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Ein Nachmittag mit Nintendo-Spielen

Spezial

Im Mai bekam ich von meinem Bruder, welcher Mitglied im Verein Magdeburg eSports e.V. ist, die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte, in Magdeburg an einem Nintendo-Nachmittag teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt stand aber noch nicht alles fest und ich sagte erst einmal zu. In Absprache mit der ntower-Leitung berichte ich in den folgenden Zeilen über den Verein und meine Erlebnisse am 18. Juni 2017 in Magdeburg.

Der Verein Magdeburg eSports e.V.

Im letzten Jahr gegründet, erfreut sich der Verein Magdeburg eSports e.V. am zunehmenden Zulauf aus der Region. Als erster eSports-Verein im Bundesland Sachen-Anhalt werden zurzeit beliebte PC-Spiele wie Rocket League, Conuter Strike: Global Offensive und DOTA 2 gespielt.

Das Vereinslogo.

Im Gespräch mit dem Vereinsvorsitzenden Martin Müller erfuhr ich, dass man 2016 die Dreamhack Leipzig als eSports-Fans besuchte. Die Dreamhack ist bekannt für seinen Ruf als Messe für PC-Gaming und eSports mit einer großen LAN-Party. Nach einiger Überlegung und dem Kontakt zu mehreren Enthusiasten wurde dann bald eine Facebook-Seite sowie Gruppe aufgebaut. Daraufhin wurde im Mai der Verein Madeburg eSports e.V. gegründet

Aber wie kam man, als eigentlich PC-orientierter eSports-Verein, auf die Idee eines Nintendo-Nachmittags? Die Antwort darauf war relativ simpel. So erzählte man mir, dass es eine Anfrage gab, ob sie nicht ein Pokémon-Turnier veranstalten könnten. Da bereits ein Retro-Abend mit Nintendo 64-Konsolen durchgeführt wurde, baute man die gerade genannte Idee zu einem Nintendo-Nachmittag aus.

Natürlich nutzte ich auch die Gelegenheit, um zu fragen, wie es bei dem Verein mit Nintendo-Spielen als eSports-Titel aussähe. Der Verein schließe keine Plattform aus. Beispielsweise Rocket League, welches dieses Jahr für die Nintendo Switch erscheint, unterstützt Cross-Play und somit könnte man sich, wenn man Lust und Interesse hat, auch mit genannter Nintendo-Konsole dem Verein anschließen. Wenn es Interessenten gibt, die in einem Spiel gerne eSports-fähig werden wollen, können sie gerne den Verein kontaktieren und fragen, ob man ein Team aufstellen könnte. Dabei sollte man jedoch aus der Region stammen, da man gemeinsam in einem Raum trainiert. Aus Sicht des Vereins habe der eSport, vor allem im lokalen Bereich, noch Entwicklungspotential. Die Struktur im Allgemeinen fehle in Deutschland und auch, wenn eSport schon im Koalitionsvertrag der neuen Regierungskoalition in Schleswig-Holstein verankert wurde, so ist die Anerkennung in der Gesellschaft und Politik noch ausbaufähig.

Der Nachmittag an sich

Meinen Bruder begleitend, ging ich zur Bar Moonlight in der Nähe der Otto von Guericke-Universität Magdeburg. Dort angelangt sah und half ich beim regen Aufbau der Geräte: Zwei N64-, zwei Nintendo GameCube-, zwei Wii- und zwei Nintendo Switch-Konsolen sowie ein Super Nintendo Entertainment System mit Super Street Fighter II waren nebst Monitoren, Flachbildfernsehern und Röhrenfernsehern vorhanden – alles hauptsächlich aus dem Privatbesitz von Vereinsmitgliedern und dessen Bekannten. Natürlich gab es auch mehrere Spiele wie Super Smash Bros. Melee, Donkey Kong 64, Mario Kart 64, Super Mario Sunshine, Wii Sports Resorts, Mario Kart 8 Deluxe sowie ARMS. Man hatte also reichlich Auswahl.

Ich selbst, der, wie vielleicht manch Leser weiß, kaum mit Nintendo-Heimkonsolen in Berührung kam, konnte so einiges nachholen und ausprobieren. Zusammen mit einem weiteren Anwesenden erlebte ich die Bewegungssteuerung der Wii Motion Plus in Wii Sports Resort. Disziplinen waren zum Beispiel Schwertkampf, Golf, Frisbee oder auch Bogenschießen. Dabei hatte ich viel Spaß, denn es gab oftmals Diskussionen und Ansporn über die Schlagrichtung beim Golf oder die Wurfrichtung beim Firsbee-Wurf. Beim Battle-Modus in den beiden Spielen Mario Kart 64 und Donkey Kong 64 unterlag ich, denn ich war es nicht gewohnt, mit einem N64-Controller zu spielen. Alleine wagte ich mich an den Anfang von Super Mario Sunshine, welcher leider für einen schnellen Einstieg durch eine Menge an Zwischensequenzen ungeeignet war. Dennoch erkannte ich schnell, warum manche Spieler den Titel hoch loben.

Da kommen doch Erinnerungen auf: Röhrenfernsehgeräte mit N64 und GameCube. (Foto: Fränk Ändré)

Der Nachmittag ging weiter mit Super Smash Bros. Melee auf dem Nintendo GameCube. Ich, der leider keine große Super Smash Bros.-Erfahrung auf der Wii U sammeln konnte, nahm sofort und in jeder Runde den coolsten Fuchs der Galaxie. Meine zwei Mitspieler, oder sollte ich besser Rivalen schreiben, nahmen unterschiedliche Charaktere wie Samus Aran, Kirby, Bowser oder Link. Geschlagen habe ich mich vielleicht nicht ganz so gut (wir hatten auch noch einen vom Computer gesteuerten vierten Spieler), aber in manchen Runden, während sich meine Rivalen gegenseitig belagerten, konnte ich durch die andauernde Eliminierung des vierten Spielers, den Ice Climbers, und den ab und an aus den Ring-schlagenden Rivalen irgendwann zusammen mit der Erinnerung der Angriffsmuster von Fox McCloud den ersten Platz erringen, sodass bald alle, bis auf Spieler vier, versuchten, mich dauernd als erstes fertig zu machen.

Durch das Vorhandensein von Nintendo Switch-Konsolen und zweier Softwarekarten von ARMS machten ich und meine zwei Mitkämpfer sowie einer der Nintendo Switch-Besitzer uns auf, um in ARMS in einer Art freien Turnier die Fäuste fliegen zu lassen. Während des Aufbaus erklärte ich meinen Mitkämpfern (einer von ihnen war mein Bruder), wie das Spiel grob funktioniert, habe ich es immerhin während des Nintendo Switch-Events in Berlin im Januar kurz anspielen können. So ging es los und ich kam in den Genuss der erweiterten Kämpferauswahl. Spaß hatten wir allemal, denn jeder trat gegen jeden mindestens einmal an und so konnten wir uns, mit den Joy-Con in der Hand, abermals den Abenteuern der Bewegungssteuerung hingeben. Min Min, Master Mummy, Byte & Barq, Helix, Spring Man und Ninjara waren die Charaktere, die ich gewählt habe und an die ich mich noch erinnern kann. Auch wenn ich etwas Erfahrung hatte, erlebte ich spaßige Kämpfe und einige Niederlagen, aufgrund der neuen und nicht vertrauten Kämpfer.

An dem Nachmittag nahmen zirka fünfzehn Personen teil. Drei von ihnen haben sich im oben erwähnten Pokémon Sonne und Mond-Turnier um eine Quajutsu-amiibo-Figur duelliert. Das Turnier war im Round Robin-Format, was bedeutet, dass jeder einmal gegen jeden spielen musste, aufgebaut. Auch ein kurzer Abstecher in Super Street Fighter II war nach nur drei Runden Button-Smashing zwischen mir und meinen Bruder schnell zu Ende – zu meinen Gunsten natürlich. Nach fünf Stunden Spielspaß mit allerhand Spielen und Mitspielern endete der Nachmittag. Spaß hatte jeder und ich hatte auch Gelegenheit, mich an einigen Spielen zu versuchen, die ich noch nicht erlebt habe oder wo ich es einfach genoss, mit anderen Leuten zusammenzuspielen.

Abschließend kann ich sagen, dass dieser Nachmittag wieder zeigte, wie viel Spaß Nintendo-Titel beim gemeinsamen Spielen mit Bekannten oder neuen Gesichter doch machen können. Durch die Möglichkeit des Spielens alter Titel an Originalkonsolen erlebte ich so eine kleine Zeitreise. Und das Wissen, dass es in der Landeshauptstadt Sachen-Anhalts auch einen Verein mit eSports-Thematik gibt, könnte vielleicht den einen oder anderen guten Spieler dazu bewegen, in manchem Nintendo-Spiel, welches es vielleicht bald im eSports geben wird, lokal gegen Konkurrenten anzutreten. Oder sei es einfach nur, um neue Leute sowie Gleichgesinnte aus der Region kennen zu lernen, um ein geliebtes Spiel vermehrt zu spielen und dessen Freuden zu teilen .

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