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Wie ich in die kompetitive Mario Kart-Szene eintauchte – ein Selbstversuch

Spezial

Schon seit vielen Jahren bin ich ein Anhänger des kompetitiven Computerspielens, kurz eSport. Dies soll nun zwar keine Abhandlung über den elektronischen Sport als solchen werden, allerdings fasziniert es mich seit jeher, dass Menschen selbst in dem einfachen Herumschieben von Pixeln einen Wettbewerbscharakter sahen und so damit begonnen haben, in teils erbitterten Gefechten herauszufinden, wer der Beste im Bewegen eines Joysticks ist. Dass dieses Messen mittlerweile nicht mehr nur mit Ruhm und Ehre, und auch nicht mehr nur mit Sach- und Geldpreisen belohnt wird, sondern sich auf dessen Grundlage eine mit einer rosigen Zukunft ausgestattete Industrie gebildet hat, halte ich ebenso für eine große Errungenschaft.

In der Rolle des Zuschauers lasse ich mich gerne von jedem Spiel, das kompetitiv gegeneinander gespielt werden kann, in seinen Bann ziehen. Immer dann, wenn Wettbewerbs- und Eventcharakter aufeinandertreffen, kann man mit mir rechnen. Als Spieler habe ich wiederum nie den wirklichen Ehrgeiz entwickelt, in einem der großen Titel aktiv oben mitspielen zu wollen. Oder anders gesagt: Es war vielmehr ein vergleichsweise kleines Rennspiel, das stattdessen mittlerweile seit weit über einem Jahrzehnt meine Aufmerksamkeit fordert: Trackmania. Durch Trackmania habe ich den eSport kennengelernt. Ich habe gelernt, was es bedeutet zu trainieren und sich auf einen bestimmten Moment vorzubereiten. Ich habe gelernt, wie ein Team voller anonymer Menschen zur Herzenssache werden kann und wie aus Fremden Freunde werden. Und ich habe gelernt, wie sich Siege anfühlen und wie mit Niederlagen umzugehen ist.

Der eSport und Nintendo

Daneben gibt es aber auch noch das, weswegen wir alle letztendlich hier sind: Nintendo. Ich habe allerdings den Eindruck, dass der japanische Spieleriese und eSport seit jeher nur mäßig zusammenpassen. Klar, da gibt es zwar die berühmt-berüchtigte Smash-Szene, aus der einige der legendärsten Momente des gesamten eSport-Kosmos hervorgingen, klammert man diese jedoch aus – was angesichts meines Unvermögens, diese Reihe ordentlich zu spielen, durchaus sinnvoll ist – wird es bereits ziemlich dünn. Auf der Nintendo Switch gab es mit Titeln wie Arms, Pokémon Tekken oder auch Mario Tennis durchaus Versuche, mit einem kompetitiven Gedanken ausgestattete Spiele an den Mann oder die Frau zu bringen, sonderlich lange währte der Erfolg in dieser Hinsicht aber nie. Eine weitere Erwähnung sollte an dieser Stelle aber sicherlich noch Splatoon finden, dessen zweiter Teil sich einer durchaus ansehnlichen Community erfreuen kann und neben Super Smash Bros. Ultimate derzeit zum Vorzeigetitel gehört, wenn Nintendo auf Events mit Turnieren die Zuschauermasse anziehen will. Leider bin ich aber auch mit diesem Gameplaykonzept nie so richtig warm geworden, weshalb auch Splatoon für mich wegfällt. Gäbe es da bloß ein Spiel, das von Nintendo stammt und dem Rennspiel-Genre zugeordnet werden könnte …

Meine Online-Lobby-Erfahrung bewies mir, dass ich auch bei den besseren Fahrern mithalten kann ... dachte ich. © Nintendo

Spätestens jetzt sollte klar sein, worauf ich in diesem Spezial zu sprechen kommen möchte (oder ihr habt die Überschrift des Artikels bis hierhin nicht schon vergessen): Mario Kart. Der Racer ist gewiss kein neues Pflaster für mich. Seit dem 2001 erschienenen Mario Kart Super Circuit habe ich – mit Ausnahme von Mario Kart 8 für die Wii U – jeden Ableger der Reihe besessen. Nachdem ich den GBA-Teil ausgiebig mit und gegen meinen Bruder gespielt habe – und nach einem kürzeren Double Dash!!-Intermezzo – eröffnete sich mir mit Mario Kart DS letztlich die verheißungsvolle Welt des Online-Spielens. Dort und spätestens mit Mario Kart Wii gelang ich dann zu der Erkenntnis, dass ich doch ganz gut in dem bin, was ich auf den bunten Rennstrecken so fabriziere. Daher rührte es bereits zu diesem Zeitpunkt nicht lange, bis sich der Wunsch nach ernsthafterem Wettbewerb als in den zufällig zusammengeworfenen Online-Lobbys entwickelte. Da die Spielereihe Nintendo-typisch allerdings über keine Möglichkeit zur unkomplizierten Kommunikation mit anderen Fahrern verfügt, versuchte ich damals mithilfe von Google an weitere Informationen zu gelangen – vergebens. In diesem Punkt wird der Kultstatus von Mario Kart dem Ganzen ein wenig zum Verhängnis. Sucht man nämlich naiv nach Mario Kart-Turnieren findet man quasi alles – von lokalen Hinterhofcups über in diversen Online-Communitys oder wahlweise geschlossenen Facebookgruppen organisierten Funturnieren hin zur vor allem in Studentenkneipen beliebten Abwandlung „Don’t drink and drive“ – nur keinen Zugang zur kompetitiven Szene.

So gab ich die Suche auch recht schnell wieder auf und fand mich letztlich mit meinem Schicksal ab, mittlerweile in Mario Kart 7 und später dann auch in Mario Kart 8 Deluxe ein Dasein als gewöhnlicher Spieler zu fristen. Doch dann, an einem warmen Sommertag gegen Ende Juli dieses Jahres, war er plötzlich da, der initiale Moment, der den Stein ins Rollen bringt: Ein Kommentar von @Micha-Teddy93. Unterhalb einer News, die die Ankündigung von Garfield Kart Furious Racing enthält, entstand eine Diskussion darüber, ob es nach Team Sonic Racing, Crash Team Racing und eben Mario Kart noch eines weiteren Funracers bedürfe. Unter anderem kam man auch auf den für die genannten Titel benötigten Skill zu sprechen. Besagter Micha-Teddy93 entpuppte sich daraufhin als langjähriger kompetitiver Mario Kart-Spieler und nannte das Schlüsselwort MKU. Die Abkürzung steht für Mario Kart Universal, der wohl größten Team-Turnierreihe, die die kompetitive Szene zu bieten hat. Organisiert wird der als Liga durchgeführte Wettbewerb auf Mario Kart Central, was wiederum die Anlaufstelle schlechthin für Mario Kart-Teams und Solospieler aus aller Welt darstellt. Somit war es der 31. Juli 2019, an dem mein eSport-Herz wieder entfacht wurde und eine Reise in eine neue Szene ihren Anfang nahm.

Die Registry von Mario Kart Central ist ein wahrgewordener Traum aller Statistik- und Datenfetischisten.

MKCentral kann im Grunde als eine große Datenbank angesehen werden. Sie beinhaltet nicht nur Ankündigungen und Informationen zu laufenden und neuen Turnieren, sondern verfügt auch über eine sogenannte Registry, in der sich mit wenigen Klicks zahlreiche Informationen zu Teams und Spielern finden lassen. Demnach war dies auch meine erste Station, um mir einen groben Überblick über die Lage zu verschaffen. Dabei fiel schnell auf, dass die kompetitive Mario Kart-Community nicht nur französisch und spanisch geprägt, sondern auch in Nord- und vor allem in Latein- bis Südamerika beheimatet ist. Aber auch der deutschsprachige Raum kommt nicht zu kurz, was mir die Suche durchaus erleichtert hat. So sprangen mir beispielsweise die „Pirates of Duisburg“ aufgrund meiner Herkunft aus dem Ruhrpott sofort ins Auge. Bei näherer Recherche stellte sich allerdings heraus, dass es sich dabei um ein Unterteam des auf Weltklasse-Niveau fahrenden Clans „Blizzard“ handelt. Und auch wenn es sich bei den Duisburger Piraten nur um ein zweites Team handelt, war für mich schnell ersichtlich, dass sie hoffnungslos weit entfernt von meinem Können liegen würden. Die weitere Suche währte aber nicht lange, da traf ich auch schon auf den Namen „eXodus“. Hier schien vieles zu passen: Ein rein deutschsprachiges Team, das in früheren Ligen noch unter einem anderen Namen unterwegs war, was die Vermutung nahelegte, dass womöglich ein Neustart oder zumindest eine Neuorientierung erfolgte. Der Clan verfügte darüber hinaus auch über ein zweites Team, dessen Gründung gerade einmal auf Anfang Juli 2019 datierte. Alles schien wie für mich gemacht, weshalb meine Nachricht an einen der als Leader eingetragenen Spieler nicht lang auf sich warten ließ.

Apropos Nachricht, während MKCentral zwar durchaus ein Forum bietet, in welchem theoretisch miteinander kommuniziert werden könnte, wird dieses aber vorrangig für die Ankündigung von Events sowie die Bekanntgabe von Matchergebnissen genutzt – es ist und bleibt eben eine große Datenbank. Möchtet ihr euch dagegen mit Mario Kart-Begeisterten oder potenziell künftigen Teamkameraden austauschen, müsst ihr euch zwingend mit der populären Kommunikationsplattform Discord auseinandersetzen. Dort finden sich nicht nur der recht aktive Mario Kart Central- und weitere Community-Server, auch die Teamkommunikation läuft in der Regel über die Text- und Sprachplattform. So dauerte es nicht lange und ich fand mich auf dem Discord-Server von eXodus wieder.

Der Beginn einer lehrreichen Zeit

Im Vorfeld hatte ich zwar durchaus deutlich zu verstehen gegeben, dass ich ein absoluter Neuling auf diesem kompetitiven Gebiet bin, nichtsdestotrotz wurde ich, ganz zu meiner Verwunderung, direkt sehr freundlich aufgenommen und unterstützt. Das überraschte mich deshalb, weil ich bezüglich des Umgangstons in der Mario Kart-Community zu Beginn meiner Recherche noch anderslautende Dinge gelesen habe. So wurde MKCentral beispielsweise erst im vergangenen Jahr gelauncht. Im dazugehörigen Willkommensthread nahm der kritische Zustand der Community einen nicht unwesentlichen Teil ein. Es wurde an die Mitglieder appelliert, diesen Neustart (alle bisherigen Spielersperren wurden aufgehoben) als eine Möglichkeit anzusehen, in Zukunft vieles besser zu machen. Das verunsicherte mich ein wenig, denn da ich mit der Trackmania-Community nur eine der wohl freundlichsten Spielergemeinschaften kannte, konnte ich nicht abschätzen, wie ich mit einem potenziell toxischen Umfeld auf Dauer klarkommen würde. Diese Zweifel schienen zunächst jedoch unbegründet, denn es erwartete mich wie erwähnt ein Neulingen gegenüber sehr aufgeschlossenes Team.

In einem sogenannten „Mogi“ kann auch schon einmal vom üblichen Format abgesehen werden. Hier das Beispielergebnis eines Vier-gegen-vier-gegen-vier.

Ich lernte schnell, dass die im mariokart’schen Volksmund „CW“ (Clanwar) genannten Teamwettkämpfe zu Trainingszwecken beinahe täglich organisiert werden. Diese werden so wie die richtigen Turnierbegegnungen üblicherweise im Sechs-gegen-sechs-Format abgehalten. Dabei wird von dem spieleigenen Team-Modus, der die Teilnehmer in ein rotes sowie ein blaues Team teilt, nicht gebraucht gemacht. Das liegt unter anderem an dem Blitz-Item, das in diesem Fall nur das gegnerische Team schrumpfen und damit einfach einen zu großen Vorteil bringen würde. Stattdessen wird also im Alle-gegen-alle-Modus gefahren, was so einige taktische Finessen mit sich bringt. Der angesprochene Blitz trifft beispielsweise ausnahmslos alle Fahrer, was ihn weiterhin zu einem sehr mächtigen Item macht, allerdings nur eingesetzt werden sollte, wenn das eigene Team nicht die vorderen Plätze belegt. Gleiches gilt für den blauen Schildkrötenpanzer, an dessen Abwehr nun – sollte er vom gegnerischen Team kommen – nicht mehr nur der Erstplatzierte, sondern auch alle anderen Mitfahrer interessiert sind, um eben den vordersten Mann zu schützen. Darüber hinaus ist es bei dieser Spielweise von hoher Wichtigkeit, während eines Rennens zu jedem Zeitpunkt darüber in Kenntnis zu sein, wer da derzeit genau vor und hinter einem fährt. Denn danach richtet sich nicht nur die Entscheidung, ob man zum Beispiel den roten Schildkrötenpanzer nun wirklich abfeuern möchte, sondern generell der Einsatz von Items. Drei grüne Panzer können da zu einem nervigen Unterfangen werden, denn diese blindlings in eine Richtung zu werfen, kann für das eigene Team schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

Man wird es nun schon vermuten können, aber während eines Matches ebenfalls unerlässlich: Absprachen. Diese erfolgen üblicherweise – natürlich – über den Voice-Chat auf dem Discord-Server. Dort wird regelmäßig über die eigene Position informiert oder es werden bestimmte Items wie Blitz, Panzer oder auch der Geist angesagt. Darüber hinaus geht es bei einem Teamrennen nicht mehr nur darum, stets die Ideallinie zu fahren, um möglichst weit vorne zu landen, auch das gezielte Zurückbleiben am Start, das sogenannte „bagging“, kann zielführend sein. Damit sichert man sich am ehesten sehr starke Items, die im Verlauf oder am Ende den entscheidenden Unterschied machen können. Es gibt gewiss noch die ein oder andere Finesse mehr, beispielsweise wird die Wahl der Strecken von den Positionen des vorherigen Rennens abhängig gemacht, doch wollen wir die schnöde Theorie erst einmal ruhen lassen.

In meinem ersten Match kam zwar nicht nur ich, sondern das gesamte Team ordentlich unter die Räder, trotzdem war es sehr lehrreich. © Nintendo

Es verging nach meiner Aufnahme ins Team nicht viel Zeit, bis ich im Line-up für meinen ersten CW stand. Für jemanden, der bis dahin ausschließlich solo unterwegs war, stand folgerichtig die komplette Überforderung ins Haus. Aber ich war mir meiner Defizite durchaus bewusst, sodass ich stets entspannt und lernwillig an das Match herantrat. Man könnte behaupten, dass sich gegen das etablierte spanische Team „Madarina de Schrödinger“ eine spannende Partie entwickelte, doch im Prinzip nahm das Rennen jene Form an, die ich auch in den meisten Begegnungen danach beobachten konnte: Alle zwölf Fahrer sind mit wenigen Ausnahmen bei einer konstant hohen Geschwindigkeit stets eng beieinander, was durchaus in Stress ausarten kann, da man nicht nur sich selbst auf Kurs halten und sich vor drohenden Gefahren schützen muss, sondern auch auf auch Ansagen des eigenen Teams zu hören und die Fahrer direkt vor und hinter einem stets im Auge zu behalten sind. Für mich sah und sieht es immer so aus, als könne ich durchaus mithalten, allerdings war recht schnell ein Muster ersichtlich: Am Ende fehlen mir zwar meist nur sehr wenige Meter, aber die dadurch bedingte, durchgehende Platzierung im hinteren Mittelfeld bedeutet auf der Abschlusstabelle keine sonderlich gute Endplatzierung – Ausnahmen bestätigen die Regel. Das entmutigte mich allerdings nicht, ganz im Gegenteil: Ich erkannte, dass ich hier noch viel Lernen kann, was mich weiter anspornte und meine Motivation, aktiv Mario Kart zu spielen, in die Höhe trieb.

Nichtsdestotrotz gibt es eine Komponente, mit der ich durchaus hätte rechnen können, die mir aber trotzdem etwas zum Verhängnis wurde: Zeit. Die Trainingsmatches finden nicht ohne Grund so gut wie allabendlich statt. Durch die Regelmäßigkeit verbessert sich optimalerweise die Absprache und das generelle Zusammenspiel, sodass man letztlich nicht mehr nur sechs zusammengeworfene Solofahrer, sondern ein eingespieltes Team hat. Das ist zwar ein nobles und sinnvolles Ziel, diese Regelmäßigkeit kann ich durch diverse Verpflichtungen aber nicht durchgehend bieten. So hat sich nach einer gewissen Zeit herauskristallisiert, dass ich mich zwar gerne gelegentlich an dem ein oder anderen CW beteilige – gerade wenn es gegen den Lokalrivalen „Alolan Guardians“ geht, ist stets eine besondere Brisanz geboten – aber für ernsthaftere Beteiligungen am Teamgeschehen reicht es nach rund zwei Monaten im kompetitiven Geschehen noch nicht. Demnach stehe ich für die derzeit laufende, achte Ausgabe des eingangs erwähnten MKU-Turniers zwar im offiziellen Aufgebot von „eXodus 2“, einen Einsatz werde ich aber aller Voraussicht nach nicht verbuchen können. Deshalb heißt es für mich für die nahe Zukunft: Dem Team die Daumen drücken und im Zeitrennen-Modus an meinen Rennlinien feilen. Bis dahin verbleibe ich mit einem Dank an Andrew, Käfin und allen anderen eXodus-Mitgliedern für die fortwährende Hilfsbereitschaft sowie Geduld und wer weiß, vielleicht werde ich dem Team schon zur MKU 9 mit guten Leistungen etwas zurückgeben können.

Relevante Spiele

  • Cover von Mario Kart 8 Deluxe

    Mario Kart 8 Deluxe

    System: Nintendo Switch

    Vertrieb: Nintendo

    Genre: Rennspiel, Action, 3D

    10 9 107

Kommentare 17

  • Octave Every puzzle has an answer - 13.10.2019 - 15:10

    Interessant, allein schon wegen der Omnipressänz von Items dachte ich, dass es sowas wie eine Kompetitive Szene in Mario Kart nicht geben würde.
  • Solaris ntower zertif. Kommentator - 13.10.2019 - 15:21

    Und hast du den Absprung aus Mariokartology wieder geschafft? Oder gibt es da keinen Austritt? :ugly:
  • Chester Turmritter - 13.10.2019 - 15:27

    Super interessant der Artikel, habe bisher noch nie einen so spannenden Artikel über die Mario Kart E-Sports Szene gelesen! ☺️
  • Micha-Teddy93 SEGA & Nintendo = ♡ - 13.10.2019 - 15:38

    Ey! Wahnsinnig gutes und tiefreiches Spezial! Freut mich das du eingestiegen bist in die Szene. Mit dem richtigen Team kann es Spaß machen einfach.

    Meine Jugendzeit hab ich damals in NewGenerationWaTTa/waTTa verbracht mit dem Hauptmerk MKW. Je nach Gruppe machte man mehr oder weniger, wir hatten viel damals in Form von Events gemacht. Jeden Samstag z.B. sind wir Intern Pokal jeder gegen jeden gefahren. Dienstags standen Events auf dem Programm.

    Ich möchte dieses Spezial mal nutzen und eins vorstellen was heute noch gut in MK8 Funktionieren würde! Denn man kann Mario Kart jederzeit um eigene Ideen erweitern! Benötigt werden:

    -------

    - ein Sprachprogramm z.b. Discord
    - 8 Leute für zwei 4er Teams (im Idealfall)

    Spiel: Katz und Maus

    Ablauf: Es werden zwei ähnlich starke Teams gebildet zu beginn. Jedes Team befindet sich in einer eigenständigen Voice Gruppe. Im Team bestimmt man nun eine Maus. In einen Text Kanal wird gleichzeitig die Maus bekannt gegeben. Wir haben das damals so gemacht, das einer 3, 2, 1 schrieb und einer von den Teams jeweils dann den eingegeben Namen abgeschickt hat.

    Jetzt kommen wir zum Clou. Zwar wird ein normaler GP gefahren, aber nur die Punkte der Maus zählen für den eingestellten GP. Hierbei kann man freie wahl lassen der Strecken. Im Idealfall sollte das Team die Wunschstrecken der Maus wählen.

    Alle anderen Fahrer der Teams sind die Katzen. Man muss die Maus vom Gegnerischen Team jagen oder seine eigene beschützen. Fährt nun einer besonders gut und ist ständig vorne, so agieren die anderen am besten als Schild. Ist die Maus er ein Sonntagsfahrer, sollten die anderen versuchen vorne die Plätze abzusichern. Man nimmt Punkte weg für die Gegnerische Maus und hält den Verlust in Grenzen. Ganz genauso könnte die Maus auch auf Platz zwei fahren und eine eigene Katze auf Platz eins, um so den blauen Panzer so Neutral wie möglich zu halten.

    Man macht meistens so viele Durchgänge, bis jeder im Team mal die Maus war. Am Ende zählt man die Punkte der Mäuse zusammen, z.B.

    Team-Maus A 1: 10
    Team-Maus A 2: 15
    Team-Maus A 3: 20

    Zusammen 45

    Team-Maus B 1: 20
    Team-Maus B 2: 5
    Team-Maus B 3: 30

    Zusammen 55

    Man kann da ziemlich flexibel sein und eigene Ideen noch rein bringen. Z.b. wird nur ein Cup gefahren in Reihenfolge. Da Mario Kart dies Online nicht direkt Unterstützt, muss natürlich achtsam von jeden das immer gewählt werden die Strecke.

    --------

    Heute, meinen Clan Auftakt hab ich 2009 gegeben, fahre ich immer noch aktiv. Danke an dieser Stelle zu den Hardcore Noobs Clan die mich im letzten Jahr freundlich aufgenommen haben! Wir haben gegen eXodus auch schon den ein oder anderen Clanwar gefahren.

    Bin nun zehn Jahre in dieser Szene und muss sagen, ich will das nicht mehr missen. Auch wenn ich es nur noch mit halben Augen mache und dabei bin. Es ist natürlich weniger geworden, alleine schon durch das Berufliche leben.
  • Sandro sehr inaktiv - 13.10.2019 - 16:06

    Danke für den Beitrag.

    Dabei ist aber auch nicht zu vergessen, dass die Szene in Mario Kart Wii noch immer sehr beliebt ist, das Spiel ist einfach viel besser geeignet für eine kompetitive Szene.
  • WEC Falcon Mario Kart Suchti - 13.10.2019 - 17:02

    Cooler Artikel, ich wusste gar nicht, dass du auch in der Szene bist, und hätte nicht damit gerechnet hier so etwas zu lesen ^^.
    Vor ca. 5 Jahren bin ich damals kurz nach MK8U Release auch über ntower in die Clanszene gekommen und, wenn man genug Nerven für das Spiel hat und die für sich passenden Leute findet, macht es wirklich Spaß, obwohl die Reihe dafür nicht bekannt ist und kaum competitive supportet wird.
  • Tarik Turmbaron - 13.10.2019 - 17:43

    Ich hatte gehofft, dass die kompetitive Szene ohne Items spielt (wie bei Smash).
    Wenn ich mit Kumpels eine ernste Runde spiele, machen wir es jedenfalls so und ich finde es erstaunlich, dass es im eSport nicht gleich gehandhabt wird.
    Items bringen riesigen Spaß in einer Casual-Runde mit Freunden, aber wenns wirklich gilt, heraus zu finden, wer die Strecken am absolut besten fährt, ist (neben Zeitfahren) ein Cup ohne Items doch wohl unerlässlich.
  • Wolf_Erik Howling Wolf - 13.10.2019 - 18:32

    Toller Beitrag.

    Interesse an solch einem Team hätte ich persönlich auch, nur die Zeit würde bei mir wahrscheinlich ein Problem werden. :(
  • HappyAndy spritziger Mario Kart Fahrer - 13.10.2019 - 22:37

    Ja geil...
    Die "Exn" hab ich glaub fünf /sechs in der Freundesliste. Die können im Rudel ganz schön anstrengend sein ;)
    Schreib eigentlich nur wegen dem ersten Bild:
    Toppharley, Purple man, Ana und Furzjunge kenn ich schon lange vom spielen.
    Witzig die hier alle zu sehen!
    Die Welt ist klein ;)

    MK forever :thumbsup:


    Und vielen Dank für den Artikel :)
    Auch wenn es aufs Glück ankommt, kann man sich wunderbar in MK verbeissen und lange Spaß haben. Es sollte einem hald nicht nur aufs Gewinnen ankommen^^
    @'Micha-Teddy93 und solch eigene Ideen können das ganze auch gewaltig aufwerten :thumbup:
    Vlt sollt ich doch mal auf MKU schauen.
  • Bisasamlover Luxemburgischer Heiner - 13.10.2019 - 22:59

    @WEC FalconGern geschehn :)
  • Reaver1988 Turmritter - 14.10.2019 - 07:14

    Ich bin ja sonst kein großer Freund eurer Tests (mir sind die immer zu kurz und viel zu oberflächlich - ich bin hier auf ntower, da man zumindest sehr früh einen "ping" bekommt, dass etwas neues in der Nintendo Welt passiert, die Infos muss ich mir dann (leider) immer an anderer Stelle besorgen), aber der Bericht hier, der gefällt mir extrem gut. Hut ab dafür. Macht davon mehr, dass liest sich interessant und das hat man auch so in der Form noch nirgendwo gelesen. Find ich klasse.
  • nana Hardcore Noob - 14.10.2019 - 09:08

    Wir danken dir, Micha!! :)
  • kirby7eleven Turmheld - 14.10.2019 - 11:54

    @Chris Holletschek
    Super EInblick. Danke dafür.

    Da habe ich aber direkt einmal noch eine Frage an dich und an @Micha-Teddy93 (natürlich auch gerne an alle anderen):

    Wie ist das denn unter den "Profis"- gibt es eine klare Empfehlung was die Zusammenstellung von Fahrern, Gleitern etc angeht, oder gehen die Meinungen da auseinander? Ich lese oft von Schweren Piloten und Pünktchen-Kart- aber das sieht halt scheiße aus :D

    Gibt es eine einhellige, eindeutige Meinung?
  • Micha-Teddy93 SEGA & Nintendo = ♡ - 14.10.2019 - 12:58

    @kirby7eleven ja durchaus gibt es da Kombinationen. Im Grunde sollte aber jeder damit fahren, was er am besten hält. Viel Geschwindigkeit und Beschleunigung ist immer gut. Je Schwerer der Charaktere, desto mehr Punkte bekommt man auf diesen Werte mit.

    Ich Persönlich bin Indrift Biker. Da hab ich eh nicht viel Auswahl :)
  • kirby7eleven Turmheld - 14.10.2019 - 13:39

    Neee, Bikes sind keine Option :D Die sehen ja noch furchtbarer aus :D Am liebsten sind mir relativ normal proportionierte Charaktere (verschiede Marios, Mii, Yoshi etc.) auf nem normalen Kart und normalen Reifen. Aber gefühlt bin ich damit deutlich langsamer...
  • Chris Holletschek Lektor - 14.10.2019 - 14:33

    @kirby7eleven Mir wurden auch die schweren Charaktere ans Herz gelegt. Da ich zuvor aber schon in der Regel mit Morton unterwegs war, war das keine allzu große Umstellung für mich.

    Generell zählen zum favorisierten Charakterkreis wohl DK, Waluigi und Roy, wobei die nicht gänzlich gleich sind. So hat DK im Vergleich ein besseres Handling, Waluigi bekommt die Drifts schneller hin und Roy hat ein höheres Tempo.

    Als Fahrzeug wurde mir der Roller oder das von dir angesprochene Pünktchenkart empfohlen. Der Wiggler (mit dem ich unterwegs bin) sei aber gerade in Verbindung mit Morton auch noch gut. Ansonsten sind die kleinen Reifen ein Muss (egal welche Farbe) und als Gleiter sind der Papierflieger oder die Wolkenballons zu wählen.

    Allerdings ist das nur die Theorie, die Praxis sieht manchmal ganz anders aus. Zieht man meine bisher gespielten Matches heran (was allerdings nicht mehr als eine Handvoll ist), dann ist zwar Waluigi der mit Abstand meistgespielte Charakter, aber es gibt immer mal wieder auch ganz andere Fahrer-Fahrzeug-Kombinationen zu beobachten. Letztlich ist es deshalb wohl auch Übungssache. Es kann aber nicht schaden, es auch mit anderen oder den empfohlenen Kombinationen zu probieren.
  • kirby7eleven Turmheld - 14.10.2019 - 16:10

    Schade. Das bestätigt so ziemlich alles was ich auch gelesen habe- und passt mir so gar nciht :P