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Interview mit Ronan Thomas Huggard von InkyPen

Interview

Im Rahmen der gamescom 2018 bot sich uns die Möglichkeit, mit Ronan Thomas Ruggard, dem CEO des jungen Unternehmens InkyPen, über dessen kommende Applikation für die Nintendo Switch zu sprechen, die ebenfalls auf den Namen “InkyPen“ hört. Dabei erfuhren wir einiges über die App selbst, deren Hintergründe und die Zusammenarbeit von InkyPen mit Nintendo. Das Gespräch könnt ihr euch hier durchlesen:

Können Sie uns etwas über InkyPen erzählen?

Wir bieten eine große Bandbreite an Inhalten wie klassische, französische und einige eher für das erwachsene Publikum ausgerichtete Comics an. Zudem gibt es einsteigerfreundlichere Comics wie klassische, westliche Superhelden. Wir haben kein Marvel oder DC, dafür aber andere IPs von verschiedenen Publishern. Wenn Leute die IP kennen und die Welt mögen, dann können sie sich auch über weitere Inhalte freuen. Es ist toll, wenn man Sachen findet, die man mag, und es mehr davon gibt.

Können Sie uns einige der größeren Publisher nennen, welche in InkyPen vertreten sind?

Wir haben noch nicht alles angekündigt, aber ein Publisher, über den öfter geredet wird, ist IDW. Zudem haben wir auch Valiant Comics. Sie bringen einige der eher reizvolleren Titel, die DC oder Marvel ähneln. So gibt es dort auch ein gemeinsames Universum, in dem vieles verbunden ist. Andrews McNeel, welcher die ganzen syndizierten Titel abdeckt, die man sich vorstellen kann, wie Sarah’s Scribbles und Garfield. Wir haben Zugang zu allem, was in der Zeitung erschien. Wir nehmen aber nicht alles in Inky Pen auf, wir haben auch eine Qualitätskontrolle. Es geht nicht nur um Zahlen, also müssen wir auch einige Personen abweisen.

Und was ist mit Manga?

Wir haben auch einige Manga. Wir befinden uns aber noch in Verhandlungen also kann ich nicht zu viel sagen. In der Zukunft werden aber noch Manga dazukommen und wir hoffen, dass viele der beliebten Reihen dabei sind.

InkyPen kostet im Monat 7,99 €. Werden auch weitere Abo-Arten beispielsweise in einem Paket möglich sein, die in der Summe weniger kosten?

Zurzeit wollen wir es einfach halten. Wir fokussieren uns darauf, eine wirklich gute Erfahrung anzubieten. Wenn man die Comics auf der Nintendo Switch liest, vergisst man nach ein paar Minuten, dass man Controller in den Händen hält. Man zahlt einfach einen fixen Betrag und wir geben einem alles, was wir können. Ich bin mir aber sicher, dass wir in Zukunft noch weitere Dinge integrieren werden.

Wie kommt die Batterieleistung der Nintendo Switch damit zurecht? Die Konsole war noch nie als eReader genutzt worden, und solche Devices sind typischerweise sehr energiesparend.

Es ist die Batterieleistung, die man auch auf der Nintendo Switch erwartet. Wir probieren einige Wege aus, die Batterieleistung noch mehr auszuweiten. Natürlich will man die Nintendo Switch so lange wie möglich nutzen können.

Kann man die Comics auch auf dem Fernseher lesen?

Ja, das ist sogar sehr interessant. Ich muss zugeben, dass ich zunächst Angst hatte, es auf dem Fernseher anzuschauen. Aber wie sich herausgestellt hat, entspricht die Größe des Textes auf dem Fernseher der Größe von Untertiteln. Also ist es wirklich lesbar. Es ist extrem angenehm. Aber natürlich hängt das von der Größe des Fernsehers ab. Bei mir zu Hause und im Büro ist es erstaunlich angenehm zu nutzen. Ich erwische regelmäßig Kollegen oben im Meetingraum dabei, wie sie auf dem Fernseher lesen.

Ist dies Ihre erste Zusammenarbeit mit Nintendo?

Was mich persönlich angeht, ja. Was die Firma angeht, so haben wir eine Schwester-Firma namens Rain Games, ein Indie-Entwicklerstudio. Dieses arbeitet bereits seit vielen Jahren mit Nintendo zusammen. Deshalb haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu Nintendo. Dazu kommt, dass all unsere Entwickler auch schon an Nintendo-Projekten mitgewirkt haben. Was also die Zusammenarbeit mit Nintendo betrifft, bin ich hier der Neue. Aber ich bin wirklich überrascht, wie zuvorkommend Nintendo uns gegenüber war. Wir sind gewissermaßen ein kleines Start-Up-Unternehmen, tauchen mit dieser verrückten Idee bei Nintendo auf und sie sagen: “Ja, das sieht gut aus“. Sie sind viel zugänglicher als man vielleicht zunächst annehmen könnte.

Also hat Nintendo Ihrem Projekt nach Ihrer Kontaktierung zugestimmt?

Ja, ich meine, das kostet natürlich einiges an Zeit, aber sie waren einer Zusammenarbeit von Anfang an sehr positiv gegenüber eingestellt.

Wird InkyPen auch künftig Nintendo Switch-exklusiv bleiben?

Nein, wir streben auch andere Plattformen an. Und das Abonnement soll übertragbar sein. Die Idee ist eine sich synchronisierende Erfahrung über mehrere Endgeräte hinweg anzubieten. Uns geht es zunächst darum, eine wirklich gute Erfahrung mit den richtigen Inhalten auf einem einzelnen Gerät zu bieten. Anschließend werden wir damit beginnen, an anderen Dingen zu arbeiten.

Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aktuell laufender Comic-/Manga-Reihen aus? Werden neue Ausgaben zeitgleich mit den Printversionen oder im Verzug erscheinen?

Zeitgleiche Veröffentlichungen sind Teil einer anderen Diskussion. Ich denke, dass Veröffentlichungen relativ zeitnah getätigt werden, jedoch nicht simultan zur Print-Veröffentlichung. Zudem ist das auch eine logistische Frage. Das sind alles Dinge, um die wir uns nach der Veröffentlichung von InkyPen kümmern können. Wir werden nämlich nicht aufhören. Wir werden weiterhin daran entwickeln und es wird Updates geben. In dieser Hinsicht unterscheidet es sich von einem Videospiel. Wir können es veröffentlichen und dann im Nachhinein noch derartige Änderungen vornehmen, wie man es bei einem Spiel nicht könnte. Und das ist irgendwie aufregend. Insbesondere für Spieleentwickler bedeutet dies nämlich normalerweise, dass sie mit undurchdachten Entscheidungen, manchmal sogar schlechten, leben müssen. Und das Problem haben wir nicht.

Wird InkyPen auch offline funktionieren?

Ja. Wenn man in die Comic-Sektion geht, wird automatisch das, was man liest, heruntergeladen. Also das Letzte, was man gelesen hat, wird am Anfang der Liste angezeigt. Das kann man intuitiv so verstehen, dass das, was auch immer sich in der Liste befindet, heruntergeladen wird. Es ist nicht so, als müsse man extra etwas auswählen, um es offline lesen zu können. Das passiert automatisch durchs Lesen. Und man kann auch Inhalte aus dieser Warteschlange zum Herunterladen löschen.

Was wir erreichen wollten ist, dass man niemals planen muss, wenn man etwas offline lesen möchte. Es soll mehr so sein, dass man Zugriff auf die gesamten Inhalte hat, wenn man zu Hause gelesen und anschließend mit der Nintendo Switch das Haus verlassen hat. So, dass man seine acht Stunden an Inhalten, oder was man auch immer benötigt, dabei hat. Natürlich kann man ohne Internetverbindung nicht nach neuen Inhalten suchen. Aber man kann zumindest das lesen, wofür man sich bislang interessiert hat.

Wird es ein kostenloses Testabonnement geben?

Zum Start werden wir das nicht anbieten. Dafür wären Übereinkünfte mit den Verlägen vonnöten. Und wie ich zuvor schon gesagt habe: Die Künstler müssen bezahlt werden. Ich denke, wir sollten definitiv zusehen, dass wir etwas anbieten, von dem auch sie profitieren können. Uns und unseren Aktionären liegt diese Industrie wirklich sehr am Herzen. Und wir sind alle auch begeisterte Gamer. Wir wollten ein wirklich gutes Produkt anbieten können, weshalb wir uns auch gegen private Investitionen oder derartiges entschieden haben. Deshalb haben wir die Möglichkeit, die richtigen Entscheidungen treffen zu können, was eine tolle Sache ist.

Ist bereits ein Zeitraum festgelegt, in dem die Mobile-Version erscheinen soll?

Nein. Wir haben uns bisher noch an keine künftige Plattform gebunden. Wir befinden uns jedoch im Gespräch mit einigen Personen, die auf uns zugekommen sind – darunter einige der bekanntesten Vertreter der Branche. Wir sehen uns selbst als gewissenhafte Dienstleister und so versuchen wir einen Weg zu finden, der sowohl am besten für die Kunden, als auch für die Künstler hinter den Comics funktioniert. Zudem kann ich zu hundert Prozent bestätigen, dass die Nintendo Switch nicht die einzige Plattform bleiben wird.

Sind die Comics lesbar, ohne heranzuzoomen, oder werden die Texte auf dem Bildschirm der Nintendo Switch zu klein dargestellt?

Das hängt von den jeweiligen Inhalten ab. Es gibt eine Menge unterschiedliche Inhalte in unterschiedlichen Formaten, und dort liegt die Herausforderung. Aber wie ich bereits sagte, der Optimalfall wäre der, dass man vergisst, einen Controller in der Hand zu halten und instinktiv heranzoomt, nachdem man für eine gewisse Zeit mit InkyPen gelesen hat – was natürlich auch von den individuellen Schriftgrößen abhängt. Französische Comics haben beispielsweise völlig andere Dimensionen als amerikanische Comics – alle haben ihre leicht eigenen Dimensionen, sind sich aber auch gewissermaßen ähnlich. Es gibt auch verschiedene Lese-Modi. Wenn man nur eine einzelne Seite darstellen lässt, könnte es perfekt lesbar sein, möchte man stattdessen allerdings die künstlerische Wirkung einer Doppelseite mitnehmen, so kann man den dargestellten Ausschnitt innerhalb dieser Doppelseite bewegen.

Also kann man auch Doppelseiten darstellen, was insbesondere bei doppelseitigen Panorama-Bildern innerhalb von Comics zum Tragen kommt?

Ja! Genau genommen ist das das Coolste, wenn man den Fernseher verwendet.

Wann können wir News zu weiteren Publishern erwarten?

Ich würde sagen in den kommenden Monaten. Vielleicht sogar früher. Es ist schwer zu sagen, da es nicht in unseren Händen liegt. Wir haben bereits einen der größten Publisher mit an Bord – die Dinge scheinen sich gut zu entwickeln.

Ich denke, wir haben bereits viele gute Comics im Sortiment. Und viele Zocker mögen Comics, haben aber keinen Zugriff auf sie. Es ist ein Nischenmarkt: Du musst in einen Shop gehen, um eine einzelne Ausgabe zu kaufen – und das Ganze ist auch noch ziemlich teuer. Indem wir uns darüber Gedanken machten, gründeten wir mehr oder weniger unser Unternehmen. Der CEO von Rain Games und ich sprachen darüber, wie unzugänglich die Comic-Industrie derzeit ist. Wir dachten darüber nach, ob es nicht super wäre, wenn … Und schließlich sagten wir uns „Wir können das schaffen!“.

Wird es regionale Unterschiede bezüglich des Angebots geben?

Generell ist es sehr ähnlich. Um genau zu sein, ist es derzeit absolut gleich. Und wir setzen alles daran, es so zu bewahren. Das ist allerdings ziemlich schwierig. Wir hatten bereits einige harte Verhandlungen, um sicherzugehen, dass das funktioniert. Was wir nicht wollen ist, dass eine Person in einer spezifischen Gegend andere Comics lesen kann, als jemand anderes am anderen Ende der Welt – das Problem, was zum Beispiel Netflix hat.

Wie sieht es mit anderen Sprachen und Übersetzungen aus?

Wir haben bereits die Rechte für Inhalte, die nicht auf Englisch sind. Auch, wenn wir InkyPen zunächst auf Englisch veröffentlichen werden, werden wir später auch andere Sprachen implementieren. Wie ich bereits erwähnte, haben wir zum Beispiel bereits die Rechte an Inhalten auf Deutsch, Japanisch und Französisch.

Das ist wichtig für uns, da wir den Service auch Personen anbieten möchten, die nur eine Sprache sprechen. Sobald wir einen vorzeigbaren Katalog in einer bestimmtem Sprache vorweisen können, werden wir diesen auch sobald wie möglich veröffentlichen.

Die Rechte an Übersetzungen sind von den normalen Rechten getrennt, deswegen stellt das für uns wesentlich mehr Arbeit dar. Daher entschieden wir uns, zunächst alles auf Englisch zu veröffentlichen. Auch in unserem Unternehmen arbeiten verschiedene Muttersprachler, daher sind die verschiedenen Sprachen und Übersetzungen etwas, woran wir definitiv arbeiten.

Vielen Dank für das Interview!

Relevante Spiele

  • Cover von InkyPen

    InkyPen

    System: Nintendo Switch

    Vertrieb:

    Genre:

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Kommentare 4

  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 04.09.2018 - 18:20

    An sich ja weiterhin eine spannende Sache. Aber ich merke schon beim Comic-Lesen auf meinem 8-Zoll-Tablet, dass es doch etwas klein ist (ich halte das Tablet daher im Querformat, das ist schon besser, aber das Switch-Display ist ja noch kleiner). Am Ende muss das Angebot stimmen und ich muss sagen können: Dafür lohnt es sich!

    Momentan habe ich wieder einmal ein Abonnement von Marvel Unlimited und lese mich durch das Ultimate-Universum. Ich hätte das gerne von DC oder dass Amazons Comixology auch hier in Deutschland eine Flatrate anbietet, denn auch die haben sehr interessante Comics, Graphic Novels und dergleichen, bei uns aber nur im Einzelkauf (wobei ich hier noch nicht probiert habe, ob ich mit meinem deutschen Account ein amerikanisches Abo abschließen kann...).

    IDW ist aber schon mal interessant für mich, denn die bringen ja die aktuellen Turtles- und Power-Rangers-Comics raus. Ich warte also weiterhin ab, wie das Angebot sein wird. Und dann auch wie bei Marvel sporadisch monatlich zahlen, geht ja hier dann auch sowieso erstmal nur. Das kommt mir persönlich sehr zugute und ich kann das meiner Zeit und meiner Leselust anpassen. Und wenn man mal ehrlich ist: Für 7,99 liest man zwei Comics und das Geld ist schon wieder drin.
  • Yukkuri Lord Yukkutastic - 04.09.2018 - 19:44

    Mal sehen ob auch das Angebot stimmt, ich hoffe das Comics wie I hate Fairyland und Crossed auch dabei sind (letzteres glaube ich eher weniger).
  • Zenitora Turmheld - 04.09.2018 - 20:48

    Mal abwarten wie das Angebot aussieht. Der Mehrwert ist, im Gegensatz "woanders", definitiv da. :) :coin:
  • Fuchskind Fuchsbaubewohner - 05.09.2018 - 19:18

    Wenn es in deutsch kommt, werde ich es mir sicher mal anschauen. Hört sich doch toll an!