwohl es "3D" sogar im Namen hat! Scherz beiseite. Es ist offensichtlich, wovon die Kritiker sprechen und Nintendo beziehungsweise Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto selbst kann dies verstehen.

Schon damals war Super Mario Galaxy eine echte Augenweide unter den Wii-Spielen. Der Beginn der Geschichte ist besonders erinnerungswürdig.

Aus heutiger Perspektive haben wir innerhalb der Reihe an 3D-Mario-Spielen drei wichtige Unterscheidungen zu treffen. Zuerst wären da die "traditionellen" 3D-Marios, welche Nintendo als "Sandbox-Spiele" bezeichnet. Anschließend folgen die beiden Super Mario Galaxy-Teile, die Shigeru Miyamoto in etwa eher dem "Abenteuer"-Genre zuordnen würde. Unrecht hat der Mann nicht, da die Spiele schließlich immer mehr an Freiheit verloren haben, wenn auch neue "befreiende" Elemente hinzukamen, und an Linearität gewannen. Super Mario Galaxy 2 etwa kann fast schon flächendeckend, wenn man das "Galaxy"-Setting als Ganzes einmal ausblendet, vom Levelaufbau am ehesten mit den beiden Nachfolgerspielen verglichen werden. Eine Tendenz Richtung Linearität war also schon 2010 deutlich.

Dies führt uns auch schon zu unserer dritten Differenzierung. Super Mario 3D Land sowie Super Mario 3D World werden von Fans gerne als "2,5D"-Spiele bezeichnet. Die Logik dahinter wird verständlich, wenn man sich klar macht, dass beide Spiele zwar auf eine dreidimensionale Umgebung setzen, aber zum Großteil Elemente und Gameplay-Stile aus den 2D-Mario-Spielen verwenden. Resultat ist ein schlauchartiger Levelaufbau, der praktisch nie auf größere Erkundstouren einlädt und stattdessen darauf bedacht ist, die Zielflagge am Ende des Levels zu erreichen. Wenn man so will, dann waren diese Spiele jeweils für Nintendo 3DS und Wii U eine Weiterentwicklung der 2D-Passagen aus Super Mario Galaxy (2).

Boss-Gegner wie diese gehören zur Tagesordnung während des intergalaktischen Abenteuers. Marios alter Kumpel Yoshi kann hier aushelfen!

Mit dieser grundlegenden Unterscheidung im Hinterkopf kann ich die Existenz von den beiden "3D"-Teilen für Nintendo 3DS und Wii U nicht nur akzeptieren, sondern durchaus auch tolerieren. Wie ich bereits sagte, macht mir Super Mario 3D Land einfach Spaß. Das schnelle, nicht auf Erkundung ausgelegte Gameplay passt wie die Faust aufs Auge auf den Handheld und hat mir persönlich besser gefallen als jeder New Super Mario Bros.-Ableger der letzten Jahre. Von mir aus hätte man die 2D-Spiele beginnend mit Super Mario 3D Land ersetzen können, sodass wir zwei parallel nebeneinander laufende 3D-Mario-Serien hätten. Doch Nintendo würde die klassischen 2D-Marios natürlich vorerst nicht aufgeben. Die Vergangenheit und Zukunft der 2D-Mario-Spiele ist allerdings ein Thema für ein anderes Mal.

Worauf ich nun konkret hinaus möchte ist, dass Super Mario 3D Land, ähnlich wie Super Mario Galaxy aber bei Weitem nicht im selben Maße, etwas Neues probiert hat und damit bei mir persönlich durchaus punkten konnte. Man würde mich wohl zum Arzt schicken, würde ich verraten, wie sehr ich Marios Nintendo 3DS-Abenteuer verschlungen habe. Und zumindest beim ersten Durchspielen war die Nintendo-Magie sehr präsent, konnte sich aber leider relativ schnell abnutzen. Zum wahren Debakel kommen wir aber erst mit dem nächsten Titel: Super Mario 3D World.

„Find a new addition to the cast"

Wenn ich an den ersten Auftritt von Super Mario 3D World während der E3 2013 zurückdenke, dann spüre ich wieder dieselbe große Ernüchterung wie damals. Wahrscheinlich hatte kaum einer zu der Zeit damit gerechnet, dass wir auf der Wii U, welche einen großen, starken Super Mario-Titel ohne Frage gut vertragen hätte, einen Nachfolger zum Nintendo 3DS-Spiel erhalten würden. Zugegeben: Ich hatte meinen Spaß mit dem Spiel als es ein Jahr nach dem Wii U-Launch erschienen ist, aber Spaß alleine reicht nicht. Würde Mario keinen Spaß machen, würde ich das dahinterstehende interne Studio ernsthaft anzweifeln. Nein, am Spaß lag es nicht. Viel mehr am verschenkten Potenzial. Vergleicht man Super Mario 3D Land mit Super Mario 3D World, so wirkt Ersteres gar wie ein Prototyp oder eine Beta-Version von Letzteren. In dieser Hinsicht hat das Team rund um den frischen Director also saubere Arbeit geleistet, das Kern-Konzept deutlich zu erweitern und mit dutzenden cleveren Ideen zu füllen. Aber es reichte nicht. Von einem 3D-Mario-Spiel auf Heimkonsolen erwarte ich einfach mehr. Man mag voreingenommen sein, doch wenn man jahrelang nur Sandbox- oder Abenteuer-Spiele für Heimkonsolen gewohnt ist und schließlich ein etwas aufgemotztes 2,5D-Mario erhält, wo man doch weiß, dass so viel mehr drin gewesen wäre – ich frage: Wie soll man da nicht etwas ernüchtert sein?

Level in Super Mario 3D World sind besonders eines: linear. Oft bleibt euch keine andere Wahl, als den vorgegebenen Weg einzuschlagen.

Zu meinen etwas persönlicheren Kritikpunkten an Super Mario 3D World zählt vor allem der Levelaufbau. Spiele ich die kunterbunten und ungelogen schön aussehenden Welten von Super Mario 3D World, so mögen sie zwar attraktiv wirken, aber im Endeffekt kaum etwas bieten. Damit meine ich, dass man lange Strecken hat. Dass Level unfassbar in die Breite gehen oder dass man insgesamt viel Leere vorfindet. Geschuldet ist dies natürlich dem Mehrspieler-Modus des Spiels. Die Areale mussten angepasst werden, um Platz für bis zu 4 Spieler zu bieten. Spielt man alleine, werden die Größen aber nicht zurückkorrigiert und man hat praktisch vier Mal so viel Platz als eigentlich nötig – etwas überzogen formuliert. Auch ist es mir etwas sauer aufgestoßen, dass man Ideen so schnell wieder über den Haufen wirft und einem Spielkonzept zu wenig Zeit und Raum bietet, um es genügend erforschen zu können. Dabei spreche ich nicht unbedingt aus der Spieler-Perspektive. Die Entwickler hätten durchaus die ein oder andere Gameplay-Mechanik mehrmals aufgreifen, gerne auch mit anderen kombinieren und so noch spannender gestalten können.

Nach dem teils enttäuschenden Super Mario 3D World waren die Erwartungen nicht besonders groß für das nächste 3D-Mario. Alles sollte sich aber ändern, als Shigeru Miyamoto davon sprach, die früheren Mario-Stile wieder erforschen zu wollen. Und tatsächlich zeichnete sich bis dahin ein Muster ab. Zwei Sandbox-Spiele, zwei Abenteuer-Spiele und zwei 2,5D-Spiele. Was sollte also als nächstes folgen? Seit der Nintendo Switch-Präsentation im Januar wissen wir endlich, wohin man uns als nächstes bringt.

„Let's do the odyssey!"

Am 27. Oktober 2017 wird Super Mario Odyssey für die Nintendo Switch erscheinen und, oh ja, ihr könnt euch sicher sein, dass ich den Tag bereits rot im Kalender vermerkt habe. Nach fast vier Jahren springt Mario wieder in der dritten Dimension und kehrt dabei zu seinen Sandbox-Wurzeln zurück. Richtig gehört. Das vierte Paket der 3D-Mario-Spiele ist gleichzusetzen mit dem allerersten. Nach dem Vorbild von Super Mario 64 und Super Mario Sunshine warten in Super Mario Odyssey wieder zahlreiche offene Areale darauf, von uns erkundet zu werden. Dieses Mal dürfen sich Spieler wohl auf die bislang größten und umfangreichsten Super Mario-Welten gefasst machen, die sie je bereist haben. Ob im Großstadt-Dschungel von New Donk City oder in der Bullen-Hitze im Tiefkühlfach-gleichen Sandland, überall gibt es jede Menge zu tun und zu sehen.

Retro-Sektionen sorgen in Super Mario Odyssey für Abwechslung und lassen euch zudem mit nostalgischen Gefühlen zurück.

Bevor wir zu irgendwelchen Feinheiten gelangen, muss erst einmal hervorgehoben werden, wie sehr ich Nintendo dafür abknutschen könnte, dass sie wieder einmal – das wird langsam zur Gewohnheit! – auf die Wünsche der Fans gehört haben. Denn wer kann nicht von sich behaupten, wieder ein offenes, unlineares Mario-Abenteuer haben zu wollen? Die Sehnsucht nach Offenheit und Freiheit begann mit Super Mario Galaxy und fand ihren bislang höchsten Punkt in Super Mario 3D World, nur um durch zwei Feuerwerke von einem Trailer endlich gestillt zu werden. Die allgemeine Präsentation des Spiels und wie Nintendo uns des Klempners Odyssee verkauft, führt mich zum nächsten Punkt.

Ich persönlich erkenne eine so präsente Botschaft von Nintendo, wenn ich mir allerlei Bild- und Videomaterial zu Super Mario Odyssey ansehe. Ja zu Erkundung und Erforschung. Ja zu großen Welten und vielen verschiedenen Ideen. Ja zu den Wünschen der Fans. Und schließlich, aber nicht unwichtig: Ja zur Evolution der Mario-Reihe. Denn, ich mag es nicht anders sagen, seit Super Mario Galaxy 2 ist man in puncto Spielaufbau etwas auf der Stelle getreten. Und wie kann man eine Reihe besser fortführen, als die besten Elemente aller vorheriger Hauptableger zu kombinieren und mit vielen verschiedenen neuen Ideen zu verschmelzen? "Gar nicht" lautet die Antwort und das wusste das brillante Team hinter den 3D-Marios ebenso.

"Jungs! Ich hab' ihn dort drüben gesehen! Diesen Mario werden wir nicht entwischen lassen!"

Also: Wir haben riesige Welten, in ihnen etwa 30 bis 50 Monde, der Ersatz der Power-Sterne oder der Insignien – Zielflaggen ala Super Mario 3D Land / World verdienen es nicht hier aufgezählt zu werden. Und dabei gibt es einen entscheidenen Unterschied! Beim Einsammeln eines Mondes wird man nicht mehr aus der Welt geschickt. Das wäre doch Quatsch auf einem großen, kontinuierlichen Abenteuer, oder etwa nicht? Zudem ist das Ergattern von Monden jedes Mal so stilisiert, dass es wie ein Eintrag in einem Reise-Journal wirkt. Gepaart mit den Broschüren der verschiedenen Länder, welche uns als Karte oder Menü fungieren, erweckt das authentische Abenteuer-Gefühle – und ist zudem eine nette Referenz an die Broschüren aus Super Mario Sunshine.

Clever wie Nintendo nunmal ist, haben sie sich allerdings einen entscheidenen Twist ausgedacht, was das offene Erkunden der Level angeht. Klar, ihr könnt nach Herzenslust durch die Länder schlendern. Euch wird niemand aufhalten (außer es ist Quest-bedingt und ihr benötigt ein entsprechendes Item). Allerdings implementierte man ein System, bei welchem dem Spieler eine Reihe von Hauptaufgaben vorgegeben werden, die er entweder bewältigen kann oder erst einmal beiseite schiebt. Das ist ihm überlassen! Aber wenn er sich dazu entscheidet, die Mission zu erfüllen, welche durch eine passende Titelschrift und eine kleine Intro-Sequenz eingeleitet wird, dann kann er sich auf Veränderungen innerhalb des Levels gefasst machen. Es ist etwa gleichzusetzen mit der Entwicklung eines Areals aus Super Mario Sunshine, da dort jeder Ort auf Isla Delfino einen eigenen chronologischen Story-Verlauf durchzogen hat. Ähnlich wird es auch in Super Mario Odyssey ablaufen. Unklar ist allerdings noch, ob das Land verlassen werden muss, um Änderungen in Kraft treten zu lassen. Sicher ist aber, dass wir dadurch gleich mehrmals die verschiedenen Länder durchforsten und wohl noch viel mehr Monde finden können, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Ein trickreicher Mix aus den Freiheiten der Sandbox-Marios und der Linearität, welche Super Mario Galaxy geprägt hat.

Dank Cappy hat Mario einige neue Tricks auf Lager und zeigt den Schurken, wo die Kappe hängt.

Apropos Linearität. Wer meint, das Spiel würde vollständig offen sein, der irrt. Überall in den Welten verteilt sind kleine Parcours, die ohne Frage an die Levelstruktur aus Super Mario Galaxy (2) oder vielleicht sogar viel mehr Super Mario 3D Land und Super Mario 3D World erinnern. Springt ihr in New Donk City etwa in die Kanalisation, dann landet ihr in einem Unterbereich, der euch vor einige Geschicklichkeitsherausforderungen auf Gerüsten stellt. Die Kamera nimmt hier zudem eine Seitenperspektive ein, weshalb ihr zwar weiterhin eine schöne 3D-Umgebung bewundert, allerdings euch nur im zwei-dimensionalen Raum bewegt. Geschickter Einsatz der zugegeben teils sehr kreativen Level-Strukturen aus den Teilen für Nintendo 3DS und Wii U. Oh! Und die 2D-Passagen im Retro-Stil hatte ich noch gar nicht erwähnt. Hin und wieder kann Mario eine sehr kantig aussehende Röhre betreten, um in eine 2D-Landschaft gebracht zu werden – meistens an der Wand eines Gebäudes oder Gebildes. Dies hilft euch beispielsweise an höher gelegene Orte zu gelangen. Waren diese Sektionen nötig? Gewiss nicht. Sie tragen aber ihren Teil dazu bei, Super Mario Odyssey fürwahr als Kulmination der Super Mario-Serie zu bezeichnen, Retro-Flair inklusive.

Kommen wir vielleicht endlich zu einem meiner finalen Punkte, die ich über Super Mario Odyssey loswerden möchte. Kennt ihr Cappy? Nicht? Nun, stellt euch Marios typische Kappe vor. Jetzt denkt euch zwei große Augen hinzu. Fertig. Das ist Cappy! Eigentlich ist Cappy ein seltsames Geist-Wesen aus dem Hutland und hat Marios Mütze durch einen Stofffetzen nur nachgebildet, aber lassen wir diese Geschichte fürs Erste raus. Denn das wirklich Wichtige ist Cappys Fähigkeit, sich auf andere Geschöpfe, ja sogar auf Objekte zu setzen und Mario so Kontrolle über diese zu verleihen. Wer wollte nicht schon immer als Gumba spielen oder als Hammer-Bruder Bowsers Schergen etwas von ihrer eigenen Medizin verpassen? Aber in aller Ernsthaftigkeit: Dieses Konzept ist genial. Durch Cappys Beweglichkeit bekommt Mario nicht nur einige neue Angriffstechniken oder kann seine schwebende Mütze etwa als Sprungbrett missbrauchen, sondern Cappy gibt Mario so viele verschiedene Techniken, Power-Ups wenn man so möchte, wie wir es in noch keinem vorherigen Mario-Titel gesehen haben. Die Möglichkeiten, die sich damit eröffnen, sind purer Wahnsinn. Und deshalb liebe ich Nintendo. Vor dem letzten Trailer hätte wohl niemand mit einer solchen Fähigkeit gerechnet und nun ist es das normalste der Welt, dass Mario einen echten T-Rex steuert. Irgendjemand bei Nintendo verdient für diese Idee einen Präsentkorb.

Und, wie stellt ihr euch euer T-Rex-Dasein so vor? Muss sicher aufregend sein, alles niederzutrampeln.

Um so langsam einen Schlussstrich unter das Ganze zu ziehen und einen Bezug zu den zuvor genannten Spielen herzustellen, möchte ich sagen, dass Nintendo bis hierhin so ziemlich alles richtig gemacht hat. Jeder Laie kann erkennen, dass sich Super Mario Odyssey stark von den jüngsten Einträgen der Hauptserie unterscheidet beziehungsweise zu den Wurzeln zurückkehrt aber das, was in anderen Titel funktioniert hat, gleichzeitig nicht vernachlässigt. Gespickt mit zahlreichen neuen kreativen Einfällen gibt dies ein bislang rundes Gesamtpaket, auf das sich Nintendo Switch-Besitzer freuen können. Zum ersten Mal seit Super Mario Galaxy spüre ich wieder die unverkennbare Nintendo-Magie in Super Mario Odyssey. Es ist ein Gefühl, welches ich schon lange vermisst habe und über das ich nicht glücklicher sein könnte als gerade jetzt mit dem nächsten Mario-Meilenstein im Kommen. Nach The Legend of Zelda: Breath of the Wild möchte uns wohl auch der italienische Klempner beweisen, für welche Neuheiten er gewappnet ist. Für uns Spieler mag das Spiel wohl eine Reise sein, für die dahinterstehenden Entwickler, welche nun wahrscheinlich die letzten Jahre daran werkelten, ist es das Ende ihrer Irrfahrt. Sie haben endlich eine Struktur, eine Formel, dieses eine funktionierende System für Mario gefunden, welches wahrscheinlich auch kommende Spiele noch prägen wird. Wenn das nichts ist, worauf man sich freuen sollte, worauf dann?

Bis zum 27. Oktober heißt es nun abwarten und "Jump up, Super Star!" anhören. So heißt nämlich der Song, der von Pauline im neuesten Trailer zu Super Mario Odyssey gesungen wird. Allein ein Blick in die Lyrics des phänomenalen Musikstücks bestätigen bereits das Gefühl, dass wir es hier mit etwas ganz Großem zu tun haben. Ein Song, der Freiheit und Lebenslust thematisiert und euch aufruft, mutig zu sein, ist der ideale Kumpane für diese irrwitzige Weltreise. „We are all Super Stars!"

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Kommentare 8

  • Moe Skywalker Nintendo Anhänger seit NES - 30.06.2017 - 16:27

    Odyssey & Yooka dieses Jahr. Mein Gamerherz blüht 2017 endlich wieder auf. Das Spiel wird der Überflieger. Ich kenne einige Personen die das letzte Mal mit der Wii mit Nintendo in Berührung kamen und dank Odyssey sich wieder eine Nintendo Konsole zulegen möchten.
  • SAM Conkers bester Freund - 30.06.2017 - 17:06

    Wow was für ein Geniales Spezial! Die Vorfreude könnte nicht größer sein, wenns so weiter geht mit der Switch können wir uns auf tolle Nintendo Jahre einstellen! ;)
  • eatfrishkirby FreeGeno #hypebrigade - 30.06.2017 - 18:02

    Ich hoffe, dass Nintendo allen ihren Ip's einen kleinen Neustart gibt ;)
    Bei Metroid Prime 4 bin ich mir sicher, dass es passieren wird, wegen neuen, jungen Entwicklern. Aber auch Kirby könnte ein wenig mehr Charakter und Tiefgang vertragen. Nach Mario Odyssey wagt sich HAL vielleicht sogar an ein großes 3D-Abenteuer. BotW und Odyssey zeigen, wie man das System neuerfindet ohne dabei die Seele zu verlieren (Paper Mario kann sich ne Scheibe abschneiden). Mario Odyssey ist für mich einfach die Definition von wahrer Kreativität, die Entwickler durften sich ordentlich austoben und die Leute erkennen das an. Ich bin froh, dass komplexe und anspruchsvolle Spiele noch Anklang finden und sich Menschen nicht nur mit ''einfacher'' Unterhaltung zufrieden geben.

    Ich stimme dem Kommentar in so ziemlich allen Punkten zu :thumbup:
  • USER0815 Loading... - 30.06.2017 - 19:21

    ​Ohman ich freu mich so! Mario kann echt ne Frischzellentherapie vertragen nach dem für Solo Spieler eher ernüchternden Vorstellung von 3D World. Und wenn jetzt noch n dickes Mario Sportspiel kommt haben wir doch schon fast alles was wir brauchen! :D
  • otakon Ssssssssswitch - 30.06.2017 - 21:28

    Schöner Artikel - gut geschrieben und gibt einen guten Einblick in die Spiele-Reihe, auch wenn ich einigen Punkten nicht ganz Recht geben kann aber das ist halt auch eher subjektiv (find Galaxy und die 3D Teile deutlich besser als 64 und noch viel deutlich besser als Sunshine).

    Ich freu mich sehr auf das Spiel, es sieht alles absolut fantastisch und vielversprechend aus :*
    Mario und Zelda könnten meine Spiele des Jahres werden (oder drüber hinaus).
  • E4_ Action-Platformer - 30.06.2017 - 23:46

    Bin mir nicht sicher, ob ich auch bei (3D) Metroid und Pokémon auf so eine Revolution hoffen soll, oder ob die eh schon perfekt waren und sie es lieber konservativ angehen sollten. :shigeru:
  • Duffman Turmheld - 01.07.2017 - 10:29

    Was mich bei der ersten Ankündigung im Switch-Trailer am meisten gefallen hat war die längst überfällige Rückkehr zu schnellerem Gameplay! Dazu noch der Hechtsprung, der mir in Galaxy 1&2 doch immer gefehlt hat irgendwie und mit zum schnelleren Spielablauf beitrug. So sehr ich die Galaxy-Spiele geliebt habe, als sie raus kamen, kehre ich doch eher zu Mario 64 und Sunshine zurück, da das ganze Rumgehüpfe einfach immer noch unendlich Spaß macht. Und genau diese Hoffnung gaben mir die bisherigen Trailer zu Odyssey :)
  • Buddy Turmfürst - 03.07.2017 - 15:50



    Da Nintendo selbst Odyssey als Sandbox Mario betitelt und es in die Riege "Core 3D Mario Games" (in der auch SM64 und SMS sind) packt bi ich bester Dinge dass uns ein wahres Brett erwartet. Nicht gegen die Super Mario Galaxys, die waren selbstverständlich genial. Auch mit 3D Land und World hatte ich viel Spaß, aber irgendwann sehnt man sich halt nach weniger Linearität und mehr Freiheit ^^