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Nintendo Arcade Games – Teil 12: Mario Bros. & Donkey Kong 3

Spezial Historie

Nicht viele wissen, dass Nintendo neben SEGA, Taito und Namco einer der Pioniere und Vorreiter in der Entwicklung von Arcade-Automaten in Japan und später, neben Bally Midway, ein Weltmarktführer in diesem Bereich war. Doch bei der Frage nach den Namen dieser Automaten dürfte vielen nur ein Titel einfallen: Donkey Kong. Zugegeben war dies der größte Erfolg für Nintendo in diesem Segment – doch nicht der Einzige. Daher möchte ich mit euch in meiner mehrteiligen Reihe einen Blick zurück auf die Geschichte dieser überwiegend vergessenen Gerätschaften aus dem Hause Nintendo werfen.

Mario Bros.

Nach dem gelungenen Jahr 1982 mit den beiden Automaten Donkey Kong Jr. und Popeye, standen die Zeichen nicht schlecht, dass auch 1983 ein erfolgreiches Jahr werden würde. Den Anfang machte dafür der Automat Mario Bros., der im Frühjahr 1983 in Japan und den USA veröffentlicht wurde. Er entstand aus der Zusammenarbeit von Shigeru Miyamoto und Gunpei Yokoi. Letzterer wünschte sich ein Spiel, bei dem zwei Spieler gleichzeitig miteinander um den höchsten Highscore wetteifern können. Hierfür wurde das erfolgreiche Spielprinzip des Platformers aus Donkey Kong übernommen und der Held Mario gleich mit. Da man einen weiteren Charakter für den zweiten Spieler benötigte, erschuf Miyamoto Luigi. Die Mario Bros. waren geboren und ihre Aufgabe lautete: Die Kanalisation von Schädlingen zu befreien. Der Zimmermann Mario wurde zum Klempner.

Mario erhielt sein erstes eigenes Videospiel und Luigi seinen ersten Auftritt

Im Gegensatz zu Donkey Kong wählten Miyamoto und Yokoi bei Mario Bros. ein deutlich aggressiveres Spielziel. Hier ging es nämlich nicht darum Hindernissen auszuweichen beziehungsweise diese zu überwinden, sondern alle feindlichen Kreaturen zu besiegen. Dazu musste die Spielfigur von unten gegen die Plattformen springen, um die darauf befindlichen Gegner zu betäuben und sie im Anschluss mit einem beherzten Tritt ins Nirvana zu schicken und somit den Punktescore in die Höhe zu treiben. Hatte man alle Gegner besiegt, begann ein neues Level. Dies ging solange bis einen der Game Over-Bildschirm begrüßte.

Der Automat war ein weiterer großer Erfolg für Nintendo in den Arcadehallen. Sogar in den USA, wo 1983 der Videospielecrash seinen Anfang nahm, der durch eine Lawine an minderwertigen Spieleproduktionen ausgelöst wurde. Vor allem die Möglichkeit zu zweit simultan an einem Automaten zu spielen war sehr beliebt. Gemeinsam die Gegner vom Bildschirm zu fegen, um es zum nächsten Level zu schaffen, und dennoch darauf zu achten, dass man den höheren Score wie sein Partner hatte, verlieh dem Automaten einen gelungenen Mix aus kooperativen und kompetitiven Gameplay.

Donkey Kong 3

Nach Mario Bros. folgte im Laufe des Jahres mit Donkey Kong 3 ein weiterer und der vorerst letzte Auftritt des großen Affen in den Arcadehallen. Wie bei den Vorgängern stammte das Spielkonzept und -design größtenteils von Miyamoto. Allerdings handelte es sich bei Donkey Kong 3 nicht um einen Platformer wie man zunächst vermuten würde. Ebenso spielte Mario überraschenderweise keine Rolle mehr. Es handelt sich stattdessen um einen Nachfolger zu dem Game & Watch-Spiel Green House von 1982. Wie in Green House schlüpft man in die Rolle des Gärtners Stanley. Dieser muss in einem Gewächshaus fünf zarte Pflänzchen vor bösartigen Insekten und natürlich Donkey Kong schützen. Dazu schnappt er sich eine Sprühdose und geht in drei sich immer wiederholenden Levels auf die Jagd nach dem Ungeziefer.

Donkey Kong 3 bot bis auf den Affen nicht das, was der Titel versprach

Wie in einem Shoot 'em up à la Space Invaders, bewegt der Spieler seine Figur mit einem Joystick am unteren Bildschirmrand und feuert durch Betätigung eines Knopfes nach oben. Ziel ist es, Donkey Kong, der sich an zwei Lianen langsam nach unten hangelt, durch Befeuerung mit der Sprühdose an den oberen Bildschirmrand zurückzudrängen. Nebenbei sollte man aber auch ein Auge auf die Insekten haben, die versuchen die Blumen zu stehlen oder zu fressen, und diesen gegebenenfalls mit der Sprühdose zu Leibe rücken. Doch das Ungeziefer lässt sich das nicht ohne Gegenwehr gefallen und so wird man von einigen Kreaturen mit Speeren beworfen und auch Donkey Kong selbst greift in Form von Kokosnüssen gelegentlich zur Gegenwehr. Steckt man einen Treffer ein, werden alle Blumen gestohlen bzw. gefressen oder gelingt es Donkey Kong den Boden zu erreichen, verliert man ein Leben. Sind diese aufgebraucht, heißt es wie gewohnt Game Over. Und wie von einem Arcadespiel gewohnt gibt es einen Highscore. Das Spiel verfügt auch über einen 2-Spieler-Modus, der wie häufig zu dieser Zeit allerdings nur abwechselndes Spielen ermöglichte.

Donkey Kong 3 erschien in den USA zu einem Zeitpunkt, als dort der berüchtigte Videospielecrash in vollem Gang war. Dieser wirkte sich nicht nur auf die Heimkonsolen und -computer aus, sondern auch die Arcade-Geräte verloren an Zugkraft. Und so hatte Nintendo neben den anderen großen Arcade-Herstellern wie SEGA, Taito und Atari in den USA große Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Donkey Kong 3 konnte dieser Entwicklung nichts entgegenwirken. Auch in Japan war Donkey Kong 3 trotz seines großen Namens kein Erfolg beschieden. Das Spiel hatte sich einfach zu sehr von dem beliebten Kern der Vorgänger entfernt. Und wenn man schon die geringen Verkaufszahlen des eigentlichen Game & Watch-Vorgängers Green House betrachtet, war die Entscheidung, dem Spiel den Namen Donkey Kong aufzudrücken, wohl mehr ein marketingtechnischer Zug seitens Nintendo. Denn außer dem Sprite des großen Affens hatte das Spiel einfach keinerlei Gemeinsamkeit mit den Vorgängern und auch nicht deren Charme.

Das Nintendo-Pak

Werbung für das Nintendo-Pak

Der Einbruch der Verkaufszahlen an Arcade-Maschinen in den USA in Folge des Videospielecrashs ließ Nintendo erfinderisch werden. Man bot den Betreibern der Arcadehallen eine günstigere Alternative an: Das Nintendo-Pak. Dabei handelte es sich um Bausätze, mit denen man die älteren Geräte von Donkey Kong, Donkey Kong Jr. und Popeye, die ihren Zenit mittlerweile überschritten hatten, mit den beiden neuen Spielen Mario Bros. oder Donkey Kong 3 aufrüsten konnte. Neben eines der beiden Spiele-Platinen beinhaltete das Nintendo-Pak noch weitere elektronische Bauteile, Sticker für das Gehäuse und eine Anleitung, die für den Umbau nötig waren. Dieser konnte dann in etwa einer Stunde selbst durchgeführt werden. Auf diese Weise senkte Nintendo die Anschaffungskosten für die Spiele um zwei Drittel im Vergleich zur Anschaffung eines komplett neuen Automaten. Das milderte den Einbruch der Verkäufe in den USA zu dieser Zeit zumindest ein wenig. Und schon bald sollte diese Vertriebsform der Arcadespiele bei Nintendo zum Standard werden.

Fortsetzung folgt...

Relevante Spiele

  • Cover von Arcade Archives: Mario Bros.

    Arcade Archives: Mario Bros.

    System: Nintendo Switch

    Vertrieb: HAMSTER

    Genre: Platformer, 2D

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  • Cover von Arcade Archives: Donkey Kong 3

    Arcade Archives: Donkey Kong 3

    System: Nintendo Switch

    Vertrieb: HAMSTER

    Genre: Action, 2D

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